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Im Nordwesten Italiens, wo die Ausläufer der Alpen sanft in die mediterrane Hügellandschaft des Piemonts und der Lombardei übergehen, ist der Lago Maggiore mit den Borromäischen Inseln ein beliebtes Urlaubsziel. Mondäne Uferpromenaden, große Grandhotels und der Prunk der Adelspalasts auf der Isola Bella charakterisieren die Gegend.

Der Ortasee hingegen ist bis heute ein Geheimtipp. Einst war die pittoresken Klosterinsel Insel San Giulio Ziel für Pilger, doch das ist lange in Vergessenheit geraten. Doch wer auf Spurensuche geht, kann auch hier die italienische Lebensart zelebrieren.

Vom Lago Maggiore zum Ortasee

Die Isola Bella wird von zahlreichen Passagierschiffen angesteuert
Die Isola Bella wird von zahlreichen Passagierschiffen angesteuert / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Eine Reise zum Lago Maggiore beginnt für die meisten Urlauber aus Deutschland am Flughafen von Mailand. Vom geschäftigen Flughafen ist man mit dem Taxi in einer Stunde im Urlaubsort Stresa am Lago Maggiore. Stresa liegt da, wo das azurblaue Wasser des Lago Maggiore auf die majestätische Kulisse der Alpen trifft. Der charmante Kurort gilt als die Perle des Sees und versprüht bis heute den nostalgischen Glanz der Belle Époque. Entlang der prachtvollen Uferpromenade reihen sich historische Grandhotels und üppige Parkanlagen aneinander, die zum Flanieren einladen. Doch das wahre Herzstück Stresas offenbart sich beim Blick auf das Wasser: Von der Anlegestelle aus sind es nur wenige Bootsminuten zu den Borromäischen Inseln. Während die Isola Bella mit ihrem barocken Palast und terrassenförmigen Gärten prunkt, verzaubert die Isola dei Pescatori mit dem rustikalen Charme eines alten Fischerdorfs. Ob für Kulturliebhaber, Aktivurlauber oder Genießer der italienischen Küche, Stresa verbindet Eleganz perfekt mit mediterraner Lebensart.

Isola Bella: Eine Insel im Besitz des Adels

Zahlreiche Skulpturen zieren die Gartenanlagen auf Isola Bella
Zahlreiche Skulpturen zieren die Gartenanlagen auf Isola Bella / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Im 17. Jahrhundert verwandelte die Adelsfamilie Borromeo einen einst kahlen Felsen in ein barockes Gesamtkunstwerk. Prunkvolles Herzstück ist der Palazzo Borromeo, ein majestätischer Palast, der Besucher mit seinen opulenten Sälen, historischen Kunstschätzen und den faszinierenden, mit Muscheln und Steinen verzierten Grotten im Untergeschoss in Staunen versetzt. Sehenswert sind auch die terrassenförmig angelegten barocken Gartenanlagen mit antiken Statuen und Springbrunnen. Zwischen duftenden Zitrusbäumen und stolzierenden weißen Pfauen bietet sich von der obersten Plattform ein atemberaubender Panorama-Blick über den Lago Maggiore. Die Isola Bella ist ein beliebtes Ziel für Touristen.

Auf der höchsten Stelle der Gartenanlage steht die Skulptur eines Einhorns
Auf der höchsten Stelle der Gartenanlage steht die Skulptur eines Einhorns / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Gleich gegenüber des Anlegers liegen verschiedene Restaurants wie das Ristorante Elvezia, auf dessen weinberankten Panoramaterrasse man regionale Spezialitäten genießen kann. Besonders empfehlenswert sind dort die Vorspeisen, mit denen man sich gut auf die norditalienische Lebensart einstimmen kann. Wer sich nach dem Essen erfrischen möchte, findet gleich hinter dem Palast einen von Bäumen vor der Sonne geschützten Strand, an dem man im Lago Maggiore baden kann.

Die prachtvolle Ausgestaltung der Räume erinnert an den Prunk vergangener Zeiten
Die prachtvolle Ausgestaltung der Räume erinnert an den Prunk vergangener Zeiten / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Isola dei Pescatori: Die Fischerinsel

Die Isola dei Pescatori ist die einzige der Borromäischen Inseln, die seit Jahrhunderten dauerhaft bewohnt ist. Sie hat sich ihren nostalgischen, urigen Charakter bewahrt. Ein Labyrinth aus engen, kopfsteingepflasterten Gassen, dicht aneinandergebauten Häusern mit langen Balkonen, einst zum Trocknen von Fischernetzen, und die markante Silhouette der Kirche San Vittore prägen das Bild. Während tagsüber Besucher durch die Gassen mit ihren kleinen Kunsthandwerksläden schlendern, kehrt am Abend eine magische Ruhe auf der Insel ein. Nur, wer wie die aktuell 25 Einwohner auf der Insel übernachtet, kann den Duft von fangfrischem Fisch aus den gemütlichen Trattorien und bei einem Glas Wein den Blick auf den nächtlichen Lago Maggiore genießen.

Insel San Giulio: Eine Klosterinsel in einem besonderen See

Am Ufer des Orta-Sees steht die Skulptur eines Malers. Im Hintergrund liegt die Klosterinsel
Am Ufer des Orta-Sees steht die Skulptur eines Malers. Im Hintergrund liegt die Klosterinsel / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Das lebendige Herz der Insel, zu der man mit dem Wassertaxi von Orta San Giulio gelangt, ist ein ehemaliger Bischofspalast, der heute als Benediktinerinnen-Kloster siebzig Nonnen beherbergt. Als eines von nur wenigen Klöstern klagt die Ordensgemeinschaft nicht über Nachwuchsmangel. Heute führt ein rund 300 Meter langer Weg einmal um die Insel, vorbei an kleinen Gärten und rund um das Kloster und die Kirche der Insel. Der „Weg der Stille“ lädt auch zur Meditation ein.

Mit kleinen Taxi-Booten gelangt man über den Orta-See auf die Klosterinsel
Mit kleinen Taxi-Booten gelangt man über den Orta-See auf die Klosterinsel / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

Wer auf das kristallklare Wasser rund um die Insel blickt, kommt gar nicht auf die Idee, dass der See durch die Einleitung von Industrieabwässern seit den 1930er-Jahren übersäuert war. Wissenschaftler sprühten Wissenschaftler tausende Tonnen Marmorstaub auf den See, um den pH-Wert zu neutralisieren und Schadstoffe zu binden. Heute gilt der See wieder als sauber. Fischfang und Baden sind wieder möglich. Nach dem Besuch der Insel kann man rund um Orta San Giulio zwanzig in der Landschaft verteilte Kapellen entdecken. Kulinarik, Lebensart und spirituelle Erfahrungen liegen am Lago Maggiore und am Ortasee auch heute noch dicht beieinander.

In den kleinen Gassen hat sich seit dem Mittelalter nicht viel verändert
In den kleinen Gassen hat sich seit dem Mittelalter nicht viel verändert / © FrontRowSociety.net, Foto: Christian Kolb

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