Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

Syracuse? Klar, da denkt man erst einmal an eine Stadt. An Straßen, Häuser, vielleicht ein bisschen amerikanisches Großstadtgefühl. Doch wer den Mietwagen nimmt und ein paar Meilen aus Syracuse hinausfährt, landet ziemlich schnell in einer anderen Welt.

Die Straßen werden schmaler, links und rechts liegen Farmen, die Landschaft wird hügeliger und irgendwann stehen die ersten Apfelbäume am Straßenrand. Willkommen im Countryside Syracuse, Central New York. Gerade im Herbst lohnt sich der Abstecher. Dann hängen die Äpfel schwer an den Bäumen, die Blätter färben sich langsam und überall in der Region wird gefeiert, was hier seit Generationen zum Leben gehört: die Apfelernte.

Allmählich wird es Herbst in Syracus … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… Zeit, raus auf’s Land zu fahren / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ein Familienbetrieb mit Geschichte

Ein besonders schöner Ort dafür ist Beak & Skiff Apple Orchards in LaFayette. Die Farm liegt rund 20 Minuten südlich von Syracuse und ist eine Institution in der Region. Ihre Geschichte beginnt 1911, als Zwiebelbauer George Skiff und Milchbauer Andrew Beak gemeinsam die ersten Apfelbäume pflanzten. Heute wird der Betrieb bereits in fünfter Generation geführt. Aus der kleinen Farm von damals ist ein großes Apfelunternehmen geworden. Geblieben ist aber die Idee, dass der Apfel hier auf den Tisch und ins Glas gehört.

Auf geht’s zu Beak & Skiff Apple Orchards in LaFayette / © Redaktion FrontRowSociety.net

Und im Herbst wird das eindrucksvoll sichtbar. Dann ist Apple Hill, wie das Gelände genannt wird, alles andere als verschlafen. Familien kommen mit ihren Kindern, Freunde treffen sich, irgendwo tuckert ein Traktor über das Gelände und aus den Lautsprechern klingt Musik. Wer möchte, fährt mit dem Traktor hinaus in die Plantagen, pflückt seine Äpfel selbst oder schaut einfach den anderen dabei zu.

Auf den Anhänger des Traktors schwingen und ab in die Apfelplantage / © Redaktion FrontRowSociety.net

Natürlich darf der Cider nicht fehlen!

Apfel im Glas

Beak & Skiff produziert seit Jahrzehnten Cider. Unter der Marke 1911 Established entstehen heute verschiedene Hard Cider, und auch eine eigene Destillerie gehört zum Betrieb. Der Apfel wird hier also ziemlich konsequent durchdekliniert: sozusagen vom Baum bis ins Glas.

Cider für jeden Geschmack gibt es bei Beak & Skiff / © Redaktion FrontRowSociety.net

Bei den Herbstveranstaltungen kann man verschiedene Cider probieren, dazu gibt es Essen, Musik und jede Menge Programm für Kinder. Das Ganze fühlt sich dabei erstaunlich authentisch an. Wie ein großes Familienfest, zu dem zufällig auch Besucher von außerhalb kommen dürfen. Und wir sind mittendrin.

Natürlich wird Cider auch frisch gezapft … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… und als take away in der Dose sind sie besonders praktisch / © Redaktion FrontRowSociety.net

Wir stehen zwischen Apfelbäumen und Ciderständen und bekommen einen kleinen Einblick in das amerikanische Landleben, das man sonst vielleicht nur aus Filmen kennt. Kinder rennen über die Wiese, Eltern stehen mit einem Becher Cider in der Hand zusammen, irgendwo wird über die beste Apfelsorte diskutiert und zwischendurch fährt der nächste Traktor los.

Pick your own: Schlange stehen, um Äpfel selbst zu pflücken / © Redaktion FrontRowSociety.net

Eine Region mit Apfelgeschichte

Der Apfel ist in Central New York schließlich keine Nebensache. New York State gehört zu den wichtigsten Apfelproduzenten der USA und landet regelmäßig bei der Produktion auf Platz zwei hinter Washington. Rund um Syracuse gibt es zahlreiche Farmen, Obstplantagen und Betriebe, die sich mit Anbau, Verarbeitung und Vermarktung beschäftigen. Landwirtschaft und Tourismus gehen in Onondaga County eine ziemlich charmante Verbindung ein, die mehrere hundert Millionen Dollar pro Jahr einbringt.

Onondaga County ist ein Apfelland / © Redaktion FrontRowSociety.net

Beak & Skiff ist dafür ein gutes Beispiel. Die Farm hat sich mit der Zeit verändert, rund 300.000 Apfelbäume stehen inzwischen auf dem Gelände. Ihr Angebot erweitert, aber die Äpfel sind immer noch der Mittelpunkt. Und wenn im Herbst die Ernte beginnt, wird daraus ein Ereignis, das die ganze Familie mitnimmt.

So ein Erlebnis ist die schönste Art, Countryside Syracuse kennenzulernen. Man muss keine Sehenswürdigkeit abhaken und keinen historischen Rundgang absolvieren. Man fährt einfach raus aufs Land und schaut, was passiert.

Landleben pur / © Redaktion FrontRowSociety.net

Bei einem solchen Herbstfest kommt man den Menschen der Region wahrscheinlich näher als an vielen anderen Orten. Man steht mittendrin, statt nur zuzuschauen. Man sieht, was Familien an einem sonnigen Herbsttag unternehmen, was sie essen und trinken, wie Kinder ihre Äpfel aussuchen und wie wichtig die Landwirtschaft für diese Gegend noch immer ist.

Und irgendwann sitzt man selbst mit einem Glas Cider in der Hand da, schaut über die Plantagen und denkt: So fühlt sich die Countryside von Syracuse an. Ein bisschen Apfel. Ein bisschen Herbst. Und ziemlich viel echtes amerikanisches Landleben.

Und am Ende sitzt man mittendrin und probiert sich durch das Angebot an flüssigen Äpfeln / © Redaktion FrontRowSociety.net

Dieser Beitrag wurde unabhängig und nach journalistischen Standards redaktionell erstellt. Externe Unterstützung ermöglichte die Veröffentlichung, ohne Einfluss auf Inhalt, Bewertung oder redaktionelle Ausarbeitung. Zur Unterstützung der Recherche sowie zur Prüfung und Optimierung von Sprache, Grammatik und Rechtschreibung kamen teilweise KI-gestützte Tools zum Einsatz. Es gilt der Redaktionskodex.