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Eine besondere Weinreise beginnt bei Taste Trip nicht mit dem Koffer, sondern mit dem Öffnen einer stilvoll gefertigten Holzkiste. Die Box mit der exklusiven Plexiglashaube gibt bereits einen ersten Blick auf das sorgfältig zusammengestellte Erlebnis frei. Darüber hinaus gehören zwei elegante Kristallgläser und sorgfältig gestaltete Kunstdrucke aus hochwertigem Papier. Dazu ein professioneller Korkenzieher und der Zugang zu einer digitalen Welt, die sich über QR-Codes öffnet.

Was zunächst nach einer außergewöhnlichen Weinbox aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als ziemlich ausgeklügelte Einladung: Man soll Italien nicht einfach trinken, sondern kennenlernen.

Sehnsuchtsort Toskana – ihren Wein gibt es nun als Erlebnis für daheim / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die drei Stationen dieser Reise liegen allesamt in der Toskana. Der Chianti Classico Petrignano von Dievole, der Chianti Classico Gran Selezione Argenina von Il Palazzino und der Brunello di Montalcino von Querce Bettina erzählen drei unterschiedliche Kapitel einer Weinlandschaft, deren Schönheit sich nicht allein über ihre berühmten Namen erschließt. Taste Trip führt dabei vom Chianti nach Montalcino und verbindet die Weine mit Geschichten, Wissen und kulinarischen Ideen.

Das Konzept stammt von Marco und Maura Mazzei, den Geschwistern hinter der Florentiner Weinbar 54 Rosso. Ihre Idee ist ebenso einfach wie anspruchsvoll: Was passiert, wenn man das Erlebnis einer guten Weinbar aus dem Lokal herausnimmt und nach Hause bringt?

Die Taste Trip Box „Tuscan Hills“ aus der florentiner Weinbar 54 Rosso / © Redaktion FrontRowSociety.net

Von Florenz in die eigene Küche

Wer in der Weinbar 54 Rosso in der Via San Gallo in Florenz ein Glas Wein bestellt, bekommt im besten Fall mehr als einen gefüllten Kelch. Herkunft, Rebsorte, Winzer, Terroir und die Geschichte hinter der Flasche gehören zum Erlebnis. Über Jahre haben Marco und Maura Mazzei dort ein Netzwerk aus Winzern, Sommeliers und Produzenten aufgebaut. Taste Trip ist aus genau diesem Umfeld entstanden.

„Wein ist weit mehr als nur ein Getränk“, sagt Marco Mazzei im Gespräch mit FrontRowSociety. Für ihn erzählt Wein eine jahrtausendealte Geschichte, die in Italien eng mit Kultur, Handwerk und gesellschaftlichem Leben verbunden ist. Eine Flasche zu öffnen, ohne etwas über ihre Herkunft und die Menschen dahinter zu wissen, empfindet er deshalb als verschenkte Möglichkeit.

Exklusiv-Interview mit Marco und Maura Mazzei von der Weinbar 54 Rosso aus Florenz
Marco und Maura Mazzei Inhaber der Weinbar 54 Rosso aus Florenz

Die Erfahrung aus dem 54 Rosso habe gezeigt, dass viele Gäste genau diese Einordnung suchen. Zu Hause fehlt sie jedoch häufig. „Aus dieser Erkenntnis entstand Taste Trip“, erklärt Marco. Die Weinbox soll deshalb die Rolle übernehmen, die im Restaurant oder in der Weinbar normalerweise ein Sommelier übernimmt. Sie erklärt, führt und schafft einen Rahmen für den Genuss.

Drei Flaschen, eine Reise durch die Toskana

Bei der „Tuscan Hills“-Edition wird diese Idee besonders anschaulich. Die Reise beginnt im Chianti mit dem 2020 Petrignano von Dievole. Der Wein stammt aus Vagliagli bei Siena und wird aus 100 Prozent Sangiovese erzeugt. Seine Herkunft ist dabei durchaus schmeckbar: Petrignano steht für einen besonders steinigen, kalkreichen Boden, dessen Wurzeln tief in die geologische Formation des Monte Morello reichen. Dievole beschreibt den Wein als konzentriert und würzig mit reifer Frucht, Pflaume und Waldbeeren sowie Anklängen von Tabak, feuchter Erde und Kreide. Am Gaumen zeigt er sich saftig, voll und lebendig, mit feinkörnigem Tannin und einem herzhaften, salzigen Finale.

Damit ist der Petrignano ein schöner Auftakt für die Reise: kein Wein, der sich in Vordergründigkeit erschöpft, sondern einer, der mit etwas Luft zunehmend seine Herkunft zeigt.

Die Reise in die Toskana kann beginnen, und zwar mit dem 2020 Chianti Classico Petrignano von Dievole / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die zweite Station führt nach Gaiole in Chianti. Der 2019 Argenina von Podere Il Palazzino ist als Gran Selezione klassifiziert und stammt aus der gleichnamigen Lage. Das familiengeführte Weingut arbeitet hier mit Sangiovese aus Weinbergen auf 310 bis 375 Metern Höhe. Die Böden sind von vulkanischem Ursprung und durch Tuff geprägt. Das Weingut selbst beschreibt den Argenina als Wein mit intensiver Frucht, floralen Noten und einer Verbindung von Schwarzkirsche, Vanille und Kakao. Am Gaumen kommen Würze, Mineralität und fein eingebundene Tannine hinzu.

Der Argenina wirkt dabei wie die nächste Etappe: etwas tiefer, würziger und komplexer. Die Frucht bleibt präsent, wird aber von Kräutern, Gewürzen und einer feinen Erdigkeit begleitet. Ein Wein, der Zeit im Glas durchaus zu schätzen weiß.

Der nächste Begleiter ist der 2019 Argenina von Podere Il Palazzino / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die dritte Flasche macht schließlich den Sprung nach Süden: nach Montalcino. Der 2019 Brunello di Montalcino von Querce Bettina wird aus Sangiovese Grosso erzeugt und stammt von einem kleinen Boutique-Weingut. Taste Trip nennt eine Rebfläche von lediglich zwei Hektar auf rund 450 Metern Höhe. Vergoren wird im Stahltank, anschließend reift der Wein fast drei Jahre in großen slawonischen Eichenfässern.

Im Glas wird es nun spürbar dichter. Reife rote Früchte treffen auf Würze, balsamische Noten und Holz, dazu kommt eine kräftige Struktur. Der Wein ist vollmundig und saftig, mit markantem Tannin und einem langen Nachhall. Auch aktuelle Verkostungen des Jahrgangs 2021 bestätigen die kraftvolle, konzentrierte Stilistik mit reifer Frucht, dunkler Würze und einer ausgeprägten Gerbstoffstruktur.

Last but not least: 2019 Brunello di Montalcino von Querce Bettina / © Redaktion FrontRowSociety.net

So ergibt sich aus drei Flaschen tatsächlich eine kleine Dramaturgie: vom lebendigen Chianti Classico über den komplexeren Argenina bis zum strukturierten Brunello. Die Toskana wird dabei nicht als einheitliche Weinlandschaft präsentiert, sondern in unterschiedlichen Facetten.

Wein braucht eine Geschichte

Genau hier setzt die Philosophie von Taste Trip an. Die Flaschen kommen nicht allein. Zu jedem Wein gehören sorgfältig gestaltete Informationen auf hochwertigem Papier. Herkunft, Wein und Charakter werden erklärt. Über QR-Codes sowie führt der Weg anschließend weiter zu digitalen Inhalten und passenden Gerichten. Für Maura Mazzei ist dieser digitale Teil deshalb auch kein Zusatz. „Würde man ihn entfernen, ginge der eigentliche Charakter von Taste Trip verloren“, sagt sie. Sie vergleicht die multimediale Begleitung mit einem Museumsbesuch ohne fachkundige Führung.

Die Weinflaschen liegen in schönen Produktbeschreibungen eingerollt in der Holzkiste samt „Bedienungsanleitung“ / © Redaktion FrontRowSociety.net

Der Vergleich passt erstaunlich gut. Ein Kunstwerk kann unmittelbar wirken. Seine Geschichte, sein Entstehungskontext und seine Bedeutung erschließen sich jedoch häufig erst durch zusätzliche Informationen. Für Maura ist Wein ähnlich: „ein flüssiges Kunstwerk“, das erzählt werden müsse, damit man es vollständig verstehen und schätzen könne. Das klingt zunächst groß. Beim Blick in die Box wird die Idee allerdings erstaunlich konkret. Der QR-Code auf der Karte macht aus dem gedruckten Weinwissen eine Einladung, weiterzugehen. Der Sommelier kommt gewissermaßen aus Florenz an den heimischen Tisch.

Wenn aus drei Flaschen ein Abend wird

Damit unterscheidet sich Taste Trip auch von einer klassischen Weinlieferung. Dort endet die Aufgabe meist mit der Zustellung. Hier beginnt sie eigentlich erst. Die drei Flaschen werden zu Stationen einer Reise. Dazu kommen die beiden Kristallgläser, der hochwertige Korkenzieher und die digitale Begleitung. Die Rezepte des italienischen Küchenchefs Loris Parigi gehören ebenso zum Konzept wie die Videos und Masterclasses der beteiligten Sommeliers.

Nur ein Häppchen: Tatar vom Weiderind
Erstes Häppchen: Tatar vom Weiderind mit Chianti Classico / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die kulinarische Seite werde ich bei meiner „Tuscan Hills“-Box bewusst noch genauer ausprobieren. Denn erst dort zeigt sich, ob die Idee auch am Esstisch funktioniert: ob Wein und Gericht tatsächlich miteinander ins Gespräch kommen und aus einzelnen Produkten ein gemeinsamer Abend entsteht.

Fleischgenuss: Rinderschulter, Kresse-Sellerie-Creme und Ofenkartoffel
Geschmorte Rinderschulter, Kresse-Sellerie-Creme und Ofenkartoffel als pairing zum Brunello die Montalcino / © Redaktion FrontRowSociety.net

Für die Mazzeis ist diese Verbindung entscheidend. Wein soll nicht isoliert betrachtet werden. Er gehört für sie zu einer Kultur des Essens, des Erzählens und des Zusammenseins.

Luxus ist eine Frage des Erlebnisses

Rund 335 Euro kostet die „Tuscan Hills“-Edition derzeit. Das ist eine Summe, bei der eine gewöhnliche Weinbox schnell an ihre Grenzen käme. Taste Trip will deshalb auch ausdrücklich kein gewöhnliches Wein-Abo sein, sondern bewegt sich im Luxussegment. Maura Mazzei definiert Luxus dabei nicht allein über die Qualität der Flaschen. „Ganz eindeutig über das Gesamterlebnis“, antwortet sie auf die Frage nach der Positionierung.

Der Preis mag recht stattlich erscheinen, jedoch steckt jede Menge Arbeit und Know-how in der Box / © Redaktion FrontRowSociety.net

Das ist vielleicht der interessanteste Punkt des Konzepts. Bezahlt wird nicht allein für drei Flaschen Wein. Es geht um die Auswahl, die Vermittlung, die Gestaltung, die Gläser, das Zubehör, die digitalen Inhalte und die kulinarische Inszenierung. Vor allem aber geht es um Zeit: Zeit, eine Flasche bewusst zu öffnen, sich mit ihr zu beschäftigen und den Abend nicht einfach nebenbei verstreichen zu lassen.

Dass dahinter ein erheblicher Aufwand steckt, wird schnell deutlich. Sechs Sommeliers sind an den verschiedenen Weinreisen beteiligt. Für die ersten 15 Editionen wurden 45 Weine ausgewählt. Dahinter steht ein Netzwerk, das Marco und Maura Mazzei nach eigenen Angaben über fast zehn Jahre im Umfeld des 54 Rosso aufgebaut haben.

Die Weinbar 54 Rosso bleibt der Ausgangspunkt

In erster Linie geht es um Authentizität. Die Box ist kein künstlich entwickeltes Luxusprodukt, das zufällig eine italienische Geschichte erzählt. Sie ist aus einer realen Erfahrung entstanden: aus einer Florentiner Weinbar, aus Gesprächen mit Gästen, aus Begegnungen mit Winzern und aus einem über Jahre gewachsenen Netzwerk. Marco und Maura Mazzei wollen dieses Netzwerk nun weiter ausbauen. Dabei sei ihnen bewusst, dass wachsende Stückzahlen die Bewahrung der Authentizität schwieriger machen. Ihre Antwort darauf ist eindeutig: „Qualität hat für uns immer Vorrang vor Quantität.“

Wer die Box öffnet hat das Gefühl, einen Tag in Florenz zu sein
Wer die Box öffnet hat das Gefühl, einen Tag in Florenz zu sein / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die „Tuscan Hills“-Box macht aus dieser Haltung ein greifbares Erlebnis. Drei Flaschen reichen aus, um die Reise zu beginnen. Der Rest entsteht am Tisch: beim ersten Einschenken, beim Lesen, beim Zuhören, beim Probieren und vielleicht irgendwann bei der Erkenntnis, dass die Toskana erstaunlich gut in eine Box passt.

Die Redaktion weist darauf hin, dass Alkohol verantwortungsvoll konsumiert werden sollte und nicht für Minderjährige geeignet ist.

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