Die Kunst, hinzusehen
Denn „Es ist nie nichts“ ist kein klassischer Expeditionsbericht und auch kein Ratgeber über mentale Stärke. Die Tauchgänge bilden vielmehr den Erfahrungsraum für Gedanken über Angst, Unplanbares, Krisen und die Fähigkeit, damit umzugehen. Resilienz entsteht bei von Boetticher nicht aus dem Versuch, jede Situation zu kontrollieren. Sie wächst aus der Bereitschaft, Unsicherheit auszuhalten, aufmerksam zu bleiben und sich auf das einzulassen, was geschieht.

Genau darin liegt für mich die eigentliche Stärke dieses Buches. Die Tiefe wird zum Bild für eine Lebensphilosophie: Wer bereit ist, genauer hinzusehen, entdeckt auch dort etwas, wo zunächst Leere zu sein scheint. Der Titel „Es ist nie nichts“ bringt diese Idee präzise auf den Punkt. Es geht um Neugier, um Offenheit und um die Fähigkeit, sich von einem Moment berühren zu lassen.
Im Interview sagt die Autorin über den Titel: „Tatsächlich ist das ein Satz, der schon immer beschreibt, wie ich über die Welt um mich herum denke. Er hat sich noch einmal verstärkt, als jemand zu mir sagte ‚Ach, dann habt ihr wieder nichts gesehen‘, als wir einmal von einem Tag Suche nach einer bestimmten Situation mit Haien zurückkamen. Damals dachte ich, wieso nichts – was heißt da nichts? Nur, weil wir keine Haie gefunden hatten, hieß das ja noch lange nicht, dass da ’nichts‘ war.“

Anna von Boetticher: Es ist nie nichts
Ein ruhiges, persönliches Buch über die Freude am Entdecken und darüber, wie aus Erfahrungen, die uns herausfordern, innere Widerstandskraft entstehen kann.
Titel: Es ist nie nichts
Verlag: YUNA Verlag, München
ISBN: 978-3-517-30376
Erscheinungsjahr: 2026
Autor/in: Anna von Boetticher
Weitere spannende Einblick in die Welt der Anna von Boetticher gibt es in unserem Interview mit der Sportlerin und Autorin.
Die Recherche erfolgte aufgrund der Zurverfügungstellung eines Rezensionsexemplares. Der Inhalt wurde unabhängig erstellt; eine Einflussnahme fand nicht statt. Zur Unterstützung der Recherche sowie zur Prüfung und Optimierung von Sprache, Grammatik und Rechtschreibung kamen teilweise KI-gestützte Tools zum Einsatz. Es gilt der Redaktionskodex.




























































