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Teneriffa im Jänner bedeutet Sonne statt Wintergrau. Während anderswo Frost herrscht, empfängt die kanarische Insel ihre Gäste mit milden Temperaturen und Sonnenschein. Das Iberostar Heritage Grand Mencey in Santa Cruz verbindet diese klimatischen Vorteile mit kolonialer Architektur, feiner Küche und einer überraschend ruhigen Lage mitten in der Stadt.

Mitten in Santa Cruz gelegen und dennoch angenehm abgeschirmt, wirkt das Iberostar Heritage Grand Mencey durch die großzügige Gartenanlage und den Poolbereich wie ein ruhiger Gegenpol zur quirligen Stadt / © Iberostar Heritage Grand Mencey
Mitten in Santa Cruz gelegen und dennoch angenehm abgeschirmt, wirkt das Iberostar Heritage Grand Mencey durch die großzügige Gartenanlage und den Poolbereich wie ein ruhiger Gegenpol zur quirligen Stadt / © Iberostar Heritage Grand Mencey
1950 im Kolonialstil erbaut. Manche Zimmer und Suiten bieten Blick auf den Pool, andere auf den Innenhof / © Iberostar Heritage Grand Mencey
1950 im Kolonialstil erbaut. Manche Zimmer und Suiten bieten Blick auf den Pool, andere auf den Innenhof / © Iberostar Heritage Grand Mencey

Erster Eindruck: Volltreffer 

Check-in im Iberostar Heritage Grand Mencey, 1950 im Kolonialstil erbaut und denkmalgeschützt. Das erklärt auch, warum die Zimmer und Suiten alle verschieden sind. Manche bieten Blick auf den Pool, andere auf den blühenden Innenhof. Im Restaurant Los Laureles sitze ich im Freien und genieße den Sonnenschein. Ich schmause Thunfischsalat, Lachstartar und Paella und verkoste verschiedene Käse von den Kanarischen Inseln. Alles schmeckt hervorragend. Danach geht’s in den Spa, wo ich mir eine wohltuende Massage gönne und mich über Rebeccas „magic hands“ freue.

Solchermaßen ausgeruht beschließe ich, der zehn Fußminuten entfernten Hauptstadt Santa Cruz einen Besuch abzustatten. Die Altstadt erweist sich als sympathisches Gewirr aus kleinen Gässchen und Straßen und schnell wird mir klar: Als Gourmet bin ich in Santa Cruz genau richtig, denn hier reiht sich ein vielversprechendes Restaurant an das andere.

Lauschige Plätze findet man im Iberostar Heritage Grand Mencey an vielen Stellen / © Iberostar Heritage Grand Mencey
Lauschige Plätze findet man im Iberostar Heritage Grand Mencey an vielen Stellen / © Iberostar Heritage Grand Mencey
Grüne Oase auf 6,7 Hektar: Der Parque García Sanabria liegt etwa zwei Minuten vom Iberostar Heritage Grand Mencey entfernt / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Grüne Oase auf 6,7 Hektar: Der Parque García Sanabria liegt etwa zwei Gehminuten vom Iberostar Heritage Grand Mencey entfernt / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Großes Menü im kleinen Rahmen

Abends geht’s ins Colmado 1917. Das Gourmetrestaurant des Iberostar Heritage Grand Mencey zählt voraussichtlich zu den kleinsten der Welt: Die Sitzplätze – an der Bar (sechs) sowie an einem runden Tisch (vier) – sind für insgesamt zehn Personen konzipiert. Gäste genießen lokale Weine und Produkte, das Team ist enorm engagiert und man merkt, dass es ihm auch richtig Spaß macht. 

Auf dem Abendmenü stehen zarter Baby-Tintenfisch, punktgenau gegart, Gilda, ein baskischer Klassiker aus grünen Oliven, eingelegten Paprika und Sardelle am Spieß, frische Miesmuscheln mediterran zubereitet, ein russischer Salat, cremig und fein ausbalanciert, Steinpilze in verschiedenen Variationen, ein klassisches Rindertatar in puristischer Form und selbstverständlich handgeschnitten, ein zarter Lungenbraten vom schwarzen Schwein, saftig und aromatisch und zum Abschluss dürfen natürlich süße Köstlichkeiten nicht fehlen.

Der historische Bau erlaubt nur begrenzte Eingriffe, deshalb unterscheiden sich die Zimmer und Suiten im Iberostar Heritage Grand Mencey in Größe und Schnitt / © Iberostar Heritage Grand Mencey
Der historische Bau erlaubt nur begrenzte Eingriffe, deshalb unterscheiden sich die Zimmer und Suiten im Iberostar Heritage Grand Mencey in Größe und Schnitt / © Iberostar Heritage Grand Mencey
Innenpool im Spa Sensations des Iberostar Heritage Grand Mencey: ideal an Schlechtwettertagen. Der Spa-Bereich umfasst insgesamt 4.500 m² mit verschiedenen Poollandschaften, Behandlungsräumen und einem modernen Fitnesscenter / © Iberostar Heritage Grand Mencey
Innenpool im Spa Sensations des Iberostar Heritage Grand Mencey: ideal an Schlechtwettertagen. Der Spa-Bereich umfasst insgesamt 4.500 m² mit verschiedenen Poollandschaften, Behandlungsräumen und einem modernen Fitnesscenter / © Iberostar Heritage Grand Mencey

Handwerk auf der Hacienda 

Am nächsten Tag fahre ich zur Finca El Ancón, etwa 35 Fahrminuten vom Iberostar Heritage Grand Mencey entfernt. Dort versteht María Fernández ihr Handwerk: Mit ihrem Team baut sie auf der Finca rote und gelbe Bananen an, Papayas, Mangos, Avocados, Passionsfrüchte, Wein und Kaffee. Die terrassenförmig angelegte, etwa 20 Hektar große Hacienda stammt aus dem 18. Jahrhundert. María spaziert mit mir durch „ihren Garten“, und ich lausche.  „Kaffee ist eine empfindsame Pflanze, er liebt Höhenlagen, milde Temperaturen und vulkanische Böden, wie sie hier auf Teneriffa ideal sind“, so María. 

Drei bis vier Jahre dauert es, bis ein Strauch erstmals trägt – Geduld gehört im Kaffeeanbau offenbar zum Handwerk. „Geerntet wird von Hand, nur die reifen, tiefroten Kirschen werden gepflückt“, lässt mich María wissen. „Maschinen würden alles abreißen, auch das Unreife“, sagt sie. Nach der Ernte werden die Bohnen aus dem Fruchtfleisch gelöst, gewaschen, getrocknet und später geröstet. Erst dann entfaltet sich, was María den „wahren Charakter des Kaffees“ nennt. Terroir, Sonne und Sorgfalt, all das schmeckt man später in der Tasse.

Mit ihrem Team baut María Fernández auf der Finca el Ancón rote und gelbe Bananen an, Papayas, Mangos, Avocados, Passionsfrüchte, Wein und Kaffee / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Mit ihrem Team baut María Fernández auf der Finca el Ancón rote und gelbe Bananen an, Papayas, Mangos, Avocados, Passionsfrüchte, Wein und Kaffee / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Die terrassenförmig angelegte, etwa 20 Hektar große Hacienda stammt aus dem 18. Jahrhundert. María spaziert mit mir durch „ihren Garten“ / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Die terrassenförmig angelegte, etwa 20 Hektar große Hacienda stammt aus dem 18. Jahrhundert. María spaziert mit mir durch „ihren Garten“ / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Der Geschmack der Finca

Wir folgen einem kleinen Weg, vorbei an exotischen Pflanzen, die María geduldig erklärt, bis wir an einen eindrucksvollen Aussichtspunkt über den Atlantischen Ozean und die Weinberge gelangen. Von dort geht es noch ein kleines Stück weiter bergauf. Oben erreichen wir eine Terrasse, die wie ein gedeckter Tisch wirkt: Früchte, Gemüse und kleine Köstlichkeien aus allem, was auf der Finca El Ancón wächst.

Wir verkosten den hauseigenen Wein, Vermouth und frisch gebrühten Kaffee. Schon beim ersten Schluck der beiden Orangensäfte – aus roten und gelben Orangen – zeigt sich: So habe ich sie noch nie geschmeckt. Eine Süße, die nicht von Zucker kommt, sondern von der Sonne. Das Gazpacho ist erfrischend, der hauchdünn geschnittene Schweinebraten zergeht auf der Zunge und das Bananenchutney rundet das Ganze ab. 

Wir erreichen eine Terrasse, gedeckt mit allem, was auf der Finca wächst / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Wir erreichen eine Terrasse, gedeckt mit allem, was auf der Finca wächst / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Eine Verkostung der hauseigenen Produkte: Wein, Vermouth und frisch gebrühter Kaffee. Dazu Gazpacho, hauchdünn geschnittener Schweinebraten und das beste Bananenchutney. Schon der erste Schluck Orangensaft zeigt, wie Sonne schmecken kann / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Eine Verkostung der hauseigenen Produkte: Wein, Vermouth und frisch gebrühter Kaffee. Dazu Gazpacho, hauchdünn geschnittener Schweinebraten und das beste Bananenchutney. Schon der erste Schluck Orangensaft zeigt, wie Sonne schmecken kann / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Küche zum Mitmachen 

Zurück im Hotel entspanne ich noch ein wenig am Pool, bevor es abends zur Cooking Class im Aula de Cocina geht. Den Hauptteil übernimmt zwar der Chefkoch, bei den Saucen darf ich jedoch selbst mitarbeiten. Während ich  Mojo verde (grüne Sauce) als auch Mojo rojo (rote Sauce) zubereite, werden parallel Kartoffeln aufgesetzt: möglichst klein, mit Wasser bedeckt und mit reichlich grobkörnigem Salz – etwa ein Drittel der Kartoffelmenge. sehr viel grobkörniges Salz – ungefähr ein Drittel der Kartoffelmenge – hinzufügen. Sobald sie weich sind, wird das Wasser abgegossen, das Salz bleibt großteils auf den Kartoffeln haften. Gedippt in die beiden Saucen, wird daraus ein Festmahl.

Cooking Class im Aula de Cocina: Den Hauptteil übernimmt zwar der Chefkoch, aber bei den Saucen darf ich tatkräftig mitwirken / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Cooking Class im Aula de Cocina: Den Hauptteil übernimmt zwar der Chefkoch, aber bei den Saucen darf ich tatkräftig mitwirken / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Gegrillter Palermo-Käse mit Tomatenkompott und Brunnenkresse / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Gegrillter Palermo-Käse mit Tomatenkompott und Brunnenkresse / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Rezept für die beiden Saucen: 

Mojo verde: 

Knoblauchzehen, Salz, frischer Koriander, Kreuzkümmel, Olivenöl, nach Belieben etwas Weinessig 

Mojo rojo: 

Knoblauchzehen, Salz, Kreuzkümmel, Paprika (am besten getrocknet und kurz in Wasser aufweichen), Olivenöl

Jeweils alles gut im Mörser zermalmen und zwischendurch abschmecken.

Dazu werden mehrere Gänge serviert: Cherne-Ceviche, der auf den Kanaren so genannte Wrackbarsch, mit Gemüsechips und einem Hauch Koriander, gegrillter Palermo-Käse mit Tomatenkompott und Brunnenkresse, konfierter Kabeljau mit Süßkartoffelpüree sowie gebratenes Spanferkel und Apfelpüree. Zum Abschluss rote Früchte mit Ziegenjoghurtschaum. Begleitet wird das Menü von Linaje del Pago (weiß), Viñátigo Ensamblaje (rot) und einem Brut Rosé vom Weingut Bodegas Altos de Trevejos. 

Cherne-Ceviche, der auf den Kanaren so genannte Wrackbarsch, mit Gemüsechips und einem Hauch Koriander / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Cherne-Ceviche, der auf den Kanaren so genannte Wrackbarsch, mit Gemüsechips und einem Hauch Koriander / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Den Abschluss bilden rote Früchte, deren feine Säure auf einen zarten Schaum aus Ziegenjoghurt trifft / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Den Abschluss bilden rote Früchte, deren feine Säure auf einen zarten Schaum aus Ziegenjoghurt trifft / © FrontRowSociety.net, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Die besondere Mischung macht es aus 

Was als Kochkurs beginnt, endet als langer, geselliger Abend. Und während ich später noch auf meinem Balkon sitze, denke ich darüber nach, was den besonderen Reiz des Iberostar Heritage Grand Mencey ausmacht. Durch den weitläufigen Garten und den Poolbereich wirkt das Haus wie ein ruhiger Gegenpol zur quirligen Stadt. Koloniale Architektur statt Bettenburg, Holzbalkone statt Glasfassade. Dazu eine Küche auf konstant hohem Niveau, regional wie international. Und schließlich das, was für mich den Unterschied macht: ein Team, das Professionalität mit echter Herzlichkeit verbindet.

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