Die Stadt Martigny im französischsprachigen Teil der Schweiz ist Ausgangspunkt für einen spektakulären Ausflug mit dem Mont-Blanc Express. Der Panoramazug fährt durch die wilden Schluchten des Trient-Tals und vorbei an den charmanten Bergdörfern des Chamonix-Tals in Richtung des majestätischen Mont-Blanc.
In Emosson erwarten technische Meisterwerke die Besucher. Eine Standseilbahn, ein Panoramazug und ein Mini-Standseilbahn bringen sie hoch in die Berge. Und auch nach der Rückkehr am Abend nach Martigny gibt es einiges zu entdecken. Im erst im letzten Jahr eröffneten Design Hotel Borsari entspannt man in den „Bains Publics“. Oder man probiert regionale Spezialitäten auf der Panorama-Terrasse des Restaurants Plan-Cerisier oberhalb des Stadtzentrums.
Mit dem Zug in die Berge

Die Fahrt in Richtung Mont Blanc beginnt im Bahnhof von Martigny. Dort fährt der grenzüberschreitende Panoramazug in Richtung der französischen Stadt Vallorcine. Wer einen besonderen Blick auf die Bergwelt wünscht und auf technische Meisterwerke gespannt ist, fährt aber nur rund 40 Minuten bis Le Châtelard. Die kleine Bahnstation ist Ausgangspunkt von Verticalp Emosson. Dort beginnt eine Panoramafahrt in drei Etappen. Dabei kommen Anlagen zum Einsatz, die ursprünglich für den Bau des ersten Staudamms der Region von 1921 bis 1925 eingesetzt wurden. Diese wurden grundlegend modernisiert und für Touristen umgestaltet.

Die erste Etappe bewältigt eine der steilsten Standseilbahnen der Welt. In der Panoramakabine gewinnt man rund 700 Meter an Höhe, bei einer maximalen Steigung von 87 %. Oben angekommen wechselt man von der Standseilbahn in den Panoramazug. Die kleine Eisenbahn mit ihren weitestgehend offenen Wagen fährt auf einer landschaftlich reizvollen Strecke mit eindrucksvollen Panoramablicken bis zum Fuß des Emosson-Staudamms. Dort wartet eine Mini-Standseilbahn, die bei jeder Fahrt nur acht Personen befördern kann. Sie bringt die Gäste als Abschluss des rund 45minütigen Technikerlebnisses bis auf 1.965 Meter.
Ein Stausee im Stausee

1925 wurde an dieser Stelle ein erster Staudamm gebaut, um Strom für das Netz der Schweizer Eisenbahn zu gewinnen. 1975 versank dieser Damm im Wasser hinter der Staumauer von Emosson. Damals entstand das bis heute zweitgrößte künstliche Wasserreservoir der Schweiz. Für seinen Bau wurde sogar die französisch-schweizerische Grenze einvernehmlich verlegt. Die Mauer des alten Staudamms wurde vollständig überflutet und schaut nur bei sehr niedrigem Wasserstand aus dem See. Heute wird der Stausee auch als Pumpspeicher genutzt, in den bei Stromüberschuss Wasser hochgepumpt wird. Bei Strombedarf kann das Wasser durch die Turbinen wieder in die Tiefe rauschen und so Strom erzeugen. Für Touristen ist der türkisfarbene Stausee nicht nur ein eindrucksvoller Hingucker, sondern auch die Möglichkeit für einen Adrenalin-Kick. Gleich neben dem rustikalen Restaurant d’Emosson beginnt eine Zip-Line, an der man am dritthöchsten Staudamm der Schweiz vorbei 200 Meter über dem Boden in Richtung Tal rasen kann.
Die Schluchten von Trient

Wer mag, kann auf dem Rückweg noch einen Spaziergang durch die Schluchten von Trient einplanen. Dazu nimmt man den Mont-Blanc Express bis Vernayaz. Die Schlucht, die auch in den Sommermonaten angenehm kühl ist, ist ein mehrere hundert Meter langes Tal, an dessen Grund ein Gletscherbach fließt. Hölzerne Stege erlauben Besuchern trockenen Fußes durch die Klamm zu gehen und das Naturschauspiel wenige Meter über dem Wasser zu bestaunen.

Eindrucksvoll sind auch zwei Brücken, die die Schlucht in zweihundert Meter Höhe überspannen. Am Ende des erschlossenen Teils der Schlucht lädt eine Bank dazu ein zu rasten und den Ort noch intensiver auf sich wirken zu lassen. Wer nach dem Spaziergang durch die Schlucht eine Erfrischung braucht, kann gleich hinter der hölzernen Tür, die die Schlucht außerhalb der Öffnungszeiten verschließt, die Füße ins Wasser des Gletscherbachs tauchen.
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