Willkommen bei Karo & Paul
Schon der Name der Restaurants samt Bar ist ein kleines Feuilleton für sich. Karo & Paul – das klingt nach Nachbarschaft, nach Handschlag über die Straße hinweg. Gemeint sind das Karolinenviertel und St. Pauli, zwei Stadtteile, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch seit jeher ineinanderfließen. Das Kreative und das Raue, das Szenige und das Bodenständige. Genau dort verortet sich dieses Restaurant: zwischen Atelier und Kiezkneipe, zwischen Hotelkomfort und Hamburger Alltag.


Man sitzt am liebsten oben auf der Empore. Jedoch nicht abgehoben, sondern erhöht. Das ist der feine Unterschied. Bei Karo & Paul geht es leger zu, geradezu unaufgeregt. Vor den Fenstern leuchtet das Millerntor-Stadion, meist stolz erhellt, so dass die Stimmung des Lichtes sich im Restaurant widerspiegelt. Dreimal im Jahr verwandelt sich der Blick: Dann breitet sich der Hamburger Dom vor dem Bunker aus. Zu dieser Zeit dominiert das flirrende Lichtermeer aus Fahrgeschäften, Zuckerwattebuden und Erinnerung den Blick nach draußen. Drinnen aber bleibt es ruhig, konzentriert und angenehm zwanglos.


Gerichte aus Hamburgs Mitte
Es beginnt mit Brot, wie so oft, aber selten so selbstverständlich gut. Sauerteig-Ciabatta von der Bäckerei Gaus, dazu die legendäre Bunkerbutter: grau gefärbt mit Aktivkohle, in der Mitte des Würfels versteckt sich eine frische Kalamansi-Mousse. Ein kleiner Kontrast, säuerlich, cremig, überraschend leicht. Wer hier noch an Effekthascherei denkt, wird schnell eines Besseren belehrt.

Das Tatar vom Weiderind zeigt Haltung. Es ist fein geschnitten, wird von einer Sauce aus Quitte und Eigelb bekleidet und mit einem knusprigen Tapioka-Chip serviert. Süße, Säure, Tiefe: alles ist da, nichts ist zu viel. Daneben ein Steckrüben-Carpaccio, hauchdünn aufgeschnitten, mit einer Creme aus Steckrübe, Apfel und Ziegenkäse. Bodenständig? Ja. Langweilig? Kein bisschen.


Dann dieser Moment, in dem man lächelt: Toast Hawaii. Ein Gericht, das kaum mehr ironische Distanz verträgt, aber hier oben super funktioniert. Im Rahmen einer Fernsehsendung wurde er einst kreiert, nun kommt er leicht verändert auf den Tisch: mit Deichkäse, Katenschinken und natürlich der unvermeidlichen Cocktailkirsche. Ein Augenzwinkern an deutsche Kulinarikgeschichte, das erstaunlich ernsthaft schmeckt.

Wer sich für die geflämmte Makrele in Sojasauce mit luftigem Chorizo-Schaum entscheidet, schlägt die Brücke zwischen Nord und Süd, oder besser: zwischen Hafen und Tapasbar. Zum Schluss wird es noch mal ganz Hamburg-alike mit dem Franzbrötcheneis, Apfel aus dem Alten Land samt Knusper. Die Hansestadt in Dessertform, ohne Tamtam, aber mit Seele.





La Sala – Noch mehr Genuss im Bunker St. Pauli
Ganz oben, quasi direkt unter Hamburgs Himmel, bietet das Hard Rock Hotel selbst mit dem La Sala ein weiteres Restaurant für unverhoffte Gaumenfreuden. Mediterrane Küche mit dem Blick nach Spanien und dazu die passende Atmophäre aus Lebhaftigkeit und Geselligkeit. Auch hier wird wieder geteilt, was auf den Tisch kommt. Einfach herrlich, familiär und lecker. Doch so vielseitig das Angebot auch ist – das eigentliche Finale wartet ganz oben.



Die Dachterrasse des Bunkers ist mehr als ein Aussichtspunkt. Sie ist ein Statement. Hier speist man über den Dächern Hamburgs, sieht die Stadt atmen, den Hafen glimmen, den Kiez pulsieren. Ganz oben erlebt man Hamburg nicht nur horizontal, sondern vertikal. Vom Betonfundament bis zum Himmel.


Jedes gastronomische Outlet im Bunker St. Pauli gibt Raum für lässiges Socializing, geteilte Teller und den leisen Luxus, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Und vielleicht ist genau das die größte Leistung, insbesondere von Karo & Paul. So verlässt man den Bunker und denkt nicht mehr an seinen Ursprung, sondern an Geschmack und eine gute Zeit.
Neugierig auf das Reverb by Hard Rock Hotel Hamburg geworden? Hier geht es zu unserem Artikel: Bunkerhotel Hamburg St. Pauli: Übernachten in einem Lost Place
Der Inhalt dieses redaktionell erstellten Artikels wurde unabhängig verfasst. Die Veröffentlichung wurde durch externe Unterstützung ermöglicht, ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung. Es gilt der Redaktionskodex.

































































