Die Abnehmspritze gilt als Hoffnungsträger im Kampf gegen Übergewicht – doch ist sie wirklich der einfache Weg zur Wunschfigur?
In einem exklusiven Interview spricht FrontRowSociety-Herausgeberin Annett Conrad mit DDr. Gerald Jahl, Geschäftsführer der CARDEA Wachau, über den medizinischen Durchbruch von GLP-1-Medikamenten, gefährliche Vereinfachungen im öffentlichen Diskurs und warum nachhaltiges Abnehmen ohne fundierte Diagnostik, ärztliche Begleitung und Verhaltensänderung zum Scheitern verurteilt ist. Im Fokus stehen dabei Jahls ganzheitlicher SAFE-Ansatz, die Rolle von Hormonen und Stoffwechsel, Risiken von DIY-Therapien sowie die Frage, für wen die Abnehmspritze sinnvoll ist und für wen nicht. Ein tiefgehendes Gespräch über Verantwortung, Longevity und den Paradigmenwechsel in der modernen Adipositasmedizin.

Exklusives Interview mit dem Geschäftsführer der CARDEA Wachau DDr. Gerald Jahl
Annett Conrad: Herr DDr. Jahl, GLP-1-Medikamente gelten als medizinischer Durchbruch, gleichzeitig warnen Sie vor dem Mythos „schlank durch Spritzen“. Wo genau liegt aus Ihrer Sicht die Grenze zwischen Gamechanger und gefährlicher Vereinfachung?
DDr. Gerald Jahl: Jedes erfolgreiche Abnehmen muss meiner Meinung nach zwingend in ein medizinisches Konzept eingebaut werden, um erstens maximalen Erfolg, gepaart mit Sicherheit, und zweitens Nachhaltigkeit zu erzielen. Zur Zeit ist es leider immer noch so, dass die Therapie eines Patienten mit GLP-1-Agonisten quasi im Alleingang zu bewerkstelligen ist, was sehr schade ist, da dadurch das große gesamte Potential dieses Medikaments einfach nicht vollständig ausgenützt wird. Und genau dieser Alleingang, wo die Patienten aber alleine gelassen werden, mündet in dieser gefährlichen Vereinfachung im Denken. Der Tenor im Denken der Bevölkerung ist, dass man sich ein Rezept besorgt und dann beginnt das große Abnehmen- und das ist definitiv zu kurz gegriffen. Der Stoffwechsel muss durch diverse Maßnahmen, die in der medizinischen Begleitung erklärt werden, neu umprogrammiert werden, und genau da setzt die Spritze an und ermöglicht es den Patienten ein neues Verhalten und eine neue Einstellung zum Essen zu entwickeln. Und das zeigen eben diverse Studien, dass die neuerliche Gewichtszunahme nach Absetzen eigentlich nicht zu verhindern ist, wenn die gängige Behandlung durchgeführt wird, und das im absoluten Gegensatz zu einer Behandlung mit Coaching. Die Vereinfachung, die derzeit die Patienten anwenden, führt zu keiner dauerhaften und nachhaltigen Veränderung, außer, dass man kurzfristig Gewicht verliert.
Annett Conrad: Sie bezeichnen die Abnehmspritze lieber als „Gesundheitsspritze“. Was verändert sich im Blick auf Übergewicht, wenn man nicht primär Kilos, sondern Stoffwechsel- und Hormonprozesse in den Mittelpunkt stellt?

DDr. Gerald Jahl: Am Beginn muss zwingend eine Diagnostik stehen, die möglichst viele Aussagen über den körperlichen und hormonellen Zustand und über den Stoffwechsel liefert. Dann erkennt man einmal den Ist-Zustand und man kann die verschiedenen Hebel und Stellschrauben identifizieren, an denen man zusätzlich zu GLP-1 drehen kann. Dann wird das Übergewicht nämlich vielschichtig und man kann dann strukturiert einen individuellen Plan erstellen. Übergewicht entsteht nämlich last not least durch hormonelle Signale im Stoffwechsel, und genau hier wird angesetzt. Auch Schlaf, emotionale und psychologische Faktoren, und Stress machen ja am Ende nichts anderes als hormonelle Kaskaden in Gang zu setzen. Und genau so wird aus einfachem Übergewicht dann die erfolgreiche Behandlung einer chronischen Erkrankung, was die Adipositas ja ist.
Annett Conrad: Mit SAFE haben Sie ein strukturiertes Behandlungsprotokoll entwickelt. Was unterscheidet dieses Programm fundamental von der aktuell vielfach praktizierten „Rezept-und-los“-Herangehensweise?
DDr. Gerald Jahl: Das SAFE-Programm unterscheidet sich von der gängigen Therapie massiv und das ist der entscheidende Punkt. SAFE sieht das Übergewicht als Erkrankung und nicht als bloßen ästhetischen Körpermakel. Es bedeutet:
- S: Stoffwechsel- und Körperanalyse / Coaching
- A: Anpassung von Ernährung, Hormonen und Lebensstil
- F: Fettabbau mit biologischer Unterstützung
- E: Erhalt von Muskelmasse und Neuprogrammierung des Stoffwechsels
Die Basis unseres Zugangs ist das Hormon Insulin, weil Insulin einfach entscheidet, ob man dünn oder dick ist. Überschreitet der Insulinspiegel ein gewisses Maß, blockiert der Körper automatisch die Fettverbrennung und fördert die Fetteinlagerung. Fast 90% aller Teilnehmer haben eine gestörte und dauerhaft zu hohe Insulinausschüttung, die man als Insulinresistenz bezeichnet. Insulin ist aber nicht nur für das Übergewicht verantwortlich sondern der Treiber für viele zusätzliche Erkrankungen des Menschen. Das Insulin muss gesenkt werden um erfolgreich abnehmen zu können und der Insulinspiegel muss dauerhaft reduziert werden um nach Beendigung der Therapie das Gewicht auch halten zu können. Das funktioniert über eine insulinsenkende Ernährung und über insulinsenkendes Verhalten, und genau hier setzt jetzt GLP-1 an, weil GLP-1 den Patienten enorm hilft, genau das zu praktizieren und zu leben. Dieses Low-Insulin ist unser Ansatz und die Ursache des großen Erfolges der Teilnehmer. Und genau dann werden die Teilnehmer nämlich auch wieder metabolisch gesund. GLP-1 ist genau die Unterstützung, die dabei hilft. Es ist ein Werkzeug für uns, allerdings ein sehr mächtiges.
Annett Conrad: Manche Anwender:innen brechen GLP-1-Therapien ab oder dosieren falsch. Welche Risiken sehen Sie bei DIY-Ansätzen – und warum ist ärztliche Begleitung kein „Nice-to-have“, sondern zentral für den Erfolg und die Gesundheit?
DDr. Gerald Jahl: Ärztliche Begleitung mit zusätzlichem begleitendem Coaching ist die Basis, dass SAFE überhaupt funktioniert. Die „normale“ Art der Eigenbehandlung führt nie zu einem anhaltenden und nachhaltigen Ergebnis, einfach weil dann dem User die Ahnung und das Wissen über den eigenen Stoffwechsel fehlt. Und genau dieses Verstehen des Stoffwechsels steht bei uns ganz am Anfang der Behandlung und ist quasi die Basis. Alle Patienten erhalten ein E-Book über das Programm mit überaus informativem Inhalt, der für die meisten Patienten Neuland darstellt. Je besser informiert die Patienten sind, desto besser ist die Mitarbeit und die Compliance. Und das führt zu größeren Erfolgen und am Ende zu wieder gesunden Menschen, die zusätzlich auch beträchtlich Gewicht verloren haben. Und das Coaching dient auch dazu, manche hormonellen Defizite zu verbessern und immer wieder neue Reize zu setzen durch diverse kleine Maßnahmen, und das immer wieder. Zusätzlich gibt es bei uns auch ein psychologisches Empowerment-Coaching und ein Coaching über Ernährung, Bewegung und Alltagsroutinen, was also gesamt betrachtet sicher einzigartig ist, alles aus einer Hand über Cardea zu erhalten. Und: Wir müssen unbedingt darauf achten, Muskulatur und Knochen zu erhalten, was wieder nur durch eine qualifizierte Betreuung und Kontrollen möglich ist.
Annett Conrad: In Ihrem Buch zeigen Sie klar: Die Spritze wirkt nicht allein. Verhalten und Alltag müssen sich mit verändern. Welche Veränderungen sind aus Ihrer Erfahrung die schwierigsten, aber auch die wirkungsvollsten?
DDr. Gerald Jahl: Die Patienten müssen aus ihrer Komfortzone punkto Ernährung und Bewegung herauskommen und sich das einmal trauen und sich auch zutrauen. Insulin muss gesenkt werden, das ist das Ziel. Dann geht alles andere fast von alleine. Dazu müssen die einfachen Kohlenhydrate, also quasi alles, was aus Mehl besteht, stark reduziert werden. Das stellt sicher die größte Herausforderung dar, weil wir es gewohnt sind zB Brot und Nudeln häufig zu uns zu nehmen. Reis und Süßigkeiten sind auch tabu beim Abnehmen, was aber durch die Unterstützung durch GLP-1 alles sehr einfach wird. Der Food-Noise und das Craving kommen endlich in den Hintergrund. Proteine, mindestens 100 Gramm pro Tag, müssen fix am Speiseplan stehen, das ist absolute Notwendigkeit, was aber durch einfaches Essen kaum möglich ist und deshalb arbeiten wir auch zwingend mit Proteinshakes zusätzlich. Wichtig ist eine fixe Essenszeit pro Tag und fixe Essenspausen. Zwischenmahlzeiten müssen vermieden werden. Bewegung muss in das Abnehmprogramm eingebaut werden, am besten natürlich auch fixes Krafttraining. Jede Art der Bewegung oder Sport führt neben der Verbrennung von Kalorien, die übrigens in der Höhe meistens überschätzt werden, nämlich zu neuen Insulinrezeptoren in der Muskulatur , die dann dabei helfen, das Insulin dauerhaft zu senken über die Zeit. Und genau die Aspekte der Bewegung, die nicht riesig sein müssen, machen bei den Teilnehmern die größten Probleme in der Durchführung. GLP-1 ändert nur die Möglichkeit des Patienten sein eigenes Verhalten dauerhaft zu verändern, und um diese positive Verhaltensänderung, ohne das Gefühl des Verzichtens, das ist der Gamechanger.

Annett Conrad: Ein spannender Aspekt Ihres Ansatzes ist die Longevity-Perspektive: Wie kann Gewichtsreduktion mit GLP-1-Medikamenten zum Einstieg in langfristige Gesundheits- und Stoffwechseloptimierung werden?
DDr. Gerald Jahl: Nach Absolvierung des Programms verfügen die Teilnehmer über einen gesundeten Stoffwechsel mit einem gesunden Gewicht. Insulin hat sich normalisiert, der Stoffwechsel kann nun einfacher und besser arbeiten. Der Blutdruck hat sich gesenkt, die Gefäße und ihr Zustand haben sich gebessert, das Herz arbeitet stärker und effektiver, die gefährlichen Blutfette haben sich normalisiert, die Psyche hat sich stabilisiert und deutlich verbessert, die Gelassenheit und die hormonelle Balance hat zugenommen, die allgemeine Leistungsfähigkeit hat stark zugenommen und die Entzündungswerte im Körper und auch in den Gelenken haben sich stark reduziert. Die Bewegung fällt wieder leichter, einerseits wegen des geringeren Gewichtes, andererseits wegen der erwähnten zusätzlichen Benefits des Medikaments. Der Lifestyle hat sich absolut geändert und das Mindset hat sich stark verbessert im Sinne einer gesunden und gesund bleibenden Verhaltensweise und einem neuen „way of life“. Das alles sind Zustände, die man sich wünscht und auch dauerhaft haben will. Hier kommt dann das Thema Low-Dosing und Micro-Dosing ins Spiel, wovon ich mir in nicht allzu weit entfernter Zukunft viel verspreche, wofür es aber noch keine Zulassung gibt und was immer noch einen Off-Label Use darstellt, in den USA aber bereits immer mehr Beachtung und Anwendung findet, also eine Verwendung abseits der Gewichtsmedizin.
Annett Conrad: Der persönliche Erfahrungsbericht von Herbert Hirschler bringt das Thema ins echte Leben. Warum war es Ihnen wichtig, neben der medizinischen Expertise auch eine ehrliche Alltagsstory ins Buch zu integrieren?
DDr. Gerald Jahl: Weil genau dadurch die Glaubwürdigkeit enorm gesteigert wird, wenn ein echt selbst betroffener Mensch ungeschminkt und unlektoriert über seine Erfahrungen berichtet. Wenn ein Arzt gescheite Sachen erzählt, dann nehmen die Leute das einfach weniger ernst, weil sie ja eh wissen, was gesund und was ungesund ist. Und was soll ein Arzt schon anderes sagen, als über Gesundheit und Vorteile zu sprechen bzw. zu schreiben. Und ja, das war eigentlich der Grund das Buch in seiner Planung überhaupt ins Auge zu fassen, weil es ja ohnehin genug Bücher über GLP-1 am Markt bereits gibt, die allerdings das Thema meiner Meinung nach alle miteinander falsch angehen und schlecht schildern, was aber umgekehrt Leser nicht gut beurteilen können. Und deshalb war unser Ansatz, ein ganz anderes Buch zu verfassen, ein Buch, das alles, auch kritisch, aufgreift und endlich einmal die Komplexität des Stoffwechsels auf verständliche Art erklärt und echte Lösungen für erfolgreiches Abnehmen bietet. Und das gepaart mit einem ehrlichen Erfahrungsbericht, der meiner Meinung nach sehr wichtig ist. Und bis zur Veröffentlichung habe ich den Text von Herbert auch gar nicht gelesen und habe in den Inhalt auch in keinster Weise Einfluss genommen, was für eine authentische Darstellung einfach wichtig ist.
Annett Conrad: Ein heikler Punkt: Für wen ist die Abnehmspritze nicht geeignet – auch wenn Wunsch, Druck oder Mode etwas anderes sagen?
DDr. Gerald Jahl: GLP-1 ist einmal primär nicht zugelassen für Patienten mit einem BMI unter 27. Das ein bisschen Abnehmen um wieder den perfekten Body für Instagram zu bekommen ist also mit der Spritze bei uns nicht möglich. Und an diese Richtlinien halten wir uns auch, auch deshalb weil bei uns eher Patienten sind und zu uns kommen, die doch beträchtliches Übergewicht mit bereits gesundheitlichen Problemen haben. Aber natürlich spielt hier auch die Psyche eine Rolle, weil es auch wirklich viele Personen gibt, die sich wirklich anstrengen beim persönlichen normalen Abnehmen alleine, alles dem unterordnen, viel Bewegung machen und trotzdem der ganz große Erfolg ausbleibt, um das perfekte Gewicht zu erhalten. Und in gewissen Einzelfällen unterstützen wir in solchen Fällen auch am Ende einer persönlich durchgeführten Abnehmreise manchmal mit GLP-1 über SAFE, aber nur wenn ein wirklicher Leidensdruck und persönliches Unglücklichsein vorhanden ist, was dann aber nur nach Rücksprache mit unserer Psychotherapeutin geschieht. Weil eben auch Depressionen wegen des Gewichtes und der persönlichen Machtlosigkeit vorhanden sein können, die für mich schon eine klinische Bedeutung haben. Und in manchen dieser Fälle helfen wir hier dann auch ärztlich mit unserem Programm, weil eben nicht alles mit dem BMI messbar gemacht werden kann. Aber natürlich, und hier sehe ich große bestehende und zukünftige Gefahren für unsere Gesellschaft, ist die oft verzerrte und falsche Körperwahrnehmung, vor allem junger Patienten, eine evidente Tatsache aufgrund von Social-Media. Und da müssen wir als Gesellschaft schon aufpassen, besonders auf junge Mädchen, die den perfekten Körper haben wollen oder durch externen Druck auch haben müssen ihrer Meinung nach.

Annett Conrad: Wenn Sie den aktuellen Boom in einem Satz zusammenfassen müssten: Welche unbequeme Wahrheit über Risiken und Verantwortung wird im öffentlichen Diskurs rund um Ozempic & Co. zu selten ausgesprochen?
DDr. Gerald Jahl: Ja, es gibt einmal gewisse medizinische Risiken, die man über eine tiefe Diagnostik vor Beginn aber absolut minimieren kann. Was aber nie erwähnt wird, ist die Tatsache, dass erfolgreiches und auch nachhaltiges Abnehmen mit GLP-1, also als echtes Stoffwechselprogramm wie bei SAFE, nämlich echte Arbeit für die Patienten darstellt! Wenn man das volle Spektrum von GLP-1 ausnutzen will, was ja eigentlich sinnvoll wäre, dann hat man ganz schön zu tun. Bewegung, Kraft-oder Widerstandstraining, Ernährungsweise und Ernährungsart, Mikronährstoffe, Schlafqualität, Stressreduktion und Psychohygiene, da sind tatsächlich viele Dinge zu beachten täglich bzw über die Woche betrachtet. GLP-1 User bei uns nehmen keine Abkürzung und sind nicht faul, sie sind umgekehrt sehr motiviert und haben viele Dinge zu beachten und zu befolgen. Im öffentlichen Diskurs gibt es einfach 2 Lager derzeit: die Personen, die das Medikament als wertvoll empfinden und die Personen, die für die Verwendung durch andere kein Verständnis zeigen. Das wird sich über die kommende nahe Zukunft ändern, denke ich. Man wird die GLP-1 nicht mehr aus unserem Leben verbannen können, die Abnehmspritze ist einfach gekommen, um zu bleiben! Und da wird noch viel mehr kommen aus dieser Art von Medikamenten, nämlich dann, wenn in naher Zukunft nämlich Peptide in der EU zugelassen werden. Das wird dann endgültig die gesamte Medizin tatsächlich revolutionieren, und zwar im positiven Sinne. Aber das ist bereits ein anderes Thema.
Annett Conrad: Mit Blick auf Österreich und Deutschland: Wie realistisch ist der nachhaltige Einsatz der Abnehmspritze im Gesundheitssystem – in Bezug auf Kosten, Versorgung und langfristige Betreuung?
DDr. Gerald Jahl: Da gibt es interessante Untersuchungen dazu, dass sich das weder Österreich, noch Deutschland volkswirtschaftlich leisten kann, einfach weil die Kosten dafür zu hoch sind. Manche Untersuchungen in Deutschland sprechen von Mehrkosten von fast 6 Milliarden Euro, bei der Annahme einer sehr geringen Nutzung und Bereitschaft der adipösen Bürger und Krankenversicherten. Bei hoher Bereitschaft würden Kosten bis zu 55 Milliarden Euro pro Jahr entstehen, was nicht finanzierbar sein wird. Umgekehrt sind die gesamten direkten und indirekten Kosten in Deutschland für die Behandlung, Rehabilitation, Folgeerkrankungen und Arbeitsausfall von Adipositas-Patienten bei circa 62-65 Milliarden Euro jährlich. Volkswirtschaftlich also doch wert, das einmal genauer durch zu rechnen. Insgesamt werden die Kosten der GLP-1 über die nächsten Jahre deutlich sinken, was als positiv zu bezeichnen ist. Einfach weil immer wieder noch bessere Medikamente auf den Markt kommen werden und weil zusätzlich die Patente einmal auslaufen werden, was auch günstigere Generika entstehen lassen wird. Das wird zu einer deutlich vermehrten Nutzung führen und wahrscheinlich über die Zeit auch zu einer allgemeinen Akzeptanz als Standardtherapie. In 10 Jahren wird die Gesellschaft zu GLP-1 und deren Nachfolgeprodukten eine ganz andere Meinung haben und die Stimmungslage zu der Spritze, oder auch bald Tablette, wird nicht mehr so polarisieren wie jetzt noch, und die allgemeine und verbreitete Nutzung wird Realität werden. Und dann wird unsere Gesellschaft mit Sicherheit im Durchschnitt deutlich schlanker sein und damit auch gesünder, und das wird zu einer längeren durchschnittlichen Lebenserwartung führen, was sich jeder Staat auch einmal im Pensions- und Rentensystem erst einmal leisten können muss. Spannend! Abschließend zur langfristigen Betreuung: Ärzte müssen sich einfach mehr mit GLP-1 beschäftigen, was bis dato leider noch immer nicht der Fall ist. Wir brauchen eine flächendeckende Betreuung in Österreich und in Deutschland, und das durch ärztliche Spezialisten, denn für die Zukunft müssen wir uns wappnen die stetig wachsende Übergewichtslawine und den Diabetes-Tsunami abzuwehren.

Mein Dank geht an Herrn DDr. Gerald Jahl für die aufschlussreichen Antworten. Noch mehr Informationen über die Abnehmspritze und einen gesunden Lifestyle vermittelt DDr. Jahl in seinem Buch Gamechanger Abnehmspitze. Hier geht es zu unserer Rezension.

Weitere Informationen
CARDEA Wachau
Am Goldberg 2
3500 Krems / Wachau































































