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Japanische Spitzenküche vermutet man für gewöhnlich in großen Metropolen. Oder eben in Japan. Aber nicht im Zentrum von Mondsee in Oberösterreich. Und doch befindet sich hier seit Frühling 2026 das beste japanische Restaurant, in dem ich je war: das Mizu No Yama.

Das Mizu No Yama verbindet japanisches Fine Dining mit der lockeren Atmosphäre eines Izakaya, einer in Japan weit verbreiteten Mischung aus Restaurant und Bar. Herzstück des Restaurants ist das Omakase-Konzept: Omakase bedeutet übersetzt „Ich vertraue mich dir an“ und beschreibt die Entscheidung, Auswahl und Zusammenstellung der Speisen vollständig in die Hände des Küchenchefs zu legen. Im Mizu No Yama geschieht das in Form eines neungängigen Menüs, das Küchenchef Kentaro Fujita für seine Gäste komponiert.

Im Mizu No Yama wird ein 9-gängiges Menü nach dem japanischen Omakase-Prinzip serviert. Bei Auswahl und Komposition der Gänge wird dem Küchenchef vertraut / © Christian Maislinger
Im Mizu No Yama wird ein 9-gängiges Menü nach dem japanischen Omakase-Prinzip serviert. Bei Auswahl und Komposition der Gänge wird dem Küchenchef vertraut / © Christian Maislinger

Hinter dem Mizu No Yama stehen die Unternehmer Maximilian van der Smissen und Dragan Miskovic. Verbunden durch ihre Leidenschaft für Gastronomie, hochwertige Produkte und Konzepte, die nicht austauschbar sind, wollten sie einen Ort schaffen, der „kulinarisch, atmosphärisch und menschlich“ ein echtes Erlebnis bietet, so Dragan Miskovic im Interview.

In Mondsee wird seit Frühling 2026 japanische Spitzenkochkunst kredenzt. Unbedingt hingehen, unbedingt reservieren / © Christian Maislinger
In Mondsee wird seit Frühling 2026 japanische Spitzenkochkunst kredenzt. Unbedingt hingehen, unbedingt reservieren / © Christian Maislinger

Exklusivinterview mit Dragan Miskovic, Geschäftsführer Mizu No Yama

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Japanisches Fine Dining in Mondsee klingt zunächst nicht nach einer naheliegenden Idee. Wie entstand die Idee dazu?

Dragan Miskovic: Genau dieser Kontrast hat uns gereizt. Mondsee ist ein wunderschöner Ort mit hoher Lebensqualität, vielen Gästen aus der Region und internationalem Publikum. Gleichzeitig fehlte uns hier ein kulinarisches Konzept, das wirklich überrascht und über das Gewohnte hinausgeht. Die Idee war, japanische Küche nicht als Trend zu sehen, sondern als Kultur: Präzision, Respekt vor dem Produkt, Reduktion, Handwerk und Ästhetik.

Wir wollten diese Haltung nach Mondsee bringen, aber nicht kopieren, sondern so umsetzen, dass sie zum Ort, zum Haus und zu unseren Gästen passt. Viele Gäste suchen heute nicht mehr nur gutes Essen, sondern Orte, für die man bewusst anreist. Mondsee bietet dafür den perfekten Rahmen.

Herzstück des Restaurants ist das Omakase-Konzept: Omakase bedeutet übersetzt „Ich vertraue mich dir an“ und beschreibt die Entscheidung, Auswahl und Zusammenstellung der Speisen vollständig in die Hände des Küchenchefs zu legen / © Christian Maislinger
Herzstück des Restaurants ist das Omakase-Konzept: Omakase bedeutet übersetzt „Ich vertraue mich dir an“ und beschreibt die Entscheidung, Auswahl und Zusammenstellung der Speisen vollständig in die Hände des Küchenchefs zu legen / © Christian Maislinger

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Ich habe gehört, dass auch das Iris Porsche Hotel damit in Verbindung stehen soll?

Dragan Miskovic: Ja, es gibt eine Verbindung zum Iris Porsche Hotel. Das Hotel steht für Qualität, Stil und einen gehobenen Anspruch. Das sind Werte, die auch im Mizu No Yama eine wichtige Rolle spielen. Uns war wichtig, Gästen ein ganzheitliches Erlebnis zu bieten. Das Iris Porsche Hotel und das Mizu No Yama ergänzen einander dabei ideal und schaffen gemeinsam einen zusätzlichen Anziehungspunkt für Mondsee.

Die Idee im Mizu No Yama ist, japanische Küche nicht als Trend zu sehen, sondern als Kultur: Präzision, Respekt vor dem Produkt, Reduktion, Handwerk und Ästhetik / © Christian Maislinger
Die Idee im Mizu No Yama ist, japanische Küche nicht als Trend zu sehen, sondern als Kultur: Präzision, Respekt vor dem Produkt, Reduktion, Handwerk und Ästhetik / © Christian Maislinger

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Das Mizu No Yama verbindet zwei unterschiedliche Konzepte unter einem Dach – Izakaya und Fine Dining. Warum war diese Kombination wichtig?

Dragan Miskovic: Wir wollten japanische Küche nicht nur auf ein einziges Format reduzieren. Eine Izakaya steht für Lebendigkeit, Geselligkeit und unkomplizierten Genuss. Fine Dining steht für Präzision, Tiefe und ein kuratiertes Erlebnis. Beides gehört zur japanischen Esskultur – nur auf unterschiedliche Weise.

Diese Kombination erlaubt uns, verschiedene Gäste und Anlässe anzusprechen. Man kann bei uns einen Abend mit Omakase-Menü erleben, aber auch à la carte kommen, teilen, probieren und einen entspannteren Zugang zur japanischen Küche finden. Diese Flexibilität war uns sehr wichtig.

Das Mizu No Yama verbindet japanisches Fine Dining mit der lockeren Atmosphäre eines Izakaya, einer in Japan weit verbreiteten Mischung aus Restaurant und Bar / © Christian Maislinger
Das Mizu No Yama verbindet japanisches Fine Dining mit der lockeren Atmosphäre eines Izakaya, einer in Japan weit verbreiteten Mischung aus Restaurant und Bar / © Christian Maislinger

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Wie sind Sie auf Kentaro Fujita aufmerksam geworden und was hat ihn für das Mizu No Yama zum idealen Küchenchef gemacht?

Dragan Miskovic: Die Suche nach dem richtigen Küchenchef war für uns einer der wichtigsten Schritte. Bei Kentaro Fujita hat von Anfang an vieles zusammengepasst: seine Erfahrung, seine Präzision, sein Verständnis für japanische Küche und seine ruhige, konzentrierte Art.

Der Kontakt entstand im Zuge unserer Suche nach einem Küchenchef, der nicht nur technisch stark ist, sondern auch die Philosophie hinter dem Projekt versteht. Wir wollten jemanden, der japanische Küche authentisch verkörpern kann, aber gleichzeitig offen genug ist, ein neues Konzept in Mondsee mitzuentwickeln. Bei Kentaro hatten wir sehr schnell das Gefühl, dass er genau diese Verbindung mitbringt.

Beim Omakase-Menü steht das Erlebnis im Vordergung. Der Gast vertraut dem Küchenchef und lässt sich führen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Beim Omakase-Menü steht das Erlebnis im Vordergung. Der Gast vertraut dem Küchenchef und lässt sich führen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Neben dem Omakase-Menü gibt es auch eine À-la-carte-Karte. Nach welchen Kriterien entwickeln sie diese weiter und wie oft verändert sie sich?

Dragan Miskovic: Beim Omakase-Menü steht das Erlebnis im Vordergrund. Der Gast vertraut dem Küchenchef und lässt sich führen. Die À-la-carte-Karte bietet mehr Freiheit und eignet sich für Gäste, die einzelne Gerichte entdecken möchten. Beide Bereiche beeinflussen sich gegenseitig und werden regelmäßig weiterentwickelt.

Ein Hauch Izakaya: kleine japanische Köstlichkeiten und ein Glas Champagner zum entspannten Genießen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Ein Hauch Izakaya: kleine japanische Köstlichkeiten und ein Glas Champagner zum entspannten Genießen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Wo sehen Sie das Mizu No Yama in drei Jahren? Gibt es bereits konkrete Ideen oder Visionen?

Dragan Miskovic: In drei Jahren möchten wir, dass das Mizu No Yama als eine feste kulinarische Adresse in Österreich wahrgenommen wird – nicht nur als gutes japanisches Restaurant, sondern als besonderer Ort für japanische Küche, Gastfreundschaft und Erlebnisgastronomie.

Unsere Vision ist es, das Konzept Schritt für Schritt weiterzuentwickeln: kulinarisch, im Service, in der Wahrnehmung und in der Qualität. Wir wollen nicht stehen bleiben, sondern jedes Jahr besser werden. Wenn Gäste sagen, dass sie für das Mizu No Yama bewusst nach Mondsee kommen, dann sind wir auf dem richtigen Weg.

FrontRowSociety-Redakteurin Astrid Steinbrecher-Raitmayr führte das Interview mit Dragan Miskovic im Juni 2026. 

Nächster Halt: Japan

Wie Spitzenkoch Kentaro Fujita japanische Kochkunst versteht, woher er seine Inspirationen nimmt und warum er mit seiner Küche eine Brücke zwischen Österreich und Japan schlagen möchte, erzählt er im zweiten Teil des Interviews.

Hinweis der Redaktion: Die in diesem Interview geäußerten Aussagen, Einschätzungen und Meinungen geben ausschließlich die persönlichen Ansichten des Interviewpartners wieder. Die Redaktion macht sich diese Inhalte nicht zu eigen; für deren inhaltliche Richtigkeit und rechtliche Bewertung ist allein der Interviewpartner verantwortlich.