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Mitten in der Altstadt von Valencia, zwischen den gotischen Bögen der Seidenbörse und dem barocken Glockenturm der Kirche San Juan, steht ein Gebäude aus Eisen, Glas und Keramik.

Es umfasst mehr als achttausend Quadratmeter und ist der größte Markt für frische Lebensmittel in Europa. Die Einheimischen nennen ihn die „Kathedrale der Sinne“. Dieser Name ist nicht übertrieben. Wer ihn betritt, versteht sofort, warum.

Ein Markt mit langer Vorgeschichte

Die Handelstradition an diesem Ort reicht bis ins Mittelalter zurück. Auf dem Platz standen zunächst offene Stände mit weißen Sonnensegeln, an denen Händler ihre Waren anboten. Im Jahr 1839 entstand ein erstes festes Gebäude, doch zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts war die Kapazität erschöpft.

Ein Markt mit langer Vorgeschichte
Ein Markt mit langer Vorgeschichte / © Redaktion FrontRowSociety.net

Im Jahr 1914 legten die Architekten Alejandro Soler March und Francisco Guardia Vial den Entwurf für einen Neubau vor. Beide hatten an der Architekturschule in Barcelona studiert und bei dem Modernismus-Pionier Lluís Domènech i Montaner gearbeitet. Der Bau begann bereits 1910, zog sich jedoch über Jahre hin. Keiner der beiden ursprünglichen Architekten erlebte die Fertigstellung. Enrique Viedma übernahm die Vollendung, und am 23. Januar 1928 wurde der Markt eröffnet.

Architektur und Baumaterial

Das Gebäude verbindet Eisen, Glas und Keramik zu einer Einheit. Die tragende Struktur besteht aus Metall, was große Spannweiten ohne störende Stützen ermöglicht. Das Licht fällt durch die Glasdachkonstruktion und beleuchtet die Stände von oben. Die Keramikfliesen an der Fassade und im Innenbereich stammen von lokalen Manufakturen und zeigen Motive aus der Landwirtschaft und dem Fischfang.

Die tragende Struktur besteht aus Metall, was große Spannweiten ohne störende Stützen ermöglicht
Die tragende Struktur besteht aus Metall, was große Spannweiten ohne störende Stützen ermöglicht / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die zentrale Kuppel hat einen Durchmesser von etwa dreißig Metern und ist mit bunten Fliesen gedeckt. Sie ist von weitem sichtbar und prägt die Silhouette der Altstadt. Im Inneren sorgen Ventilationsöffnungen dafür, dass die Luft zirkuliert und die Temperatur auch an warmen Tagen erträglich bleibt. Die Anordnung der Stände folgt einem klaren System: Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse, Oliven und Konserven, Trockenfrüchte und Gewürze haben jeweils eigene Bereiche.

Das Gebäude verbindet Eisen, Glas und Keramik zu einer Einheit.
Das Gebäude verbindet Eisen, Glas und Keramik zu einer Einheit … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... mach sollte auch seinen Kopf gen Himmel recken um die Schönheit zu erhaschen
… man sollte auch seinen Kopf gen Himmel recken, um die grandiose Schönheit zu erhaschen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Was an den Ständen zu finden ist

Der Mercat Central ist vor allem für den täglichen Einkauf gedacht. Rund 300 Händler bieten hier ihre Waren an. Das Angebot richtet sich an die Bewohner der Stadt, nicht an Touristen, auch wenn diese längst einen großen Teil der Besucher ausmachen.

An den Fischständen liegen Arten, die im Mittelmeer vor der Küste Valencias gefangen werden. Thunfisch, Sardinen, Garnelen aus Dénia, Muscheln aus der Bucht von Valencia und Tintenfische wechseln je nach Jahreszeit. Die Verkäufer kennen die Herkunft ihrer Ware und geben Auskunft darüber, wie sie am besten zuzubereiten ist.

Was an den Ständen zu finden ist... selbstredend
Was an den Ständen zu finden ist: natürlich „Schinken“ … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... in allen Varianten ...
… in allen Varianten … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... und davon nicht zu weni
… und davon nicht zu wenig / © Redaktion FrontRowSociety.net
Aber auch Obst...
Aber auch Obst … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... oder leckere Happen aus dem Meer - verzehrfertig: Guten Appetit
… oder leckere Happen aus dem Meer – verzehrfertig: Guten Appetit / © Redaktion FrontRowSociety.net

An den Obst- und Gemüseständen zeigt sich, was gerade Saison hat. Im Winter sind es Orangen und Mandarinen aus der Region, Artischocken, Kohl und Spinat. Im Sommer Tomaten, Paprika, Zucchini und Melonen. Die Auslagen sind sorgfältig aufgebaut, die Farben und Formen der Produkte wirken wie ein Arrangement.

Die Fleischtheken führen Lamm, Schwein, Rind und Geflügel, dazu Wild und Innereien. Einige Stände haben sich auf iberischen Schinken spezialisiert, der in dünnen Scheiben geschnitten und direkt vor Ort verkostet werden kann. Andere bieten Wurstwaren, Pasteten und konservierte Produkte an.

Für Besucher, die etwas mitnehmen möchten, gibt es Stände mit Oliven, eingelegtem Gemüse, Nüssen, Trockenfrüchten, Honig und Gewürzen. Einige Händler verkaufen auch fertige Speisen, die an Ort und Stelle gegessen werden können. Kleine Bars und Cafés befinden sich am Rand des Marktes und in den umliegenden Straßen.

Meet and Greet auf dem Markt

Wer morgens zwischen acht und zehn Uhr kommt, erlebt den Markt in seinem eigentlichen Rhythmus. Dann kaufen Einheimische ein, die Händler rufen ihre Angebote aus, und die Gänge füllen sich mit Stimmen und Gerüchen. Am späten Vormittag wird es ruhiger, und gegen Mittag schließen die meisten Stände.

Der Mercat Central ist kein Museum, obwohl seine Architektur dazu verleiten könnte, ihn so zu betrachten. Er ist ein Arbeitsplatz für Hunderte von Menschen und ein Ort, an dem täglich frische Lebensmittel verkauft werden. Wer ihn besucht, sollte das respektieren: nicht drängen, nicht fotografieren ohne zu fragen, und die Waren nicht nur als Kulisse betrachten.

Ein Ort des Alltags und der Begegnung
Ein Ort des Alltags und der Begegnung / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ein Markt, der bleibt

Der Mercat Central hat in seiner fast hundertjährigen Geschichte viele Veränderungen erlebt. Supermärkte und Onlinehandel haben den Wettbewerb verschärft, doch der Markt hat sich behauptet. Er bleibt ein Ort, an dem man Produkte sieht, riecht und probieren kann, bevor man sie kauft. Für Besucher, die Valencia verstehen möchten, ist er eine naheliegende Station. Für Einheimische ist er ein Teil des Alltags, der nicht wegzudenken ist.

Praktische Hinweise für den Besuch des Mercat Central

Der Markt ist montags bis samstags geöffnet, in der Regel von sieben bis fünfzehn Uhr. Sonntags bleibt er geschlossen. Die besten Stunden für einen Besuch sind der frühe Morgen und der späte Vormittag. Wer Fotos machen möchte, findet um die Mittagszeit weniger Menschen, aber auch weniger Auswahl, da viele Stände bereits geschlossen haben.

Der Markt liegt in der Altstadt und ist zu Fuß von den meisten Sehenswürdigkeiten Valencias erreichbar. In der Nähe befinden sich die Seidenbörse, die Kirche San Juan und die Plaza de la Reina. Parkplätze sind in der Umgebung begrenzt, die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist einfacher.

Einen frischen Smoothie auf die Hand und schon geht es weiter durch die Stadt
Einen frischen Smoothie auf die Hand und schon geht es weiter durch die Stadt / © Redaktion FrontRowSociety.net

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