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Wir reisen, um uns zu erholen. Und kaum sind wir angekommen, beginnt der Stress: Welcher Strand ist der schönste? Welches Restaurant darf man nicht verpassen? Wo wartet der perfekte Sonnenuntergang? Und wie bekommt man das alles möglichst noch in einer Woche unter? Irgendwann sitzt man im Hotel und stellt fest: Der Urlaub war eigentlich ziemlich anstrengend.

Genau an diesem Punkt setzt Philipp Laage mit „Travel is broken – Warum Reisen oft enttäuscht und wie wir es neu entdecken können“ an. Der provokante Titel klingt zunächst nach einer Abrechnung mit dem Tourismus. Doch davon ist das Buch weit entfernt. Laage liebt das Reisen. Gerade deshalb schaut er genauer hin, was mit unserer schönsten Zeit des Jahres passiert ist.

Autor und Journalist Philipp Laage schreibt Bücher und Reportagen über verschiedene Reisen / © Foto Jakob Kienzerle

Die Frage ist: Warum reisen wir

Reisen: längst geht es nicht mehr um Erholung. Reisen ist Lifestyle, Statussymbol, Sinnsuche und manchmal sogar eine Art Selbstoptimierungsprogramm. Wir wollen möglichst viel sehen, möglichst außergewöhnliche Erfahrungen sammeln und am besten noch beweisen, dass wir ein interessantes Leben führen. Das Smartphone macht die Sache nicht einfacher. Es zeigt uns vor der Reise, was uns erwartet, begleitet uns unterwegs und liefert gleichzeitig die nächste Inspiration. Ausgerechnet im Urlaub bleibt damit die Tür zum Alltag ständig offen.

Ein Buch über Reisen am Limit und unsere Rolle als Touristen, über die Frage warum wir nicht mehr abschalten können und weshalb zu Hause bleiben auch keine Lösung ist / © Redaktion FrontRowSociety.net

Laage beschreibt diese Entwicklung mit viel Sinn für die kleinen Absurditäten des Reisens. Wir suchen das Unberührte und tragen selbst dazu bei, dass es zum Hotspot wird. Wir wollen spontan sein und buchen jede Kleinigkeit vorab. Wir suchen Ruhe und machen daraus ein Programm. Besonders treffend ist seine Unterscheidung zwischen Erlebnis und Erfahrung: Ein Erlebnis lässt sich planen, buchen und abhaken. Eine Erfahrung entsteht häufig dort, wo der Plan aufhört, wenn etwas Unerwartetes passiert, ein Umweg zum Ziel wird oder man sich tatsächlich auf einen Ort und seine Menschen einlässt.

Mit dem Kreufahrtschiff zu den Färör-Inseln. Statt einfach diese raue Landschaft und das Erlebnis auf See zu genießen, fotografieren wir jeden Zentimeter des Ozeans und googlen schon mal, was uns im nächsten Hafen erwartet
Mit dem Kreuzfahrtschiff zu den Färöer-Inseln. Statt einfach diese raue Landschaft und das Erlebnis auf See zu genießen, fotografieren wir jeden Zentimeter des Ozeans und googeln schon mal, was uns im nächsten Hafen erwartet / © Redaktion FrontRowSociety.net

Dabei bleibt Laage angenehm entspannt. Er predigt weder Flugverzicht noch Weltverbesserung im Urlaub. Auch die Klimafolgen des Reisens und das Problem des Overtourism betrachtet er differenziert. Er plädiert vielmehr dafür, länger zu bleiben, bewusster auszuwählen und den Tourismus stärker danach auszurichten, was den Menschen vor Ort tatsächlich nutzt.

Also keine Reisen mehr?

Am Ende ist „Travel is broken“ kein Buch gegen das Reisen, sondern eines für das Reisen. Für weniger Checklisten im Kopf, weniger Angst, etwas zu verpassen, und für die Freiheit, auch einmal nicht zu wissen, was hinter der nächsten Ecke wartet. Und die beste Idee für den nächsten Urlaub hat dieses Buch im Gepäck: nicht alles sehen zu müssen. Und vor allem nicht alles schon vorher wissen zu wollen.

Travel is broken ist das nunmehr dritte Buch von Philipp Laage
Travel is broken ist das nunmehr dritte Buch von Philipp Laage / © Redaktion FrontRowSociety.net

Wer wissen möchte, wie Philipp Laage selbst über Overtourism, Erlebnisdruck, Klimafolgen und die Zukunft des Reisens denkt, findet das ausführliche Interview mit dem Autor in unserem Magazin.

Titel: Travel is broken
Verlag: Kösel Verlag, München
ISBN: 978-3-466-37352-9
Erscheinungsjahr: 2026
Autor/in: Philipp Laage

Die Recherche erfolgte aufgrund der Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplares. Der Inhalt wurde unabhängig erstellt; eine Einflussnahme fand nicht statt. Zur Unterstützung der Recherche sowie zur Prüfung und Optimierung von Sprache, Grammatik und Rechtschreibung kamen teilweise KI-gestützte Tools zum Einsatz. Es gilt der Redaktionskodex.