Die zweite Generation des Volvo XC60 ist seit 2017 auf dem Markt. Das ist wahrlich ein Zeitraum, der in der automobilen Welt einer Ewigkeit gleicht. Während andere Hersteller in diesem Zyklus zwei oder drei komplett neue Modellgenerationen auflegen, setzt die schwedische Marke auf Beständigkeit. Für das Modelljahr 2026 haben die Entwickler dennoch nachgearbeitet, jedoch ohne den Charakter des Erfolgsmodells zu opfern.
Getestet haben wir den XC60 Plug-in-Hybrid in der Variante T6 AWD als Black Edition Ultra. Und wie sollte es anders sein, dass sich dieses Fahrzeug als wandlungsfähiger Begleiter positioniert, ohne den typisch nordeuropäischen Hang zur Bescheidenheit zu verlieren.

Was sagt der Antrieb und das Fahrwerk
Keine Frage, der Antriebsstrang bildet das Rückgrat dieses SUV. Unter der Haube arbeitet ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 253 PS, der mit einem 145 PS starken Elektromotor an der Hinterachse kombiniert wird. Die Systemleistung summiert sich auf 350 PS und ein Drehmoment von 659 Nm, das über ein Achtgang-Automatikgetriebe an alle vier Räder geleitet wird. Die Verbindung aus Verbrenner und E-Motor erfolgt nahezu unmerklich; der Übergang zwischen den Antriebsarten gehört zum Angenehmsten, was die Branche derzeit zu bieten hat. Für den Spurt von 0 auf 100 km/h vergehen 5,7 Sekunden; ein Wert, der den fast 2,2 Tonnen schweren SUV in die Liga sportlicher Fahrzeuge katapultiert. Tolle Leistungen!


Im städtischen Umfeld zeigt sich ein weiterer Vorteil. Die Anwahl der „B“-Stellung am Wählhebel erhöht die Rekuperationsstärke und ermöglicht ein Fahren mit nur einem Pedal, das sich präzise dosieren lässt. In der Praxis gestaltet sich die Fortbewegung im rein elektrischen Modell als leise, souverän und frei von Getriebe-Abstimmungssuchereien.
Entscheidend für das komfortable Gesamterlebnis ist die optionale Luftfederung mit adaptiven Dämpfern (Four-C). Ohne dieses System neigt das hohe Fahrzeuggewicht zu Wankbewegungen; mit aktivem Fahrwerk hingegen bleibt der XC60 auch auf welligen Landstraßen souverän in der Spur und filtert Bodenunebenheiten effektiv heraus.
Gelungener Innenraum und vorbildlicher Komfort
Der Innenraum präsentiert sich als klassische Volvo-Domäne. Skandinavische Zurückhaltung trifft auf hochwertige Materialien; die Nappa-Leder-Sitze mit Sitzmassagefunktion bieten über lange Distanzen exzellenten Halt, ohne aufdringlich zu wirken. Der Mittelpunkt des Armaturenbretts ist das neue, 11,2 Zoll große Zentraldisplay, das aus der Konsole herausragt. Es basiert auf Android Automotive, integriert Google Maps und den Play Store und reagiert spürbar schneller als der Vorgänger.




Im Fond zeigt sich der XC60 als ernstzunehmendes Reisemobil. Selbst Passagiere mit einer Körpergröße von 1,95 Metern finden auf der Rückbank ausreichend Platz, die Sitzposition ist dank der leicht erhöhten Sitzbank angenehm. Der Gepäckraum fasst je nach Positionierung der Rückbank zwischen 468 und 1528 Liter, wobei die Unterbringung der Hochvoltbatterie die Ladekante minimal anhebt.
Die Black Edition-Ästhetik
Die Black Edition setzt auf eine konsequente Entchromung. Kühlergrill, Logos, Fensterumrandungen und Dachreling treten in Hochglanzschwarz auf, ergänzt durch spezielle 21-Zoll-Leichtmetallfelgen im Fünf-Doppelspeichen-Design. Im Innenraum wird das dunkle Konzept durch einen anthrazitfarbenen Dachhimmel und die sportiv geschnittenen Sitze fortgeführt. Optisch fügt sich der XC60 damit nahtlos in das Segment der konturierten Premium-SUV ein, ohne auf aggressive Design-Elemente zurückgreifen zu müssen.

Sicherheit und Assistenz – da ist Volvo immer spitze
Wie von der Marke gewohnt, fällt die Liste der Sicherheitsassistenten umfangreich aus. Serienmäßig an Bord sind unter anderem der Pilot Assist (ein Lenk- und Abstandsregeltempomat), der Querverkehrswarner Cross Traffic Alert sowie das System zur Erkennung von Müdigkeit des Fahrers. Das Head-up-Display projiziert relevante Informationen direkt ins Sichtfeld und gehört zur Serienausstattung der Ultra-Linie. Diese umfangreiche Ausstattung trägt zum entspannten Fahrgefühl bei, das der XC60 auf Autobahnen und bei langen Etappen vermittelt.


Reichweite und Effizienz des Plug-in-Hybrids
Der Plug-in-Hybrid nutzt eine Batterie mit einer Bruttokapazität von 18,8 kWh, wovon netto etwa 14,7 bis 15,9 kWh nutzbar sind. Die elektrische Reichweite wird vom Hersteller mit bis zu 83 Kilometern im kombinierten Zyklus angegeben, im Stadtverkehr sind laut Konfigurator bis zu 100 Kilometer möglich. Im ADAC-Test – so haben wir erfahren – wurden realistische 64 Kilometer gemessen. Bei unseren Testfahrten konnten wir mehrfach über 70 Kilometer rein elektrisch gleiten.
Allerdings begrenzt sich die Ladeleistung auf einphasigen Wechselstrom mit maximal 6,4 kW; eine Gleichstrom-Schnellladung ist nicht möglich. Das bedeutet, dass eine vollständige Ladung an der Haushaltssteckdose etwa sieben Stunden, an der Wallbox rund drei Stunden dauert. Im Hybridbetrieb bei entladener Batterie gibt der ADAC einen Kraftstoffverbrauch von etwa 8,1 Litern Super an. Der Gesamtverbrauch auf unserer Fahrt in die Provence und zurück lag bei sage und schreibe 5,9 Litern auf 100 Kilometer. Dabei haben wir auf dieser Tour die Batterie allerdings nur einmal aufgeladen, aber die Rekuperation über die Fahrt sinnvoll eingesetzt.

Somit überzeugt…
… der Volvo XC60 T6 Black Edition Ultra nicht nur durch technologische Alleinstellungsmerkmale, sondern durch die harmonische Abstimmung seiner Komponenten. Der Antriebsstrang agiert kultiviert, das Fahrwerk bietet einen Kompromiss zwischen Komfort und Stabilität, der im Segment seinesgleichen sucht, und die Materialanmutung im Innenraum bleibt auf hohem Niveau.
Die Einschränkungen liegen in der überschaubaren elektrischen Reichweite im Vergleich zu neueren Konkurrenzmodellen sowie in der fehlenden Schnellladefähigkeit. Wer jedoch ein SUV sucht, das im Alltag leise und sparsam agieren kann, ohne auf langen Strecken auf Durchzugskomfort verzichten zu müssen, findet im XC60 einen Partner, der seine Qualitäten nicht laut herausposaunt, sondern zuverlässig abliefert. Wie wir es von Volvo kennen. Chapeau!

Die Recherche erfolgte aufgrund der Zurverfügungstellung eines Testwagens. Der Inhalt wurde unabhängig erstellt; eine Einflussnahme fand nicht statt.






























































