Königliche Schlösser und ein eindrucksvolles Outdoor-Erlebnis lassen sich bei einem exklusiven Aktivurlaub rund um Füssen verbinden. Dabei kann man die Aktivitäten an das eigene Fitnessniveau anpassen und das Erlebnis im Süden von Bayern so ganz individuell gestalten.
Ein Alphornkonzert auf dem Forggensee

Wer nach der Fahrt nach Füssen erst einmal in Ruhe ankommen möchte, beginnt den Urlaub mit einer entspannten Schifffahrt am Forggensee mit Blick auf Schloss Neuschwanstein. Besonders stimmungsvoll sind die Abendfahrten, wenn das Schiff zum Sonnenuntergang über das türkisfarbene Wasser gleitet. Im Sommer sorgen Alphornkonzerte an Bord für ein besonderes Erlebnis. Während man der sanften Musik lauscht, auf die Berge und Schloss Neuschwanstein blickt, kann man sich mit regionalen Spezialitäten und erfrischende Getränke verwöhnen lassen. Wer lieber auf dem See paddeln möchte, steigt ins Kanu. Uwe Simniok von Kanu-Kini bietet dort eine Sonnenuntergangstour an, bei der man den Abend aktiv ausklingen lassen kann. Während die Sonne langsam hinter den Bergen versinkt und nur noch das sanfte Plätschern des Wassers zu hören ist, kann man die Stunden der Anreise hinter sich lassen und sich einstimmen auf königliche Schlösser und ein Naturerlebnis der Extraklasse.
Eine Wanderung mit Blick auf Schloss Neuschwanstein

Von Füssen aus ist es nicht weit nach Hohenschwangau. Schon Märchenkönig Ludwig II. von Bayern fand diese Gegend so schön, dass er hier Schloss Neuschwanstein errichten ließ. In Hohenschwangau beginnt eine 13,2 km lange Wanderung, bei der man das Schloss aus der interessantesten Perspektive sieht. Ein kleiner Abstecher führt über die Pöllatschlucht auf die Marienbrücke, die diese besondere Perspektive bietet. Die gut vierstündige Wanderung mit 638 Metern Aufstieg und 355 Metern Abstieg kostet durchaus Kraft, bietet aber immer wieder spektakuläre Ausblicke. Eine gute Einkehrmöglichkeit bietet das Berggasthaus Bleckenau auf 1.167 Metern Höhe. Das ehemalige königliche Jagdhaus lädt mit hausgemachten Kuchen, herzhaften Suppen und kühlen Getränken zum Verweilen ein. Anschließend geht es über den Schützensteig entspannt weiter bis zum Alpenhotel Ammerwald. Von dort kann man zurück nach Füssen fahren.
Wandern war ein Luxus des Märchenkönigs

Mit allen Belangen rund um den König kennt sich Vanessa Richter aus. Sie ist seit vielen Jahren Kulturvermittlerin im Hohenschwangauer Museum der bayerischen Könige. Sie kennt nicht nur die Fakten wie den, dass König Ludwig II. in seinen 41 Lebensjahren mit Neuschwanstein, Linderhof, Herrenchiemsee und dem weniger bekannten Königshaus am Schachen gleich vier Schlösser bauen ließ. Neuschwanstein in seiner Pracht inspirierte Walt Disney zu seinen Märchenschlössern. Der König selbst führte ein bewegtes Leben, bei dem er zwischen 21 Schlössern, Berghäusern und Hütten pendelte. Als König hatte er damals anders als die breite Bevölkerung die Möglichkeit zu wandern und so der Hofgesellschaft zu entliehen.
In zwei Tagen von der Tegelbergbahn nach Schloss Linderhof

Eine längere Wanderung beginnt an der Talstation der Tegelbergbahn. Hier hat man noch die Gelegenheit Fotos von Schloss Neuschwanstein zu machen oder sich Kneipp-Becken zur erfrischen. Dann geht es in knapp zehn Minuten mit der Bergbahn auf den Tegelberg. Wer mag, kann im Tegelberghaus, das im 19. Jahrhundert von König Maximilian II. von Bayern als Jagdhaus erbaut wurde, ein Weißwurst-Frühstück mit frischen Brezeln genießen. Dann beginnt die Wanderung durch die Ammergauer Alpen. Der 10,2 km lange Weg hat eine Gehzeit von fünfeinhalb Stunden. Wer Pausen macht, um die Natur zu genießen oder zwischendurch ein Picknick, braucht entsprechend länger. Zum Ende der Tagesetappe erreicht man die Kenzenhütte. Die bietet nicht nur wie viele Hütten ein Bettenlager, sondern auch komfortable Zimmer. Nach einer Nacht in der urigen, mit Holz ausgekleideten Hütte geht es am nächsten Tag durch das Sägertal und das Graswangtal weiter nach Schloss Linderhof. Für die rund 7,4 km sollte man noch einmal gut drei Stunden einplanen. Eine Expertin für die Natur in diesem Bereich ist Theresa Filbig. Die 29-jährige ist seit zwei Jahren als Rangerin im Naturpark Ammergauer Alpen aktiv. Sie weiß, wie sich der Klimawandel auf die Population an Schnee- und Raufußhühnern ausgewirkt hat und ist auch mit der Geschichte der Region vertraut.
Ein König schuf ganz eigene Meisterwerke

Schloss Linderhof wurde noch zu Lebzeiten von König Ludwig II. an einem Ort, an dem einst eine Jagdhütte seines Vaters stand, fertiggestellt. In seinen Schlössern setzte er auf die damals modernste Technik wie ein „Tischlein deck dich“, der mittels eines Aufzugs in den Saal gebracht wurde. Bei seinem Zeitgenossen galt der von Dichtern und anderen Kreativen inspirierte König als verrückt. Es hieß, er habe ich seiner eigenen Traumwelt gelebt. Und damit Meisterwerke geschaffen, die bis heute verzaubern. Einen Eindruck davon kann man bei einem Spaziergang durch den Park von Schloss Linderhof gewinnen.
Die größte Wallfahrtskirche in Mitteleuropa

Nicht nur der König schuf eindrucksvolle Gebäude, auch die Kirche verewigte sich baulich. Mit Kloster Ettal entstand die größte Wallfahrtskirche in Mitteleuropa in der Barockzeit. Allein die Freskenmalerei nahm drei Sommer in Anspruch und trug dazu bei, dass die Pilger im Benediktiner-Kloster in ihrem Glauben gefestigt wurden. Pater Josef führt durch das Kloster. Er berichtet, dass bis heute 25 Mönche dort leben. Und rund 200 Angestellte sich um die Hotelgäste, Destillerie, Brauerei und den angeschlossenen Klosterladen kümmern.
Eine Radtour zu einer mit Drachen geschmückten Kirche

Auch für Radfahrer hat die Region einiges zu bieten. Wildsteig ist ein guter Ausgangspunkt für eine Tour mit dem Fahrrad. Am Fuß der Ammergauer Alpen ist die Radroute Romantische Straße eine landschaftlich reizvolle Strecke. Auf dem Weg liegt auch die Wieskirche, an der man Halt machen und sich den Innenraum anschauen kann. Die Stecke führt über rund 30 km bis zur Schiffsanlegestelle Schwangau-Brunnen. Dort kann man mitsamt dem Fahrrad auf eines der Fahrgastschiffe der Forggensee-Schifffahrt steigen und nach Füssen zurückfahren. Von der Anlegestelle Bootshafen Füssen sind es mit dem Rad nur wenige Minuten zurück in die Füssener Innenstadt. Im Stadtzentrum liegt die St. Mang Kirche. In ihrem Innenraum entdeckt man unter anderem Drachengemälde und goldene Drachenkerzenständer. Mit dem Blick auf die Fabelwesen endet ein aktiver Kurzurlaub auf den Spuren der Könige.

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