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Im Castello Falletti in Barolo entsteht in diesen Tagen ein Treffpunkt, der die Aufmerksamkeit der internationalen Weinwelt auf sich zieht. Mit ENO7 of Tourism entwickelt sich das historische Schloss zum Zentrum des Austauschs, an dem sieben renommierte Weinregionen teilnehmen: Langhe, Toskana, Trentino, Sizilien, Champagne, Burgund und das Napa Valley.

Ausblick aus den Eingangstür des Schlossses
Ausblick von der Eingangstür des Schloss / © Redaktion FrontRowSociety.net

Während die Veranstaltung läuft, öffnet sich Barolo für neue Gedanken, sensorische Erfahrungen und kulturelle Begegnungen. Gleichzeitig nimmt das WiMu – das Barolo Wine Museum – seinen eigenen Erneuerungsprozess auf, der das Haus behutsam in die nächste Phase seiner Entwicklung führt. Die Verbindung der beiden Ebenen verleiht diesen Tagen eine besondere inhaltliche Dichte.

Das WiMu – Barolo Wine Museum - erfährt an diesen Tagen neuen Aufwind
Das WiMu – Barolo Wine Museum – erfährt an diesen Tagen neuen Aufwind / © Redaktion FrontRowSociety.net
Zahlreiche Exponate werden hier vor Ort ausgestellt
Zahlreiche Exponate werden hier vor Ort ausgestellt / © Redaktion FrontRowSociety.net
Die meisten davon sind Originale
Die meisten davon sind Originale / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ein Ort, der Dialog entstehen lässt

Im Castello Falletti vermischen sich Stimmen aus Wissenschaft, Tourismus und Kultur zu einem offenen Gespräch über Herkunft, Nachhaltigkeit und Gastfreundschaft. Die Räume, die seit fünfzehn Jahren das WiMu beherbergen, wirken wie geschaffen für ein Format, das Wein als kulturelles Gut versteht.

Ein Ort, der Dialog entstehen lässt, wie beispielhaft während des Tastings
Ein Ort, der Dialog entstehen lässt, wie beispielhaft während des Tastings / © Redaktion FrontRowSociety.net

Im Fokus steht eine internationale Konferenz, die verschiedene Perspektiven miteinander verknüpft. Expertinnen und Experten – mittendrin die Redaktion von FrontRowSociety – analysieren die aktuellen Dynamiken des Weintourismus, erläutern Kommunikationsmodelle und diskutieren erzählerische Strategien, die regionale Identitäten verständlich und glaubwürdig transportieren. Die Beiträge ergänzen einander und formen ein Bild, das die Vielfalt der anwesenden Regionen widerspiegelt.

Drei Tage voller Impulse

Parallel zur Konferenz findet hinter den Türen eines Arbeitsraums ein intensiver Austausch zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der sieben Regionen statt. Sie vergleichen Herangehensweisen, ordnen Erfahrungen ein und entwickeln gemeinsam Leitlinien für einen verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Weintourismus. Aus diesen Gesprächen entsteht die Barolo-Charta des Weintourismus, die als gemeinsamer Orientierungsrahmen dient.

Da die internationale Presse eingeladen ist, darf natürlich keine Simultanübersetzung fehlen
Da die internationale Presse eingeladen ist, darf natürlich keine Simultanübersetzung fehlen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Währenddessen wird das Schloss mit Besucherinnen und Besuchern belebt, die an kulinarischen und kulturellen Programmpunkten teilnehmen. Chef Fulvio Siccardi präsentiert seine Kreation Egg in a Cage in Kombination mit Barolo DOCG und schafft eine geschmackliche Begegnung, die Genuss und Herkunftsbezug verbindet.

Zudem finden Verkostungen statt, die einzelne Barolo-Jahrgänge mit künstlerischen oder literarischen Elementen verknüpfen. Jede Session erhält eine eigene Dramaturgie: Ein Jahrgang trifft auf visuelle Kunst, ein anderer auf Theater, wieder ein anderer auf digitale Kreativität. Auf diese Weise öffnen sich unterschiedliche Zugänge zu Wein, die sinnliche Wahrnehmung und intellektuelle Reflexion miteinander verweben.

Vielfalt im Glas und im Denken

Die Enoteca Regionale del Barolo bildet einen weiteren Schauplatz, an dem sich die internationale Dimension der Veranstaltung zeigt. Dort stehen die Weine aller beteiligten Regionen im Mittelpunkt, die sich wie ein Parcours durch weltweite Landschaften aneinanderreihen. Menschen aus verschiedenen Ländern begegnen einander im Austausch über Terroir, Stile, Traditionen und neue Ideen.

Die Enoteca Regionale del Barolo bildet einen weiteren Schauplatz, so Cristiana Grimaldi Direktorin bei Enoteca Regionale del Barolo
„Die Enoteca Regionale del Barolo bildet einen weiteren Schauplatz“, so Cristiana Grimaldi Direktorin bei Enoteca Regionale del Barolo / © Redaktion FrontRowSociety.net

So wird das Glas zum Kommunikationsmittel, das Herkunftsgeschichten transportiert und unterschiedliche kulturelle Bezugssysteme verständlich macht. Die Verkostung lädt dazu ein, regionale Besonderheiten nicht nur sensorisch, sondern auch gedanklich nachzuvollziehen und sich mit den Identitäten der jeweiligen Weinlandschaften auseinanderzusetzen.

Das WiMu im Prozess der Erneuerung

Während die Gespräche und Verkostungen das Schloss erfüllen, vollzieht das WiMu seine eigene Weiterentwicklung. Das Museum, versucht seit fünfzehn Jahren neue Wege zu gehen. Die Vermittlung von Wissen über Wein wird sukkzessive in Inhalt, Technologien und Szenografien an ein Publikum angepasst, das zunehmend international und divers ist.

Das Gebäude selbst bleibt unverändert. Statt baulicher Eingriffe entsteht ein sanfter Umbau, der mit digitalen Elementen, neuen Medien und zeitgemäßen Vermittlungsansätzen arbeitet. Die historische Struktur bildet weiterhin den Rahmen, doch Lichtführung, Rauminszenierung und technische Hilfsmittel verändern die Wahrnehmung.

Statt baulicher Eingriffe entsteht ein sanfter Umbau, der mit digitalen Elementen, neuen Medien und zeitgemäßen Vermittlungsansätzen arbeitet.
Statt baulicher Eingriffe entsteht ein sanfter Umbau, der mit digitalen Elementen, neuen Medien und zeitgemäßen Vermittlungsansätzen arbeitet / © Redaktion FrontRowSociety.net

Unterstützt wird das Projekt von mehreren regionalen Stiftungen, die den musealen Ansatz mittragen und seine kulturelle Bedeutung für die Region betonen.

Stimmen, die Orientierung geben

Im Verlauf der Veranstaltung wird deutlich, wie stark ENO7 und das Museumsprojekt miteinander verwoben sind. Liliana Allena, Präsidentin der Barolo & Castles Foundation, beschreibt den Ansatz als Zusammenspiel von Identität und Offenheit. Sie betont, dass Barolo seine Wurzeln sichtbar hält und gleichzeitig Räume schafft, in denen neue Sichtweisen wachsen.

Liliana Allena, Präsidentin der Barolo & Castles Foundation (re.) beschreibt den Ansatz als Zusammenspiel von Identität und Offenheit
Liliana Allena, Präsidentin der Barolo & Castles Foundation (re.) beschreibt den Ansatz als Zusammenspiel von Identität und Offenheit. Hier mit Tino Cornaglia, Ex-Präsident von Barolo Castle Foundation / © Redaktion FrontRowSociety.net

Der Bürgermeister Fulvio Mazzocchi unterstreicht die Rolle Barolos als Ort, der Weintourismus und kulturelle Innovation miteinander verbindet. Für ihn spiegelt ENO7 das Anliegen wider, regionale Authentizität mit internationalem Austausch zu verknüpfen.

Der Bürgermeister Fulvio Mazzocchi unterstreicht die Rolle Barolos als Ort, der Weintourismus und kulturelle Innovation miteinander verbindet.
Der Bürgermeister Fulvio Mazzocchi unterstreicht die Rolle Barolos als Ort, der Weintourismus und kulturelle Innovation miteinander verbindet / © Redaktion FrontRowSociety.net

Auch Vertreterinnen und Vertreter der piemontesischen Institutionen verorten ENO7 als bedeutende Plattform. Die Auszeichnung Piemonts als „Region of the Year 2025“ durch internationale Experten stärkt das Bewusstsein dafür, dass Weintourismus nicht nur ein ökonomischer, sondern ein kultureller Faktor ist. Die Veranstaltung unterstützt diesen Ansatz und vermittelt das Qualität, Landschaftsbezug und Besucherorientierung die entscheidenden Parameter für die Zukunft sein sollen.

Eine Region im lebendigen Dialog

Im Zusammenspiel der verschiedenen Formate entsteht ein umfassender Eindruck davon, wie Barolo sich im Moment positioniert. Die Region zeigt sich als Ort, der sein Erbe kennt und dennoch beweglich bleibt. ENO7 ermöglicht Begegnungen, die regionale Grenzen überschreiten und Ideen in neue Richtungen lenken.

Barolo im Wandel: ENO7 gestaltet die internationale Bühne des Weintourismus
Barolo im Wandel: ENO7 gestaltet die internationale Bühne des Weintourismus / © Redaktion FrontRowSociety.net

Durch den parallel laufenden Erneuerungsprozess des WiMu erhält diese Haltung eine konkrete Form. Das Museum arbeitet daran, den Dialog mit seinem Publikum zu erweitern, ohne den charakteristischen Ton seiner Erzählweise zu verlieren. Die Verbindung von Tradition und Entwicklung bestimmt deshalb nicht nur das Programm der Veranstaltung, sondern prägt die gesamte Atmosphäre dieser Tage.

Weitere Redner an diesem Tage

Alberto Cirio, Präsident der Region Piemont

Alberto Cirio, Präsident der Region Piemon
Alberto Cirio, Präsident der Region Piemont / © Redaktion FrontRowSociety.net

Alberto Cirio, Präsident der Region Piemont, gehört seit Jahren zu den prägenden politischen Persönlichkeiten Norditaliens. In seiner Funktion leitet er die regionale Regierung und vertritt Piemont gegenüber nationalen und europäischen Institutionen. Zu seinen Aufgaben zählen die strategische Ausrichtung der regionalen Entwicklung, die Förderung von Innovation, Wirtschaft und Infrastruktur sowie die Stärkung des Gesundheits- und Bildungssystems. Zudem setzt er sich für die internationale Sichtbarkeit piemontesischer Produkte und Unternehmen ein und spielt eine aktive Rolle in europäischen Gremien, in denen er die Interessen seiner Region vertritt. Unter seiner Führung verfolgt Piemont das Ziel, Tradition, wirtschaftliche Dynamik und nachhaltige Modernisierung miteinander zu verbinden.

Claudio Bogietti, Ex-Präsident von Barolo Castle Foundation

Claudio Bogetti war Präsident der Barolo & Castles Foundation — der Organisation, die ein Netz historischer Schlösser in den Regionen Langhe und Roero verwaltet. In dieser Rolle leitete er die Gesamtstrategie der Stiftung für den Erhalt, die Restaurierung, den Betrieb und die touristische sowie kulturelle Förderung von vier Schlössern: u. a. des Schlosses Barolo mit dem Weingut-Museum WiMu, des Schlosses Serralunga d’Alba, Roddi und Magliano Alfieri. 

Er war verantwortlich für die Entwicklung von Besucherformaten — von geführten Touren über Erlebnis-Events bis hin zu Bildungsprogrammen — mit dem Ziel, die Schlösser als touristische und kulturelle Attraktion zu stärken.
 

Unter seiner Führung initiierte die Stiftung wichtige Kooperationen: So vereinbarte er etwa ein „Patto di amicizia“ („Freundschaftspakt“) zwischen dem WiMu in Barolo und dem Weinmuseum MUVIT in Torgiano, um den kulturellen Austausch im Bereich Wein, Tourismus und kulturelles Erbe zu fördern. Bogetti betonte wiederholt sein Ziel, den Fondazione-Besitz in das touristische Gesamtsystem der UNESCO-anerkannten Weinlandschaften einzubinden und das kulturelle Potenzial der Region nachhaltig zu stärken.

Claudio Bogietti, Ex-Präsident von Barolo Castle Foundation
Claudio Bogietti, Ex-Präsident von Barolo Castle Foundation / © Redaktion FrontRowSociety.net

Tino Cornaglia, Ex-Präsident von Barolo Castle Foundation

Tino Cornaglia war Präsident der Barolo & Castles Foundation, er hatte die Leitung und strategische Steuerung der Stiftung — also Entscheidung über Erhalt, Pflege und Management der beteiligten Schlösser und Museen. 

Er förderte den Ausbau des touristischen und kulturellen Angebots: unter seiner Präsidentschaft wurden neue Besucherzahlen, Konzepte und Veranstaltungsformate realisiert, die das Besuchserlebnis steigerten.

Unter Cornaglias Führung konnte die Stiftung bedeutende Erfolge verbuchen: Ein wichtiger Indikator für die positive Entwicklung war etwa, dass die drei zentral von der Stiftung betreuten Schlösser im Jahr zuletzt unter seiner Präsidentschaft rund 70.000 Besucher zählen konnten — ein deutliches Zeichen für die Wirksamkeit ihres Konzepts aus Pflege, Vermittlung und touristischer Entwicklung. 

Tino Cornaglia, ebenfalls Ex-Präsident von Barolo Castle Foundation
Tino Cornaglia, ebenfalls Ex-Präsident von Barolo Castle Foundation / © Redaktion FrontRowSociety.net

Paolo Bongioanni, Regionalrat für Handel, Landwirtschaft und Lebensmittel, Tourismus, Sport und Post-Olympic, Jagd und Fischerei, Parks der Region Piemont

Paolo Bongioanni ist Regionalrat (Assessor) der Region Piemont mit Zuständigkeit für Handel, Landwirtschaft & Lebensmittel, Tourismus, Sport (einschließlich Post‑Olympic), Jagd & Fischerei sowie Parks. In dieser Funktion steuert er die wirtschaftliche Förderung der lokalen Landwirtschaft und der typischen piemontesischen Lebensmittelproduktion — etwa über Förderprogramme für landwirtschaftliche Betriebe, Konsortien und Produzenten. 

Er entwickelt Strategien, um Tourismus und Freizeitangebote zu stärken: Das reicht von der Förderung des sanften Alpentourismus über Rad- und Outdoor‑Routen bis hin zu groß angelegten sportlichen Events, die nicht nur Besucher anziehen, sondern auch das Image Piemonts auf nationaler und internationaler Ebene schärfen. 

Als verantwortlicher Assessor für Sport initiiert er finanzielle Unterstützung für Sportveranstaltungen, von Profi‑Wettkämpfen bis zu traditionellen Disziplinen wie Pallapugno oder Tamburello — mit dem Ziel, Bewegung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und touristische Attraktivität zu verbinden. 

Im Bereich Jagd, Fischerei und Naturparke setzt Bongioanni sich für nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen ein, fördert Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und unterstützt die Vernetzung von Naturräumen. Zudem koordiniert er Projekte zur Gestaltung und Pflege von Parks, um Natur, Freizeit und Wirtschaft nachhaltig miteinander zu verknüpfen.

Paolo Bongioanni, Regionalrat (oder Landrat) für Handel, Landwirtschaft und Lebensmittel, Tourismus, Sport und Post-Olympic, Jagd und Fischerei, Parks der Region Piemont
Paolo Bongioanni, Regionalrat (oder Landrat) für Handel, Landwirtschaft und Lebensmittel, Tourismus, Sport und Post-Olympic, Jagd und Fischerei, Parks der Region Piemont / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ein gegenwärtiger Moment, der Orientierung schafft

Während ENO7 stattfindet und das Museum seinen Wandel vollzieht, zeigt sich Barolo als Ort, der Gegenwart lebt und aktiv gestaltet. Nichts steht still, doch alles bleibt eingebettet in die Landschaft, die Geschichte und Kultur.

Während ENO7 stattfindet
Während ENO7 stattfindet … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... und das Museum seinen Wandel vollzieht, zeigt sich Barolo als Ort, der Gegenwart lebt und aktiv gestaltet
… und das Museum seinen Wandel vollzieht, zeigt sich Barolo als Ort, der Gegenwart lebt und aktiv gestaltet / © Redaktion FrontRowSociety.net

So vermittelt das Ereignis ein Bild von Weintourismus, der nicht nur erlebt, sondern verstanden wird. Die Begegnungen im Schloss und in der Enoteca, die Gespräche zwischen Regionen und die musealen Veränderungen ergeben zusammen eine Bewegung, die von Offenheit und Bewusstsein getragen wird.

Barolo präsentiert sich dadurch als Landschaft, die im Hier und Jetzt denkt, arbeitet und gestaltet – gemeinsam mit den Menschen, die an diesem Ort zusammenkommen.

Ein Blick in den Ort Barolo
Ein Blick in den Ort Barolo zeigt, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... geprägt von Historie und Genüssen
… er ist geprägt von Historie und Genüssen / © Redaktion FrontRowSociety.net

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