Meran ist so eine dieser Städte, die man auf der Landkarte leicht übersehen könnte – irgendwo zwischen Bozen und den schroffen Zacken der Texelgruppe. Aber wer einmal hier war, versteht sofort, warum Dichter, Königinnen und Erholungssuchende seit Jahrhunderten in die kleine Kurstadt strömen.
Es ist diese besondere Mischung: Palmen, die neben Kastanienbäumen wachsen, die schneebedeckten Berge, die immer im Blick bleiben, und das Gefühl, dass die Uhren hier einen Tick langsamer gehen.

Wir haben uns ein paar Tage Zeit genommen, um Meran und seine Umgebung zu erkunden – nicht nur die Boulevards und Promenaden, sondern vor allem die Möglichkeiten, draußen aktiv zu werden. Denn so sehr man die Altstadt mit ihren Lauben liebt: Die wahre Bühne liegt draußen, dort, wo Seilbahnen und Bergpfade locken. Also kommt mit zu den verlockenden Outdoor-Erlebnissen in der Region Meran.

Mit dem Sessellift in die Sommerfrische
Gleich hinter der berühmten Laubengasse schwebt man mit dem Sessellift Dorf Tirol hinauf in die Berge. Ein herrlich altmodisches Gefühl: Keine moderne Gondel, sondern ein schlichter Einsitzer, auf dem man beinahe das Rattern der Rollen im Stahlseil spürt. Während man langsam höher getragen wird, schaut man hinab auf die Dächer der Stadt, das Flirren der Passer und die Palmen in den Gärten. Oben angekommen, breitet sich mit den herrlichen Wanderwegen eine kühle Sommerfrische aus – perfekt, wenn unten in Meran die Hitze zwischen den Mauern steht.


Paragliding mit Peter, Fly42
Wem der Blick aus dem Sessel nicht reicht, der kann sich bei Peter, dem Inhaber von Fly42, ans Gurtzeug hängen. Am Vigljoch hebt man ab, der Wind trägt einen hinaus über Wälder und Wiesen, und plötzlich liegt Meran wie ein Miniaturmodell unter den Füßen. Das Gefühl, dort oben zu schweben, ist schwer zu beschreiben: Mischung aus Adrenalin, Leichtigkeit und dem kindlichen Staunen, wie klein die Welt werden kann. Wollt Ihr mehr über Paragliding in Meran wissen, hier geht es zu unserem Artikel: Was macht Paragliding in Südtirol so schön?


Auf Schusters Rappen in Partschins
Für Bodenständige geht es in Partschins auf Tour. Das Tal liegt etwas versteckt, und genau das macht seinen Reiz aus. Zwischen Lärchenwäldern und Almen führt ein Netz von Wegen hinauf bis zu kleinen Hütten, wo man ein Glas Buttermilch bekommt, das erfrischender ist als jedes isotonische Getränk. Die Landschaft ist nicht spektakulär im Sinne von „Postkartenmotiv“, sondern ehrlich, nahbar, fast intim. Ideal, um einfach mal den Schritt zu verlangsamen und zu merken, dass Wandern mehr mit Rhythmus als mit Höhenmetern zu tun hat.


Die 4. Etappe des Meraner Höhenwegs
Ein Klassiker darf natürlich nicht fehlen: der Meraner Höhenweg. Besonders die vierte Etappe gilt als eine der schönsten, und das nicht nur wegen der Aussicht. Der Weg zieht sich wie ein Balkonpfad entlang der Texelgruppe, mal durch lichte Wälder, mal über blumenübersäte Hänge. Immer wieder öffnet sich der Blick – auf der einen Seite die schroffen Gipfel mit ihren Schneefeldern, auf der anderen Seite das weite Vinschgau, wo Apfelplantagen in akribischer Ordnung aufgereiht stehen.


Es gibt Momente, in denen man minutenlang nur die eigenen Schritte oder das Meckern der Ziegen hört und dann plötzlich über eine kleine Brücke stolpert, unter der ein Bach wild ins Tal tost. Oder man kommt an einer alten Almhütte vorbei, wo der Wind die Holzschindeln klappern lässt. Diese Abwechslung macht die Etappe so reizvoll: ein Wechselspiel aus Stille und Dramatik, Natur und Kultur. Und obwohl der Höhenweg nie in schwindelerregende Regionen vordringt, hat man das Gefühl, ein Stück echtes Hochgebirge unter den Sohlen zu haben.


Der Ziel-Klettersteig in der Texelgruppe
Wer noch etwas mehr Spannung sucht, wagt sich an den Ziel-Klettersteig. Gesichert am Stahlseil klettert man dort durch die Südtiroler Texelgruppe, vorbei an Felswänden, über Leitern und luftige Stege. Es ist kein Spaziergang, eher eine kleine Mutprobe, aber das Gefühl, am Ende im Ziel zu stehen, ist jede Schweißperle wert. Hier geht es zu unserem Artikel über Klettern am Ziel-Klettersteig: Hoch über Meran, wo die Freiheit greifbar wird


Von Partschins zur Nassereithütte
Längst ist der Weg von Partschins zur Nassereithütte kein Geheimtipp mehr. Er beginnt unscheinbar, führt dann aber in weiten Kehren durch dichtes Grün hinauf auf 1.500 Meter Höhe. Die Luft verändert sich mit jedem Meter: Erst der würzige Duft von Zirben und Latschen, dann feuchtes Moos, das wie ein Teppich den Boden überzieht. Schließlich hört man schon von weitem das Donnern – ein Wasserfall, der sich zwischen zwei Felswänden in die Tiefe stürzt.


Es ist einer dieser Orte, die man nicht plant, sondern die einen überraschen. Plötzlich steht man im Sprühnebel, das Gesicht kühl benetzt, die Haare feucht, während die Sonne durch den Dampf bricht und kleine Regenbogen zaubert. Hier lassen Wanderer die Rucksäcke fallen, um einfach eine Weile zuzuschauen. Und man selbst merkt, dass dies mehr ist als eine Wegmarke – es ist ein Moment von wilder Schönheit, der den Auf- oder Abstieg etwas leichter macht.



Stadtführung und Thermen-Auszeit
So sehr die Berge locken – Meran selbst verdient ebenfalls Zeit. Eine Stadtführung lohnt sich schon allein, um die Geschichten hinter den Jugendstil-Fassaden zu erfahren. Wer wüsste sonst, dass einst Kaiserin Sisi hier spazieren ging oder dass die Passerpromenade einst Teil einer ambitionierten Gesundheitsidee war? Und nach all dem Wissen, nach Stufen und Wegen, wartet die moderne Seite der Kurtradition: die Therme Meran. Warmes Wasser, gläserne Architektur, Blick auf Palmen und Berge – es ist einer dieser Orte, an dem Körper und Kopf gleichzeitig zur Ruhe kommen.



Schlafplatz mit Seele: Villa Irma
Ausgezeichnet übernachten kann man in der Villa Irma. Dieses Haus macht ganz und gar nicht den Eindruck, aus einem Hotelprospekt gefallen zu sein, es wirkt eher wie ein Refugium von Freunden. Nichts Überkandideltes, eher ein leiser Luxus: ein Garten, in dem man abends ein Glas Wein trinkt, Zimmer, die nicht schreien, sondern flüstern. Genau der richtige Ort, um nach einem langen Tag in den Bergen zur Ruhe zu kommen.


Ein Ausflug auf die Seiser Alm
Und wenn man schon in Meran ist, sollte man sich auch den Weg auf die Seiser Alm gönnen. Von hier aus sind es rund 60 Kilometer – mit dem Auto in etwa eine Stunde, mit dem Bus oder einer Kombination aus Bahn und Seilbahn etwas länger. Oben angekommen öffnet sich die größte Hochalm Europas, ein Plateau voller Blumenwiesen, grasender Kühe und diesem überwältigenden Rundblick auf Schlern, Langkofel und Plattkofel. Ein perfekter Tagesausflug, um die Natur in ihrer weitläufigen Form zu erleben.


Badelust am Montiggler See
Nur etwa 25 Kilometer südlich von Meran, rund 30 Minuten Fahrt, liegt der Montiggler See – ein idyllisches Kleinod zwischen Wäldern und sanften Hügeln. Ein Spaziergang um das glasklare Wasser, ein Bad in der Sonne oder ein Picknick am Ufer machen den Ausflug perfekt. Der See bietet Ruhe und Naturgenuss, nur einen Katzensprung von der Stadt entfernt, ideal für eine entspannte Abwechslung.


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