Das vielseitige Stubaital in der Nähe von Innsbruck hat auch für Wanderer eine Menge zu bieten. Einer der schönsten Wege folgt dem Lauf des Gletscherwassers, das über mehrere eindrucksvolle Wasserfälle ins Tal fließt.
Auf den drei Etappen des rund zehn Kilometer langen WildeWasserWegs können Genusswanderer, sportliche Wanderer und alpine Bergwanderer dem wilden Wasser ganz nahe sein und die eindrucksvollen Bergkulissen genießen. Die zahlreichen Wanderwege machen das Tal im österreichischen Tirol zu einem interessanten Reiseziel für sportlich aktive Urlauber.
Etappe 1: Von der WildeWasserArena bis zum Wasserfall

Die erste Etappe des Weges beginnt an einem alten Steinbruch, der mit einem kleinen künstlichen See, Kunstinstallationen und hölzernen Liegen zu einem Kraftort verwandelt wurde. Wer hier ankommt, sei es mit dem Bus oder dem Taxi, taucht nur wenige Meter von der Hauptstraße durch das Tal in eine Welt der Ruhe und Entspannung ein. Schmetterlinge umkreisen die Wanderer. Der Gesang der Vögel wird nur vom Rauschen des Ruetz-Baches übertönt. Auf den ersten Metern taleinwärts wandert man am Ufer des gemächlich fließenden Flusses.
In den Tiefen der Schlucht tost das Wasser

Doch je tiefer man in die Ruetz-Schlucht hineinkommt, umso wilder wird das Wasser. Tosende Wassermassen rauschen unter dem auf Holzstegen geführten Wanderweg. Zwei über dem wilden Wasser hängende Aussichtsplattformen bieten spektakuläre Perspektiven und sind zugleich Orte, an denen man die Kraft des Elements Wasser hautnah erleben kann. Die gut vier Kilometer lange Etappe des Weges ist mit einem Aufstieg von 181 Höhenmetern leicht zu gehen. Während die erste Hälfte des Weges bis zur Tschangelair Alm, bei der man einkehren kann, in weiten Teilen durch den Wald führt und damit im Sommer im Schatten liegt, ist der zweite Teil des Weges durch frühere Lawinenabgängen und Murbrüchen geprägt.
Eine Landschaft geprägt von Lawinenabgängen

Birken, Zirben und andere Nadelbäume haben die Hänge schon wieder besiedelt, Beerensträucher und Weiden sind genauso Teil der Landschaft, in der Rinder und Ziegen grasen. Der geschickt in die Landschaft integrierte Weg verläuft teilweise parallel zum Ruetz-Bach. Am Ende liegt der imposante Grawa-Wasserfall, der in wasserreichen Zeiten mit 85 Meter breiteste und rund 180 Meter hohe Wasserfall der Ostalpen. Einst sollte dieser einem Wasserkraftwerk weichen, doch engagierte Einwohner des Stubaitals retteten das heutige Naturdenkmal. An seinem Fuß liegt das Grawa Observatorium, eine Holzplattform mit gemütlichen Liegen. Studien zufolge ist der feine Nebel des herabstürzenden Wassers des Sulzenaubaches förderlich für die Gesundheit. Und ganz nebenbei bieten die Liegen eine der schönsten Perspektiven auf den Wasserfall. Wer nur eine leichte Wanderung machen möchte, kann in der Grawa Alm einkehren und sich auf den Rückweg machen. Für ambitioniertere Wanderer hat die zweite Etappe des Weges noch deutlich mehr zu bieten.

Weiter geht’s zur zweiten Etappe
Wer nach dem Grawa-Wasserfall noch nicht genug vom wilden Wasser hat, kann den WildeWasserWeg auf der zweiten Etappe fortsetzen. Hinter dem Wasserfall wird der Weg deutlich anspruchsvoller und führt über schmale Pfade und zahlreiche Höhenmeter hinauf zur Sulzenau Hütte. Wie sich der Weg verändert und welche spektakulären Landschaften dort auf die Wanderer warten, ist im nächsten Artikel über die zweite Etappe des WildeWasserWegs zu lesen.
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