Mehr als zwanzig Jahre fuhr Marek Kojder auf Rhein und Mosel, bevor aus der Faszination für die Weinberge am Fluss eine neue Lebensaufgabe wurde.
Der entscheidende Impuls kam allerdings aus Italien: Auf Elba stand Kojder eines Tages vor einem verlassenen Weinberg und fasste spontan den Entschluss, selbst Wein anzubauen. Was damals noch eine Idee war, nahm einige Jahre später in Westpommern konkrete Gestalt an. 2015 gründete er gemeinsam mit seiner Familie das Weingut in Babinek, heute bewirtschaftet er acht Hektar Rebfläche.
Kojder bringt in den Weinbau Erfahrungen aus einer Welt mit, die auf den ersten Blick kaum weiter entfernt sein könnte. Aus der Schifffahrt habe er Geduld, Disziplin und Respekt vor der Natur mitgenommen. Sein Grundsatz im Weinberg und Keller lautet: „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Gearbeitet wird mit möglichst geringer Intervention, überwiegend mit der Schwerkraft und, wo immer möglich, ohne Pumpen. Der Wein soll nicht einem vorgegebenen Stil unterworfen werden, sondern aus Trauben, Jahrgang und Terroir heraus entstehen.
Stilistisch orientiert sich Kojder an der Idee großer Burgunder, ohne einen „polnischen Burgunder“ erzeugen zu wollen. Für ihn bedeutet Burgund vor allem Herkunft, Präzision, niedrige Erträge, Frische und Langlebigkeit. Die kalkhaltigen Böden Westpommerns und das vergleichsweise kühle Klima sieht er dabei nicht als Einschränkung, sondern als entscheidenden Vorteil. Ziel sind Weine mit Spannung, Mineralität, Konzentration und Länge, die ihre Herkunft erkennen lassen und zugleich über Jahre reifen können.

Damit verbindet sich eine größere Vision: Kojder ist überzeugt, dass Polen bereits heute die Voraussetzungen für hochwertige Weine besitzt und der Klimawandel die Bedingungen für den Weinbau zunehmend nach Norden verschiebt. Für Westpommern sieht er die Chance, eine eigenständige Herkunftsidentität aufzubauen und langfristig für hochwertigen polnischen Wein zu stehen. Dafür brauche es neben konsequenter Qualitätsarbeit auch unabhängige internationale Aufmerksamkeit, nachvollziehbare Qualitätsstandards und eine stärkere Zusammenarbeit der Winzer.
Im Interview erzählt Marek Kojder von seinem ungewöhnlichen Weg vom Logistiker und Binnenschiffer zum Winzer, von den Besonderheiten des Terroirs in Westpommern, ökologischer Bewirtschaftung, PIWI-Rebsorten und seiner Vorstellung von einem großen Wein. Er spricht über die Zukunft des polnischen Weinbaus und darüber, warum sein persönlicher Erfolg nicht an Produktionsmenge oder Umsatz gemessen werden soll, sondern an der Frage, ob Kunden bereit sind, auf den nächsten Jahrgang zu warten.
Exklusivinterview mit Marek Kojder, Gründer und Inhaber des Weinguts Kojder
Annett Conrad: Sie waren viele Jahre in der Schifffahrt tätig, bevor Sie sich dem Weinbau zuwandten. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen, und welche persönliche Philosophie verfolgen Sie heute als Winzer?
Marek Kojder: Mehr als zwanzig Jahre lang war ich in der Binnenschifffahrt tätig. Zeitweise hatten wir sieben Schiffe mit 1.500 und 2.400 Tonnen Tragfähigkeit, die vor allem auf Rhein und Mosel unterwegs waren. Vom Schiff aus sah ich immer wieder die Weinberge, die direkt am Fluss liegen. Dieser Anblick hat mich über viele Jahre fasziniert.
Den eigentlichen Anstoß gab aber Italien. Mit meinen Kindern fuhr ich jedes Jahr auf die Insel Elba. Eines Tages stand ich dort vor einem alten, verlassenen Weinberg und sagte spontan: „Den kaufe ich.“ Damals waren die Kinder noch klein. Als gelernter Logistiker hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeit, die Idee umzusetzen. Einige Jahre später sah alles anders aus. Meine Tochter studierte an der Landwirtschaftlichen Akademie in Stettin. Mein Sohn war zuvor zwei Jahre als Schiffsmechaniker zur See gefahren, und für ihn hatte ich bereits Land gekauft, damit er in der Landwirtschaft arbeiten konnte. Inspiriert hat mich auch mein Nachbar, der damals schon seit drei Jahren erfolgreich Reben anbaute. Bei ihm sah ich, dass es Rebsorten gibt, die in unserem Klima voll ausreifen.
Vorher wollte ich wissen, wo in Deutschland am weitesten im Norden Wein angebaut wird. Bei meiner Recherche im Dezember 2014 stieß ich zu meiner Überraschung auf Mölln bei Lübeck. Dort gab es damals sechs Hektar Reben, aufgeteilt auf drei Winzer mit je zwei Hektar. Einer davon war ein Weingut aus Baden, für das die Fläche eine Versuchsparzelle war. Ende der 1980er-Jahre hatte ich sechs Jahre in Travemünde gelebt, und diese Gegend ist für mich eine Art zweite Heimat. Das hat mich besonders gefreut. Ich rief die Winzer an, und die badischen Kollegen rieten mir, mich an Dr. Volker Jörger vom Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg zu wenden: Er würde mir beim Weinbau in Polen helfen. So hat alles angefangen. 2015 gründeten wir unser Weingut und pflanzten die ersten zwei Hektar. Heute bewirtschaften wir acht Hektar. Aus der Schifffahrt habe ich Geduld, Respekt vor der Natur und Disziplin mitgenommen. Meine Philosophie habe ich von meinen deutschen Kollegen übernommen: so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Wir arbeiten mit möglichst geringer Intervention.

Annett Conrad: Sie orientieren sich stilistisch unter anderem am Burgund. Was verstehen Sie unter einem großen Wein, und welchen eigenständigen Charakter möchten Sie den Weinen aus Babinek verleihen?
Marek Kojder: Ein großer Wein muss für mich nicht mächtig sein. Er soll konzentriert sein und zugleich frisch, präzise und elegant. Eleganz statt Schwere. Die Grundlage sind Frische und Spannung. Dazu gehört eine klare, natürliche Säure, die den Wein durch den ganzen Schluck trägt, und eine Fruchtfrische ohne jedes Gefühl von Schwere. Hinzu kommt die Mineralität, ein mineralischer, leicht salziger Charakter. Sie soll kein aufgesetztes Aroma sein, sondern Teil der Struktur und des Abgangs. Man soll schmecken, woher der Wein kommt.
Die Konzentration entsteht bei uns vor allem durch niedrige Erträge. Das ergibt reifes, dichtes Traubenmaterial und Intensität ohne Überextraktion. Der Wein soll Körper und Volumen am Gaumen haben und trotz hoher Säure nie wässrig wirken. Seine Textur soll seidig sein, nicht aggressiv.
In der Jugend darf die Frucht im Vordergrund stehen. Mit der Zeit sollen weitere Schichten hinzukommen: Blüten, Kräuter, Mineralität, Würze und Reifenoten. Besonders wichtig ist für mich der Abgang. Ein großer Wein bleibt lange am Gaumen, und Säure und Mineralität tragen ihn weiter. Er soll schon jung Freude machen. Zugleich müssen Säure, Konzentration, Extrakt, pH-Wert und Alkohol ein Rückgrat bilden, das viele Jahre Reife in der Flasche erlaubt. Vom Burgund übernehmen wir deshalb keine Aromen, sondern eine Haltung: Herkunft, Präzision, niedrige Erträge, Konzentration, Frische und Langlebigkeit. Wir wollen keinen „polnischen Burgunder“ machen, sondern einen großen polnischen Wein mit burgundischer Philosophie. Darin liegt auch die Eigenständigkeit von Babinek. Unser kühles Klima ist ein Vorteil, wenn es gelingt, volle Reife der Trauben mit lebendiger Säure und niedrigem pH-Wert zu verbinden. So entsteht ein Charakter, den man in wärmeren Regionen nicht erreicht.
Annett Conrad: Sie betonen die Bedeutung der kalkhaltigen Böden und des besonderen Klimas in Westpommern. Welche Eigenschaften Ihres Standorts möchten Sie in Ihren Weinen zum Ausdruck bringen?
Marek Kojder: Unser Ziel ist es, die Eigenschaften unseres Standorts möglichst klar und unverfälscht im Wein zum Ausdruck zu bringen.
Die kalkhaltigen Böden Westpommerns geben unseren Weinen eine ausgeprägte Mineralität, Frische und Spannung. Das vergleichsweise kühle Klima unserer Region sorgt für eine langsame, gleichmäßige Reifung der Trauben. So erreichen wir eine gute aromatische Reife und bewahren zugleich eine natürliche, lebendige Säure.
Auf unseren acht Hektar stehen vor allem weiße Rebsorten: Souvignier Gris, Johanniter, Solaris, Muscaris und Cabernet Blanc. Bei den roten Sorten setzen wir auf Cabernet Cortis, Rondo und Pinot Noir. Gerade der Pinot Noir zeigt, wie sehr uns die burgundische Idee begleitet.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der bewusst niedrige Ertrag pro Hektar. Er konzentriert Qualität und Intensität der Trauben. Dabei geht es uns nicht um schwere oder überextrahierte Weine, sondern um Tiefe, Struktur und Eleganz. Vor allem vier Eigenschaften unseres Terroirs wollen wir zeigen: Frische, Mineralität, Konzentration und Länge. Die Säure gibt dem Wein Spannung und Energie. Die Mineralität spiegelt unseren Boden wider. Die Konzentration entsteht aus gesunden Trauben und reduziertem Ertrag. Im besten Fall entstehen so Weine, die schon in der Jugend vielschichtig und präzise sind. Zugleich haben sie genug Struktur und Balance, um sich über viele Jahre in der Flasche weiterzuentwickeln. In ihnen kommen Herkunft, Frische, Tiefe und Langlebigkeit zusammen.

Annett Conrad: Sie arbeiten nach ökologischen Grundsätzen und setzen im Keller auf möglichst schonende Verfahren. Welche Überzeugungen stehen hinter dieser Arbeitsweise, und wo liegen ihre größten Herausforderungen?
Marek Kojder: Ökologischer Weinbau ist für uns keine Marketingfrage, sondern eine Überzeugung. Wir sind sowohl im Weinberg als auch in der Kellerei biozertifiziert, und unsere Flaschen tragen das EU-Bio-Logo. Ein großer Teil unserer Rebfläche besteht aus pilzwiderstandsfähigen Sorten, sogenannten PIWIs. Mehrere davon wurden am Weinbauinstitut Freiburg gezüchtet. Sie erlauben es uns, den Pflanzenschutz deutlich zu reduzieren. Wir arbeiten nach dem Grundsatz, dass ein guter Wein vor allem im Weinberg entsteht. Wir sind überzeugt, dass rund 70 Prozent der späteren Weinqualität bereits dort bestimmt werden und nicht erst im Keller. Deshalb stehen für uns die Gesundheit und das natürliche Gleichgewicht der Rebstöcke an erster Stelle. Die Reben sollen gut versorgt sein, im Gleichgewicht stehen und möglichst gesund durch die Vegetationsperiode kommen. Hier liegt auch unsere größte Herausforderung: die Stöcke langfristig vital zu halten und gleichzeitig so wenig wie möglich in natürliche Prozesse einzugreifen.
Im Keller folgen wir derselben Philosophie und behandeln den Wein so schonend wie möglich. Wir arbeiten überwiegend mit der Schwerkraft und verzichten, wo immer es geht, auf Pumpen. Unnötiges Pumpen belastet den Wein mechanisch und kann seine mikrobiologische Stabilität und seine natürliche Entwicklung beeinträchtigen. Wenn eine Filtration nötig ist, setzen wir etwa auf Kieselgur, weil dieses Verfahren aus unserer Sicht besonders sanft ist. Kurz gesagt: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Wir wollen dem Wein keinen Stil aufzwingen, sondern ihn aus Traubenmaterial, Jahrgang und Terroir heraus wachsen lassen. Aus meiner Zeit auf dem Rhein weiß ich: Einen Fluss kann man nicht zwingen, man muss ihn lesen. Mit dem Wein ist es genauso. Man braucht Respekt und Gefühl, und entscheidend ist, den richtigen Moment zu erkennen, statt ständig einzugreifen.
Die eigentliche Arbeit liegt deshalb nicht darin, im Keller möglichst viel zu „machen“. Sie liegt darin, im Weinberg die Voraussetzungen für große Weine zu schaffen. Kommen die Trauben gesund, ausgewogen und konzentriert in den Keller, müssen wir diese Qualität vor allem bewahren und möglichst unverfälscht in die Flasche bringen.
Annett Conrad: Sie sind überzeugt, dass polnische Weine künftig international auf höchstem Niveau bestehen können. Welche klimatischen und qualitativen Voraussetzungen sprechen aus Ihrer Sicht dafür?
Marek Kojder: Ich bin überzeugt, dass Polen schon heute und erst recht in Zukunft sehr gute Voraussetzungen für hochwertige Weine hat, die international auf höchstem Niveau bestehen können. Das Klima in Polen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. In vielen Regionen finden wir heute Bedingungen, die es früher nur weiter südlich gab. Gleichzeitig haben wir einen großen Vorteil behalten: Wir erreichen eine gute Reife der Trauben und bewahren dabei natürliche Frische und Säure. Gerade für hochwertige Weißweine ist diese Kombination entscheidend.
Mit Blick auf den Klimawandel in Europa wird das noch interessanter. Wissenschaftliche Projektionen zeigen, dass der Mittelmeerraum künftig stärker unter Hitze, Trockenheit und Wasserknappheit leiden wird. Dort wird es schwieriger, Frische, Säure und ein ausgewogenes Verhältnis von Reife und Alkohol zu erhalten. Die günstigen Bedingungen für den Weinbau verschieben sich zunehmend nach Norden.
Darin sehe ich eine große Chance für Polen. Ein wärmeres Klima allein bringt aber noch keine großen Weine hervor. Entscheidend sind der richtige Standort, geeignete Rebsorten, die Böden und vor allem das Wissen des Winzers.
Deshalb sage ich meinen polnischen Kollegen immer: Wir müssen von den Besten lernen. Für mich gehört Deutschland dazu. Es hat eine große Erfahrung im Qualitätsweinbau und viele klimatische Gemeinsamkeiten mit dem heutigen Polen. Von unseren deutschen Kollegen können wir sehr viel über Reberziehung, Ertragsregulierung, Bodenpflege und den Umgang mit unserem Klima lernen.
Die Chance ist da. Jetzt liegt es an uns Winzern, sie mit Wissen, Erfahrung und konsequenter Qualitätsarbeit zu nutzen.

Annett Conrad: Was braucht der polnische Weinbau, um international stärker wahrgenommen zu werden? Welche Rolle spielen dabei gemeinsame Qualitätsstandards und eine klare Herkunftsidentität?
Marek Kojder: Der polnische Weinbau braucht vor allem mehr internationale Aufmerksamkeit und eine klare Qualitätspositionierung.
Zunächst müssen polnische Weine in Europa überhaupt wahrgenommen werden. Dafür brauchen wir professionellere Kommunikation, vor allem aber unabhängige Stimmen. Berichte und Verkostungen international anerkannter Weinjournalisten, Sommeliers und Meinungsbildner können die Qualität polnischer Weine einem größeren Publikum bekannt machen. Wenn Experten regelmäßig über gute polnische Weine schreiben, wächst nach und nach das Vertrauen der Konsumenten.
Ebenso wichtig sind klare, nachvollziehbare Qualitätsstandards. Ein transparentes System, das Weine nach Qualität und Herkunft einordnet, ähnlich den Qualitätsstufen in Deutschland, würde den Verbrauchern Orientierung geben. Voraussetzung ist, dass die Kriterien objektiv sind und für alle Erzeuger gleichermaßen gelten. Dazu kommt die Herkunftsidentität. Polen sollte langfristig nicht nur als „Land mit gutem Wein“ bekannt werden. Wir sollten zeigen, dass einzelne Regionen eigene Voraussetzungen und einen wiedererkennbaren Stil haben.
Hier sehe ich eine große Chance für Westpommern. Wir möchten, dass sich die Winzer unserer Region gegenseitig unterstützen und gemeinsam an der Qualität arbeiten. Deshalb laden wir zum Beispiel Dr. Volker Jörger ein, sein Wissen und seine langjährige Erfahrung mit unseren polnischen Kollegen zu teilen. Wir wollen nicht nur selbst gute Weine machen, sondern das Niveau in der ganzen Region anheben.
Unser Ziel ist, dass Westpommern in Polen für besonders hochwertige Weine steht. Das Burgund ist dafür ein gutes Beispiel: Dort vermittelt schon die Herkunft ein Qualitätsversprechen. Ein solcher Ruf entsteht nicht durch Marketing allein, sondern muss über viele Jahre durch echte Qualität bestätigt werden. Irgendwann soll der Name Westpommern in Europa ganz selbstverständlich für hochwertigen polnischen Wein stehen.
Annett Conrad: Wie möchten Sie Ihr Weingut in den kommenden zehn Jahren weiterentwickeln? Was wäre für Sie persönlich ein Zeichen dafür, dass Sie Ihre Ziele erreicht haben?
Marek Kojder: In den kommenden zehn Jahren möchte ich unser Weingut vor allem qualitativ weiterentwickeln. Die Qualität unserer Weine soll noch einmal deutlich steigen, und unser Stil und unser Terroir sollen immer klarer hervortreten. Flächenmäßig wollen wir bewusst nur moderat wachsen, auf höchstens elf Hektar. Mehr wäre möglich, aber dann könnten wir die Qualität der Trauben nicht mehr so kontrollieren, wie wir es wollen. Jeder Rebstock soll die Aufmerksamkeit bekommen, die er braucht.

Ein wichtiger Schritt ist die eigene Herstellung von Schaumweinen nach traditioneller Flaschengärung. Wir beschäftigen uns bereits intensiv damit und wollen diese Produktion künftig selbstständig und regelmäßig betreiben. Erste Erfolge gibt es schon: Unser Schaumwein des Jahrgangs 2018 wurde 2022 beim XX. Concurso Internacional de Vinos Bacchus in Madrid mit Gold ausgezeichnet. Das bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch hochwertige Destillate wollen wir künftig regelmäßig herstellen. Außerdem möchten wir unsere Erfahrung und unsere Kellertechnik anderen Winzern zur Verfügung stellen. Seit einigen Jahren produzieren wir Weine im Auftrag von Kollegen. In diesem Jahr arbeiten wir bereits für drei Weingüter, und das wollen wir ausbauen. Für mich ist das nicht nur ein wirtschaftliches Standbein, sondern auch ein Weg, gemeinsam mit anderen die Qualität des polnischen Weinbaus voranzubringen.
Mein persönlich größtes Ziel ist aber weder ein bestimmter Umsatz noch eine bestimmte Zahl von Flaschen. Ich möchte, dass unsere Weine eine solche Qualität und einen solchen Ruf erreichen, dass unsere Kunden auf den nächsten Jahrgang warten. Wenn ein Jahrgang ausverkauft ist und Kunden fragen, wann der nächste kommt, und bereit sind, darauf zu warten, dann haben wir unser Ziel erreicht. Dann hätten wir nicht einfach Wein produziert, sondern eine dauerhafte Verbindung zwischen unserem Weingut, unserem Terroir und unseren Kunden geschaffen.
Mein Dank geht an Marek Kojder für die aufschlussreichen Antworten.

Weitere Informationen
Winnice Kojder
Babinek 29
74-202 Babinek / Polen
Hinweis der Redaktion: Die in diesem Interview geäußerten Aussagen, Einschätzungen und Meinungen geben die persönlichen Ansichten des Interviewpartners wieder. Die Redaktion macht sich diese nicht zu eigen. Für die inhaltliche Richtigkeit der Angaben ist der Interviewpartner verantwortlich.






























































