Mitten in Frankfurt – innerhalb der Coliving-Residenz lyf East – befindet sich ein kulinarisches Kleinod, das Veganer:innen, Feinschmecker:innen und Neugierige gleichermaßen begeistert: das Restaurant Leuchtendroter.
2019 eröffnet, geht es auf das erste Konzept von Ricky Saward zurück – dem Sternekoch vom rein veganen Restaurant „Seven Swans“. Saward war auch der erste kulinarische Leiter von Lukas Dickmann, einem der beiden heutigen Inhaber des Leuchtendroter. Gemeinsam mit Matthias Holfelder, ebenfalls Gastronom, führt Lukas das Restaurant, das nicht zum Hotel gehört, in dem es sich befindet, sondern als eigenständiges, eingemietetes Konzept betrieben wird – unabhängig und bewusst anders.
Abends erwartet die Gäste hier ein konsequent veganes Dinner-Erlebnis in einem separaten Raum – mit durchdachtem Konzept und oftmals Wochen im Voraus ausgebucht. Kein Wunder: Die Qualität ist hoch, die Idee klar. Eine No-Show-Gebühr von 45 Euro pro Person unterstreicht, dass hier Verbindlichkeit zählt.

Das Küchenteam wird regelmäßig neu zusammengestellt. So war Niclas Horn, ehemaliger Sous-Chef im Seven Swans, von 2019 bis Anfang 2023 Küchenchef. Er brachte die vegane Linie entscheidend mit voran – ursprünglich vegetarisch, wurde er in der Pandemie selbst zum Veganer und prägte so das Menü maßgeblich. Seit Juni 2025 trägt nun Christian Kühnel die Verantwortung für das Geschehen in der veganen Küche des Leuchtendroter.
Vollständig pflanzenbasierte Küche
Was das Leuchtendroter auszeichnet, ist nicht nur seine vollständig pflanzenbasierte Küche, sondern auch das dahinterstehende Konzept. Es geht nicht darum, tierische Produkte zu imitieren oder das moralisch Bessere zu predigen – es geht um Geschmack. Und der ist intensiv, überraschend und weltoffen. Die Küche ist international inspiriert, stark geprägt von asiatischen, lateinamerikanischen und mediterranen Einflüssen, die in jedem Gericht für ein regelrechtes Umami-Feuerwerk sorgen.

Das Abendessen im Leuchtendroter ist als kulinarische Reise konzipiert. Die Gäste bestellen kein klassisches Menü, sondern erleben ein festes, etwa bis zu zehngängiges Sharing-Menü, bei dem die Gerichte nacheinander in kleinen Portionen auf den Tisch kommen. Das fördert nicht nur die Kommunikation, sondern auch den Genuss – schließlich probiert man sich gemeinsam durch unterschiedlichste Aromen und Texturen.
Gerichte erzählen Geschichten

Die Gerichte selbst erzählen Geschichten – von regionalen Zutaten, fermentierten Aromen, traditionellen Kochtechniken und modernem Esprit. Das aktuelle Menü umfasst folgende acht Gänge:
- Hessenkruste | Bärlauch
- Erbse | Bohnenkraut | Schalotte
- Kohlrabi | Sonnenblume | Apfel | Zwiebel
- Wilder Brokkoli | Austernpilz | Chili | Stachelbeere
- Kartoffel | Lauch | Spinat | Verjus | Buchweizen
- Blumenkohl | Kirsche | Haselnuss | Thymian | Mangold
- Pfirsich | Mandel
- Johannisbeere | Hessenkruste | Zartbitterschokolade







Dabei spielt die Herkunft der Produkte eine zentrale Rolle. Viele der Zutaten stammen aus permakulturellem Anbau im Taunus, mit dem das Leuchtendroter eng zusammenarbeitet bzw. Matthias Holfelder dessen technischer Leiter ist.

Kräuter, Gemüse und Pilze werden biodynamisch angebaut, nachhaltig geerntet und mit Bedacht verarbeitet. Diese tiefe Verbundenheit mit der Region zeigt sich nicht nur auf dem Teller, sondern auch im Selbstverständnis des Hauses. Nachhaltigkeit wird hier nicht als Trend verstanden, sondern als Grundlage: ressourcenschonend, fair und zukunftsorientiert. Das Restaurant trägt daher auch das GreenSpoon-Siegel, das für besonders nachhaltige Gastronomiebetriebe steht.
Was das Leuchtendroter aber zusätzlich besonders macht, ist die Atmosphäre. Das Interieur ist bewusst reduziert gehalten – dunkles Holz, sanftes Licht, schlichte Formen –, wirkt aber keineswegs kühl. Vielmehr entsteht ein Ambiente, das gleichzeitig elegant und ungezwungen ist.

Gestalterisch setzt das Restaurant so unter anderem auf Designklassiker von E15 und handgefertigtes Keramikgeschirr von Viola Beuscher. Selbst Details wie eine kleine Pinzette auf dem Holzbänkchen neben dem Tisch – anstelle von Stäbchen – zeigen: Hier geht es um Feinsinn und Haltung.
Man fühlt sich willkommen, nicht beobachtet. Jeder Gang wird mit einer kurzen Erklärung serviert, bei der die Gastgeber nicht nur über Zutaten, sondern auch über Techniken, Anekdoten und Hintergründe sprechen. Wer Fragen hat, bekommt echte Antworten – ohne Gastrofloskeln. Ach ja: Auch Catering gehört inzwischen zum Portfolio: „Entweder Gerichte aus dem Menü oder neue vegane Ideen für Firmenevents“, so Mitinhaber Matthias.

Karaffe mit Wodka
Und dann wäre da noch der kleine, fast schon legendäre Kniff: An jedem Tisch steht eine Karaffe mit Wodka zur freien Verfügung der Gäste. Ein augenzwinkerndes Ritual, das zugleich zur Lockerheit und Offenheit des Konzepts beiträgt. Es geht hier nicht um Verbote, sondern um das bewusste Feiern von gutem Essen, gutem Miteinander – und ab und an auch einem guten Schluck.

Lukas Dickmann, der das Restaurant auch als Gastgeber begleitet, ist gelernter Sommelier – seine Auswahl an Naturweinen ist bemerkenswert. Fast alle Tropfen stammen von biodynamisch arbeitenden Winzer:innen, viele aus Deutschland, einige aus Frankreich, Spanien oder Österreich. Die Weine sind lebendig, manchmal wild, oft ungeschliffen – genau wie das Essen, das sie begleiten. Gemeinsam mit Matthias Holfelder bildet Dickmann ein Duo, das viel mehr als bloß ein Restaurant betreibt. Sie schaffen einen Ort, der den Zeitgeist trifft und gleichzeitig zeitlos wirkt: ehrlich, kreativ, gemeinschaftlich.

Leuchtendroter: nicht nur für Veganer:innen
Das Leuchtendroter ist nicht nur für Veganer:innen ein Erlebnis. Auch Fleischesser:innen geraten ins Schwärmen – denn hier geht es nicht um Ersatzprodukte oder dogmatische Ideologie, sondern um echten Geschmack, Handwerk und Inspiration. Das Restaurant zeigt, wie spannend pflanzliche Küche sein kann, wenn sie mutig, weltoffen und konsequent gedacht wird.
In einer Stadt wie Frankfurt, die zunehmend an gastronomischer Vielfalt gewinnt, nimmt das Leuchtendroter eine besondere Rolle ein: Es ist kein Ort des „höher, schneller, exklusiver“, vieleher einer des Zusammenseins, der Achtsamkeit und des bewussten Genusses. Wer hier einen Tisch bekommt – Reservierung dringend empfohlen –, darf sich auf einen Abend freuen, der kulinarisch, wie auch menschlich berührt.
Ob für ein entspanntes Dinner unter Freund:innen, ein besonderes Date oder einfach, um sich selbst etwas Gutes zu tun: Das Leuchtendroter beschert jene Erlebnisse, die lange nachwirken – auf der Zunge und im Herzen.

Leuchtendrotes Frühstück
Das Restaurant Leuchtendroter teilt sich in zwei Welten: tagsüber gibt es ein außergewöhnliches Frühstück (auch vegan) in der Lobby an einem langen Tisch – gemacht für Hotelgäste, aber auch für auswärtiges Publikum. Darüber hinaus finden regelmäßig Events wie Yoga-Morgende mit anschließendem veganen Frühstück statt, bei denen sich Körper, Geist und Kulinarik auf natürliche Weise verbinden. Die Mischung aus Gastronomie, Gemeinschaft und achtsamer Lebensweise wirkt hier ehrlich und organisch gewachsen.


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