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Florida, fünf Tage: zwei in St. Petersburg Downtown, drei am Strand von St. Pete Clearwater Beach. Bei rund 35 Grad Celsius und etwa 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Gute Voraussetzungen, finde ich, um mich zunächst durch Museen, Galerien und Ateliers zu arbeiten, zwischendurch gut zu essen und anschließend ans Meer zu wechseln. 

Das Mint House ist ein modernes Apartmenthotel mitten in Downtown, Pool inklusive. Ein guter Tipp für Besichtigungen in St. Pete / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Das Mint House ist ein modernes Apartmenthotel mitten in Downtown, Pool inklusive. Ein guter Ausgangspunkt für Besichtigungen in St. Pete / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Mein erster Tag beginnt in Downtown St. Petersburg. Den Spitznamen „Sunshine City“ verdankt die Stadt dem angenehmen Wetter. Draußen flirrt die Luft über dem Asphalt, drinnen läuft die Klimaanlage im Mint House, einem modernen Apartmenthotel mitten in der Stadt.

Von hier sind es mit dem Taxi nur ein paar Minuten zum FloridaRAMA. Statt stiller Gemäldesäle gibt es hier eine Abfolge aus immersiven Räumen, Projektionen, Neonlicht und Requisiten. Über 80 Künstlerinnen und Künstler, die meisten aus der Region, haben Installationen beigesteuert, die sich mit Geschichten aus Florida beschäftigen.

Man bewegt sich nicht von Bild zu Bild, sondern durch Szenen, die eher an Filmsets oder Bühnenbilder erinnern. Es ist weniger klassisches Museum als eine begehbare Erzählung und jedenfalls ein unterhaltsamer Einstieg in die Kunstszene von St. Pete.

Im FloridaRAMA haben Künstlerinnen und Künstler Installationen beigesteuert, die sich mit Geschichten von Florida beschäftigen / © FloridaRAMA, Foto: Bob Croslin
Im FloridaRAMA haben Künstlerinnen und Künstler Installationen beigesteuert, die sich mit Geschichten von Florida beschäftigen / © FloridaRAMA, Foto: Bob Croslin

Glaskunst x 2

Wer sich für Material und Handwerk interessiert, findet im Imagine Museum eine andere Form von Gegenwartskunst. Das Haus ist ausschließlich der zeitgenössischen Glaskunst gewidmet. Rund 500 Werke sind dauerhaft in den Galerien zu sehen, die Gesamt-Sammlung umfasst über 2.500 Objekte von über 200 Künstlerinnen und Künstlern aus rund 20 Ländern. Die Spannbreite reicht von filigranen Glasfäden über massiv gegossene Skulpturen bis zu farbintensiven Objekten, die im Licht beinahe zu schweben scheinen.

Das Image Museum ist ausschließlich der zeitgenössischen Glaskunst gewidmet / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Das Image Museum ist ausschließlich der zeitgenössischen Glaskunst gewidmet / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Praxisnah in den Zen Glass Studios: entweder zuschauen oder selbst Hand anlegen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Praxisnah in den Zen Glass Studios: entweder zuschauen oder selbst Hand anlegen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

In den Zen Glass Studios wird das Thema praxisnah. Hier kann man entweder den Glasbläsern zusehen, wie im Schein der Brenner Vasen, Gläser oder abstrakte Formen entstehen – oder selbst Hand anlegen. Mein selbstgebranntes Whiskeyglas hat zwar keine perfekte Form, aber dafür eine: meine.

Im Sourdough stehen hausgemachtes und frischgebackenes Brot im Mittelpunkt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Im Sourdough stehen hausgemachtes und frischgebackenes Brot im Mittelpunkt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Wenn der Magen knurrt…

Zwischen Museumsbesuchen und Ateliers spielt sich das Alltagsleben von St. Pete Downtown ab – mit einer vielfältigen Gastro-Szene. Köstliches Frühstück gibt es zum Beispiel im Sourdough Inc., wo hausgemachtes und frischgebackenes Brot und Gebäck im Mittelpunkt stehen.

Mittags sitzt man unkompliziert bei Bodega und lässt sich kubanisch inspirierte Sandwiches und Bowls schmecken. Am Nachmittag ist Bandit Coffee Co. eine verlässliche Adresse für Espresso und Filterkaffee.

Wer Fisch und Meeresfrüchte so gern mag wie ich, ist in St. Pete Clearwater genau richtig / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Wer Fisch und Meeresfrüchte so gern mag wie ich, ist in St. Pete Clearwater genau richtig / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
„From Gulf to Table“ – so das Motto in allen Fischrestaurants / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Wer zwischendurch etwas Kreatives machen möchte, findet mit „The Candle Pour“ eine entspannende Abwechslung: In dem kleinen Studio wähle ich aus über hundert Duftnoten und gieße meine eigene Kerze. Ein kurzer, unkomplizierter Workshop, der erstaunlich viel Spaß macht.

Und sobald es Richtung Abend geht, rückt wieder die Küche in den Mittelpunkt: von moderner italienischer Küche im Michelin-empfohlenen Il Ritorno bis zu LALA St. Pete, das mediterrane Einflüsse mit amerikanischer Bar-Atmosphäre verbindet.

Auch wenn man Glasblasen oder Kerzengießen schon aus unseren Gefilden kennt, woanders ist es dann doch noch unterhaltsam / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Auch wenn man Glasblasen oder Kerzengießen schon aus unseren Gefilden kennt, woanders ist es dann doch noch unterhaltsam / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Laut Travel + Leisure zählt der Clearwater Beach zu den 15 besten weißen Sandstränden der Welt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Laut Travel + Leisure zählt der Clearwater Beach zu den 15 besten weißen Sandstränden der Welt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Szenenwechsel

St. Petersburg ist eine Stadt, in der ich mich zwei Tage gut beschäftigen kann, danach zieht es mich jedoch an den Strand. Denn wozu bin ich sonst um die halbe Welt geflogen?

Der Clearwater Beach liegt rund 40 Minuten entfernt. Mich erwartet ein heller Sandstrand, warmes Meerwasser und der offene Blick auf den Golf von Mexiko auf mich. Travel + Leisure zählt den Strand übrigens zu den 15 besten weißen Sandstränden der Welt, USA Today kürte ihn sogar zur Nummer eins im Süden der USA.

Das
Das „Hiatus Clearwater Beach, Curio Collection by Hilton“ (links im Bild) ist eines dieser Hotels, in denen man sich sofort zuhause fühlt. Direkt am Strand gelegen, mit einem äußerst zuvorkommenden Team, luxuriösen und gemütlichen Zimmern, deren Balkone praktisch über dem Sand hängen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Clearwater Beach entspannt: Palmen, breiter Boulevard, bunte Fassaden, nette Boutiquen und der weiche Sandstrand nur ein paar Schritte entfernt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Clearwater Beach entspannt: Palmen, breiter Boulevard, bunte Fassaden, nette Boutiquen und der weiche Sandstrand nur ein paar Schritte entfernt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Aktiver Tagesbeginn

Mein Morgen beginnt mit einer Stunde Beachyoga. Täglich von 8 bis 9 Uhr führt eine Trainerin die Gruppe direkt vor dem The Hiatus Clearwater Beach, Curio Collection by Hilton, durch ruhige Flows. Matten sind überflüssig, ein großes Strandtuch genügt. Der Blick geht aufs Meer, begleitet vom Rauschen der Wellen und dem Ruf der Möwen. Bei Regen wird unter den offenen Pavillon beim Hotel ausgewichen, mit Blick aufs Wasser, aber geschützt.

Romantisch: Dinner am Clearwater Beach / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Romantisch: Dinner am Clearwater Beach / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Tagsüber füllen sich Strand und Pier

Pier 60 ist der Treffpunkt zum Spazierengehen, Fischen und Sonnenuntergänge beobachten. Von hier starten auch Dolphin Cruises, die hinaus auf den Golf fahren. Mit etwas Glück schwimmen Delfine neben dem Boot her oder tauchen in kurzen Abständen auf. Wer auch den Abend gern am Strand verbringt, kann ein privates Dinner direkt im Sand buchen: kleine Gazebos, liebevoll dekoriert, die Füße im noch warmen Sand, das Meer davor. Ein romantischer Abschluss des Tages. Sonnenuntergang inklusive.

Golfer´s Paradise: Florida zählt zu den weltweit führenden Golfdestinationen. Ich habe während meines Aufenthalts auf dem Dunedin Golf Club gespielt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Golfer´s Paradise: Florida zählt zu den weltweit führenden Golfdestinationen. Ich habe während meines Aufenthalts auf dem Dunedin Golf Club gespielt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Florida ist Golf

Golf ist in Florida selbstverständlich – und für mich als Golferin ohnehin Teil jeder Reise. Der Dunedin Golf Club nördlich von Clearwater wurde von Donald Ross entworfen und im Jänner 1927 eröffnet. Zwischen 1945 und 1962 war er Sitz der PGA of America und Austragungsort der PGA Senior’s Championship. Der Platz folgt der Handschrift des schottisch-amerikanischen Designers: breite Fairways, strategisch platzierte Bunker, gut gepflegte Grüns und alter Baumbestand.

Florida zählt seit langem zu den weltweit führenden Golfdestinationen – mit mehr als 1.200 Plätzen im Bundesstaat. Das entspricht mehr als sieben Prozent aller Golfplätze in den gesamten USA. Und weil Natur hier immer Teil des Spiels ist: Alligatoren sind auf vielen Fairways des Sunshine State keine Seltenheit. Manchmal liegen sie träge am Wasserhindernis, manchmal wandern sie tatsächlich übers Grün.

Vom Hafen aus geht’s los zur Dinner Cruise. Ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Vom Hafen aus geht’s los zur Dinner Cruise. Ein Erlebnis, das ich nicht missen möchte / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Sunset calling

Ein besonderes Erlebnis am Abend ist eine StarLite Dinner Cruise. Das Schiff legt im Hafen von Clearwater ab und schippert gemächlich die Küste entlang. An Bord gibt es ein À-la-carte-Menü, eine kleine Tanzfläche und verschiedene Sitzbereiche mit großen Fenstern und Außendecks. In den USA TODAY 10Best Readers‘ Choice Awards 2025 wurde StarLite zur Nummer eins unter den Dinner-Cruises im ganzen Land gewählt. Die Atmosphäre ist locker: Paare, Familien, Freundesgruppen, dazwischen Einzeltischgäste.

Wenn später die Sonne über dem Golf versinkt, drängen sich fast alle an die Reling – kaum jemand lässt sich hier die Chance auf ein Foto entgehen. Später wird getanzt. Und zwar überraschend viel: Eine Tanzlehrerin zeigt die Schritte vor, der Rest der Gäste macht begeistert mit. Offenbar kennen alle diese Tanzabfolgen, nur ich noch nicht. Die Stimmung ist fröhlich und ausgelassen. Wie ein spontanes gemeinsames Abendprogramm, das niemand geplant hat, das aber wirklich allen sofort Spaß macht.

Sonnenuntergang an Deck: Alle wollen das beste Foto / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Sonnenuntergang an Deck: Alle wollen das beste Foto / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Frisch aus dem Meer

Kulinarisch lebt Clearwater Beach ganz nach dem Prinzip „From Gulf to Table“. Viele Gerichte kommen direkt aus dem Golf auf den Teller. Bob Heilman’s Beachcomber serviert seit Jahrzehnten klassische amerikanische Küche mit Schwerpunkt auf Fisch und Meeresfrüchten. Auf der Karte stehen unter anderem der „Fresh Gulf Yellow Edge Grouper“, ein nach Art des Hauses würzig angebratener Fisch aus dem Golf, die „Pan Seared Scallops with Tequila Lime Butter“ – in der Pfanne gebratene Jakobsmuscheln in einer Sauce aus Tequila und Limette – oder eine „Shrimp und Lobster Pasta“ mit Garnelen, Hummer, Knoblauch, Basilikum und Tomaten.

Frenchy’s Rockaway Grill steht für das, was so viele an Clearwater schätzen: ein cooles Strandlokal, in dem die Gäste in Badekleidung Platz nehmen und Frenchys berühmte „She-Crab-Soup“ genießen – eine traditionsreiche, cremige Krabbensuppe aus Blue Crabs, verfeinert mit Krabbeneiern und einem Schuss Sherry. Dazu gibt es frischen Ahi-Tuna, klassische Crab Cakes oder einen erfrischenden Cocktail mit Meerblick.

Als einer der ersten setzte Michael
Als einer der ersten setzte Michael „Frenchy“ Preston auf eine eigene Fangflotte und beliefert sein Lokal mit dem „Super Grouper Sandwich“. In Kombination mit perfekter Strandlage, gechillter Atmosphäre und moderaten Preisen wurde das Lokal schnell zur Institution auf Clearwater Beach und Pflichtstopp für Einheimische wie Gäste / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Im Ocean Seven Restaurant, Bar & Terrace auf der Dachterrasse des The Hiatus Clearwater Beach, Curio Collection by Hilton, herrscht eine andere Atmosphäre: stylisch, chillig und eindeutig „floribbean“. Auf der Karte findet sich etwa der „Ocean Seven Seafood Tower“, ein üppiger Meeresfrüchte-Turm mit Key-West-Pink-Garnelen, Austern, gekühltem Stachelrochensalat, „Deviled Crab“, einer pikanten Krabbenmischung aus Krabbenfleisch, Senf, Mayonnaise, Gewürzen und Paniermehl, sowie Thunfischtatar.

Darüber hinaus gibt es „Beef-Empanadas“, kleine Teigtaschen mit zartem Rindfleisch und Käse, serviert mit Salsa verde. Die „Jerk-Pasta“ kombiniert Paccheri-Nudeln mit Paprika, Zwiebeln und Karotten. Auf Wunsch kommen Huhn oder Hummer dazu. Und auch einfallsreiche Sushi-Gerichte finden ihren Platz. Darüber hinaus gibt’s von hier den besten Blick über Strand und Meer.

Mein Tipp: abendliche Kayaktouren / © Visit St. Pete Clearwater
Mein Tipp: abendliche Kajaktouren duch Kanäle und Mangroven / © Visit St. Pete Clearwater
Wenn der Tag sich dem Ende zuneigt, wirkt die Welt für einen Moment, als würde sie stillstehen © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Wenn der Tag sich dem Ende zuneigt, wirkt die Welt für einen Moment, als würde sie stillstehen © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Das Beste kommt zum Schluss

Nach Einbruch der Dunkelheit zieht es viele noch einmal hinaus aufs Wasser: Glow-Kajaktouren starten in Tierra Verde, südlich von St. Pete Beach, etwa 35 Minuten vom Clearwater Beach entfernt. Die Gruppe sitzt in transparenten Kajaks mit LED-Beleuchtung am Rumpf, die das Wasser in wechselnde Farben taucht. Langsam geht es durch Kanäle und Mangrovenarme, begleitet von einem Guide, der auf Vögel, Fische und Pflanzen hinweist. Veranstalter wie Get Up And Go Kayaking bieten diese Touren regelmäßig an.

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