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Das erst im letzten Jahr eröffnete Hotel Borsari gehört zu den Design Hotels. Es begeistert gerade die Fans moderner Architektur. Hinter der Backsteinfassade verbirgt sich ein Hotel, das bewusst an die Geschichte der Stadt als Knotenpunkt des römischen Reiches in den Schweizer Alpen erinnern möchte.

Eine moderne Unterkunft mit besonderem Stil im Herzen von Martigny

Von den minimalistisch und mit Designmöbeln ausgestatteten Zimmern hat man einen Ausblick auf die Stadt
Von den minimalistisch und mit Designmöbeln ausgestatteten Zimmern hat man einen Ausblick auf die Stadt / © Foto: Design Hotels

Eine offene Plaza zwischen den beiden Hotelgebäuden, auf der man Frühstücken kann macht das genauso deutlich wie ein besonderes Bad im Untergeschoss. Die Aufteilung der Zimmer auf zwei getrennte Gebäudeteile macht es der Rezeption nicht immer einfach, alle Gäste auf den Weg in die richtige Richtung zu bringen. Die Zimmer sind groß, werden nur zentral klimatisiert, was in den heißen Sommermonaten nicht jedem zusagt, und sind bewusst minimalistisch eingerichtet. Die Wände haben den puren Charme von gegossenem Beton. Damit erzeugen sie eine fast industrielle Anmutung.

Die Zimmer im Design Hotel sind minimalistisch aber mit Stil eingerichtet
Die Zimmer im Design Hotel sind minimalistisch aber mit Stil eingerichtet / © Foto: Design Hotels

Einen Kleiderschrank sucht man genau wie Fernseher oder Kühlschrank vergeblich. Wasser steht in Karaffen bereit. Designermöbel sprechen Gäste an, die gespannt sind auf moderne Einrichtungsideen. Vitsœ-Regale von Dieter Rams, Schweizer Feller-Schalter und zeitlose Stühle sind einige der Ausstattungsdetails, die zum Einsatz kommen. Viele Zimmer verfügen über offene Badezimmer mit Cielo-Armaturen, Fliesen im Terrazzo-Stil, geriffelten Glasduschen und Vorhängen aus Wollflanell. Betten von Elite und ikonische Tolomeo-Lampen verbinden Komfort und Design.

Die „Bains Public“ sind ziemlich private Bäder

Die Bains Public verbinden Elemente römischer Bäder mit moderner Architektur
Die Bains Public verbinden Elemente römischer Bäder mit moderner Architektur / © Foto: Design Hotels

Außergewöhnlich und äußerst gelungen sind die „Bains Publics“, die man in halbstündlichen Zeitfenstern von 90 Minuten besuchen kann. Wie in einem gehobene Spa wird man persönlich begrüßt und kurz über das Konzept informiert. Hinter den Umkleiden erwartet die Gäste eine Bade- und Entspannungslandschaft, die den Charme moderner Industriearchitektur mit dem römischer Bäder vereint. Eine Vielzahl römischer Vasen und Amphoren steht dekorativ an den Wänden. Liegen bieten Möglichkeiten auszuruhen und zu entspannen. Kern der Anlage sind jedoch die verschiedenen Wasserbecken.

Römische Vasen und Amphoren geben den Bains Public ein besonderes Ambiente
Römische Vasen und Amphoren geben den Bains Public ein besonderes Ambiente / © Foto: Design Hotels

Den Anfang macht ein langgezogenes Becken mit angenehmen 35°. Dahinter liegen vier kleinere Becken, davon zwei mit wärmenden 40° und zwei weitere mit erfrischenden 28°. Dahinter liegt ein „Freibad“-Becken. Die verschiedenen Becken für ein womöglich gar gesundheitsförderliches Erlebnisritual zu einem stimmigen Gesamtkonzept zusammenzubinden, gelang bei unserem Besuch noch nicht. Vielleicht auch, weil den Gästen in den Becken das Zeitgefühl fehlt. Eine Mitarbeiterin schlägt als Ersatz für eine Uhr regelmäßig einen Gong, doch bis man das verstanden hat, ist der größte Teil der limitierten Entspannungszeit schon vergangen. Wärmetherapie, Kaltwasserbäder und den außergewöhnlichen Ort, den man geschaffen hat, in ein ganzheitlichen Regenerationserlebnis zu verwandeln, bei dem man innehalten und neue Energie tanken kann, sollte dem zeitnah gelingen, um das Beste aus der diesem Refugium zu machen.

Gehobene Gastronomie in Martigny

Im Restaurant des Design Hotels stehen Produkte aus der Region besonders hoch im Kurs
Im Restaurant des Design Hotels stehen Produkte aus der Region besonders hoch im Kurs / © Foto: Design Hotels

Martigny bietet viele Möglichkeiten gut zu essen. Eine liegt mit dem Le Cercle Restaurant, in dem auch das Frühstücksbuffet angeboten wird, direkt im Hotel Borsari. Chefkoch Matteo Salas setzt auf Einfachheit, Regionalität und Kreativität. Er verspricht, dass jedes Gericht von der Umgebung des Hotels inspiriert ist und die Zutaten von Lieferanten innerhalb eines 180‑km‑Radius um Martigny bezogen werden. Regionalität und Saisonalität werden modern interpretiert, sodass die Gerichte oft positiv überraschend wirken. Gerösteter Blumenkohl mit Paprika, Joghurt-Koriander-Kondiment und Zitronengel zum Beispiel ist eine gelungene Vorspeise. Panierte Eglifilets mit Kapern und Petersilie sind ebenfalls eine gute Wahl. Warum der Koch dazu Pommes Frites und kein regionaltypisches Rösti serviert, bleibt allerdings sein Geheimnis. Als Dessert kann man mit Tiramisu mit Mascarpone-Mousse nur alles richtig machen.

Die Hotelbar bietet eine große Auswahl regionaler Weine
Die Hotelbar bietet eine große Auswahl regionaler Weine / © Foto: Design Hotels

Wer statt im geschlossenen Raum oder im Innenhof auf einer Panoramaterrasse mit Blick über das Rhonetal sitzen möchte, muss hingegen ins Taxi steigen und sich zum familiengeführten Plan-Cerisier Restaurant bringen lassen. Auch dort stehen regionale Produkte und saisonale Spezialitäten im Mittelpunkt. Zu den angebotenen Spezialitäten gehören unter anderem schmackhaftes Tatar und Steaks, deren Grillgrad man dank eines heißen Steins selbst bestimmt. Auch die vielfältigen und leckeren Eissorten sind eine Empfehlung. So verbindet ein Besuch in Martigny die malerische Berglandschaft mit Momenten der Entspannung und des Genusses.

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