Nur wenige Autominuten vom malerischen Schliersee entfernt, im oberbayerischen Hausham, wird die Kunst der Destillation auf höchstem Niveau zelebriert. Die Lantenhammer Destillerie, 1928 von Amalie und Josef Lantenhammer als Enzianbrennerei gegründet, hat den Weg von einer kleinen Dorfbrennerei zu einer der modernsten Destillerien Europas angetreten.
Die Rückkehr an den Gründungsort im Jahr 2014 – nach Jahrzehnten in Schliersee – war nicht zuletzt ein symbolischer Akt: eine Traditionsmanufaktur, die zu ihren Wurzeln zurückkehrt, um von dort aus neue Maßstäbe zu setzen. Der damalige Geschäftsführer Anton Stetter betonte, dass man durch diesen Schritt effizienter geworden sei und mit der neuen „gläsernen Destillerie“ Transparens geschaffen habe.

Die Philosophie der Perfektion
Die Unternehmensphilosophie zeigt eine tiefen Verwurzelung in der Region mit dem Anspruch, im Einklang mit der Natur zu produzieren. Der Fokus liegt auf der Verarbeitung qualitativ hochwertigster Rohstoffe zu 100 Prozent natürlichen und nachhaltigen Kreationen. Künstliche oder naturidentische Zusätze finden hier keine Verwendung. Diese Prinzipien sind keine leeren Floskeln, sondern die Grundlage eines Produktportfolios, das von klassischen Obstbränden über edle Liköre bis hin zu international gefeierten Kreationen wie dem Slyrs Whisky, dem Josef Gin und dem Bavarian Rum Rumult reicht.




Die Auswahl der Früchte ist dabei ein entscheidender Faktor für die außergewöhnliche Qualität. Die Williamsbirnen reifen in Südtirol, Mirabellen kommen aus Lothringen, Waldhimbeeren aus den Karpaten und Wildkirschen aus dem Odenwald. Nur vollfruchtige, saubere Früchte aus kontrolliertem Vertragsanbau finden den Weg in die Brennerei. Die langsame Destillation in kupfernen Brennkesseln, die unter den wachsamen Augen erfahrener Destillateure erfolgt, setzt die feinen Aromen frei. Eine Besonderheit ist die über dreijährige Lagerung in historischen, atmungsaktiven Steinzeugbehältern, die den Destillaten ihre einzigartige Milde verleihen. Das Streben nach Perfektion zeigt sich zudem in der limitierten Auflage der Brände, was mit der Nummerierung der Flaschen dokumentiert wird.
Eine Reise durch die Zeit
Die Geschichte der Destillerie ist geprägt von Kontinuität und gleichzeitig ist sie für Wandel. Nach der Gründung 1928 und einem Umzug nach Schliersee 1935 erlebte das Unternehmen die Wirren des Zweiten Weltkriegs. Ein entscheidender Moment war das Jahr 1948, als Josef Lantenhammer die ersten vierzig Deutschen Mark der Währungsreform in die Neugründung des Betriebs investierte. Das war der Grundstein, der das Leben von Generationen formen sollte. 1985 übernahm der gelernte Brauer Florian Stetter, ein Enkel der Gründer, das Unternehmen und baute es zur Edelbrand-Destillerie aus.

Eine Studienreise nach Schottland weckte in ihm die Vision eines bayerischen Single Malts. Die Ähnlichkeiten zwischen seiner oberbayerischen Heimat und Schottland – die Tannenwälder, die Berge, das klare Wasser – inspirierten ihn. 1999 begann er, in der Lantenhammer Destillerie Whisky zu brennen: die Geburtsstunde von Slyrs. Die Nachfrage war von Beginn an so groß, dass die Kapazitäten der alten Brennerei schnell erschöpft waren. 2007 wurde eine neue, eigenständige Schaubrennerei und ein Besucherzentrum für die Marke Slyrs in Neuhaus eröffnet, finanziert nicht durch Bankkredite, sondern durch befreundete Investoren, die an Florian Stetters Vision glaubten. Ab 2012 erweiterte das Unternehmen sein Portfolio um Wodka, Gin und Rum.
Handwerk und Moderne
Heute vereint die Lantenhammer Erlebnisdestillerie auf Tradition und Moderne. Die Architektur ist der oberbayerischen Tradition verpflichtet und setzt zudem zeitgemäße Akzente – eine „gläserne Destillerie“, die Produktion für Besucher erlebbar macht. Besonders beeindruckend ist der Fokus auf Nachhaltigkeit, der sich auch in der Slyrs-Destillerie widerspiegelt: Eine neue Anlage kann bei einer Vervierfachung der Produktionskapazität den Wasserverbrauch um fast 100 Prozent reduzieren.



Besucher erleben den Destillationsprozess in einem interaktiven, multimedialen Erlebnisrundgang. Die „Selfguided Tour“ führt durch die Brennerei, vorbei an den glänzenden Kupferkesseln und in die „Schatzkammer“, wo die edlen Tropfen in den Steinzeugbehältern ruhen. Drei „Zauberwelten“ – der Shop mit einem breitgefächerten Sortiment, ein Kino zur Unternehmensgeschichte und die Schatzkammer der seltensten Destillate – bieten Einblicke in die Destillierkunst. Für den Rundgang sollte man etwa eine Stunde einplanen; Gruppen ab acht Personen können auch eine individuelle Führung buchen. Die Erlebniswelt ist weitgehend barrierefrei gestaltet und mit der Bayerischen Regiobahn gut erreichbar.




Internationale Anerkennung
Die Qualität der Lantenhammer Destillate bleibt nicht unbemerkt. Das Unternehmen wurde vom International Spirits Award mehrfach als „Destillerie des Jahres“ ausgezeichnet. Bei der Blindverkostung von knapp 900 Produkten wurde Lantenhammer erneut zur „Destillerie des Jahres – national“ gekürt. Der Josef Gin Alpine Botanical sicherte sich zudem den Titel „Bio-Spirituose des Jahres – national“. Die Jury lobte das breite Sortiment an hochwertigen Spirituosen, die aus besten Rohstoffen und mit viel Handarbeit hergestellt werden. Auch der Meininger Award Excellence in Wine & Spirit würdigte das Unternehmen mehrfach, zuletzt als „Spirituosenunternehmen des Jahres“. Diese renommierten Auszeichnungen sind ein Beleg für die gleichbleibend hohe Produktqualität und das innovative Geist der Manufaktur.

Lebendige Traditionen
Die Lantenhammer Destillerie ist mehr als ein Produktionsbetrieb. Sie ist ein Ort, an dem die Essenz der bayerischen Alpen in edle Tropfen verwandelt wird – mit einer Konsequenz und Hingabe, die seit fast hundert Jahren ungebrochen ist. Sie steht für die gelungene Symbiose von Handwerk, Moderne und einem unverwechselbaren Heimatgefühl, das weit über die Grenzen Bayerns hinausgeschmeckt wird. Wer die Gelegenheit hat, die Erlebniswelt in Hausham zu besuchen, taucht ein in diese faszinierende Verbindung aus Geschichte, Handwerkskunst und sinnlichem Genuss.






Von der Gründerfamilie zum professionellen Management
Die Geschäftsführung der Lantenhammer Destillerie spiegelt die Entwicklung des Unternehmens anschaulich wider – von einer kleinen Familienbrennerei zu einem international renommierten Spirituosenhersteller. Nach der Gründung durch Amalie und Josef Lantenhammer im Jahr 1928 blieb das Unternehmen über Jahrzehnte in Familienhand. Ein entscheidender Wendepunkt kam 1985, als der gelernte Brauer Florian Stetter, ein Enkel der Gründer, die Leitung übernahm. Unter seiner Ägide erfolgte der Ausbau zur Edelbrand-Destillerie und vor allem die mutige Entscheidung, 1999 mit der Whisky-Produktion zu beginnen. Das markiert die Geburtsstunde der heute weltweit bekannten Marke Slyrs. Florian Stetter hatte die Vision, einen bayerischen Single Malt zu schaffen, und setzte diese mit großer Leidenschaft um.
Im Jahr 2010 musste Florian Stetter die Geschäftsführung aus gesundheitlichen Gründen an seinen Bruder Anton Stetter abgeben. Anton Stetter führte das Unternehmen durch eine Konsolidierungsphase und war maßgeblich an der Rückkehr an den Gründungsort in Hausham im Jahr 2014 beteiligt. Unter seiner Führung wurde die heutige Erlebnisdestillerie mit ihrer gläsernen Architektur und dem multimedialen Besucherkonzept verwirklicht.

Der bislang bedeutendste Einschnitt in der Führungsstruktur erfolgte 2018, als mit Tobias Maier erstmals ein Nicht-Familienmitglied an die Spitze des Unternehmens berufen wurde. Maier war zu diesem Zeitpunkt bereits über 20 Jahre im Betrieb tätig. Er war 1995 als erster Destillateur-Lehrling in die Lantenhammer Destillerie eingetreten und hatte sich über die Jahre vom Auszubildenden zum Destillateurmeister und schließlich zum Betriebsleiter hochgearbeitet. Seine tiefe Verwurzelung im Unternehmen, sein fundiertes fachliches Wissen und sein Gespür für Innovationen prädestinierten ihn für diese Aufgabe. Unter seiner Führung wurde das Sortiment weiter ausgebaut und die internationale Präsenz der Marken Slyrs, Josef Gin und Rumult gestärkt.
Heute wird die Lantenhammer Destillerie von einem erfahrenen Führungsteam geleitet. Tobias Maier trägt als Geschäftsführer die operative Verantwortung, während Anton Stetter als Mit-Gründer und Inhaber weiterhin eng mit dem Unternehmen verbunden bleibt und vor allem bei strategischen Weichenstellungen und neuen Produktentwicklungen seine Erfahrung einbringt. Ergänzt wird die Führungsriege durch den Geschäftsführer-Kollegen Thomas Weinberger, der gemeinsam mit Maier die Geschicke des Unternehmens lenkt. Dieses Führungsmodell verbindet die Familientradition mit professionellem Management und sichert damit den kontinuierlichen Erfolg und die Innovationskraft der Destillerie für die Zukunft.


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