Geschätzte Lesezeit: 17 Minuten

Ob Haute Couture, Beauty, Hospitality, Kulinarik oder Kommunikation: Frauen sind in vielen Bereichen der Wirtschaft die treibende Kraft. Zum Weltfrauentag am 8. März rücken wir inspirierende Frauen ins Rampenlicht, die mit Leidenschaft und Unternehmergeist neue Wege gehen und Impulse setzen.

In kurzen Gesprächen mit unseren FrontRowSociety-Redakteurinnen Astrid Steinbrecher-Raitmayr, Carina Rembold, Christina Horn und Annett Conrad geben sie Einblicke in ihr Business und teilen ihre persönlichen Gedanken zum Weltfrauentag.

Österreich: Luise Köfer, Vinoble Cosmetics, Südsteiermark im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Luise Köfer ist die Gründerin von VINOBLE COSMETICS und steht für eine Premium-Hautpflegemarke, die Natur, Wissenschaft und Wirksamkeit auf höchstem Niveau vereint / © Vinoble Cosmetics GmbH
Luise Köfer ist die Gründerin von VINOBLE COSMETICS und steht für eine Premium-Hautpflegemarke, die Natur, Wissenschaft und Wirksamkeit auf höchstem Niveau vereint / © Vinoble Cosmetics GmbH
Was hat Sie damals dazu bewegt, Vinoble zu gründen und was treibt Sie heute noch an?
 
Ich habe Vinoble gegründet, weil es damals kaum nachhaltige, hochwirksame Kosmetik ohne kritische Inhaltsstoffe gab. Gemeinsam mit einer Chemikerin habe ich früh erkannt, welches Anti-Aging-Potenzial Resveratrol aus der Traube hat. Mein Ziel war von Anfang an, etwas zu entwickeln, das es so am Markt noch nicht gibt: kompromisslos wirksam und gleichzeitig konsequent rein. Dieser Anspruch treibt mich bis heute an.
 
Was war für Sie der entscheidende Moment, in dem Sie gemerkt haben: Vinoble funktioniert als Marke?
 
Als wir unsere ersten Produkte im eigenen Day Spa in Leibnitz angeboten haben, war die Nachfrage sofort außergewöhnlich. Plötzlich kamen nicht nur Kundinnen, sondern auch Hotels aktiv auf uns zu. Da wusste ich: Vinoble ist mehr als ein Produkt – es ist ein Konzept, das Menschen begeistert. So ist Schritt für Schritt die internationale Premium-Spa-Marke entstanden.
 
Sie arbeiten überwiegend mit Frauen, warum?
 
Weil ich selbst weiß, wie anspruchsvoll es ist, als Frau – und besonders als Mutter – Karriere und Familie zu verbinden. Ich habe drei Söhne und kenne diese Realität aus eigener Erfahrung. Deshalb ist es mir wichtig, Frauen nicht nur Chancen zu geben, sondern sie wirklich zu fördern und zu stärken. Talent braucht manchmal einfach jemanden, der daran glaubt.
 
Was bedeutet der Weltfrauentag für Sie persönlich?
 
Für mich ist der Weltfrauentag ein Reminder: Frauen müssen gehört werden – und wir müssen uns gegenseitig unterstützen. Es geht nicht nur um Gleichberechtigung, sondern um echte Sichtbarkeit und Wertschätzung. Deshalb engagieren wir uns auch immer wieder in Charity-Projekten, unter anderem gemeinsam mit dem Soroptimist Club. Weil es mir wichtig ist, auch konkret etwas beizutragen.

Seien Sie mutig, stellen Sie Fragen, fordern Sie Ihren Platz ein und lassen Sie sich nicht kleiner machen, als Sie sind.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere machen möchten?
 
Warten Sie nicht darauf, dass Ihnen jemand erlaubt, groß zu denken. Seien Sie mutig, stellen Sie Fragen, fordern Sie Ihren Platz ein und lassen Sie sich nicht kleiner machen, als Sie sind. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Sie stärken, nicht bremsen. Und vor allem: Vertrauen Sie darauf, dass Sie beides dürfen – Erfolg und Familie, Stärke und Weiblichkeit.
 
Vinoble Cosmetics – vegane, nachhaltige Premium-Hautpflege, intensiv pflegend und handgefertigt in Österreich / © Patricia Pillinger
Vinoble Cosmetics – vegane, nachhaltige Premium-Hautpflege, intensiv pflegend und handgefertigt in Österreich / © Patricia Pillinger

Österreich: Lena Hoschek, Kleidermacherin, Graz, Wien, im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Lena Hoschek:
Lena Hoschek: „Ich möchte, dass sich jede Frau weiblich fühlt. Ihre Mode ist ein Statement für die Freiheit, man selbst zu sein – mit all seiner Persönlichkeit und Stärke. Wenn eine Frau in meinen Designs strahlt, dann habe ich alles richtig gemacht.“ / © Michael Zahnschirm
Welche Bedeutung haben starke Frauenbilder für Ihre Arbeit und Ihre Marke? 
 
Starke Frauen sind das Herzstück meiner Arbeit. Sie inspirieren mich jeden Tag. Für mich bedeutet Stärke, authentisch zu sein und seinen eigenen Weg zu gehen – egal in welcher Lebensphase man sich gerade befindet. Ich möchte Frauen zeigen, die für gegenseitige Unterstützung, Mut und Zusammenhalt stehen und beweisen, dass Weiblichkeit und Stärke keine Gegensätze sind.
 
Gibt es ein Kleidungsstück, das Ihnen persönlich besonders am Herzen liegt?
 
Ganz klar unsere Bänderröcke, die ich vor 20 Jahren erfunden habe – sie bestehen nur aus Bändern. Viele davon werden noch auf über 100 Jahre alten Webstühlen gemacht. Kein Kleidungsstück besteht aus so wertvollen Materialien wie unsere Ribbon Skirts.
 
Ihre Kollektionen erzählen oft Geschichten. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?
 
Ich lasse mich von Orten, Stimmungen und starken Frauen inspirieren. Bei Riviera SS 26 war es das Flair eines mediterranen Sommers – die Leichtigkeit von Capri, ein Negroni in der Hand, die Sonne auf der Haut. Jede Kollektion ist eine besondere Reise, die ich mit meinen Kundinnen teilen möchte.

Der Weltfrauentag ist ein wichtiger Tag, um Solidarität zu zeigen und alle Frauen zu feiern. Frauen, die sich gegenseitig stärken, können Großes bewegen!

Wie wichtig ist Ihnen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum in der Mode?
 
Sehr wichtig. Nachhaltigkeit bedeutet für mich einen umweltbewussten Umgang mit Ressourcen, faire Produktstandards in der EU und soziale Verantwortung. ich bin stolz darauf, österreichische Arbeitsplätze zu schaffen und durch Qualität statt Quantität Mode zu kreieren, die bleibt. Zeitlose Stücke, die man lange trägt, sind die nachhaltigste Form von Mode.
 

Was bedeutet der Weltfrauentag für Sie persönlich?

Der Weltfrauentag ist ein wichtiger Tag, um Solidarität zu zeigen und alle Frauen zu feiern. Er erinnert uns daran, wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist – etwas, das ich in meiner Arbeit und in meiner Community jeden Tag erlebe. Frauen, die sich gegenseitig stärken, können Großes bewegen!

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die in der Modebranche ihren Weg gehen möchten?

Bleibt euch selbst treu und habt keine Angst vor Herausforderungen. Die Modebranche ist hart, aber wenn ihr mit Leidenschaft, Ausdauer und Authentizität dabei seid, werdet ihr euren Weg finden. Umgebt euch mit Menschen, die an euch glauben, und vergesst nie: Erfolg braucht Zeit, aber er lohnt sich.

Die neue RIVIERA SS26 Kollektion verkörpert pure Lebensfreude: das Gefühl von Sommer, Leichtigkeit und mediterraner Eleganz. Sie zeigt, dass Mode Geschichten erzählen und Emotionen wecken kann / © Aida Đapo Muharemović
Die neue RIVIERA SS26 Kollektion verkörpert pure Lebensfreude: das Gefühl von Sommer, Leichtigkeit und mediterraner Eleganz. Sie zeigt, dass Mode Geschichten erzählen und Emotionen wecken kann / © Aida Đapo Muharemović

Österreich: Ellen Nenning, Gams zu zweit, Bezau, Vorarlberg, im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Ellen Nenning, Gastgeberin des Gams zu zweit an ihrem Lieblingsplatz im Hotel, auf dem Rooftop mit Blick auf den Kirchtum von Bezau / © Gams zu zweit
Ellen Nenning, Gastgeberin des Gams zu zweit an ihrem Lieblingsplatz im Hotel, auf dem Rooftop mit Blick auf den Kirchtum von Bezau / © Gams zu zweit
Was bedeutet es für Sie, ein Hotel zu führen?
 
Für mich ist ein Hotel die schönste Unternehmung und genau das, was mir Freude macht. Selbstverständlich gibt es auch genügend Herausforderungen, aber mit einem starken Team schafft man mehr, als man sich selbst zunächst zutraut. Das Gams zu zweit ist ein wunderschöner Ort mit glücklichen Menschen und einer sympathischen und zukunftsfähigen Idee. Ein Hotel zu führen bedeutet für mich viel Abwechslung und bietet großartige Möglichkeiten.
 
Woran erkennt man Ihre persönliche Handschrift in Ihrem Haus?
 
Das ganze Haus ist meine Handschrift. Nichts ist dem Zufall überlassen, und zu allem, was man entdecken kann, gibt es eine eigene Geschichte. Alles ist ziemlich individuell und hat nichts mit Uniformität oder Mainstream zu tun. Das Hotel ist die Bühne und Kulisse für ganz persönliche Gästeerlebnisse.
 
Die Performance in allen Bereichen über viele Jahre auf hohem Niveau hat nichts mit Trend-Hopping zu tun, sondern ist Understatement. Dies gilt auch für langjährige Partnerschaften mit Handwerkern, Lieferanten und vor allem für die langjährige Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Das ist die perfekte Basis für die Entwicklung eines Konzepts, einer Strategie und letztendlich einer unverwechselbaren Handschrift.
 
Was ist Ihnen in der Führung Ihres Teams wichtig?
 
Unser Motto: Wir sind keine Dienerschaft, sondern Profis mit perfekter Leidenschaft. Mir ist es wichtig, dass jede und jeder im Team sein ganzes Potenzial nutzen kann und sich mit seiner Aufgabe wohlfühlt. Wir sind bestrebt, maßgeschneiderte Jobs anzubieten. Die persönlichen Situationen und Notwendigkeiten der einzelnen Teammitglieder sind sehr individuell und brauchen unterschiedliche Lösungen.
 
Was bedeutet der Weltfrauentag für Sie persönlich?
 
Er erinnert mich daran, dass es (leider) immer noch wichtig und notwendig ist, auf Gleichstellungen aufmerksam zu machen.
 
Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere machen möchten?
 
Auf jeden Fall bitte nicht versuchen, die besseren Männer zu sein. Das würde ja bedeuten, dass es besser wäre, ein Mann zu sein, und somit indirekt, dass Frauen weniger wert sind. Ich möchte alle Menschen auffordern, ihre Talente und Fähigkeiten zu nutzen und sich selbst stets treu zu bleiben. Karriere ist nicht gleich Karriere, und Karriere ist schon überhaupt nicht gleich Glück. Glücklich zu sein kann jedoch Karriere ermöglichen, während Unglücklichsein nicht genug Energie für Karriere übrig lässt.

Der Weltfrauentag erinnert mich daran, dass es (leider) immer noch wichtig und notwendig ist, auf Gleichstellungen aufmerksam zu machen.

Suite „Wolke 7“ im Hotel Gams zu zweit, Bezau - ein lichtdurchflutetes Refugium mit markanter A-Frame-Architektur, edlen Materialien und stilvoller Lounge-Atmosphäre für besondere Auszeiten zu zweit / © Christian Woeckinger
Suite „Wolke 7“ im Hotel Gams zu zweit, Bezau – ein lichtdurchflutetes Refugium mit markanter A-Frame-Architektur, edlen Materialien und stilvoller Lounge-Atmosphäre für besondere Auszeiten zu zweit / © Christian Woeckinger

Deutschland: Elisabeth Mueller, Color & Style Mentorin, Allgäu, im Gespräch mit Carina Rembold

Elisabeth Müller, Color & Style Mentorin
Elisabeth Müller, Color & Style Mentorin / © Steffi Kleininger

Wie wird Kompetenz sichtbar, bevor das erste Wort gesprochen ist?

Aus dieser Neugier entstand mehr als eine Spezialisierung. Es wurde eine Haltung. „And the rest is history“, sagt sie heute mit einem Lächeln. Wirkung ist kein Zufall. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Schnittstelle zwischen Wirkung und Wirtschaft. Für Elisabeth Müller sind Farben, Schnitte und Silhouetten nicht nur modischen Spielereien, sondern auch Instrumente bewusster Selbstführung. Kleidung ist kein Beiwerk – sie ist nonverbale Kommunikation.

Was ist der Kern Ihrer Arbeit?

Für mich sind Farben, Schnitte und Silhouetten keine Oberflächlichkeiten, sondern präzise Instrumente bewusster Selbstführung. Kleidung ist dafür da, uns zu unterstützen – in unserem Wohlfühlen, in unserem Ausdruck, in unserer Klarheit. Stil bedeutet für mich: sichtbar machen, was wir von unserer Persönlichkeit zeigen möchten. Echte Wirkung beginnt genau dort – wo Persönlichkeit bewusst nach außen getragen wird.

Mit wem arbeiten Sie überwiegend zusammen?

Ich begleite Führungskräfte, Unternehmerinnen, selbstständige Frauen und Frauen die mehr wollen im gesamten DACH-Raum. Frauen, die Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen und ihre Präsenz nicht dem Zufall überlassen möchten. Jede Zusammenarbeit ist individuell auf die jeweilige Persönlichkeit, Rolle und Zielsetzung abgestimmt. Es geht nicht um ein standardisiertes Konzept, sondern um maßgeschneiderte Klarheit. Was ich dabei immer wieder beobachte: Mit der Klarheit über Farben, Formen und Stil entsteht etwas sehr Kraftvolles – Ausstrahlung. Strahlkraft. Lebensfreude. Und auch Spaß am eigenen Kleiderschrank.

Welche Veränderung beobachten Sie bei Ihren Kundinnen?

Klarheit ist der erste große Schritt. Wer weiß, welche Farben und Schnitte die eigene Ausstrahlung unterstützen, reduziert Fehlkäufe und erleichtert Entscheidungen – nicht nur im Kleiderschrank, sondern oft auch im beruflichen Kontext. Viele Kundinnen berichten, dass sie sich selbst plötzlich mit anderen Augen sehen. Nicht verkleidet, sondern authentisch. Stil wird zum Spiegel der Persönlichkeit. Es geht nie um Kategorien wie „zu dünn“ oder „zu dick“. In meiner Welt gibt es ausschließlich passende Schnittformen – präzise abgestimmt auf den jeweiligen Körper.

Wenn Frauen verstehen, wie sie ihre nonverbale Kommunikation bewusst einsetzen können, verändert das ihr Auftreten grundlegend. Wirkung wird strategisch – und gleichzeitig vollkommen natürlich. Einige beschreiben es als echten Gamechanger. Als Initialzündung, sich selbst neu zu verstehen – und dieses Selbstverständnis selbstbewusst nach außen zu tragen.

Wenn Frauen verstehen, wie sie ihre nonverbale Kommunikation bewusst einsetzen können, verändert das ihr Auftreten grundlegend. Wirkung wird strategisch – und gleichzeitig vollkommen natürlich.

Was treibt Sie an?

Mich treibt der Gedanke an bewusste Präsenz an. Unsere Wirkung ist uns immer einen Schritt voraus. Wir betreten einen Raum – und bevor wir ein Wort sagen, spricht bereits unsere Ausstrahlung. Das Entscheidende: Diese Wirkung muss kein Zufall sein. Wenn wir verstehen, welche innere Haltung wir tragen, welche Farbwirkung diese unterstreicht und welche Schnitte unsere Ausstrahlung unterstützen, können wir unsere Präsenz gezielt gestalten.

Wir alle kleiden uns jeden Tag. Warum also nicht so, dass unsere Kleidung uns stärkt – in dem, wer wir sind, wie wir uns fühlen möchten und was wir bewirken wollen? Genau dort beginnt für mich Stil: als bewusste Entscheidung.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere machen möchten?

Gehen Sie Schritt für Schritt. Sie müssen nicht mit 18 wissen, wo Sie mit 40 stehen wollen. Entscheidend ist, den ersten Schritt bewusst zu gehen – dort, wo eine Tür offen ist und wo es sich stimmig anfühlt. In meinem Fall war es das Wirtschaftsabitur. Es hat mir Freude gemacht, also habe ich BWL studiert. Nicht, weil es der Masterplan war – sondern weil es der nächste sinnvolle Schritt war.

Wir alle kleiden uns jeden Tag. Warum also nicht so, dass unsere Kleidung uns stärkt
Wir alle kleiden uns jeden Tag. Warum also nicht so, dass unsere Kleidung uns stärkt / © Steffi Kleininger

Was ich jungen Frauen immer sage: Geben Sie dort, wo Sie gerade stehen, 100 Prozent. Mit Klarheit. Mit Herzblut. Mit Präsenz. Auch wenn Sie wissen, dass es noch nicht das endgültige Ziel ist. Sie sind jetzt genau an diesem Punkt – und Ihr Hebel liegt im Hier und Jetzt. Engagement bleibt nie folgenlos. Mein erstes Praktikum habe ich mit vollem Einsatz gemacht. Das Ergebnis: das Angebot, meine Bachelorarbeit im Unternehmen zu schreiben. Türen öffnen sich oft leise – aber sie öffnen sich.

Seien Sie außerdem offen für die Angebote des Lebens. Nicht alles ist planbar. Manchmal entsteht der nächste Karriereschritt nicht aus Strategie, sondern aus Bereitschaft.

Und schließlich: Seien Sie mutig – und hören Sie auf Ihre Intuition. Diese leise, klare Stimme, die keine Argumente liefert und dennoch eindeutig ist. Sie sagt nicht „weil“, sie sagt „tu es“ oder „lass es“. Gerade wenn es rational keinen Sinn zu ergeben scheint, beginnt echter Mut. Diese innere Führung ist keine Schwäche, sondern genau der Grund, warum ich heute da stehe, wo ich stehe.

Österreich: Veronika Kirchmair, St. Peter Stiftskulinarium, Salzburg, im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Veronika Kirchmair bringt im St. Peter Stiftskulinarium die Geschichte des ältesten Restaurants Europas in die Gegenwart – mit Kunst, Gastlichkeit und moderner Kulinarik / © Bianca Hochenauer
Veronika Kirchmair bringt im St. Peter Stiftskulinarium die Geschichte des ältesten Restaurants Europas in die Gegenwart – mit Kunst, Gastlichkeit und moderner Kulinarik / © Bianca Hochenauer
Sie führen das älteste Restaurant Europas. Was bedeutet Führung für Sie?
 
Führung bedeutet für mich Verantwortung: für ein Haus mit über 1.200 Jahren Geschichte, für unsere Mitarbeiter:innen und für jeden einzelnen Gast. Im St. Peter Stiftskulinarium geht es nicht darum, Tradition zu verwalten, sondern sie lebendig zu halten. Ich sehe meine Aufgabe darin, Orientierung zu geben und gleichzeitig Freiraum für Kreativität zu schaffen. Führung heißt zuhören, Impulse setzen und Entscheidungen mit Klarheit und Haltung zu treffen. Nur so kann ein historischer Ort in der Gegenwart bestehen und in die Zukunft wachsen.
 

Was ist Ihr Anspruch an Gastlichkeit?

Gastlichkeit ist für mich ein ganzheitliches Erlebnis. Die Küche steht im Dialog mit dem Raum, die Geschichte mit der Gegenwart, die Menschen miteinander. Ein Gast soll sich nicht nur willkommen fühlen, sondern wahrgenommen. Es geht um Aufmerksamkeit im Detail, um Respekt und um Atmosphäre. Genuss entsteht nicht isoliert auf dem Teller, er entfaltet sich im Zusammenspiel aus Kulinarik, Design, Kunst und Begegnung. Unser Anspruch ist es, diesen Rahmen immer wieder neu zu gestalten.
 
Ihre saisonalen Inszenierungen sind legendär. Woher nehmen Sie Ihre Ideen?
 
Ich reise viel und gehe mit offenen Augen durch die Welt. Inspiration finde ich in Architektur, Mode, Kunst, Landschaften und Gesprächen. Kunst spielt bei uns eine große Rolle, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Grazer Galerie Reinisch. Sie gibt Denkanstöße und eröffnet neue Perspektiven. Jede saisonale Inszenierung entsteht aus diesem Spannungsfeld zwischen internationaler Inspiration und regionaler Verwurzelung. Wichtig ist mir, dass alles authentisch bleibt und zum Haus passt. Es geht nie um Dekoration um der Dekoration willen, sondern um eine stimmige Gesamtkomposition.

Seien Sie mutig und bleiben Sie authentisch. Lassen Sie sich nicht einreden, dass Sensibilität ein Nachteil ist.

Was bedeutet der Weltfrauentag für Sie persönlich?
 
Der Weltfrauentag ist für mich ein Moment der Reflexion. Ich komme aus einem Betrieb, in dem Frauen immer eine starke Rolle gespielt haben. Gleichzeitig sehe ich, wie fordernd die Gastronomie sein kann, mit langen Arbeitszeiten und hoher Verantwortung. Frauen bringen Empathie, Feingefühl und soziale Kompetenz mit: Eigenschaften, die in unserer Branche essenziell sind. Dennoch braucht es Strukturen, die Vereinbarkeit ermöglichen. Ich beobachte eine positive Entwicklung: Viele hochklassige Betriebe setzen heute bewusst auf flexiblere Modelle. Das ist ein wichtiger Schritt.
 
Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere machen möchten?
 
Seien Sie mutig und bleiben Sie authentisch. Lassen Sie sich nicht einreden, dass Sensibilität ein Nachteil ist. Sie ist eine Stärke. Gleichzeitig braucht es Disziplin, Durchhaltevermögen und ein gutes Zeitmanagement. Suchen Sie sich Menschen, die Sie unterstützen, und bauen Sie Netzwerke auf. Karriere ist kein Sprint, sondern ein langfristiger Weg. Und vielleicht am wichtigsten: Bewahren Sie sich Ihre Neugier. Entwicklung hört nie auf, weder persönlich noch unternehmerisch.
 
Im St. Peter Stiftskulinarium geht es nicht darum, Tradition zu verwalten, sondern sie lebendig zu halten / © Andreas Kolarik
Im St. Peter Stiftskulinarium geht es nicht darum, Tradition zu verwalten, sondern sie lebendig zu halten / © Andreas Kolarik

Österreich: Dorli Muhr, Winzerin und gleichzeitig Gründerin und Inhaberin der Kommunikationsagentur Wine & Partners, Wien, im Gespräch mit Annett Conrad

Dorli Muhr – mit ihrer Kommunikationsagentur Wine & Partners begleitet sie seit vielen Jahren Weinregionen und -marken strategisch / © Redaktion FrontRowSociety.net
 

Welche positiven Entwicklungen für Frauen in Unternehmerinnen- und Führungsrollen haben Sie in den letzten Jahren persönlich wahrgenommen?

Die Bildung von Frauennetzwerken empfinde ich als eine wichtige Entwicklung, denn Austausch und gegenseitige Inspiration ist eine immense Kraftquelle.

Sie sagen selbst, Sie seien „zu hundert Prozent Agenturchefin und zu hundert Prozent Winzerin“. Wie organisieren Sie dieses Spannungsfeld zwischen strategischer Kommunikationsarbeit in Wien und der naturabhängigen, handwerklichen Arbeit am Spitzerberg und was lernen die beiden Welten voneinander?

Abgesehen von den zeitlichen Begrenzungen empfinde ich kein Spannungsfeld zwischen den beiden Tätigkeiten, sondern es ist die gleiche Arbeit nur mit unterschiedlichen Mitteln. Als Unternehmerin geht es darum, Entwicklungen zu antizipieren und mit Umsicht das Team, aber auch die Kunden  in die richtige Richtung zu motivieren. Die Arbeit mit den Reben ist genau das gleiche. Ich sehe mich in beiden Unternehmen als Ermöglicherin und Motivatorin.

Die Bildung von Frauennetzwerken empfinde ich als eine wichtige Entwicklung, denn Austausch und gegenseitige Inspiration ist eine immense Kraftquelle.

Ihr beruflicher Weg wirkt von außen wie eine Mischung aus unternehmerischem Mut, Leidenschaft und Durchhaltevermögen. Was ist Ihr persönlicher Antrieb? Gab es Momente, in denen Sie sich bewusst gegen Widerstände oder Erwartungen entschieden haben?

Selten habe ich meine Entscheidungen nach rein wirtschaftlichen Überlegungen getroffen, mein Antrieb ist vielmehr der Wunsch, Dinge zu entwickeln, etwas auf die Welt zu bringen. Ich sehe spannende Projekte und Chancen, wo andere nur Mühe und Last sehen. Mein Antrieb ist, dass ich das Gute zum Leben und zum Funktionieren bringen möchte.

Wenn Sie heute auf Ihre Rolle als Chefin blicken: Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben, und inwiefern hat sich dieser im Laufe Ihrer Karriere verändert, gerade auch im Hinblick auf Teamkultur, Verantwortung und Förderung von Frauen?

Es war mir immer ein Anliegen, in meinen Unternehmen möglichst viel Freiheit für Selbstorganisation zu lassen und meinen Mitarbeiterinnen die Möglichkeit der Selbstverantwortung zu geben. Weil ich den größten Wert einer Tätigkeit in der eigenen Wirkmächtigkeit sehe. Erfolgserlebnisse, die Erfahrung, dass man an entscheidender Stelle für Entwicklungen gesorgt hat und das entsprechende Feedback von Kunden, sind meiner Meinung nach die wichtigsten Elemente für Motivation. Manchmal habe ich Mitarbeiterinnen damit überfordert, weil ich immer wieder dazu tendiere, Strukturen aufzulösen, wenn sie die Kreativität und das Erkennen von Chancen behindern.

Ich habe das Gefühl, dass die jüngeren Generationen mit meinem Wunsch nach einem Arbeitsverhältnis auf Augenhöhe besser umgehen können, als dies etwa noch vor zwei Jahrzehnten der Fall war. Enorm wichtig ist mir die Teamkultur, denn ein positives, spannungsfreies Verhältnis zu allen Mitarbeiterinnen ist die Basis für positiven Output. Niemand soll Energie für internes Taktieren vergeuden. Da achte ich mit Argusaugen darauf.

Der Internationale Frauentag steht jedes Jahr im Zeichen von Gleichberechtigung und Sichtbarkeit. Welche Bedeutung hat dieser Tag für Sie persönlich, und welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben, die heute als Unternehmerinnen oder Führungskräfte erfolgreich sein wollen?

Follow your dreams, denn die Zukunft gehört jenen, die sie gestalten.

Dorli Muhr gilt als bestens vernetzte Brückenbauerin zwischen Produzenten, Märkten und Medien / © Redaktion FrontRowSociety.net

Schweiz: Viktoria Schlegel, Hotelmanagerin The Capra, Saas-Fee, im Gespräch mit Christina Horn

Starke Frauen zum Weltfrauentag: Die vielfach ausgezeichnete Hotelière Viktoria Schlegel, Hotelmanagerin bei The Capra in der Schweiz, bringt über zehn Jahre Erfahrung in der internationalen Luxushotellerie mit.
Die vielfach ausgezeichnete Hotelière Viktoria Schlegel, Hotelmanagerin bei The Capra in der Schweiz, bringt über zehn Jahre Erfahrung in der internationalen Luxushotellerie mit / © Andrea Soltermann, The Capra

Sie sind mit 32 Jahren Hotelmanagerin eines Luxushauses: Welche Faktoren haben Ihre Karriere beschleunigt – und was würden Sie jungen Frauen raten, die in der Hotellerie führen wollen, ohne sich „verbiegen“ zu müssen?

Ganz besonders: die echte Leidenschaft für Gastfreundschaft – wer Menschen liebt, hat in der Hotellerie eine starke Basis. Ebenso entscheidend ist die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn der nächste Schritt zunächst Respekt einflößt. Ein weiterer prägender Faktor sind die Menschen im Team, von denen ich auf meinem Weg unglaublich viel lernen durfte.

Am meisten geholfen hat mir jedoch das Vertrauen – in mich selbst und in andere. Gerade in einer anspruchsvollen und teilweise noch sehr traditionell geprägten Branche wird man immer wieder mit Erwartungen konfrontiert. Mein Rat an junge Frauen ist deshalb: Bleiben Sie sich treu. Man muss sich nicht verbiegen, um zu führen. Authentizität schafft Vertrauen – bei Gästen genauso wie im Team.

Für mich bedeutet Führung nicht, eine Rolle zu spielen, sondern Haltung zu zeigen: klar zu entscheiden, zuzuhören, die eigene Persönlichkeit einzubringen und Raum für andere zu schaffen. Wenn man an seine Stärken glaubt und konsequent seinen eigenen Weg geht, öffnen sich oft mehr Türen, als man zunächst denkt.

Welche drei Maßnahmen machen aus Ihrer Sicht den größten Unterschied für Chancengleichheit im Hotelbetrieb?

Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur. In einem Hotel arbeiten Menschen aus vielen Kulturen und mit unterschiedlichen Lebenswegen – Chancengleichheit entsteht dort, wo diese Vielfalt bewusst gefördert und respektiert wird.

Vorbilder und Förderung. Es macht einen großen Unterschied, wenn Führungskräfte Potenziale erkennen, Menschen ermutigen und ihnen auch Verantwortung zutrauen. Gerade junge Talente brauchen manchmal jemanden, der an sie glaubt, bevor sie selbst vollkommen davon überzeugt sind.

Vertrauen und Transparenz in der Zusammenarbeit. Wenn Entscheidungen nachvollziehbar sind und Leistung gesehen wird, entsteht ein Umfeld, in dem sich alle entwickeln können. Für mich bedeutet Chancengleichheit deshalb vor allem, Strukturen zu schaffen, in denen Menschen ihre Stärken entfalten können – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft.

Teilen Sie Ihr Wissen – an jedem Posten in Ihrem Berufsweg. Es ist unsere Verantwortung, die Zukunft weiterzubilden, Talente nach uns zu fördern und Erfahrungen nicht für sich zu behalten.

Was bedeutet der Weltfrauentag für Sie persönlich?

Für mich ist der Weltfrauentag ein Tag der Reflexion und der Wertschätzung. Er erinnert daran, wie wichtig es ist, Frauen zu ermutigen, an sich selbst zu glauben, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre Stärken einzubringen – im Beruf wie im Leben. Gleichzeitig ist es eine Chance, daran zu erinnern, dass echte Chancengleichheit noch nicht selbstverständlich ist und wir alle Verantwortung tragen, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere in der Hospitality machen möchten?

Mein wichtigster Rat lautet: Bleiben Sie sich selbst treu. Wer seine eigenen Stärken und Schwächen kennt und an sich glaubt, kann Großes erreichen. Es bringt nichts, andere klein zu halten, um sich selbst größer oder stärker zu fühlen – auf kurze wie auf lange Sicht schadet das der eigenen Entwicklung und dem Team.

Teilen Sie Ihr Wissen – an jedem Posten in Ihrem Berufsweg. Es ist unsere Verantwortung, die Zukunft weiterzubilden, Talente nach uns zu fördern und Erfahrungen nicht für sich zu behalten. Vertrauen in sich selbst und in andere zu haben und authentisch zu sein, bildet eine wertvolle Grundlage für eine nachhaltige Karriere in der Hospitality.

Das familiengeführte The Capra fokussiert sich 2026 auf ganzheitliche Wellness – und schlägt mit zwei neu und weiblich besetzten Führungspositionen das nächste Kapitel auf / © The Capra
Das familiengeführte The Capra fokussiert sich 2026 auf ganzheitliche Wellness – und schlägt mit zwei neu und weiblich besetzten Führungspositionen das nächste Kapitel auf / © The Capra

Schweiz: Phaedra Letrou, Partnerships & Experiences Director The Capra, Saas-Fee, im Gespräch mit Christina Horn

Phaedra Letrou ist seit Kurzem Partnerships & Experiences Director im The Capra und Vertreterin der zweiten Generation der Eigentümerfamilie. Sie verantwortet internationale Partnerschaften, Guest Experience Design sowie die Weiterentwicklung des Retreat- und Wellnessprogramms / © Andrea Soltermann, The Capra
Phaedra Letrou ist Partnerships & Experiences Director im The Capra. Die Vertreterin der zweiten Generation der Eigentümerfamilie verantwortet internationale Partnerschaften, Guest Experience Design sowie die Weiterentwicklung des Retreat- und Wellnessprogramms / © Andrea Soltermann, The Capra

Der Internationale Frauentag rückt die Sichtbarkeit der Frau und das Thema Gleichberechtigung verstärkt in den Fokus. Welche weiblichen Perspektiven oder gelebten Erfahrungen prägen Ihren Ansatz für „designorientiertes Wellbeing“ im The Capra am konkretesten?

Frauen sind weltweit die wichtigste Gruppe unter den Alleinreisenden. Diese Erkenntnis prägt maßgeblich, wie wir bei The Capra über Erlebnisse nachdenken. Die Retreats, die wir ausrichten, sind nicht bloß Wellness-Angebote; sie sind als Einstieg in Gemeinschaft konzipiert – als Raum, in dem Gäste sich mit Gleichgesinnten, mit der Natur und mit sich selbst verbinden können, oft auf eine Weise, die im Alltag selten geworden ist.

Mein Hintergrund liegt in den Kognitionswissenschaften, und daraus rührt mein starkes Interesse daran, wie Umgebungen beeinflussen, wie Menschen fühlen, denken und Beziehungen knüpfen. Diese Perspektive prägt unseren Ansatz für designorientiertes Wellbeing: Es geht nicht nur um Ästhetik, sondern darum, wie ein Erlebnis auf die Person wirkt, die es durchlebt.

Zugleich orientieren wir uns an der wachsenden Forschung zur Frauengesundheit. Lange Zeit konzentrierte sich ein Großteil der Wellbeing-Forschung vor allem auf Männer und wurde anschließend pauschal auf alle übertragen. Wenn nun zunehmend spezifische Daten zu Frauen verfügbar werden, erhalten wir bessere Werkzeuge, um Angebote zu gestalten, die wirklich passgenau sind.

Letztlich beginnt designorientiertes Wellbeing mit einer einfachen Frage: Geht der Gast mit dem Gefühl, stärker verbunden zu sein – entweder mit sich selbst, mit der Natur oder mit den Menschen, denen er unterwegs begegnet ist?

Frauen sind weltweit die wichtigste Gruppe unter den Alleinreisenden. Diese Erkenntnis prägt maßgeblich, wie wir bei The Capra über Erlebnisse nachdenken.

In Ihrer Rolle als Partnerships & Expereinces Director verantworten Sie Partnerschaften und gestalten Gästeerlebnisse. Wo sehen Sie nach wie vor Barrieren für Frauen in Ihrem Arbeitsbereich – und welche Veränderung könnten Hotels sofort umsetzen?

Die Hürde, auf die ich immer wieder zurückkomme, ist fehlende Flexibilität. Die Hotellerie verlangt Arbeitszeiten, die oft mit dem Privatleben schwer vereinbar sind, und für junge Frauen, die eine Familie gründen möchten, insbesondere aber für frischgebackene Mütter, wirkt diese Struktur wie etwas, das eine Karriere kaum dauerhaft möglich macht. Und so verlieren wir sie – nicht, weil es ihnen an Ehrgeiz fehlt, sondern weil der Dienstplan nicht auf ihre Lebensrealität ausgerichtet ist.

Eine Veränderung, die Hotels sofort umsetzen könnten, wäre, Dienstpläne konsequent mit Blick auf Menschen mit Betreuungspflichten neu zu gestalten – nicht als Ausnahme, sondern als Standard.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere in der Hospitality machen möchten?

Führen Sie mit Freundlichkeit und Empathie. Gastfreundschaft bedeutet im Kern, sich um Menschen zu kümmern – um Gäste ebenso wie um Kolleginnen und Kollegen und um Partner und Partnerinnen. Die Fähigkeit, andere zu verstehen, zuzuhören und Wärme zu schaffen, zählt zu den wertvollsten Stärken, die man in diese Branche einbringen kann. Frauen haben eine außergewöhnliche Gabe, Beziehungen aufzubauen und Menschen in der Tiefe zu verstehen. Diese Qualitäten prägen nicht nur Karrieren, sondern auch Familien und Gemeinschaften – und dieser Welleneffekt ist wichtig. Wenn Frauen beruflich gestärkt werden, wirkt das weit über den Arbeitsplatz hinaus.

Gleichzeitig entstehen die besten Hospitality-Erlebnisse aus Balance: aus unterschiedlichen Perspektiven, verschiedenen Stärken – und daraus, dass Männer und Frauen gemeinsam führen. Was wir wollen, ist eine Welt, in der Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten und der Inspiration, die sie geben, Verantwortung übernehmen – nicht aufgrund ihres Geschlechts. Das ist der Maßstab, an dem wir uns messen sollten.

„In meiner neuen Position möchte ich verändern, wie wir über Wellness denken
„In meiner neuen Position möchte ich verändern, wie wir über Wellness denken“, sagt Phaedra Letrou, Partnerships & Experiences Director im The Capra / © The Capra
 
Hinweis der Redaktion: Die in diesem Interview geäußerten Aussagen, Einschätzungen und Meinungen geben ausschließlich die persönlichen Ansichten des Interviewpartners wieder. Die Redaktion macht sich diese Inhalte nicht zu eigen; für deren inhaltliche Richtigkeit und rechtliche Bewertung ist allein der Interviewpartner verantwortlich.