Das Buch JRE Signatures aus dem Matthaes Verlag ist kein klassisches Kochbuch, es ist eher ein Reiseführer, ein Kunstband und ein Blick hinter die Kulissen der Spitzengastronomie zugleich.
Wer durch die Seiten blättert, fühlt sich wie auf einem Roadtrip durch Österreich, von Seeuferterrassen bis zu alpinen Fine-Dining-Tempeln. Das Buch nennt sich selbst ein Kunstprojekt und ganz ehrlich: Das ist keine Übertreibung!
Matthaes ist seit Jahren eine feste Größe, wenn es um opulente Gastronomiebände geht. Dickes Papier, klare Fotografie, durchdachtes Layout. Diese Bücher wollen nicht nur benutzt, sondern gesammelt werden. Sie sind Bühne und Archiv zugleich. Vor allem aber holen sie Spitzenküche aus der oft einschüchternden Restaurantwelt in die heimische Küche. Nicht im Sinne von „leicht nachkochbar“, sondern im Sinne von „verständlich, inspirierend, neugierig machend“.

Bühne für Köche statt Rezeptesammlung
Im Zentrum dieses Kochbuchs stehen die Mitglieder der JRE. Die Vereinigung Jeunes Restaurateurs ist ein europäischer Zusammenschluss junger Spitzenköch:innen, die 1974 in Frankreich, genauer gesagt in Paris gegründet wurde. Ihre Mission: kulinarische Exzellenz mit regionaler Identität verbinden, Nachwuchs fördern und die Zukunft der Gastronomie aktiv gestalten. Für eine Köchin bzw. einen Koch bedeutet die Mitgliedschaft Sichtbarkeit, Austausch und eine Art Qualitätssiegel. Für Gäste ist sie eine verlässliche Abkürzung zu außergewöhnlichen Restaurants.

Das Buch zeigt, warum diese Vereinigung so einflussreich ist: Hier geht es weder um Ego-Küche, noch um abgehobene Gastronomie, sondern um Handwerk, Produkte und Herkunft. Jeder Beitrag wirkt wie ein persönliches Porträt, nicht nur des Kochs, sondern auch seiner Landschaft.

Drei Stopps auf einer kulinarischen Reise
Da ist etwa Hubert Wallner, dessen Gerichte so eindrucksvoll wirken wie der Wörthersee selbst. Seine Küche strahlt Ruhe aus, Präzision und eine fast mediterrane Klarheit. Dann Hans-Jörg Unterrainer, der alpine Tradition nicht museal, sondern modern interpretiert; herzhaft, aber nie schwer. Und schließlich Vitus Winkler, dessen Handschrift zeigt, wie sehr Spitzenküche heute von Produktqualität lebt statt von technischer Akrobatik.


Die Rezepte lesen sich dabei weniger wie Anleitungen als wie Kompositionen. Man versteht plötzlich, warum diese Köche so kochen, nicht nur, wie.
Mehr Inspiration als Anleitung
„JRE Signatures“ macht nicht unbedingt Lust, jedes Gericht exakt nachzukochen. Es macht Lust, essen zu gehen. Oder zumindest bewusster einzukaufen, saisonaler zu kochen, mutiger zu würzen. Genau darin liegt die Stärke solcher Matthaes-Bände: Sie sind kulturelle Vermittler zwischen Restaurant und Alltag.

Am Ende bleibt das Gefühl, eine kulinarische Reise gemacht zu haben – ohne Koffer, aber mit sehr großem Appetit.
Titel: JRE Signatures
Verlag: Matthaes Verlag, München
ISBN: 978-3-98541-082-8
Erscheinungsjahr: 2025
Autor/in: Alexander Rabl (Portraits), Joerg Lehmann (Fotografie)
Der Inhalt dieses redaktionell erstellten Artikels wurde unabhängig verfasst. Die Veröffentlichung wurde durch externe Unterstützung ermöglicht, ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung. Es gilt der Redaktionskodex.




























































