Sulzenauferner“, ein Gletscher im Stubaital, thront.
Während die erste Etappe des WildeWasserWegs eine leichte Wanderung ist, geht es hinter dem Grawa Wasserfall auf einem schmalen Pfad steil hinauf in den Wald. Spektakuläre Ausblicke auf den breitesten Wasserfall der Ostalpen und ein menschenleeres, alpines Tal oberhalb des Wasserfalls belohnen diejenigen, die den Aufstieg auf sich nehmen und der Natur so ganz nah kommen. Wer sich auch alpinen Wegen gewachsen sieht, kann von der Sulzenau Hütte über das Peiljoch zum Gletscher weitergehen.
Wer zunächst die leichtere Variante des WildeWasserWegs kennenlernen möchte, startet mit der ersten Etappe von der WildeWasserArena zum Grawa-Wasserfall. Sie führt auf rund vier Kilometern durch Wald und Schlucht bis zum imposanten Wasserfall und eignet sich auch für Genusswanderer. Hier geht es zum Artikel über die erste Etappe des WildeWasserWegs.
Etappe 2: Vom Wasserfall bis zur Sulzenau Hütte

Für sportliche und trittsichere Wanderer geht der WildeWasserWeg von der Aussichtsplattform über einen alten Almsteig weiter. Der Weg rechts vom Wasserfall führt in den Wald und über Holzstege und zahlreiche Stufen parallel zum Wasserfall in die Höhe. Insgesamt 676 Höhenmeter sind auf dem gut vier Kilometer langen und mit dem Tiroler-Bergwege-Siegel ausgezeichneten Wanderweg zu bewältigen. Auf dem Weg bieten zwei Aussichtsplattformen besondere Ausblicke auf den Wasserfall. Von der einen blickt man in ein Tosbecken, die zweite liegt direkt über der ausgesetzten Abbruchkante. Bei Wind kann man die Kraft des Wassers von den Plattformen nicht nur sehen, sondern die erfrischende Gischt auch auf der Haut spüren.
Eine malerische Hochebene mit drei Wasserfällen

Der Weg führt weiter nach oben und nach rund einer Stunde Gehzeit zum Sulzenauboden auf 1.800 Meter Höhe. Der nur von wenigen Menschen besuchte Talkessel ist ein Platz, den man so schnell nicht vergisst. Geformt wurde das Tal von drei Wasserfällen, darunter dem über 200 Meter senkrecht herabstürzenden Sulzenaufall.

Im Talkessel ist der grüne Almboden von zahlreichen Wasserläufen durchzogen, die dem einsamen Gebirgstal eine besonders idyllische Anmutung geben. Am Ende des Tals geht es über Serpentinen weiter hinauf zur oberhalb liegenden Sulzenauhütte. 1926, also vor hundert Jahren, wurde an dieser Stelle auf 2101 Metern erstmals eine Berghütte errichtet.
Eine Übernachtung in der Berghütte

Die Hütte gehört dem Deutschen Alpenverein und wird seit vier Generationen von derselben Familie bewirtschaftet. Sie ist eine der acht Hütten des Stubaier Höhenwegs und deshalb auch bei passionierten Bergwanderern gefragt. Wer an der Hütte nicht nur rasten, Kaspressknödel und ein kühles Bier genießen möchte, kann auch übernachten. Das ist nicht nur auf dem Matratzenlager oder in Mehrbettzimmern möglich, sondern auch im Zweibettzimmer.

Wer sich für eine Übernachtung entscheidet, gewinnt Zeit zum Beispiel für eine einstündige Wanderung zum türkisklaren Grünausee oder in 20 Minuten zum erfrischenden Gebirgssee Blaue Lacke. Ebenfalls eine Stunde von der Hütte entfernt liegt der Sulzenausee. Auch für sportliche Wanderer führt der beste Weg von der Alm auf dem gleichen Weg wieder zurück ins Tal. Wer von hier weiter möchte, sollte erfahrener Bergwanderer sein.
Etappe 3: Von der Sulzenau Hütte zum Stubaier Gletscher

Auf dem Papier klingt die dritte Etappe mit nur gut zwei Kilometern Länge und 265 Höhenmetern nach einer überschaubaren Herausforderung. Doch die alpine Wanderung durch die vom Gletscher geprägte alpine Landschaft hat es in sich. Nach rund einer Stunde erreicht man den Sulzenausee über dem der Sulzenauferner, ein Gletscher im Stubaital, thront. Dann geht es über Gletschermoränen hinauf bis zum Peiljoch. Von dort geht es über zwei kurze seilversicherte Passagen hinunter, die bei Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch gut ohne Kletterausrüstung passierbar sind.

Belohnt wird man dafür mit fantastischen Aussichten auf die alpine Landschaft und Gletscher. Schließlich erreicht man die Mittelstation der Seilbahn und damit das Ende des WildeWasserWegs. Wer mag kann von hier mit der Gamsgartenbahn zurück ins Tal fahren. Alternativ kann man den Abstieg über einen moderaten Wanderweg angehen und bis zur Talstation oder weiter zur Grawa Alm oder bis zurück zum Ausgangspunkt wandern und den Weg so zu einem Rundweg machen.

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