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Wo die Alpen sanft in das mediterrane Flair Oberitaliens übergehen, entfaltet sich eine Region voller faszinierender Gegensätze. Die Reise beginnt in den Bergdörfern des Vigezzo-Tals, deren Geschichte so alt wie bewegend ist, und in eine völlig andere Welt am Ufer des Luganer- und Comer Sees.

Das Bergdorf der Schornsteinfeger – und des Kölnisch Wassers

Die Skulptur zeigt einen der kindlichen Schornsteinfeger
Die Skulptur zeigt einen der kindlichen Schornsteinfeger / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Von Domodossola, dem Hauptort der Ossola-Täler, fährt eine Schmalspurbahn über eine panoramareicher Strecke nach Santa Maria Maggiore. Das Vigezzo-Tal ist nicht nur für seine Maler bekannt, sondern auch für seine Schornsteinfeger. Als im 14. Jahrhundert die karge Berglandwirtschaft nicht mehr ausreichte, um die Familien im Winter zu ernähren, mussten die schmächtigen Kinder in den Wintermonaten für Schornsteinfegermeister arbeiten. Aufgrund ihrer schmächtigen Statur mussten die Jungen von oben in enge Kamine steigen und den giftigen Ruß mit einer eisernen Bürste von den Wänden kratzen. Das „Museo del Profumo“ hingegen dokumentiert die Verbindung zwischen Santa Maria Maggiore und dem weltberühmten Kölnisch Wasser, dessen Erfinder aus dem Bergdorf kam. In der Ausstellung erfährt man einiges über Düfte und die Herstellung von Parfum. Im kleinen Garten hinter dem Museum wachsen verschiedene geruchsintensive Pflanzen.

Zwei Länder teilen sich einen den Luganer See

Der Kirchturm liegt am See in Oria gleich neben der Villa Fogazzaro Roi
Der Kirchturm liegt am See in Oria gleich neben der Villa Fogazzaro Roi / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Mit der Schmalspurbahn geht es durch die wildromantischen Centovalli im Tessin bis Locarno und von dort mit dem modernen Zug weiter bis Lugano. Ein Spaziergang führt vom Bahnhof zum Anleger am Luganer See. Wer Zeit hat, kann durch die Parkanlagen am Ufer schlendern oder in einem der Restaurants einkehren. Mit dem Linienschiff geht es dann weiter nach Porlezza in Italien. Eine kurze Taxifahrt später erreicht man den Ort Oria. Dort liegt die Villa Fogazzaro Roi. Diese war der Rückzugsort des Schriftstellers Antonio Fogazzaro (1842–1911). In der direkt am Ufer des Sees gelegenen Villa fand er die Inspiration für sein Meisterwerk „Malombra“ und seinen Roman „Das kleine Antiquarium“, der in der Kulisse des Hauses und des umliegenden Tals spielt.

Anna Maggi liest aus dem Buch des Schriftstellers Antonio Fogazzaro / © FrontRowSociety.net
Anna Maggi liest aus dem Buch des Schriftstellers Antonio Fogazzaro / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Anna Maggi arbeitet für den italienischen Denkmalschutz, der die Villa von einem der Nachfahren des Schriftstellers anvertraut bekam und sie für Besucher geöffnet hat. Beim Gang durch die im Originalzustand belassenen Räume taucht man in das Leben des Schriftstellers ein und auch in sein Werk. Bei der Führung werden z.B. auf der Terrasse des Hauses passende Textstellen vorgelesen, die den Geist des 19. Jahrhunderts wieder lebendig werden lassen. Im Schatten der Zitronenbäume oder auf dem Balkon auf der anderen Gebäudeseite kann man sich in Leben und Werk des Schriftstellers einfühlen. Sehenswert sind nicht nur die ganz unterschiedlich gestalteten Schlafzimmer, in denen schon prominente Persönlichkeiten zu Gast waren, sondern auch die im Jahr 1879 von einem Gast mit Noten versehene Tür.

Ein stilvolles Hotel direkt am See

Ein Zimmer des Parco San Marco Lifestyle Beach Resorts
Ein Zimmer des Parco San Marco Lifestyle Beach Resorts / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Am Nordufer des Luganer Sees liegt in Porlezza das Parco San Marco Lifestyle Beach Resort. Die verschiedenen Gebäude des Resorts verteilen sich in einer terrassenförmig angelegten Anlage. Die meisten Zimmer bieten deshalb vom Balkon einen spektakulären Panoramablick auf den See und die dahinter aufragenden Berge. Unten am See kann man am Privatstrand im See baden. Alternativen für entspannte Momente sind der Pool und der weitläufige Spa-Bereich. Auch gastronomisch hat das Resort einiges zu bieten und überzeugt mit stilvoller gehobener Gastronomie. Mehrere Restaurants bieten ein abwechslungsreiches „Dine-Around“-Konzept, bei dem man auf eine kulinarische Entdeckungsreise gehen kann. Stillvoll gestattet ist auch die Bar des Resorts, in der sich moderne Kunst und köstliche Getränke zu einem Gesamtkunstwerk verbinden, in dem man gerne den Abend verbringt. Das Frühstück mit reicher Auswahl vom Buffet genießt man am nächsten Morgen auf der Terrasse mit Seeblick.

Comer See: Oberitalienische Eleganz und Romantik

Eine historische Gondel im Schifffahrtsmuseum
Eine historische Gondel im Schifffahrtsmuseum / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Vom Ferienort Menaggio aus kann man den Comer See bei einer Bootstour entdecken. Der See teilt sich in der Nähe des eleganten Ferienorts in drei Arme teilt. Kurz nach dem Ablegen fährt man am Westufer an lebhaften Freibädern und später an der imposanten Villa Carlotta vorbei, deren terrassenförmige Außenanlagen bis ans Wasser reichen. Für viele Gäste ist die Fahrt an der Landzunge von Bellagio der Höhepunkt des Ausflugs. Vom Schiff aus kann man jahrhundertealte Adelspaläste und von Zypressen gesäumte Gärten sehen. Die schneebedeckten Gipfel der Alpen liefern dazu den Postkarten-Hintergrund.

Auch Wasserski gehören zur Ausstellung im Schifffahrtsmuseum
Auch Wasserski gehören zur Ausstellung im Schifffahrtsmuseum / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Einen Blick in die Geschichte des Sees erlaubt das Museo della Barca Lariana in Pianello del Lario. Das Museum der Schifffahrt in den historischen Gebäuden einer ehemaligen Spinnerei zeigt auf über 3.000 Quadratmetern mehr als 400 historische Boote und Schiffe. Dazu erzählt es die Geschichte des Lebens und Arbeitens auf dem Wasser. Die Ausstellung reicht von den typischen hölzernen Arbeits- und Fischerbooten des Comer Sees über historische Gondeln und die eleganten Mahagoni-Rennboote aus der Blütezeit des Wassersports bis hin zu Dampfschiff-Relikten.

Ein spiritueller Abschluss

Landwirtschaft war schon immer ein Teil des Klosterlebens
Landwirtschaft war schon immer ein Teil des Klosterlebens / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Brian Subinaghi führt in Gravedona am nördlichen Ufer des Comer Sees durch die romanische Kirche Santa Maria del Tiglio aus dem 12. Jahrhundert. Mit ihrer markanten Fassade aus weißem Marmor und dunklem Cravedona-Stein gilt sie als eines der bedeutendsten Beispiele der lombardischen Romanik.

Der Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert ist das Zentrum des Klosters
Der Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert ist das Zentrum des Klosters / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Im Inneren der frei zugänglichen Kirche sind jahrhundertealten Fresken mit religiösen Motiven zu sehen. Sehenswert ist auch die Krypta der benachbarten Kirche Chiesa di San Vincenzo. Auf der gegenüberliegenden Seeseite liegt auf Halbinsel die Abtei von Piona.

Der prachtvolle Altar zeigt die Bedeutung der Kirche in vergangenen Jahrhunderten
Der prachtvolle Altar zeigt die Bedeutung der Kirche in vergangenen Jahrhunderten / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Besonders interessant ist der Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert, der mit biblischen Szenen und Fabelwesen verziert ist. Rund um den Kreuzgang sind verschiedene Säle angeordnet, in denen sich die Mönche heute noch treffen. Hinter dem Kloster beginnt ein parkartiger Garten. Im Shop an der Eingangspforte verkauft das Koster regionale Produkte wie Honig, aber auch spirituelle Gegenstände. Die Mauern von Santa Maria del Tiglio in Gravedona und die Abtei von Piona bilden den Schlusspunkt einer Reise durch eine vielfältige Region. Sie bietet eine Mischung aus wilder Bergwelt und mediterraner Eleganz, die diese Region unvergesslich macht.

Der prachtvolle Altar zeigt die Bedeutung der Kirche in vergangenen Jahrhunderten
Der prachtvolle Altar zeigt die Bedeutung der Kirche in vergangenen Jahrhunderten / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

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