Ob Haute Couture, Beauty, Hospitality, Kulinarik oder Kommunikation: Frauen sind in vielen Bereichen der Wirtschaft die treibende Kraft. Zum Weltfrauentag am 8. März rücken wir inspirierende Frauen ins Rampenlicht, die mit Leidenschaft und Unternehmergeist neue Wege gehen und Impulse setzen.
In kurzen Gesprächen mit unseren FrontRowSociety-Redakteurinnen Astrid Steinbrecher-Raitmayr, Carina Rembold, Christina Horn und Annett Conrad geben sie Einblicke in ihr Business und teilen ihre persönlichen Gedanken zum Weltfrauentag.
Österreich: Luise Köfer, Vinoble Cosmetics, Südsteiermark im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Seien Sie mutig, stellen Sie Fragen, fordern Sie Ihren Platz ein und lassen Sie sich nicht kleiner machen, als Sie sind.

Österreich: Lena Hoschek, Kleidermacherin, Graz, Wien, im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Der Weltfrauentag ist ein wichtiger Tag, um Solidarität zu zeigen und alle Frauen zu feiern. Frauen, die sich gegenseitig stärken, können Großes bewegen!
Was bedeutet der Weltfrauentag für Sie persönlich?
Der Weltfrauentag ist ein wichtiger Tag, um Solidarität zu zeigen und alle Frauen zu feiern. Er erinnert uns daran, wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist – etwas, das ich in meiner Arbeit und in meiner Community jeden Tag erlebe. Frauen, die sich gegenseitig stärken, können Großes bewegen!
Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die in der Modebranche ihren Weg gehen möchten?
Bleibt euch selbst treu und habt keine Angst vor Herausforderungen. Die Modebranche ist hart, aber wenn ihr mit Leidenschaft, Ausdauer und Authentizität dabei seid, werdet ihr euren Weg finden. Umgebt euch mit Menschen, die an euch glauben, und vergesst nie: Erfolg braucht Zeit, aber er lohnt sich.

Österreich: Ellen Nenning, Gams zu zweit, Bezau, Vorarlberg, im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Der Weltfrauentag erinnert mich daran, dass es (leider) immer noch wichtig und notwendig ist, auf Gleichstellungen aufmerksam zu machen.

Deutschland: Elisabeth Mueller, Color & Style Mentorin, Allgäu, im Gespräch mit Carina Rembold

Wie wird Kompetenz sichtbar, bevor das erste Wort gesprochen ist?
Aus dieser Neugier entstand mehr als eine Spezialisierung. Es wurde eine Haltung. „And the rest is history“, sagt sie heute mit einem Lächeln. Wirkung ist kein Zufall. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Schnittstelle zwischen Wirkung und Wirtschaft. Für Elisabeth Müller sind Farben, Schnitte und Silhouetten nicht nur modischen Spielereien, sondern auch Instrumente bewusster Selbstführung. Kleidung ist kein Beiwerk – sie ist nonverbale Kommunikation.
Was ist der Kern Ihrer Arbeit?
Für mich sind Farben, Schnitte und Silhouetten keine Oberflächlichkeiten, sondern präzise Instrumente bewusster Selbstführung. Kleidung ist dafür da, uns zu unterstützen – in unserem Wohlfühlen, in unserem Ausdruck, in unserer Klarheit. Stil bedeutet für mich: sichtbar machen, was wir von unserer Persönlichkeit zeigen möchten. Echte Wirkung beginnt genau dort – wo Persönlichkeit bewusst nach außen getragen wird.
Mit wem arbeiten Sie überwiegend zusammen?
Ich begleite Führungskräfte, Unternehmerinnen, selbstständige Frauen und Frauen die mehr wollen im gesamten DACH-Raum. Frauen, die Verantwortung tragen, Entscheidungen treffen und ihre Präsenz nicht dem Zufall überlassen möchten. Jede Zusammenarbeit ist individuell auf die jeweilige Persönlichkeit, Rolle und Zielsetzung abgestimmt. Es geht nicht um ein standardisiertes Konzept, sondern um maßgeschneiderte Klarheit. Was ich dabei immer wieder beobachte: Mit der Klarheit über Farben, Formen und Stil entsteht etwas sehr Kraftvolles – Ausstrahlung. Strahlkraft. Lebensfreude. Und auch Spaß am eigenen Kleiderschrank.
Welche Veränderung beobachten Sie bei Ihren Kundinnen?
Klarheit ist der erste große Schritt. Wer weiß, welche Farben und Schnitte die eigene Ausstrahlung unterstützen, reduziert Fehlkäufe und erleichtert Entscheidungen – nicht nur im Kleiderschrank, sondern oft auch im beruflichen Kontext. Viele Kundinnen berichten, dass sie sich selbst plötzlich mit anderen Augen sehen. Nicht verkleidet, sondern authentisch. Stil wird zum Spiegel der Persönlichkeit. Es geht nie um Kategorien wie „zu dünn“ oder „zu dick“. In meiner Welt gibt es ausschließlich passende Schnittformen – präzise abgestimmt auf den jeweiligen Körper.
Wenn Frauen verstehen, wie sie ihre nonverbale Kommunikation bewusst einsetzen können, verändert das ihr Auftreten grundlegend. Wirkung wird strategisch – und gleichzeitig vollkommen natürlich. Einige beschreiben es als echten Gamechanger. Als Initialzündung, sich selbst neu zu verstehen – und dieses Selbstverständnis selbstbewusst nach außen zu tragen.
Wenn Frauen verstehen, wie sie ihre nonverbale Kommunikation bewusst einsetzen können, verändert das ihr Auftreten grundlegend. Wirkung wird strategisch – und gleichzeitig vollkommen natürlich.
Was treibt Sie an?
Mich treibt der Gedanke an bewusste Präsenz an. Unsere Wirkung ist uns immer einen Schritt voraus. Wir betreten einen Raum – und bevor wir ein Wort sagen, spricht bereits unsere Ausstrahlung. Das Entscheidende: Diese Wirkung muss kein Zufall sein. Wenn wir verstehen, welche innere Haltung wir tragen, welche Farbwirkung diese unterstreicht und welche Schnitte unsere Ausstrahlung unterstützen, können wir unsere Präsenz gezielt gestalten.
Wir alle kleiden uns jeden Tag. Warum also nicht so, dass unsere Kleidung uns stärkt – in dem, wer wir sind, wie wir uns fühlen möchten und was wir bewirken wollen? Genau dort beginnt für mich Stil: als bewusste Entscheidung.
Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere machen möchten?
Gehen Sie Schritt für Schritt. Sie müssen nicht mit 18 wissen, wo Sie mit 40 stehen wollen. Entscheidend ist, den ersten Schritt bewusst zu gehen – dort, wo eine Tür offen ist und wo es sich stimmig anfühlt. In meinem Fall war es das Wirtschaftsabitur. Es hat mir Freude gemacht, also habe ich BWL studiert. Nicht, weil es der Masterplan war – sondern weil es der nächste sinnvolle Schritt war.

Was ich jungen Frauen immer sage: Geben Sie dort, wo Sie gerade stehen, 100 Prozent. Mit Klarheit. Mit Herzblut. Mit Präsenz. Auch wenn Sie wissen, dass es noch nicht das endgültige Ziel ist. Sie sind jetzt genau an diesem Punkt – und Ihr Hebel liegt im Hier und Jetzt. Engagement bleibt nie folgenlos. Mein erstes Praktikum habe ich mit vollem Einsatz gemacht. Das Ergebnis: das Angebot, meine Bachelorarbeit im Unternehmen zu schreiben. Türen öffnen sich oft leise – aber sie öffnen sich.
Seien Sie außerdem offen für die Angebote des Lebens. Nicht alles ist planbar. Manchmal entsteht der nächste Karriereschritt nicht aus Strategie, sondern aus Bereitschaft.
Und schließlich: Seien Sie mutig – und hören Sie auf Ihre Intuition. Diese leise, klare Stimme, die keine Argumente liefert und dennoch eindeutig ist. Sie sagt nicht „weil“, sie sagt „tu es“ oder „lass es“. Gerade wenn es rational keinen Sinn zu ergeben scheint, beginnt echter Mut. Diese innere Führung ist keine Schwäche, sondern genau der Grund, warum ich heute da stehe, wo ich stehe.
Österreich: Veronika Kirchmair, St. Peter Stiftskulinarium, Salzburg, im Gespräch mit Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Was ist Ihr Anspruch an Gastlichkeit?
Seien Sie mutig und bleiben Sie authentisch. Lassen Sie sich nicht einreden, dass Sensibilität ein Nachteil ist.

Österreich: Dorli Muhr, Winzerin und gleichzeitig Gründerin und Inhaberin der Kommunikationsagentur Wine & Partners, Wien, im Gespräch mit Annett Conrad

Welche positiven Entwicklungen für Frauen in Unternehmerinnen- und Führungsrollen haben Sie in den letzten Jahren persönlich wahrgenommen?
Die Bildung von Frauennetzwerken empfinde ich als eine wichtige Entwicklung, denn Austausch und gegenseitige Inspiration ist eine immense Kraftquelle.
Sie sagen selbst, Sie seien „zu hundert Prozent Agenturchefin und zu hundert Prozent Winzerin“. Wie organisieren Sie dieses Spannungsfeld zwischen strategischer Kommunikationsarbeit in Wien und der naturabhängigen, handwerklichen Arbeit am Spitzerberg und was lernen die beiden Welten voneinander?
Abgesehen von den zeitlichen Begrenzungen empfinde ich kein Spannungsfeld zwischen den beiden Tätigkeiten, sondern es ist die gleiche Arbeit nur mit unterschiedlichen Mitteln. Als Unternehmerin geht es darum, Entwicklungen zu antizipieren und mit Umsicht das Team, aber auch die Kunden in die richtige Richtung zu motivieren. Die Arbeit mit den Reben ist genau das gleiche. Ich sehe mich in beiden Unternehmen als Ermöglicherin und Motivatorin.
Die Bildung von Frauennetzwerken empfinde ich als eine wichtige Entwicklung, denn Austausch und gegenseitige Inspiration ist eine immense Kraftquelle.
Ihr beruflicher Weg wirkt von außen wie eine Mischung aus unternehmerischem Mut, Leidenschaft und Durchhaltevermögen. Was ist Ihr persönlicher Antrieb? Gab es Momente, in denen Sie sich bewusst gegen Widerstände oder Erwartungen entschieden haben?
Selten habe ich meine Entscheidungen nach rein wirtschaftlichen Überlegungen getroffen, mein Antrieb ist vielmehr der Wunsch, Dinge zu entwickeln, etwas auf die Welt zu bringen. Ich sehe spannende Projekte und Chancen, wo andere nur Mühe und Last sehen. Mein Antrieb ist, dass ich das Gute zum Leben und zum Funktionieren bringen möchte.
Wenn Sie heute auf Ihre Rolle als Chefin blicken: Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben, und inwiefern hat sich dieser im Laufe Ihrer Karriere verändert, gerade auch im Hinblick auf Teamkultur, Verantwortung und Förderung von Frauen?
Es war mir immer ein Anliegen, in meinen Unternehmen möglichst viel Freiheit für Selbstorganisation zu lassen und meinen Mitarbeiterinnen die Möglichkeit der Selbstverantwortung zu geben. Weil ich den größten Wert einer Tätigkeit in der eigenen Wirkmächtigkeit sehe. Erfolgserlebnisse, die Erfahrung, dass man an entscheidender Stelle für Entwicklungen gesorgt hat und das entsprechende Feedback von Kunden, sind meiner Meinung nach die wichtigsten Elemente für Motivation. Manchmal habe ich Mitarbeiterinnen damit überfordert, weil ich immer wieder dazu tendiere, Strukturen aufzulösen, wenn sie die Kreativität und das Erkennen von Chancen behindern.
Ich habe das Gefühl, dass die jüngeren Generationen mit meinem Wunsch nach einem Arbeitsverhältnis auf Augenhöhe besser umgehen können, als dies etwa noch vor zwei Jahrzehnten der Fall war. Enorm wichtig ist mir die Teamkultur, denn ein positives, spannungsfreies Verhältnis zu allen Mitarbeiterinnen ist die Basis für positiven Output. Niemand soll Energie für internes Taktieren vergeuden. Da achte ich mit Argusaugen darauf.
Der Internationale Frauentag steht jedes Jahr im Zeichen von Gleichberechtigung und Sichtbarkeit. Welche Bedeutung hat dieser Tag für Sie persönlich, und welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben, die heute als Unternehmerinnen oder Führungskräfte erfolgreich sein wollen?
Follow your dreams, denn die Zukunft gehört jenen, die sie gestalten.

Schweiz: Viktoria Schlegel, Hotelmanagerin The Capra, Saas-Fee, im Gespräch mit Christina Horn

Sie sind mit 32 Jahren Hotelmanagerin eines Luxushauses: Welche Faktoren haben Ihre Karriere beschleunigt – und was würden Sie jungen Frauen raten, die in der Hotellerie führen wollen, ohne sich „verbiegen“ zu müssen?
Ganz besonders: die echte Leidenschaft für Gastfreundschaft – wer Menschen liebt, hat in der Hotellerie eine starke Basis. Ebenso entscheidend ist die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn der nächste Schritt zunächst Respekt einflößt. Ein weiterer prägender Faktor sind die Menschen im Team, von denen ich auf meinem Weg unglaublich viel lernen durfte.
Am meisten geholfen hat mir jedoch das Vertrauen – in mich selbst und in andere. Gerade in einer anspruchsvollen und teilweise noch sehr traditionell geprägten Branche wird man immer wieder mit Erwartungen konfrontiert. Mein Rat an junge Frauen ist deshalb: Bleiben Sie sich treu. Man muss sich nicht verbiegen, um zu führen. Authentizität schafft Vertrauen – bei Gästen genauso wie im Team.
Für mich bedeutet Führung nicht, eine Rolle zu spielen, sondern Haltung zu zeigen: klar zu entscheiden, zuzuhören, die eigene Persönlichkeit einzubringen und Raum für andere zu schaffen. Wenn man an seine Stärken glaubt und konsequent seinen eigenen Weg geht, öffnen sich oft mehr Türen, als man zunächst denkt.
Welche drei Maßnahmen machen aus Ihrer Sicht den größten Unterschied für Chancengleichheit im Hotelbetrieb?
Eine offene und wertschätzende Unternehmenskultur. In einem Hotel arbeiten Menschen aus vielen Kulturen und mit unterschiedlichen Lebenswegen – Chancengleichheit entsteht dort, wo diese Vielfalt bewusst gefördert und respektiert wird.
Vorbilder und Förderung. Es macht einen großen Unterschied, wenn Führungskräfte Potenziale erkennen, Menschen ermutigen und ihnen auch Verantwortung zutrauen. Gerade junge Talente brauchen manchmal jemanden, der an sie glaubt, bevor sie selbst vollkommen davon überzeugt sind.
Vertrauen und Transparenz in der Zusammenarbeit. Wenn Entscheidungen nachvollziehbar sind und Leistung gesehen wird, entsteht ein Umfeld, in dem sich alle entwickeln können. Für mich bedeutet Chancengleichheit deshalb vor allem, Strukturen zu schaffen, in denen Menschen ihre Stärken entfalten können – unabhängig von Geschlecht oder Herkunft.
Teilen Sie Ihr Wissen – an jedem Posten in Ihrem Berufsweg. Es ist unsere Verantwortung, die Zukunft weiterzubilden, Talente nach uns zu fördern und Erfahrungen nicht für sich zu behalten.
Was bedeutet der Weltfrauentag für Sie persönlich?
Für mich ist der Weltfrauentag ein Tag der Reflexion und der Wertschätzung. Er erinnert daran, wie wichtig es ist, Frauen zu ermutigen, an sich selbst zu glauben, ihren eigenen Weg zu gehen und ihre Stärken einzubringen – im Beruf wie im Leben. Gleichzeitig ist es eine Chance, daran zu erinnern, dass echte Chancengleichheit noch nicht selbstverständlich ist und wir alle Verantwortung tragen, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen.
Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere in der Hospitality machen möchten?
Mein wichtigster Rat lautet: Bleiben Sie sich selbst treu. Wer seine eigenen Stärken und Schwächen kennt und an sich glaubt, kann Großes erreichen. Es bringt nichts, andere klein zu halten, um sich selbst größer oder stärker zu fühlen – auf kurze wie auf lange Sicht schadet das der eigenen Entwicklung und dem Team.
Teilen Sie Ihr Wissen – an jedem Posten in Ihrem Berufsweg. Es ist unsere Verantwortung, die Zukunft weiterzubilden, Talente nach uns zu fördern und Erfahrungen nicht für sich zu behalten. Vertrauen in sich selbst und in andere zu haben und authentisch zu sein, bildet eine wertvolle Grundlage für eine nachhaltige Karriere in der Hospitality.

Schweiz: Phaedra Letrou, Partnerships & Experiences Director The Capra, Saas-Fee, im Gespräch mit Christina Horn

Der Internationale Frauentag rückt die Sichtbarkeit der Frau und das Thema Gleichberechtigung verstärkt in den Fokus. Welche weiblichen Perspektiven oder gelebten Erfahrungen prägen Ihren Ansatz für „designorientiertes Wellbeing“ im The Capra am konkretesten?
Frauen sind weltweit die wichtigste Gruppe unter den Alleinreisenden. Diese Erkenntnis prägt maßgeblich, wie wir bei The Capra über Erlebnisse nachdenken. Die Retreats, die wir ausrichten, sind nicht bloß Wellness-Angebote; sie sind als Einstieg in Gemeinschaft konzipiert – als Raum, in dem Gäste sich mit Gleichgesinnten, mit der Natur und mit sich selbst verbinden können, oft auf eine Weise, die im Alltag selten geworden ist.
Mein Hintergrund liegt in den Kognitionswissenschaften, und daraus rührt mein starkes Interesse daran, wie Umgebungen beeinflussen, wie Menschen fühlen, denken und Beziehungen knüpfen. Diese Perspektive prägt unseren Ansatz für designorientiertes Wellbeing: Es geht nicht nur um Ästhetik, sondern darum, wie ein Erlebnis auf die Person wirkt, die es durchlebt.
Zugleich orientieren wir uns an der wachsenden Forschung zur Frauengesundheit. Lange Zeit konzentrierte sich ein Großteil der Wellbeing-Forschung vor allem auf Männer und wurde anschließend pauschal auf alle übertragen. Wenn nun zunehmend spezifische Daten zu Frauen verfügbar werden, erhalten wir bessere Werkzeuge, um Angebote zu gestalten, die wirklich passgenau sind.
Letztlich beginnt designorientiertes Wellbeing mit einer einfachen Frage: Geht der Gast mit dem Gefühl, stärker verbunden zu sein – entweder mit sich selbst, mit der Natur oder mit den Menschen, denen er unterwegs begegnet ist?
Frauen sind weltweit die wichtigste Gruppe unter den Alleinreisenden. Diese Erkenntnis prägt maßgeblich, wie wir bei The Capra über Erlebnisse nachdenken.
In Ihrer Rolle als Partnerships & Expereinces Director verantworten Sie Partnerschaften und gestalten Gästeerlebnisse. Wo sehen Sie nach wie vor Barrieren für Frauen in Ihrem Arbeitsbereich – und welche Veränderung könnten Hotels sofort umsetzen?
Die Hürde, auf die ich immer wieder zurückkomme, ist fehlende Flexibilität. Die Hotellerie verlangt Arbeitszeiten, die oft mit dem Privatleben schwer vereinbar sind, und für junge Frauen, die eine Familie gründen möchten, insbesondere aber für frischgebackene Mütter, wirkt diese Struktur wie etwas, das eine Karriere kaum dauerhaft möglich macht. Und so verlieren wir sie – nicht, weil es ihnen an Ehrgeiz fehlt, sondern weil der Dienstplan nicht auf ihre Lebensrealität ausgerichtet ist.
Eine Veränderung, die Hotels sofort umsetzen könnten, wäre, Dienstpläne konsequent mit Blick auf Menschen mit Betreuungspflichten neu zu gestalten – nicht als Ausnahme, sondern als Standard.
Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die Karriere in der Hospitality machen möchten?
Führen Sie mit Freundlichkeit und Empathie. Gastfreundschaft bedeutet im Kern, sich um Menschen zu kümmern – um Gäste ebenso wie um Kolleginnen und Kollegen und um Partner und Partnerinnen. Die Fähigkeit, andere zu verstehen, zuzuhören und Wärme zu schaffen, zählt zu den wertvollsten Stärken, die man in diese Branche einbringen kann. Frauen haben eine außergewöhnliche Gabe, Beziehungen aufzubauen und Menschen in der Tiefe zu verstehen. Diese Qualitäten prägen nicht nur Karrieren, sondern auch Familien und Gemeinschaften – und dieser Welleneffekt ist wichtig. Wenn Frauen beruflich gestärkt werden, wirkt das weit über den Arbeitsplatz hinaus.
Gleichzeitig entstehen die besten Hospitality-Erlebnisse aus Balance: aus unterschiedlichen Perspektiven, verschiedenen Stärken – und daraus, dass Männer und Frauen gemeinsam führen. Was wir wollen, ist eine Welt, in der Menschen aufgrund ihrer Fähigkeiten und der Inspiration, die sie geben, Verantwortung übernehmen – nicht aufgrund ihres Geschlechts. Das ist der Maßstab, an dem wir uns messen sollten.


























































