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Was gibt es in Prag zu tun? Um diese Frage zu beantworten, kann man sich von Suchen im Internet wie „10 Dinge, die du in Prag unbedingt gesehen haben solltest“ inspirieren lassen.

Doch meist wiederholen sich die 10 besten Sehenswürdigkeiten scheinbar in Endlosschleife. So geht man – nachdem alle wichtigen Highlights erkundet sind – auf Spurensuche in einer Stadt, die so viele Geschichten zwischen den einzelnen Häuserzeilen erzählt.

Wahrzeichen wie die Karlbrücke mit dem gotischen Altstädter Brückenturm stehen auf jeder Besichtigungsliste von Pragbesuchern / © FrontRowSociety.net, Foto: Jessica Conrad

Passagen, Patina und das Glück des Sich-Verlierens

Es beginnt oft damit, dass man sich treiben lässt. Vielleicht durch die Passage Lucerna, die wie ein verborgenes Kapitel aus einer anderen Epoche wirkt: ein Jugendstil-Komplex, in dem lange Flure, kleine Läden, ein legendäres Kino und ganz viel Patina Geschichten flüstern.

In den verschiedenen Passagen und Galerien von Prag kann man sich verlieren, im Art Deco … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… oder im Gebäude einer ehemaligen Radiofabrik Tesla … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… bis zur berühmten Lucerna Passage mit der Wenzel Statue / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Zwischen Kronleuchtern und dem ewigen Auf und Ab des Paternosters liegt das Café Lucerna. Dieses beschauliche Café zog schon in den 1920er Jahren Menschen an und hat bis heute seinen altmodischen Charme bewahrt. Berühmt wurden die „chlebíčky“, jene kunstvoll belegten tschechischen Schnitten, die früher selbst Schauspieler der nahegelegenen Oper in den Pausen heimlich holen gingen. Man beißt hinein und schmeckt Zeitgeschichte.

Hinter den Scheiben der Bogenfenster verbirgt sich das alteingesessene Café Lucerna / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Spuren des Kubismus

Vom schimmernden Schein der Passage gelangt man leicht ins lebendige Stadtzentrum. Wer genug von Souvenirshops und überfüllten Gassen hat, findet in der Altstadt immer wieder Orte, die wie zurückgespulte Momente wirken. Kleine Cafés in stillen Innenhöfen, Passagen mit mosaikverzierten Wänden, Lokale mit Geschichten aus Jahrzehnten. Und plötzlich steht man vor dem Haus zur Schwarzen Madonna – einem Wahrzeichen des tschechischen Kubismus, jener Architekturbewegung, die nirgendwo sonst so konsequent gelebt wurde wie in Prag. Auch wenn das ursprüngliche Café heute woanders zu finden ist, so wird man im hier etablierten Grand Café Orient von der Nostalgie mit Old Fashioned Kaffeehaus-Flair empfangen.

Kubismus und nostalgischen Kaffeehaus-Charme gibt’s im Grand Café Orient / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Noch mehr Kubismus findet sich zuhauf in der Stadt / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Wissen im Goldenen Licht – Das Klementinum als Zeitkapsel

Wir brechen auf in ein Reich, das jeden Besucher demütig werden lässt: das Klementinum. Ein Labyrinth barocker Schönheit, jahrhundertelang ein Zentrum des Wissens, der Wissenschaft und der Theologie. Im Herzen liegt der barocke Bibliothekssaal – ein Raum, der aussieht, als hätte man eine Zeitkapsel geöffnet. Verzierte Holzregale, antike Globen, ein Licht, das wie Staubgold über den Büchern liegt. Dazwischen Jahrhunderte an Schriften: ein ältestes erhaltenes tschechisches Manuskript, theologische Werke, Werke aus dem Mittelalter, Texte, die ihren Weg in die große nationalbibliothekarische Sammlung fanden, die heute im Klementinum beheimatet ist.

Das Buch von Dan Brown „The Secret of Secrets“ spielt in Prag. Die barocke Bibliothek gehört zu den Drehorten der Verfilmung / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Wer weiter hinaufsteigt, erreicht den astronomischen Turm, wo einst Forscher den Himmel beobachteten. Von oben schweift der Blick über Prag wie über ein aufgeschlagenes Buch.

Der Aufstieg lohnt sich / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Dass auch Albert Einstein hier gearbeitet und gelehrt hat, überrascht viele. Doch tatsächlich verbrachte er einige prägende Monate in Prag, hielt Vorlesungen, lebte im jüdischen Viertel, diskutierte in Salons und Cafés. Vielleicht weht dieser Hauch intellektueller Unruhe noch immer durch die Gassen, besonders an den Tagen, an denen Wind über die Dächer streift.

Albert Einstein wohnte zentral am Altstädter Ring / © FrontRowSociety.net, Foto: Jessica Conrad

Ruhe im Herzen der Neustadt

Nach so viel Geschichte tut ein Abstecher ins Grüne gut. Der Franziskanergarten, versteckt mitten in der Neustadt, wirkt wie ein Ort, an dem Prag einmal tief durchatmet. Man sitzt zwischen Rosenbüschen, hört Kinder auf dem nahen Spielplatz lachen, sieht ältere Einwohner langsam dahinschlendern – ein stiller Garten, der sich wie ein Geheimnis anfühlt.

Das Franziskanerkloster öffnet die Tore zu seinem Garten, … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… einfach mal ausruhen und verschnaufen / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Ganz in der Nähe steht das Hotel Jalta am Wenzelsplatz. Heute ein elegantes Hotel, war es zu kommunistischen Zeiten Tarnung für ein weitläufiges unterirdisches Bunkersystem. Der Besuch dort gleicht einer Zeitreise: schmale Gänge, alte Überwachungsgeräte, Gasmasken, ein düsteres Echo der Vergangenheit, das einen Moment lang die Heiterkeit der Stadt kontrastiert.

Prag hat zwei Hausnummern: die roten stammen aus dem 18. Jahrhundert zur staatlichen Registrierung, die blauen aus dem 19. Jahrhundert zur Orientierung in den Straßen / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Auf den zahlreichen Märkten gibts einheimische Produkte , die sich ideal als Souvenir eignen
Auf den zahlreichen Märkten gibt’s einheimische Produkte, die sich ideal als Souvenir eignen / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Tafelfreuden: Prags Genussbühnen

Abends aber gehört Prag dem Genuss. Da wäre etwa das große Restaurant Červený Jelen, untergebracht in einem majestätisch restaurierten Bankgebäude aus der Jahrhundertwende. Marmor, hohe Decken, Ornamente aus einer Epoche, die an Aufbruch und Eleganz glaubte. Die Küche ist modern, aber mit Respekt vor Traditionen: Fleisch vom offenen Grill, kräftige Saucen, frische Zutaten. Dazu Bier aus riesigen Stahltanks, das täglich frisch gezapft wird und nach echter böhmischer Braukunst schmeckt. Wer lieber Wein mag, findet eine große Auswahl – das Restaurant versteht sich als Ort, an dem jeder etwas Passendes findet.

Tafelfreuden unter Kuppel des Restaurants Červený Jelen … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… und zwischen dessen prall mit Bier gefüllten Drucktanks / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Herzhafte Gerichte stehen hier auf der Speisekarte / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Kontrast und Ergänzung zugleich bietet ein modernes Fine-Dining-Restaurant wie das „420“: leichte Küche, kreative Kompositionen, elegante Weinbegleitungen. Kleine Überraschungen wie cremige Kürbissuppe, Buttermilch-Ceviche, zartes Pulled Beef oder Mohncrème zeigen, wie vielfältig die Prager Gastronomie inzwischen geworden ist. Zwischen Origami-Installationen und klaren Linien fühlt man sich wie in einem kulinarischen Kunstwerk.

Sehr elegant wird’s im Restaurant 420 mitten in der Altstadt / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Im „420“ treffen traditionelle Aromen auf moderne Techniken der Michelin-geführten Küche / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
Edles Interieur und kreative Gerichte aus heimischen Zutaten machen das „420“ zu einem außergewöhnlichen Fine-Dining-Erlebnis / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Ein Zuhause im Stadtfluss – Falkensteiner Prague & die Monkey Bar

Und dann, wenn die Müdigkeit leicht in den Füßen kribbelt und die Stadt draußen glitzert, zieht man sich in das Falkensteiner Hotel Prague zurück, jenes urbanes Refugium, das gleichzeitig entspannt und stilvoll wirkt. Die Marke steht für Qualität, für ein Gefühl von Ankommen, von „Zuhause in der Stadt“. Hier mischt sich moderne Eleganz mit warmen Materialien, ein Ort, der nicht kühl, sondern einladend ist.

Stadtbegrünung im Falkensteiner Hotel Praque / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Den perfekten Abschluss bildet die Monkey Bar im Hotel: sanftes Licht, elegante Cocktails, feine Tapas, leise Musik. Ein Ort, an dem der Tag nicht endet, sondern sich wie selbstverständlich in die Nacht übergeht, während man noch ein letztes Glas hebt auf eine Stadt, die man am besten entdeckt, indem man sich immer wieder ein bisschen in ihr verliert.

Gemütlich wird’s in der Monkey Bar, nicht nur am Abend, … / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad
… denn die Küche verwöhnt mit gesunden Schmankerln / © FrontRowSociety.net, Foto: Annett Conrad

Unser Artikel über das Falkensteiner Hotel Prague: Stadtflimmern und Dschungelduft

Prag – eine Stadt, die man im Gehen findet

Und so ergibt sich ein Prag fernab der typischen Bilder: voll versteckter Winkel, Geschichten, Kontraste und Genussmomente. Eine Stadt, die man am besten entdeckt, indem man sich immer wieder ein wenig in ihr verläuft, um am Ende genau dort anzukommen, wo die eigentliche Geschichte beginnt.

Etwas Moldauromantik gehört zu jeden Besuch der tschechischen Hauptstadt / © FrontRowSociety.net, Foto: Jessica Conrad

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