Gravel-Bikes haben sich in den vergangenen Jahren als eigenständige Kategorie im Radsport etabliert. Sie verbinden Eigenschaften von Rennrädern und Mountainbikes und sind darauf ausgelegt, sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter und Waldwegen effizient unterwegs zu sein. Die Redaktion von FrontRowSociety hat einige Gravel-Bikes authentisch im Einsatz, wie etwa das Ridley Kanzo.
Das Ridley Kanzo Fast
Mit dem Ridley Kanzo Fast GRX800 1×12 positioniert der belgische Hersteller Ridley ein Modell, das auf Geschwindigkeit, Stabilität und eine aerodynamische Rahmenform ausgelegt ist. Damit richtet sich das Modell an Fahrerinnen und Fahrer, die lange Strecken auf wechselnden Untergründen zurücklegen und dabei eine sportliche Sitzposition sowie eine direkte Kraftübertragung bevorzugen.

Rahmen und Konstruktion des Ridley Kanzo Fast GRX800
Carbonrahmen mit aerodynamischer Ausrichtung
Der Rahmen des Kanzo Fast besteht aus einem Carbon-Layup aus hochmodularen und hochfesten Fasern. Diese Materialkombination ermöglicht eine Konstruktion, die gleichzeitig steif und vibrationsdämpfend ausgelegt ist.
Die Rohrformen orientieren sich an aerodynamischen Profilen. Besonders Steuerrohr, Unterrohr und Gabel sind so gestaltet, dass der Luftstrom möglichst sauber um den Rahmen geführt wird. Diese Bauweise ist im Gravel-Segment nicht selbstverständlich und zeigt, dass das Modell auch für höhere Geschwindigkeiten auf offenen Schotterstrecken konzipiert ist.

Sitzstreben und Komfortstruktur
Ein zentrales Element des Rahmendesigns sind die vergleichsweise tief angesetzten Sitzstreben. Durch diese Konstruktion kann das Sitzrohr stärker flexibel arbeiten und kleine Stöße sowie Vibrationen aufnehmen.

Zusätzlich sind die Sitzstreben oval geformt. Ihre horizontale Breite sorgt für Stabilität im Hinterbau, während die vertikale Flexibilität zur Dämpfung beiträgt. Gerade auf längeren Gravel-Touren kann diese Kombination aus Steifigkeit und Flexibilität den Fahrkomfort erhöhen.
Gravel-Geometrie und Fahrverhalten
Die Geometrie des Kanzo Fast orientiert sich an einer sportlichen Ausrichtung. Der Radstand und die Kettenstrebenlänge sind so gewählt, dass das Bike bei höherem Tempo stabil bleibt, ohne an Wendigkeit zu verlieren.
Die Sitzposition liegt zwischen klassischem Rennrad und komfortorientiertem Gravel-Bike. Sie ermöglicht eine aerodynamische Haltung auf schnellen Passagen, bietet aber gleichzeitig ausreichend Kontrolle auf losem Untergrund.

Gabel und Frontbereich
Die Carbon-Gabel ist auf den Rahmen abgestimmt und übernimmt mehrere Funktionen. Zum einen trägt sie zur aerodynamischen Linienführung bei, zum anderen wirkt sie als zusätzliches Dämpfungselement für Vibrationen von Schotter- oder Waldwegen.
Die Steckachse im Format 12 × 100 mm erhöht die Steifigkeit im Frontbereich und verbessert die Spurtreue des Vorderrads. Gerade bei schnell gefahrenen Abfahrten auf unbefestigten Wegen ist diese zusätzliche Stabilität relevant.

Antrieb: Shimano GRX800 1×12
Für den Antrieb kommt die Gravel-Gruppe Shimano GRX800 groupset zum Einsatz. Diese Serie wurde speziell für den Einsatz abseits asphaltierter Straßen entwickelt und kombiniert robuste Bauweise mit Rennradtechnik.
Das Kanzo Fast nutzt ein 1×12-Antriebssystem, bei dem vorne ein einzelnes Kettenblatt montiert ist. Dadurch entfällt der Umwerfer, was das System mechanisch einfacher und wartungsärmer macht.

Kurbel und Kettenblatt
Die Kurbel stammt ebenfalls aus der GRX-Serie und ist mit einem 42-Zahn-Kettenblatt ausgestattet. Diese Größe stellt einen Kompromiss zwischen Geschwindigkeit auf flachen Strecken und Kletterfähigkeit an steilen Anstiegen dar.
Gerade bei Gravel-Bikes ist diese Konfiguration verbreitet, da sie sowohl auf Asphaltpassagen als auch auf Schotteranstiegen ausreichend Übersetzungsreserven bietet.

Kassette und Schaltwerk
Am Hinterrad arbeitet eine 12-fach-Kassette mit einer Abstufung von 10 bis 45 Zähnen. Die große Bandbreite ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Gänge. Steile Anstiege lassen sich mit den großen Ritzeln bewältigen, während kleinere Ritzel höhere Geschwindigkeiten auf flachen Abschnitten ermöglichen.

Das passende Schaltwerk stammt ebenfalls aus der GRX-Serie und ist auf große Kassetten abgestimmt. Seine Konstruktion sorgt dafür, dass die Kette auch auf unruhigem Untergrund stabil geführt wird.
Scheibenbremsen
Die Bremsanlage basiert auf hydraulischen Scheibenbremsen im Flat-Mount-Standard. Dieser Montage-Standard stammt ursprünglich aus dem Rennradbereich und ermöglicht eine kompakte Integration der Bremssättel am Rahmen.
Hydraulische Scheibenbremsen bieten eine gleichmäßige Bremsleistung bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen. Besonders auf Gravel-Strecken mit Staub, Schmutz oder Nässe ist eine zuverlässige Dosierbarkeit der Bremskraft entscheidend.

Forza Felgen fürs Ridley Kanzo Fast
Forza Felgen für Gravel Bikes überzeugen durch Stabilität, geringes Gewicht und hohe Vielseitigkeit. Sie bieten zuverlässige Performance auf Schotter, Asphalt und anspruchsvollen Trails. Dank moderner Materialien und präziser Verarbeitung sorgen sie für effiziente Kraftübertragung, Komfort und Langlebigkeit, selbst bei wechselnden Bedingungen und intensiver Nutzung. Ideal für sportliche Fahrer und Touren.

Schwalbe G‑One RS Pro überzeug
Der Schwalbe G‑One RS Pro überzeugt durch extrem geringen Rollwiderstand und maximale Geschwindigkeit auf festem Untergrund. Sein Semi-Slick-Profil kombiniert eine schnelle, schuppenartige Lauffläche mit griffigen Seitennoppen für Kurvenkontrolle. Die ADDIX Race Mischung und V-Guard Schutz sorgen für Effizienz, Pannensicherheit und Rennperformance auf höchstem Niveau.
Pedalerie von Tatze
Wir haben uns für die Pedale DC TITAN black von Taze entscheiden. Tatze ist eine österreichische Premium-Marke und steht für präzise CNC-Fertigung, hohe Belastbarkeit und exzellenten Grip. Gefräste Pins, langlebige Lager und eine robuste Plattform sorgen für Kontrolle auf Trails und im Alltag. Entwickelt und produziert in Österreich, verbinden sie Design, Funktionalität und Zuverlässigkeit für anspruchsvolle Fahrer.

Cockpit und Lenker
Das Cockpit besteht aus dem integrierten Forza Cirrus Pro Lenker-Vorbau-System. Diese Kombination ermöglicht eine interne Kabelführung und sorgt für eine aufgeräumte Frontpartie.
Der Lenker besitzt einen sogenannten Flare-Winkel von 16 Grad. Dadurch verbreitert sich der Lenker in der Unterlenkerposition. Diese Bauweise bietet zusätzliche Kontrolle bei schnellen Abfahrten auf Schotter oder Waldwegen.

Sattelstütze und Sattel
Die Sattelstütze stammt aus der Forza-Serie und ist aerodynamisch geformt. Neben der aerodynamischen Integration in den Rahmen trägt sie zur Vibrationsdämpfung bei.
Beim Sattel setzt Ridley auf den Selle San Marco Shortfit 2.0 saddle. Dieses Modell besitzt eine verkürzte Sattelnase sowie eine zentrale Aussparung, die Druckpunkte im Sitzbereich reduzieren soll.

Die kompakte Bauform ermöglicht unterschiedliche Sitzpositionen, was besonders bei langen Ausfahrten von Vorteil sein kann.
Reifenfreiheit und Einsatzbereich
Mit einer maximalen Reifenbreite von rund 42 mm bewegt sich das Kanzo Fast im typischen Bereich moderner Gravel-Bikes.
Dadurch lässt sich das Bike auf unterschiedlichen Untergründen einsetzen:
- Asphalt
- feste Schotterstraßen
- Waldwege
- gemischte Gravel-Routen
Durch die Kombination aus aerodynamischem Rahmen, sportlicher Geometrie und Gravel-Komponenten eignet sich das Modell vor allem für schnelle Strecken und längere Touren.

Unsere FrontRowSociety-Redakteurin Jessica Conrad ist begeistert: Das Ridley Kanzo Fast GRX800 1×12 ist ein aerodynamisch optimiertes Carbon-Gravelbike der „Elite Series“, das für sportlich orientierte Fahrten auf unterschiedlichen Untergründen den perfekten Einsatz bietet. In Kombination mit Tubeless-fähigen Laufrädern und breiten Gravelreifen eignet sich das Bike für längere Touren, schnelle Schotterpassagen sowie gemischte Strecken zwischen Asphalt und Offroad. Und federleicht ist es auch noch, es bringt gerade mal knapp 8,76 kg auf die Waage. Chapeau!

Technische Daten des Gravel Bikes Ridley Kanzo Fast GRX800 1×12 im Überblick
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Modell | Ridley Kanzo Fast GRX800 1×12 KAF04As(M) |
| Fahrradtyp | Gravel Bike |
| Rahmenmaterial | Carbon (30T HM/HR UD Carbon) |
| Rahmenserie | Ridley Elite Series |
| Gabel | Kanzo Fast Carbon-Gabel |
| Gabelstandard | Steckachse 12 × 100 mm |
| Hinterbau | Steckachse 12 × 142 mm |
| Reifenfreiheit | bis ca. 42 mm (700c) |
| Schaltung | 1 × 12-fach |
| Schaltgruppe | Shimano GRX800 groupset |
| Schaltwerk | Shimano GRX 800, Medium Cage |
| Kurbel | Shimano GRX |
| Kettenblatt | 42 Zähne |
| Kassette | Shimano XT 10–45 Zähne (12-fach) |
| Bremsen | Hydraulische Scheibenbremsen, Flat Mount |
| Laufräder | DT Swiss G1800 Spline wheelset |
| Felgen | Aluminium, Tubeless Ready |
| Reifen | Schwalbe G‑One RS Pro |
| Reifengröße | 700 × 38c |
| Lenker | Forza Cirrus Pro Integrated Flared |
| Lenker-Flare | 16° |
| Vorbau | integriert |
| Sattelstütze | Forza Aero Seatpost |
| Sattel | Selle San Marco Shortfit 2.0 saddle |
| Kabelführung | intern |
| Einsatzbereich | Gravel, Mixed Terrain, Langstrecke |
| Maximales Systemgewicht | ca. 110 kg |

Bei Jessica Conrad kam folgende Ausstattung während des Tests zum Einsatz:
- Ridley Kanzo Fast GRX800
- Tatze Pedale
- Suplest Bike-Schuhe
- Ryzon Bike-Bekleidung
- Casco Fahrradhelme
- Casco Sportbrillen
- Uvex Fahrradhelme
- Uvex Sportbrillen
- Newlane Fahrrad Falt-Helm
- Adidas Radsportbrillen
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