Kiedrich – Dieser winzige Ort im Rheingau-Taunus-Kreis zählt zwar nur knapp 4.000 Einwohner, doch unter ihnen befinden sich einige Schwergewichte der deutschen Winzerszene. Wilhelm Weil, Inhaber des familiengeführten Weinguts Robert Weil, gehört zu jenen Galionsfiguren – nicht nur in Kiedrich.
Zwischen Wald und Reben liegt das Weingut nunmehr in vierter Generation in der Hand der Weils. Alles begann 1867, als Dr. Robert Weil die ersten Lagen in Kiedrich kaufte. Eine weise Entscheidung, wie sich kurze Zeit später herausstellte. Denn der an der Pariser Sorbonne tätige Professor musste in den Wirren des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870 und 1871 Frankreich verlassen. Inzwischen nennt man 90 Hektar Land sein Eigen – samt historischem Anwesen mitten in dem über Tausend Jahre alten Rheingauer Weinörtchen Kiedrich. Die Philosophie von Robert Weil wird stringent fortgesetzt – nichts anderes als Exzellenz darf es sein.

Weingut Robert Weil – Nichts als Riesling in besten Lagen
Die alte Maklerweisheit „Lage, Lage, Lage“ bewahrheitet sich doch immer wieder. Im Weinbau ist das nicht anders. Das Terroir spielt die Hauptrolle, die VDP-Klassifizierung als Resultat eines außergewöhnlichen Terroirs ist das Sahnehäubchen. Das Weingut Robert Weil beweist mit drei einzigartigen Berglagen das Gespür für die richtigen Spots. Jeweils nach Südwesten ausgerichtet und bedeckt mit Phyllit, sind sie der ideale Hort für die Königin der Rebsorten – den Riesling.

Der Kiedricher Klosterberg zieht sich als VDP.Erste.Lage fast hinauf bis zum Plateau des Hahnwaldes, einem circa 18 Hektar großen Areal, das seit Kurzem das exklusive Wald.Weit Rheingau Hotel & Retreat beherbergt. Da wäre sie auch hier wieder, die unumstößliche Wahrheit der Maklerweisheit… Dabei ist die Einstufung der Qualitäten durch den VDP vergleichsweise jung. Die Erkenntnis hingegen, dass die Güte des Weins dem Terroir geschuldet ist, zählt zu dem angestammten Wissen der traditionsreichen Weinregion.

Bereits der Name Klosterberg deutet auf die historische Bedeutung hin. Denn nur einen Steinwurf von Kiedrich entfernt liegt das Kloster Eberbach. Lange Zeit diente dieser Weg als Verbindung zwischen der Abtei und der Eltviller Klostermühle. Auch damals lief man schon über Devonschiefer, Phyllite und Gneis – dem Boden, auf dem hier die Weil’schen Rieslingreben gedeihen.

Direkt im Schatten des Anwesens des Weinguts Robert Weil befindet sich der Kiedricher Gräfenberg. Weine dieser Lage genossen schon vor über einhundert Jahren großes Renommee. Kein Gräfenberger Riesling durfte damals an royalen Tafeln fehlen. Wer vor seinen Gästen glänzen wollte, öffnete eine Flasche vom Kiedricher Gräfenberg. Das einzigartige Zusammenspiel aus Boden und Mikroklima macht bis heute die Rieslinge dieser Großen Lage zu genussvollen Besonderheiten.

Wie ein Leuchtturm ragt die Ruine des Bergfrieds von Burg Scharfenstein empor. Die Überreste der einstigen Schutzburg verstecken sich in einem winzigen Wäldchen, an dessen Fuß sich die Einzellage Kiedricher Turmberg anschließt. Gerade einmal 3,8 Hektar umfasst diese Monopollage des Weinguts Robert Weil. Als VDP.Erste.Lage klassifiziert, steht sie ebenfalls Pate für höchste Qualität – im Handwerk altes Wissen mit zeitgemäßem Know-how vereinigend.


Vom Berg in die Flasche und in die Welt
Ganz nach dem Motto „Sorgfalt erspart Sorgenfalten“ wird auf dem Weingut Robert Weil gearbeitet – und das rund ums Jahr. Als ökologisch zertifiziertes Weingut bewirtschaftet man die Rebflächen naturnah, was beispielsweise das Düngen mit organischen Stoffen, den Verzicht auf Herbizide oder auch eine ausgeklügelte Begrünung beinhaltet. Die Ertragsreduzierung ist obligat – bei einem Alter der Reben von 50 Jahren und mehr ist dies ohnehin der Fall. Die Lagen, die wie etwa der Turmberg zum Teil eine Steigung von 60 Prozent aufweisen, sind fordernd, was die Arbeit in den Weingärten betrifft. Mehr als Handarbeit ist nicht machbar, und die Lese erfolgt per se selektiv mit geschulten Augen und geübten Händen. Bis zu 17 Lesedurchgänge können schon mal zustande kommen – von den ersten Trauben für die Versektung bis hin zur Trockenbeerenauslese.

Für den Transport der Trauben kommen spezielle Traubenwagen mit beweglichem Boden zum Einsatz. Außerdem wird ausschließlich mit dem Vertikalprinzip gearbeitet. Beide Verfahren setzen dem schonenden Umgang mit dem Lesegut die Krone auf. Um die Trauben und später den Most zu bewegen, wird lediglich die Schwerkraft genutzt. So kann nach der natürlichen Sedimentation die Gärung im Edelstahltank oder spontan in großen Holzfässern beginnen – je nachdem, welche Stilistik der Wein erhalten soll. Der erste Wein der Saison ist der Gutswein. Dieser Treffer muss sitzen. Denn dieser sowie der Ortswein sind die meistverkauften Qualitäten, insbesondere ab Hof.



In der 2024 eröffneten neuen Vinothek darf sich jeder eingeladen fühlen, einen Riesling aus dem Hause Weil zu probieren. In einem modernen, schicken Ambiente werden die Vorzeige-Rieslinge aus dem Rheingau präsentiert und degustiert. Und es gibt wohl keinen Weinliebhaber, der nicht mit schwerem Gepäck die Vinothek verlässt. Wer im Rheingau unterwegs ist, kommt um „Riesling made by Weil“ nicht drum herum. Hotels und Restaurants führen die Weine auf ihren Karten, zudem lädt das Weingut übers Jahr zu mehreren Events ein. Darüber hinaus exportiert das Weingut seine Rieslinge in über 50 Länder der Welt. Eine Rarität des Weinguts – der Monte Nostrum – wird auch über das renommierte Distributionssystem La Place de Bordeaux vertrieben. Ein Ritterschlag für den Wein, der aus den kühlsten Lagen stammt.

Nicht anderes als eines der besten deutschen Rieslingweingüter wollte Wilhelm Weil im Rheingau etablieren. Und das ist ihm mehr als gelungen.
O-Ton von FrontRowSociety Herausgeberin Annett Conrad:
Übernachtungstipp: Wald.Weit Rheingau Hotel & Retreat
Das Wald.Weit Rheingau Hotel & Retreat liegt idyllisch inmitten der Weinberge auf dem Bergplateau des Hahnwaldes und nur wenige Minuten vom Weingut Robert Weil entfernt. Mit seinem naturnahen Konzept, stilvollem Design und ruhiger Atmosphäre ist es der perfekte Ausgangspunkt für Weinliebhaber. Nach einer Degustation bei Robert Weil lässt sich hier ideal entspannen – mitten im Herzen des Rheingaus. Und wer noch nicht genug von den Weil-Rieslingen hat, genießt diese in der Bar Wald.Tropfen sowie im Restaurant Wald.Fein.

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