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Es ist 9 Uhr morgens. Pünktlich holt uns Uwe am Strandhotel Ostseeblick ab und beginnt direkt mit einer Frage: „Wisst ihr eigentlich, welche Bedeutung das Wort Safari hat?“ Gespannt schaut er in die Runde, wartet einen Moment und grinst. Wir durchforsten noch etwas verschlafen unser Gedächtnis, machen mehr oder weniger hilfreiche Vorschläge, und dann kommt die Lösung des Rätsels von Uwe selbst: „Safari heißt einfach nur: schöner Ausflug.“

„Aha!“ Dann kann es ja mit dem ruppigen Jeep losgehen. Was in diesem Moment noch fast ein bisschen unspektakulär klingt, bekommt im Laufe des Tages eine ganz eigene Tiefe.

Unser Guide Uwe (re.) ist für (fast) jeden Spaß zu haben. Mit ihm geht es über Stock und Stein durch die Wälder auf Usedom, auch gerne mal auf dem Dach / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Uwe steht vor uns wie ein echter Ranger: wetterfeste Kleidung, Hut, klare Haltung. Aber vor allem verkörpert er eine Mischung aus trockenem Humor und spürbarer Leidenschaft für die Insel. Seit über 26 Jahren gibt es nunmehr die Inselsafari auf Usedom, erzählt er, mit inzwischen 27 Mitarbeitern, sechs Jeeps und drei Elektrobussen. Ein Betrieb, der 365 Tage im Jahr läuft.

Wir steigen ein, lassen Heringsdorf hinter uns und tauchen schnell in eine ganz andere Welt ein.

Wir verlassen unser Domizil, das Strandhotel Ostseeblick, … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… und tauchen in eine völlig andere Welt Usedoms ein / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Zwischen Wald, Wasser und Stille

Der Weg führt uns zunächst durch dichte Mischwälder. Kiefern, Buchen und Schwarzerlen wechseln sich ab, das Licht flimmert zwischen den Ästen. Uwe kommentiert, zeigt, erzählt – immer locker, nie belehrend. Dann öffnet sich der Blick auf den Gothensee. Still liegt er da, beinahe geheimnisvoll. Der größte der zehn Binnenseen Usedoms. Baden? „Lieber nicht“, sagt Uwe. Zu flach, zu nährstoffreich. Dafür ein Paradies für Vögel, aber nicht für Badelustige.

Der Gothensee ist ein echtes Naturparadies, … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… in welchem die Stille wohnt / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

In Gothen weist er uns auf die zahlreichen Storchennester hin. Hoch oben auf den Dächern brüten sie im Frühjahr, während unten der Boden sumpfig bleibt. „Hier kommt ihr zu Fuß nicht weit“, sagt Uwe. „Das ist eher was für Gummistiefel oder halt für Tiere.“ Und tatsächlich: Diese Landschaft wirkt wie gemacht für die Viehhaltung. Allerdings sagen sich hier auch Fuchs und Hase Gute Nacht.

Das Thurbruch – Landschaft mit Geschichte

Je weiter wir fahren, desto offener wird die Landschaft. Schließlich erreichen wir einen der eindrucksvollsten Orte der Insel: das Thurbruch. Vom Aussichtsturm am Krückelsberg aus breitet es sich vor uns aus – dieses weite, flache Moorgebiet, durchzogen von Wasserläufen, Schilfflächen und Wiesen. Und in der Ferne glitzert das Stettiner Haff.

Fauna, Flora, Geologie, Ergeschichte – alles wird auf dem Krückelsberg sichtbar / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

„Und irgendwo dort hinten erkennt ihr die Silhouette eines langen, schmalen Dorfes: Ulrichshorst“, erklärt uns Uwe. Direkt nutzt unser Safari-Guide den Moment, um in die Geschichte einzutauchen.

„Das Thurbruch war ursprünglich ein unzugängliches Niedermoor, sumpfig, unwirtlich, kaum nutzbar. Erst unter Friedrich dem Großen begann ab etwa 1770 die systematische Trockenlegung. Kanäle wurden gegraben, Häuser gebaut“, weiß Uwe zu berichten. Ohne ihn würden wir heute nicht erfahren, dass der preußische König gezielt Siedler anwerben ließ, damit diese das Land urbar machen, entwässern und Landwirtschaft betreiben. Dank Uwe wissen wir nun, dass Ulrichshorst um 1774 entstand, benannt nach einem preußischen Prinzen. Die Siedler lebten unter einfachen Bedingungen, arbeiteten hart und prägten die Kulturlandschaft, die wir heute sehen.

In den feuchten Wiesen fühlt sich eine stattliche Population an Lebewesen wohl, die auf den ersten Blick nicht sichtbar ist / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Das Thurbruch ist eine von Menschen geformte Kulturlandschaft, die dennoch etwas Ungezähmtes an sich hat / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Wenn man über das 1.600 Hektar große Thurbruch blickt, sieht man also nicht nur Natur, sondern auch ein Stück preußischer Geschichte.

Ein Picknick, auch mit Geschichte

Nach so viel Aussicht und Input hält Uwe plötzlich mitten im Bruch an. „So, meine Damen und mein Herr“, sagt er mit gespielter Strenge, „jetzt bitte alle aussteigen und ein kleines Stück laufen.“ Wie gesagt, so getan! Als würden wir dem Usedomer Guide widersprechen. Es ist nur ein kurzer Spaziergang, dann sehen wir schon eine Windschöpfmühle in der Nähe des Kachliner Sees. Und dort wartet bereits ein liebevoll gedeckter Picknickplatz.

In der weiten, flachen Ebene des Thurbruchs vertreten wir uns erst einmal die Füße, so der Wille von Guide Uwe / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Doch es lohnt sich, die Landschaft in der eigenen Geschwindigkeit wahrzunehmen / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Uwe grinst: „War nur Spaß! Ich wollte euch ein bisschen bewegen, damit ihr Hunger habt.“

Das Picknick wurde von einer Kollegin vorbereitet, erklärt er. Und es ist alles andere als gewöhnlich: hausgemachte Marmeladen, regionale Wurst, Käse, Honig direkt von der Insel. Während wir essen, erzählt Uwe weiter: über die Produkte, die Herkunft, kleine Anekdoten von Imkern, Bauern und Insulanern. Wir essen genüsslich. Was für ein geschenkter Tag! Es ist diese Mischung aus Genuss und Geschichten, die das Ganze besonders macht. Kein durchgetaktetes Programm, sondern ein Erlebnis, das Raum lässt.

Angekommen am zwölf Meter hohen Windschöpfwerk (Windpumpe), das von 1920 bis 1968 zur Entwässerung des Moorgebiets Thurbruch diente. Es befindet sich in der Nähe des Kachliner Sees. Nach seiner Stilllegung 1968 wurde es später restauriert und dient heute als technisches Denkmal / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Heute richtet hier Uwe ein Picknick für seine Safariteilnehmer aus / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Weiter durch den Süden der Insel

Gestärkt geht es weiter, Richtung Bansin, allerdings fernab der bekannten Wege. Uwe zeigt uns Ecken, die die meisten Besucher nie sehen. Wir passieren den Krebssee, fahren durch stille Waldabschnitte bis zum Schmollensee, dem zweitgrößten Binnensee Usedoms. Weit und ruhig liegt er da, fast nordisch in seiner Klarheit.

Wir schauen über die Binnenseen bis zur Usedomer Schweiz / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Später erzählt Uwe von Oberförster Wilhelm Heinrich Schrödter, der vor rund 200 Jahren gezielt Kiefern und Rotbuchen pflanzte, um den Boden am Steilhang bei Koserow zu befestigen. Und ganz nebenbei streut er die Geschichte über dessen angebliche Liaison mit der Tochter Fontanes ein. Wahr oder nicht – es passt einfach zu diesem Tag.

Außerdem machen wir einen Stop an der Holländerwindmühle in Benz. Sie war eines der bevorzugten Motive von Lionel Feiniger auf Usedom. Heute ist sie ein wichtiger Stopp auf dem Feininger-Radweg / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Die Route führt weiter über Mellenthin mit seinem Wasserschloss, vorbei an Vogelschutzgebieten und kleinen Inseln wie Böhmke und Werder. In der Ferne taucht schließlich auch der große Golfplatz auf, als moderner Kontrast zur ansonsten fast ursprünglichen Landschaft. Doch genau das macht Usedom aus: diese Mischung aus Natur, Geschichte und leisen Veränderungen.

Das Wasserschloss Mellenthin avancierte in den letzten Jahren zu einem beliebten Ausflugsort mit bodenständiger Gastronomie und Bauerei / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Am Ende: Ein „schöner Ausflug“

Als wir am späten Nachmittag zurückfahren, wirkt Heringsdorf plötzlich fast laut. Und man versteht, was Uwe am Anfang gemeint hat. Diese Safari ist kein Abenteuer im herkömmlichen Sinn. Keine spektakulären Big Five, kein Adrenalinkick. Aber sie ist etwas anderes: ein Tag voller Eindrücke, Geschichten und Perspektiven. Ein Blick hinter die Kulissen einer Insel, die man sonst nur vom Strand kennt. Oder, wie Uwe es sagen würde: einfach ein schöner Ausflug.

In Heringsdorf werden wir von Bäderarchitektur und touristischem Treiben empfangen / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Am Ende eines solchen Tages wirkt ein Ort plötzlich anders als zu Beginn. Genau so geht es uns auch mit dem Strandhotel Ostseeblick. Es ist nicht nur Start- und Endpunkt der Inselsafari, sondern ein Rückzugsort, der den Tag auf angenehme Weise abrundet.

Fünf Gründe für das Strandhotel Ostseeblick

Wer seinen Urlaub im Wellnesshotel von Familie Wehrmann verbringt, entscheidet sich für ein stimmiges Gefühl aus Lage, Ruhe und Qualität. Gerade nach einem Abenteuer wie der Inselsafari merkt man, wie wertvoll ein Ort ist, an dem man ankommt und direkt abschalten kann. Also, warum soll man bei den Wehrmanns einchecken?

Wer mit diesem Blick den Tag begrüßen möchte, sollte im Strandhotel Ostseeblick einchecken / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

1. Direkte Lage am Meer

Der Blick auf die Ostsee gehört hier zum Alltag. Morgens mit dem Sonnenaufgang über der Ostsee erwachen und abends mit Meeresrauschen einschlafen.

2. Perfekter Ausgangspunkt für Erlebnisse

Ob Inselsafari, Strandspaziergang oder Ausflug ins Achterland: Die Lage in Heringsdorf macht das Hotel zu einem idealen Startpunkt für Entdeckungstouren über die Insel.

Seine stilvolle Gemütlichkeit macht das Strandhotel Ostseeblick zu einem idealen Ankerpunkt eines Urlaubs auf der Insel Usedom / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

3. Ruhige, gehobene Atmosphäre

Trotz der zentralen Lage bleibt es angenehm ruhig. Genau die richtige Mischung aus Nähe zum Geschehen und Rückzugsmöglichkeit.

4. Wellness als Ergänzung

Nach einem langen Safari-Tag durch Wälder, Moore und Dörfer oder am Strand ist der Spa-Bereich eine willkommene Möglichkeit, Körper und Kopf zu regenerieren.

5. Service mit Gespür für Details

Vom Frühstück bis zum Abendessen merkt man, dass hier Gastfreundschaft gelebt wird. Alles wirkt durchdacht, aber nicht aufdringlich.

Der perfekte Abschluss eines erlebnisreichen Tages in der Natur bildet das MEERness Spa, … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… samt Entspannung mit Ostseeblick / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Inselsafari Usedom im Überblick

Die Inselsafari ist ein geführter Outdoor-Tagesausflug, bei dem man die Insel abseits der klassischen Touristenorte erkundet. Im Mittelpunkt stehen Natur, Abenteuer und persönliche Erlebnisse statt klassischem Sightseeing.

  • kleine Gruppen (meist max. 8 Personen)
  • Fahrt im Geländewagen (z. B. Land Rover Defender)
  • persönliche Guides
  • jede Tour ist individuell, spontane Anpassungen sind üblich
  • Mischung aus Fahren, kurzen Wanderungen und Naturbeobachtung
  • Start meist morgens (ca. 9–10 Uhr) mit Abholung an der Unterkunft
  • Dauer: ca. 6 bis 10 Stunden
  • keine feste Altersgrenze, von Kindern bis Senioren geeignet

Die Tour führt in wenig bekannte Regionen wie:

  • Achterwasser & Peenestrom
  • Stettiner Haff
  • Seen (z. B. Gothensee, Schmollensee)
  • Moore, Wälder, Steilküsten
Die Inselsafari führt durch weite Moorlandschaften, … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… dichte Wälder … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… sowie zu Usedomer Unikaten, … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… stets unter den wachsamen Augen von Guide Uwe / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Man bekommt Einblicke in:

  • Flora & Fauna (Seeadler, Kraniche, Biber etc.)
  • Landschaften (Dünen, Auen, Moore)
  • eschichte & Leben auf Usedom

Verpflegung:

  • reichhaltiges Picknick mittags
  • Kaffee/Kuchen
  • bei langen Touren: Abendessen (z. B. Grill am Lagerfeuer)
  • Getränke inklusive

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