Die im Norden der Niederlande gelegene Hansestadt Groningen war bereits in den Zeiten der Hanse ein florierendes Handelszentrum und beweist auch heute ihre Relevanz als Provinzhauptstadt, pulsierende Universitätsstadt und hochkarätiges Zentrum für Kultur und Gastronomie.
In Groningen verbindet sich der unvergängliche Charme perfekt erhaltener, teils jahrhundertealter Bausubstanz mit einem avantgardistischen Kulturangebot, einer weitgehend autofreien Innenstadt und einer bemerkenswerten gastronomischen Vielfalt. Zur Weihnachtszeit bekommt die Stadt durch die festliche Dekoration mit funkelnden Leuchtgirlanden und mehrere Weihnachtsmärkte einen zusätzlichen Charme.
Die Klanggewalt der Martinikerk

Die Martinikerk im Herzen Groningens ist ein lebendiges Kulturdenkmal, das weit mehr als nur ein Gotteshaus ist. Anstatt sich dezent zurückzuziehen, wird die Kirche dank einer engagierten privaten Stiftung aktiv in das kulturelle Leben der Stadt integriert. Das Bauwerk beeindruckt nicht nur durch seinen monumentalen Turm, sondern auch durch seine historische Ausstattung. Über dem Altar thront die gewaltige Schnitger-Orgel aus dem 15. Jahrhundert, ein Meisterwerk mit rund 3.500 Pfeifen. Die wahre akustische Rarität verbirgt sich jedoch in den Türmen. Fast 50 Glocken können von einem zentralen Raum aus als kunstvolles Glockenspiel angesteuert werden. Konzerte, wie das alljährliche Winter-Carillon-Konzert, bei dem die jungen Meister Maurits Bunt und Bob van der Linde ihr Können demonstrierten, zeugen von der quicklebendigen, 500 Jahre alten musikalischen Tradition, die den gesamten Marktplatz in Klang hüllt.
Eine Stadt der bewussten Fortbewegung

Das Stadtzentrum Groningens hat seit Jahren konsequent auf Autos verzichtet, mit Ausnahme von Taxis. Da auch öffentliche Verkehrsmittel im Kernbereich fehlen, gehören die Straßen primär den Fußgängern und den allgegenwärtigen Radfahrern. Diese einzigartige Verkehrswende funktioniert dank der jungen, sportlichen Studenten, die ein Fünftel der Bevölkerung ausmachten. Groningen ist ein Beispiel dafür, wie eine konsequente Neudefinition urbaner Mobilität erfolgreich gelingen kann. Die Altstadt umgebenden Kanäle dienen dabei nicht nur der historischen Schifffahrt, sondern beherbergen auch moderne Hausboote, die eine unkonventionelle Wohnform möglich machen.
Der historische Prinsenhof und seine Mahnung

Der Prinsenhof zählt zu den ältesten und geschichtsträchtigsten Gebäuden der Stadt. Ursprünglich 1436 als Wohnhaus errichtet, wurde es später in eine Kirche umgewandelt, bevor es 1569 zum Palast des ersten Bischofs und schließlich zur Residenz der Statthalter avancierte. Heute beherbergt dieser Herrenhof ein exklusives Boutiquehotel mit einem eleganten Restaurant und einer Brasserie, die auch für einen Mittagssnack offensteht. Hinter dem Gebäude entfaltet sich der im 17. Jahrhundert angelegte Hofgarten, ein Meisterwerk der Gartenkunst mit akkurat geschnittenen Buchsbaumhecken, Lauben und Zäunen. Am Eingang des tagsüber frei zugänglichen Gartens mahnt eine historische Sonnenuhr mit einer tiefsinnigen Inschrift: „Vergangene Zeit ist nichts, zukünftige ist unsicher, gegenwärtige ist zerbrechlich. Verschwende nicht deine Zeit.“
Exquisite Shopping-Konzepte und Gourmet-Feinkost

Die Aufenthaltsqualität der Innenstadt wird maßgeblich durch das Engagement ihrer lokalen Unternehmer bestimmt. Wer mit geschultem Blick durch Groningen flaniert, entdeckt eine Fülle von Geschäften mit besonderen Konzepten. Das Kokotoko beispielsweise fusioniert Boutique und Dekoration in einem Rahmen, indem fast alle Produkte nicht nur Bio, sondern auch Fair-Trade-zertifiziert sind. Der Süßwarenladen Smaakaron bietet neben erstklassigen Macarons und Bonbons auch spezielle Workshops an, in denen man die Kunst der Bonbon-Herstellung erlernen kann. Regionaler Genuss der Spitzenklasse wird im Feinkostladen De Kaaskop gebündelt, der neben erlesenen Käse- und Milchprodukten eine Vielzahl weiterer schmackhafter Produkte lokaler Produzenten führt. Die Koffiestation verbindet eine erlesene Auswahl an Kaffeespezialitäten aus aller Welt mit einer kuratierten Büchersammlung.
Das Forum: Moderne Ikone mit Panoramablick

Im November 2019 eröffnete mit dem Forum ein architektonisch markantes, 45 Meter hohes Gebäude am Rande des Grote Markts. Dieses moderne Zentrum beherbergt nicht nur die städtische Bibliothek und mehrere Gastronomien, sondern auch Co-Working-Spaces und ein Smartlab, das den Bürgern die Möglichkeit gibt, in virtuelle Realität und 3D-Drucktechnologie einzutauchen. Die Dachterrasse des Forums bietet einen spektakulären 360-Grad-Blick über die historische Stadtkulisse. Kinosäle und Ausstellungen ergänzen das Angebot, wie aktuell die Tattoo Expo, die die Kunst des Tätowierens aus einer kulturellen Perspektive beleuchtet.
Weihnachtliche Eleganz und feine Treffpunkte

Die Stadt erstrahlt zur Weihnachtszeit durch verschiedene Märkte. Der zentrale Weihnachtsmarkt auf dem Grote Markt bietet eine abwechslungsreiche Auswahl an Speisen und Getränken. Eine wetterunabhängige Alternative stellt der schwedische Weihnachtsmarkt in der ehemaligen Zuckerfabrik dar. Dieser Indoor-Markt legt den Fokus auf anspruchsvolles Kunsthandwerk und nordische Weihnachtsprodukte und zieht seit Jahren ein begeistertes Publikum an.

Für einen stilvollen Glühwein empfiehlt sich auch die festlich dekorierte und überdachte Winterterrasse des Hotels The Happy Traveler, die mit kleinen Feuerstellen eine gemütliche Atmosphäre schafft. Sehenswert sind auch die Bar und die prächtigen, reich im Kolonialstil dekorierten Räume des Hotels Schimmelpenninck Huys, das zur Vorweihnachtszeit opulent ausgeschmückt wird.

Wer Wert auf einen guten Blick über das Markttreiben legt, findet im Restaurant Wijck am Grote Markt den idealen Ort, um beispielsweise einen perfekt zubereiteten Camembert mit frischem Brot zu genießen.
Tales – Fine Dining auf höchstem Niveau

Auch die gehobene Gastronomie Groningens überzeugt auf ganzer Linie. Das Diner Restaurant Tales offeriert ein saisonal wechselndes 5-Gang-Menü, bei dem der Sommelier zu jedem Gang faszinierende Anekdoten und Geschichten präsentiert. Die Gäste können einen kulinarischen Abend mit einer gefüllten Ravioli eröffnen, sich von einer Bier-Wurst- oder Kastanien-Suppe überraschen lassen und als Hauptgang auf den Punkt gegartes Rehfleisch genießen.

Feigen- oder Quittenmus und ein kunstvolles Dessert runden das Mahl ab. Auf Wunsch wird das Menü von einer eleganten Wein-, Cocktail- oder Mocktailbegleitung ergänzt. Der Abend im Diner Restaurant Tales dehnt sich auch dank der geschichtlichen Untermalung über mehrere genussvolle Stunden.
Genussvoll ins De Betere Tijden

Eine ebenso hochkarätige Alternative bietet das Restaurant De Betere Tijden mit einem 3, 4 oder 5-Gang-Menü aus der offenen Küche. Auch hier sollte man reichlich Zeit für den kulinarischen Hochgenuss einplanen. Die Speisefolge überzeugt mit Kompositionen wie Pastinakensuppe mit Liebstöckelschaum, roher Dorade mit Mandarinen-Escabeche und mexikanischen Aromen, oder Gebratener Jakobsmuschel mit Bulgogi-Creme, fermentiertem Kimchi und koreanischem Dumpling-Teig. Als Hauptgericht wird ein zartes Rinderfilet mit Pfifferlingen, Hollandaise mit Steinpilzen und einer Soße mit Trüffel und Entenleber serviert. Nach einer reichhaltigen Käseplatte schließen frisches Apfelkompott, Zitronengelee, Mandelstreusel, Vanille-Panna-Cotta und gelbes Sahneeis mit Boerenjongens zu gebackenen Apfelstückchen den Abend ab. Groningen beweist sich damit als Stadt für anspruchsvolle Genießer.
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