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Ein Buch wie ein langer Abend an der Bar: Die zweite, erweiterte Auflage von Gin – Das Buch von Peter Jauch fühlt sich an wie ein vertrautes Gespräch über gute Drinks, geführt von jemandem, dessen Zugang zu Gin mit einem Besuch in der Gin-Bar „Dante“ in Zürich begann.

Jauch schreibt warm, persönlich und mit einem feinen Gespür für Atmosphäre. Seine Texte duften förmlich nach Zitruszeste, frischem Eis und einem Hauch Angelikawurzel. Schon nach wenigen Seiten wird klar: Hier erzählt jemand, der Gin erlebt hat – auf Reisen, bei Brennern, in Hotelbars, auf Messen und bei nächtlichen Tastings, die selten pünktlich enden. Das Buch lebt von diesen Begegnungen. Es geht um Menschen, Orte und Momente, in denen ein Drink zum Erlebnis wird.

Gin – Das Buch von Peter Jauch / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ins Buch geschaut

In seinem ersten Kapitel „Erzähltes“ geht es schlichtweg um die Basics, die man über Gin wissen sollte: etwas Geschichte, ein paar Anekdoten, Gin-Arten und – sehr wichtig – Botanicals, die Herstellung sowie die Antwort auf die Frage, aus welchem Jahr das erste Patent auf Tonic Water stammt und wer es erfunden hat.

Destillerien, Geschichten und Charakterköpfe

Dann packt Jauch den Koffer und nimmt uns mit zu Produzenten, die ihre Spirituose mit Leidenschaft formen. Vorgestellt werden traditionsreiche Häuser ebenso wie junge Craft-Destillerien, die mit regionalen Botanicals experimentieren. Man erfährt, wie Wacholder aus unterschiedlichen Regionen schmeckt und warum manche Brenner auf Zitrusfrische setzen, andere auf würzige Tiefe.

Die Portäts einzelner Brenner macht das Buch besonders lebendig / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Porträts wirken lebendig, weil sie stark über Persönlichkeiten funktionieren. Man begegnet Tüftlern, Puristen und kreativen Querdenkern. Viele Geschichten spielen direkt am Brennkessel oder am Verkostungstisch. Dadurch entsteht ein authentisches Bild der heutigen Gin-Szene: international, experimentierfreudig und gleichzeitig tief in der Tradition verwurzelt.

Was so manchem Gin-Genuss-Neuling die Augen für die Vielfalt der Spirituose öffnen dürfte, ist ihr Einsatz in der Küche, wo sie sich längst einen Platz in unterschiedlichsten kulinarischen Konzepten erobert hat. Jauch stellt Restaurants vor, die Gin als Zutat für feine Kompositionen nutzen, beispielsweise für eine Gin-Beurre blanc.

Schließlich wird auch eingekehrt in feine kreative Restaurants / © Redaktion FrontRowSociety.net

Gins im Glas: Aromen zum Mitdenken

Ab Seite 242 geht es los. Hier beginnt die Qual der Wahl im Kapitel „Getrunkenes“. Jauch beschreibt 313 verschiedene Gins, sowohl historisch als auch sensorisch. Er zerlegt sie in Duft, Mundgefühl und Nachhall, ohne jemals trocken zu klingen. Mal dominieren Wacholder und Pfeffer, mal öffnen sich Zitrusnoten, florale Akzente oder warme Gewürzschichten. Auch ungewöhnliche Abfüllungen finden ihren Platz – solche, die polarisieren, überraschen oder schlicht begeistern. Was ebenfalls nicht fehlen darf, ist eine Trinkempfehlung, und die liefert Jauch prompt zu jedem einzelnen Gin.

Den Berliner Brandstifter Aged Gin 2021 gibt es im hauseigenen Brandstifter Onlineshop
Zu dem Berliner Brandstifter Aged Gin 2021 empfiehlt Jauch ein Ginger Ale als Mixer oder auch den puren Genuss / © Redaktion FrontRowSociety.net

Filler, Tonic und die Magie der Kombination

Ein besonders praxisnahes Kapitel widmet sich den Fillern. Jauch zeigt, wie stark die Wahl des Tonics den Charakter eines Gins verändert. Bittere Varianten bringen Struktur, mediterrane Tonics betonen Kräuteraromen, leichte Mixer lassen feine Destillate glänzen. Auch Ginger Ale und aromatisierte Mixer aus verschiedenen Ländern – von Indien bis Österreich – werden thematisiert.

Inzwischen soll es 600 bis 800 verschiedene Tonic Water weltweit geben und ständig kommen neue Kreationen hinzu, hier unser Artikel zum Thema Tonic Water / © Redaktion FrontRowSociety.net

Sein Ansatz bleibt angenehm undogmatisch. Entscheidend sind Genuss und Anlass. Deshalb gibt es auch in diesem Abschnitt eine Jauch’sche Empfehlung für die Anwendung.

Lektüre für Menschen mit Barkultur im Blut

Diese erweiterte Auflage ist eine Liebeserklärung an Gin und an die Kultur, die ihn umgibt. Das Buch inspiriert zum Probieren, Diskutieren und Weiterdenken. Perfekt für alle, die sich zwischen Flaschenregalen, Barspoons und dem leisen Klirren von Eiswürfeln zu Hause fühlen.

Nicht nur Fans zu empfehlen: Gin - Das Buch von Peter Jauch
Nicht nur Fans zu empfehlen: Gin – Das Buch von Peter Jauch / © Redaktion FrontRowSociety.net

Titel: Gin – Das Buch
Verlag: AT Verlag, München
ISBN: 978-3-03902-152-9
Erscheinungsjahr: 2020 / 2026 2. Auflage
Autor/in: Peter Jauch

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