Am Morgen liegt noch ein leichter Dunst über dem Soonwald. Die Wege sind feucht, von den Blättern tropft vereinzelt Tau, irgendwo zwitschert ein Vogel. Wer jetzt losgeht, kann stundenlang unterwegs sein.
Eine Auszeit muss schließlich nicht immer weit weg führen. Manchmal reicht eine Landschaft, die sich hinter dem nächsten Hügel verändert, ein Hotel, in dem man den Tag selbst bestimmen kann, und das angenehme Gefühl, für ein paar Tage keine Termine zu haben.
Genau an diesem Punkt wird das Land & Golf Hotel Stromberg interessant. Es liegt dort, wo der Hunsrück in den Soonwald übergeht, wo sich zwischen Iltisweg und Bärenkuhle Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Wald und Golfplatz beginnen praktisch vor der Haustür. Wer möchte, geht wandern. Wer lieber auf den Platz geht, nimmt den Golfschläger mit. Und wer an diesem Tag überhaupt nichts vorhat, findet im SOONWALD Spa ausreichend Gründe, genau dabei zu bleiben. Es gibt unzählige Möglichkeiten, aber keine Verpflichtung, sie auch zu nutzen.

Ein Hotel, das aus einer Idee entstand
Dass hier heute ein großes Ferien- und Tagungshotel steht, hat mit dem Blick auf eine Landkarte begonnen. Heinz Müller, Gründer des Reiseveranstalters Müller Touristik in Münster und ausgebildeter Hotelkaufmann, kaufte das Haus aus einer Insolvenzmasse. Er zog einen Kreis von rund 200 Kilometern um Stromberg und kam zu dem Schluss, dass es genügend Menschen in dieser Entfernung geben müsse, die einen Ort für Erholung suchen. Er sollte recht behalten.

Müller krempelte die Ärmel hoch und begann mit dem Um- und Ausbau. Aus dem ursprünglichen Haus entstand über die Jahre ein Hotel mit 174 Zimmern, einem großzügigen Spa, Golfplatz, Gastronomie, Tagungsbereich und vielfältigen Optionen für Tages- und Urlaubsgäste. Das Restaurant HEINZ trägt bis heute den Namen des Gründers. Ein Porträt von Heinz Müller erinnert dort an den Mann, der die Entwicklung des Hotels entscheidend geprägt hat. Es ist eine schöne Geschichte für ein Hotel, das sich bis heute weniger als durchkomponiertes Resort versteht denn als Ort, an dem man sich seinen eigenen Aufenthalt zusammenstellen kann.

Ankommen und erst einmal bleiben
Die Zimmer und Suiten im Land & Golf Hotel Stromberg gehören zu jenen, in denen man sofort das Gefühl hat, bleiben zu können. Warme Erdtöne, gedämpfte Grüntöne, Holz und weiche Stoffe nehmen die Farben des Soonwalds auf und holen sie nach drinnen. Nichts drängt sich auf. Die Räume wollen nicht beeindrucken, sie wollen Ruhe geben.

Hier beginnt die persönliche Auszeit: in einem Sessel, in dem das Buch liegen bleiben darf, einem Bett, in dem man am Nachmittag noch einmal die Augen schließt, und an Fenstern, hinter denen sich die Landschaft langsam verändert. Die Gestaltung folgt dabei den drei Themen Wald, Erde und Feuer, ohne dass sie sich in den Vordergrund drängen. Sie geben den Räumen ihre unterschiedlichen Stimmungen und schaffen doch überall dieselbe Grundidee: Wärme, Geborgenheit, Rückzug.

Draußen wartet bereits die nächste Aktivität. Aber zunächst muss man nirgendwohin. Die Tür fällt ins Schloss. Und für einen Moment ist genau das genug.
Wald oder Fairway?
Das Schöne an einer Landschaft wie dieser ist ihre Unspektakularität. Kein großes Naturschauspiel kündigt sich an. Hingegen führen die Wege durch Wald, über Höhen und an Wiesen vorbei. Die Luft ist kühl, der Boden weich. Nach einiger Zeit denkt man weniger darüber nach, wie weit man noch gehen möchte. Es braucht halt nicht viel, um den Kopf freizubekommen.

Der Golfplatz liegt direkt am Hotel. Ein 18-Loch-Platz auf hügeligem Gelände und immer wieder der Blick in die Landschaft. Wer Golf spielt, kann den Tag damit verbringen. Wer es ausprobieren möchte, kann sich an einem Schnupperkurs versuchen.

Und wer lieber zu Fuß unterwegs ist, braucht ebenfalls keinen Plan. Rund um Stromberg beginnen Wege in den Soonwald, der seinen besonderen Reiz gerade aus seiner Ruhe bezieht. Eine Mikroauszeit funktioniert vielleicht genau deshalb so gut: Man muss nichts organisieren, um etwas zu erleben.

Wenn aus Wellness Zeit wird
Das SOONWALD Spa ist über viele Jahre gewachsen und umfasst heute rund 2.800 Quadratmeter. Innen- und Außenpool, Saunen, Ruheräume, Behandlungen und Fitness liegen in einem Bereich, der direkt an ein Chalet-Spa erinnert.


Bemerkenswert ist dabei die Zeit, die man hier verbringen kann, ohne dass sie sich durchgetaktet anfühlt. Ein paar Bahnen im Wasser, ein Platz zum Lesen, eine weitere Schwitzrunde in der Sauna, vielleicht noch ein entspannendes Treatment. Alles ist darauf ausgelegt, dass man nicht von einem Programmpunkt zum nächsten eilt. Eine Auszeit braucht schließlich keine Termine.


Die verschiedenen Ruheräume tragen Namen wie „Hören“ oder „Lesen“ und machen deutlich, dass hier nicht ständig etwas passieren muss. Auch die Anzahl der Day-Spa-Gäste ist bewusst begrenzt. Wer unter der Woche für einen Wellnesstag kommt, hat einen separaten Zugang und kann den Spa mit Anwendungen, Frühstück oder kleinen Snacks verbinden.



Zu Tisch, zu Tisch
Die Gastronomie des Hauses verteilt sich heute auf verschiedene Bereiche, die sich dennoch wie eine gemeinsame kulinarische Landschaft anfühlen.

Im Garten-Restaurant kann morgens gefrühstückt werden, tagsüber gibt es leichte Gerichte, Snacks, Kaffee und hausgebackener Kuchen. Am Abend stehen Vier-Gang-Menü oder Dinner-Buffet auf dem Programm. Das HEINZ Grill & Buffet setzt auf frisch zubereitete Speisen und Kochstationen. Gerade für ein Hotel, das viele unterschiedliche Gäste beherbergt, ist dieses Konzept interessant: Große Gästezahlen und qualitatives Essen müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen.



Hinter der Küche steht seit einem Vierteljahrhundert Michael Stortz. Als er nach Stromberg kam, hatte er bereits Erfahrungen in der Sternegastronomie gesammelt und lange mit dem Gedanken gespielt, selbst einen Michelin-Stern zu erkochen. Seine Frau überzeugte ihn schließlich, dass ein neu entwickeltes Hotel ihm die Möglichkeit geben würde, etwas Eigenes aufzubauen.

Allerdings hat die Küche selbst noch andere Geschichten zu erzählen. Der zur Küchenleitung zählende Klaus Peter Hackenbruch kam ursprünglich aus dem Fleischerhandwerk und wusste schon lange vor der aktuellen Nose-to-Tail-Debatte, dass vermeintlich weniger begehrte Stücke Aufmerksamkeit verdienen. Er gehört wie Stortz selbst zu den Urgesteinen des Hauses.


Junge Köche und große Namen
Michael Stortz ist seit vielen Jahren eine prägende Figur der Küche in Stromberg. Seine Freude an guter Ausbildung zeigt sich besonders dort, wo junge Menschen Verantwortung übernehmen dürfen. Die „CHEFS TROPHY Ausbildung“, die das Hotel 2025 erhalten hat, bedeutet ihm deshalb viel. Gute Küche beginnt eben nicht erst auf dem Teller. Sie beginnt dort, wo Menschen ihr Handwerk ernst nehmen und bereit sind, es weiterzugeben.

Dazu kommen gemeinsame kulinarische Veranstaltungen mit Köchen aus der Sternegastronomie. Für 2026 ist bereits die nächste Ausgabe angekündigt, bei der Stortz gemeinsam mit Robert Rädel und Christoph Rainer ein Sechs-Gang-Menü gestaltet.
Anschließend lässt man in der BirdieBar den Tag ausklingen. Ein Glas Nahewein, ein Cocktail oder ein Bier, freitags und samstags begleitet von Live-Musik – für Bar-Atmosphäre muss man nicht aus dem Haus.

Ein Glas Wein, ein anderer Blick auf die Landschaft
Die Nahe-Weinlandschaft liegt vor der Tür. Ein Ausflug kann beispielsweise zum Weingut Prinz Salm nach Wallhausen führen, wo Weinbau auf eine jahrhundertealte Familiengeschichte trifft. Victoria und Felix zu Salm-Salm führen das Weingut in der 32. Generation; heute gehören rund 25 Hektar Weinberge zum Betrieb.

Ein Besuch dort verändert den Blick auf die Landschaft noch einmal. Die Hügel bekommen plötzlich Namen, Böden, Rebsorten und Jahrgänge. Aus einem Wandergebiet werden Weinberge, vom Golfplatz geht es zum Verkostungstisch. Gerade ein Besuch bei Prinz Salm macht deutlich, wie eng das Hotel mit seiner Region verbunden ist. Der Wein kommt nicht aus einer anonymen Weinkarte, die Landschaft liegt tatsächlich vor der Tür.

Kleine Räume für den Abend
Vielleicht braucht ein Hotel für eine gelungene Auszeit auch Orte, an denen nichts passiert. Eine Bibliothek gehört dazu. Ein Wintergarten. Die Bar. Eine kleine Terrasse. Das Birdie, in dem gelegentlich Livemusik gespielt wird. Man sitzt, ohne etwas zu bestellen oder unternehmen zu müssen.

Seit 2006 gibt es im Haus außerdem ein eigenes Kino. Es hat etwas Nostalgisches, und gerade deshalb passt es gut hierher. Persönliche Filme können dort ebenfalls in einem privaten Rahmen gezeigt werden. Ein Kino im Hotel ist schließlich eine dieser Möglichkeiten, die man zunächst gar nicht vermisst und dann überraschend gern nutzt. Es sind genau solche kleinen Dinge, die einen Aufenthalt im Gedächtnis bleiben lassen.

Die Kunst, nicht alles zu machen
Am Ende ist es vielleicht gar nicht entscheidend, wie viele Möglichkeiten ein Hotel bietet. Entscheidend ist, dass man sie nicht alle nutzen muss. Ein Morgen im Wald. Ein paar Stunden auf dem Golfplatz. Danach Sauna und Pool. Ein schickes Abendessen, ein Glas Wein, ein Buch in der Bibliothek. Oder einfach gar nichts.


Das Land & Golf Hotel Stromberg hat sich über Jahrzehnte entwickelt und dabei viele unterschiedliche Facetten aufgenommen. Golf, Wellness, Wandern, Tagungen, Kulinarik und Wein liegen hier dicht beieinander. Doch die eigentliche Qualität einer kleinen Auszeit entsteht in den freien Stunden dazwischen.


Wenn am nächsten Morgen wieder Dunst über dem Soonwald liegt, sieht die Landschaft fast genauso aus wie am Tag zuvor. Nur hat man es selbst weniger eilig.
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