Die Italiener verstehen etwas vom Leben. Während wir in Deutschland schon ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn wir einmal nichts tun, gehört das süße Nichtstun in Italien beinahe zur Lebenskunst. „Dolce far niente“ klingt für deutsche Ohren zunächst verdächtig nach Faulheit.
Dabei steckt dahinter etwas ganz anderes: die Fähigkeit, einen Moment einfach auszuhalten, ihn zu genießen und nichts aus ihm machen zu müssen. Ein Espresso an der Bar, ein langer Lunch, ein Nachmittag am Meer. Kein Termin, kein Ziel, kein Blick auf die Uhr. Einfach sein.
Genau diesem Lebensgefühl widmet die Fotografin Lucy Laucht ihr Buch „Dolce far niente – Der ewige Sommer Italiens“. Auf 272 Seiten nimmt sie ihre Leser mit auf eine Reise durch den Süden Italiens – von Neapel über Ischia und die Amalfiküste bis nach Capri, Apulien, Sizilien sowie zu den Äolischen und Ägadischen Inseln.

Italien, wie man es fühlen möchte
Laucht erzählt dabei keine klassische Reisegeschichte. Ihr Buch ist viel eher eine Mischung aus nostalgischem Fotoband, Reisebegleiter und persönlicher Liebeserklärung an Italien. Ihre Bilder fangen weniger die großen Sehenswürdigkeiten ein als die kleinen Augenblicke dazwischen: das Licht auf dem Wasser, ein gedeckter Tisch, Menschen am Strand, eine Vespa in einer engen Gasse oder der Blick über eine Küstenlandschaft.

Dazu kommen persönliche Geschichten und Insider-Tipps, die Lust machen, die beschriebenen Orte selbst zu entdecken. Mal geht es um einen besonderen Platz für ein Mittagessen, mal um einen Strand, ein Hotel oder einen Ort, an dem man besonders gut in das italienische Lebensgefühl eintauchen kann. Auch kulinarische Beobachtungen und Inseln der Stille finden ihren Platz.

Von Neapel führt die Reise an die Amalfiküste, wo sich pastellfarbene Häuser an steile Felsen schmiegen. Auf Ischia wird es entspannter, auf Sizilien ursprünglicher, in Apulien sonnig und unkompliziert. Dazwischen liegen Inseln, Häfen, Strände und jene kleinen Momente, für die man eigentlich gar keinen Reiseführer braucht.
Ein Buch, das zum Langsamwerden verführt
Lucy Lauchts versteht es, mit Worten und Bildern die Atmosphäre sichtbar zu machen. Ihre Fotografien wirken nie geschniegelt oder künstlich arrangiert. Sie sind Schnappschüsse des Lebens und erzählen von einem Italien, dessen Luxus in Zeit, gutem Essen, Sonne und der Gesellschaft anderer Menschen zu finden ist.

Für mich ist die allerbeste Botschaft dieses Buches:
Wir müssen nicht ständig etwas erleben. Manchmal reicht es, einen Nachmittag verstreichen zu lassen, dem Meer zuzusehen und dabei einen Espresso zu trinken.
„Dolce far niente“ ist ein Reisebuch, das uns daran erinnert, dass Nichtstun manchmal genau das Richtige ist.
Titel: Dolce Far Niente
Verlag: Midas Verlag, Zürich
ISBN: 978-3-03876-370-3
Erscheinungsjahr: 2026
Autor/in: Lucy Laucht
Die Recherche erfolgte aufgrund der Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplares. Der Inhalt wurde unabhängig erstellt; eine Einflussnahme fand nicht statt. Zur Unterstützung der Recherche sowie zur Prüfung und Optimierung von Sprache, Grammatik und Rechtschreibung kamen teilweise KI-gestützte Tools zum Einsatz. Es gilt der Redaktionskodex.





















































