Einst lebte der deutsche Architekt Ernst Zillers in diesem Gebäude direkt neben der Orthodoxen Kathedrale und mit traumhaftem Blick auf die Akropolis. Heute beherbergt es Zillers Boutique Hotel und die „The Zillers Rooftop Gastronomy“, die vom Guide Michelin mit einem Stern ausgezeichnet wurde. Das Restaurant bietet mit „Synecdoche“ und „Synthesis“ zwei griechische Menüs mit internationalem Einfluss, die man unter freiem Himmel auf der Dachterrasse genießen kann.
Auf dem Weg zum Dach

Die lebhaften Einkaufsstraßen des Athener Stadtzentrums sind das Umfeld dieser Gastronomie. Kaum öffnet sich die Tür zum langgezogenen Eingangsbereich, tritt man aus dem trubeligen Alltag in eine andere Welt, die eine fast historische Ruhe ausstrahlt. Am oberen Ende der Treppe wird man freundlich begrüßt – und nach Prüfung der Reservierung und einem Anruf auf der Dachterrasse zu einem kleinen Aufzug begleitet. Der sichtbar in die Jahre gekommene Aufzug wird dem Stil des Hotels und der Gastronomie aber nicht mehr gerecht. Oben angekommen, wird die Tür vom aufmerksamen Personal geöffnet – und man wird auf die Terrasse gebracht und zum Tisch begleitet. Der Weg führt vorbei an der offenen Küche, in der man den Köchen bei ihrer Arbeit zuschauen könnte. Doch schnell richtet sich der Blick auf die mit Fahnen geschmückten Glockentürme der Kathedrale und auf die in einiger Entfernung liegende Akropolis. Gut beraten ist, wer sich in den warmen Monaten luftig anzieht, denn auf der offenen Terrasse ist an eine Klimatisierung nicht zu denken. Dafür geht es wie in den meisten griechischen Sterne-Restaurants sehr unkompliziert zu. Gäste sind auch in Shorts willkommen. Die Serviette legt man selbst auf die Oberschenkel.
Das Menü „Synthesis“ beginnt mit Fingerfood

Gleich beim ersten Gericht informiert die Kellnerin über eine Änderung. Statt gedämpftem Seeteufel gibt es heute als erste Vorspeise Dorade mit Osetra-Kaviar und Gemüse aus dem hauseigenen Garten. Dekoriert ist der Gang mit Blüten. Gleich darauf folgt der wohl am eindrucksvollsten inszenierte Gang. Auf einer Koralle werden Symi-Garnelen aufgetragen. Anschließend folgt eine Seeigel-Bottarga. Auch Muscheln, Wildpilze und frische Trüffel stehen auf der Speisekarte. Als weiterer Gang wird gereifter Arseniko-Käse von Naxos gebracht. Dazu gibt es eine passende Weinbegleitung – oder auch eine alkoholfreie Alternative, die der Sommelier zutreffend mit dem Aroma von grünem Apfel umschreibt.
Der Service ist schwungvoll und freundlich

Das kleine, in dunklen Farben stilvoll gekleidete Team des Restaurants hat sich einiges vorgenommen, um den mit fortschreitender Stunde vermehrt eintreffenden Gästen gerecht zu werden. Diese werden am Aufzug empfangen, Stühle werden herangerückt und die jeweiligen Gänge ausführlich und kreativ erklärt. Die ersten Gänge folgen in schneller Folge aufeinander – fast möchte man sagen in zu schneller Folge, denn natürlich möchte man in einer Location wie dieser nicht nur genießen, sondern sich auf Zeit nehmen für Gespräche und den Ausblick. Erst später am Abend wird es entspannter – man kann wählen, ob der nächste Gang oder das Dessert schon folgen sollen, oder ob man sich mehr Zeit nehmen möchte. Diese Ruhe hätte auch dem Anfang des Abends gutgetan und noch besser zur angenehmen Atmosphäre gepasst. Schließlich ist auch die Musik, oft dunkler Gesang mit Gitarrenklängen, entspannt.
Die Hauptgerichte

Nach dem Fingerfood folgen die Hauptgänge. Der erste ist Kabeljau, serviert als Carpaccio und in Form einer Krokette. Anschließend folgt ein großer Laib Sauerteigbrot mit Butter und Olivenöl. Dazu gibt es einen fast alkoholfreien Rosé. Gut gelungen sind auch die roten Garnelen mit Tomate, Bergamotte und Kumquat. Die meisten Gänge haben klangvolle Namen. In Erinnerung bleibt „Eine Geschichte zweier Städte: Konstantinopel – Athen“. Serviert wird Jakobsmuschel mit Karotten, Artischocken und frischen grünen Erbsen. Fischfreunde werden die Sardine mit Kichererbsen lieben. Nach dem Fisch folgt ein „Stifado“-Hotdog aus Hähnchen mit einer Creme aus Gänseleber. Dazu wird alkoholfreier Pinot Noir eingeschenkt. Schließlich gibt es Lamm mit Kartoffeln und Artischocken. Als Desserts folgen ein Sorbet, eine Creme aus Aprikose und Weißer Schokolade und Petit Fours und kleine Pralinen als süßer Abschluss des Abends.
Für wen passt es besonders gut?

„The Zillers Rooftop Gastronomy“ ist die richtige Wahl für alle, die gerne unter freiem Himmel essen und den Blick auf die ikonische Akropolis genießen möchten. Die Gerichte in diesem Restaurant sind abwechslungsreich, das Personal ist freundlich und kompetent. Zugleich ist das „Zillers“ denkbar unkompliziert – sei es von der Kleidung der Gäste über den unaufdringlichen Service bis hin zur schnellen Speisenfolge. Es ist auch ideal für alle, die zumindest aus dem Augenwinkel die Köche bei der Arbeit erleben möchten. Da das Essen auf einer Dachterrasse serviert wird, ist das Erlebnis abhängig vom Wetter und den Außentemperaturen. Doch der Blick auf die Akropolis und die köstlichen Gerichte, die auf kreative Weise präsentiert werden, machen es zu einer guten Wahl auch für Paare, die einen romantischen Abend verbringen möchten.
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