Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Schwimmen, Massagen und Aerial Yoga im Tuch: Unsere Autorin war im rheinhessischen Wellnesshotel Jordan’s Untermühle – und ließ für ein paar Tage den Alltag hinter sich.

Wie erholsam eine Auszeit sein kann, merkt man erst dann, wenn man sich endlich eine nimmt: Konsequentes Abschalten ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Orte, an denen das gelingt, liegen oft abseits. Wer in Jordan’s Untermühle ankommt, zwischen Pferdekoppeln und Feldern, landet buchstäblich außerhalb – Außerhalb Nr. 1, so die Adresse des Wellnesshotels im rheinhessischen Köngernheim. Auf dem alten Fachwerkgrundstückwirkt selbst der Lobby- und Barbereich entschleunigt – besonders, wenn das warme Sonnenlicht durch die breiten Glasfronten zwischen den alten Balken auf Holz, Stein und Stoffe fällt.

Lobby und Bar in Jordan's Untermühle
Lobby und Bar in Jordan’s Untermühle / © Foto: Franz Wüstenberg

Während man auf den ausladenden Sesseln Platz nimmt, dringt ins Bewusstsein: Für alles ist hier schon gesorgt, Abläufe laufen im Hintergrund. Das Haus spricht gern von seinen „Mühlengeistern“ – gemeint sind jene, die sich um alles kümmern, während Gäste vor allem eines tun sollen: nichts. Als Rückzugsort für Gäste aus dem Rhein-Main-Gebiet gedacht, setzt das Spa-Hotel in Rheinhessen auf Ruhe statt Programm – ein „Urlaubsgefühl“, das sich bereits beim Check-in bei mir bemerkbar macht.

Yoga in Jordan’s Untermühle: Ankommen bei sich selbst

Am ersten Vormittag geht es für mich nach einem leichten, vegetarisch ausgerichteten Gartenfrühstück in die erste Yogastunde – ganz klassisch auf der Matte. In den lichtdurchfluteten Raum mit Panorama-Fenstern und Blick ins Grüne passen bis zu 10 Teilnehmer. Hier geht es familiär zu, wie in einem echten Yogastudio eben. 60 Minuten lang fließen wir durch bekannte und neue Asanas: vom herabschauenden Hund über den Krieger bis hin zu sanften Drehungen und Twists. Das holt mich, genauso wie die übrigen Teilnehmer, aus dem Alltag hinein ins Körperbewusstsein.

Die Autorin beim Yoga in Jordan’s Untermühle / © FrontRowSociety.net, Foto: Anna Engberg
Die Autorin beim Yoga in Jordan’s Untermühle / © FrontRowSociety.net, Foto: Anna Engberg

Am Ende der Stunde sind meine Muskeln nicht nur gekräftigt und gut gedehnt – ich bin auch ein Stück weit mehr bei mir angekommen. Unabhängig davon, ob man schon länger auf der Matte steht oder einfach mal reinschnuppern will, bei den wechselnden Kursen und Lehrern findet hier jeder eine passende Einheit – oder sogar ein Retreat. Neben klassischem Hatha werden mitunter Vinyasa, Yin und regelmäßiges Aerial Yoga unterrichtet, um sowohl Anfänger wie auch Menschen mit Grundpraxis und unterschiedlicher Präferenz anzusprechen. Wichtig ist dem Familienhotel: Das Yoga verfolgt keinen Leistungsgedanken. Gesundheitliche Einschränkungen werden berücksichtigt und jeder wird dort abgeholt, wo er gerade steht.

Loslassen & Vertrauen beim Aerial Yoga

Aerial Yoga Raum in Jordan's Untermühle
Aerial Yoga Raum in Jordan’s Untermühle / © Foto: Bildermuth

Für diejenigen, die etwas Neues ausprobieren wollen, bietet das Wellnesshotel mehrfach wöchentlich Aerial Yoga Einheiten an. Diese spielerische Yoga-Variante findet in Tüchern statt, die von der Decke hängen – teils schwebend in der Luft. Der Perspektivwechsel ist zunächst ungewohnt, das Schwingen und Schweben ein neues Erlebnis. Im hängenden Kokon fühle ich mich geborgen wie ein Embryo. „Aerial Yoga unterstützt das Loslassen und Abgeben von Gewicht aus dem Alltag“, erklärt Yogalehrerin Elke zu Beginn der Aerial Yoga-Stunde. Sie arbeitet schon seit zwei Jahren für Jordan’s Untermühle, seit 30 Jahren unterrichtet sie Yoga. In der Stunde versteht sie es, die einzelnen Teilnehmer mit ihren jeweiligen Erwartungen geschickt abzuholen – und zeigt uns am Ende der Stunde sogar noch den „Handstand im Tuch“ – ein persönliches Highlight für mich.

Aerial Yoga in Jordan's Untermühle
Aerial Yoga in Jordan’s Untermühle / © Foto: Bildermuth

Spa & Massagen: Tiefe Entspannung

So vom Yoga aufgewärmt und gelöst, empfinde ich den Übergang zur anschließenden Zeit im Herz & Rebe Spaals besonders wohltuend: Nach einer Stunde in Aktivität und Bewegung komme ich jetzt gänzlich zur Ruhe und regeneriere mich. Die bewusste Berührung bei der Massage und folgenden Anwendungen entschleunigt Körper und Geist. „Das Besondere an unseren Spa-Anwendungen ist, dass wir die Brücke zum Wein schlagen“, erklärt man mir im Hotel: „Wir verwenden Trauben als Produkt unserer Region in vielen Anwendungen, z. B. in Form von Traubenkern-Öl mit leichtem Mostgeruch, als Tonikum und fürs Cleansing.“

Spa-Behandlung im Herz & Rebe Spa
Spa-Behandlung im Herz & Rebe Spa / © Foto: Jordan’s Untermühle
Ruhebereich im Herz & Rebe Spa
Ruhebereich im Herz & Rebe Spa / © Foto: Jordan’s Untermühle

Zwischendurch bleibt Zeit, in einem der vielen Daybeds und Sofas im Ruhebereich zu verweilen. Lesen, unterhalten oder am Handy browsen? All das braucht es nicht. Jetzt ist Zeit zum Nichtstun. Der Blick schweift über den Pool. Drei Saunen runden das Spa-Angebot ab. Auch eine Bio-Dampfsauna ist dabei. Nach Massage und Ruhezone testen wir die leichte Küche in „Lu’s bunter Genuss“. Möglich ist das im gemütlichen Fachwerk-Ambiente oder draußen im Garten: Serviert wird leichtes, farbenfrohes Veggie-Soulfood und natürlich Wein – für alle, die es mögen.

Wellnessbereich: Draußen sein, treiben lassen

Hotelgäste in der idyllischen Gartenanlage mit Outdoor-Poo
Hotelgäste in der idyllischen Gartenanlage mit Outdoor-Pool / © Foto: Franz Wüstenberg

Den Nachmittag verbringe ich in Jordan’s Untermühle im weitläufigen Garten-Areal. Hier findet jeder eine Sonnenliege – ob direkt am Pool oder versteckt im Grünen: Zeit für Lektüre und schöne Gespräche mit meiner Schwester. Zwischendurch ziehen wir Bahnen im länglichen Bassin mit Blick auf das charmante, alte Mühlrad und genießen die kühle Erfrischung an diesem heißen Sommertag. Vergessen ist, dass wir uns nur eine Stunde von der Heimatstadt entfernt befinden. Ja es ist, als wären wir an einem ganz anderen Ort – weit weg.

Outdoor-Pool am Abend in Jordan’s Untermühle
Outdoor-Pool am Abend in Jordan’s Untermühle / © Foto: Jordan’s Untermühle
Innenpool im Herz & Rebe Spa
Innenpool im Herz & Rebe Spa / © Foto: Jordan’s Untermühle

Ruhe statt Programm – beim Day Spa mit Freundinnen

Zweifelsohne: Jordan’s Untermühle ist ein schöner, weil so abgelegener Ort zum Auftanken – nicht nur für die vielen Honey- und Babymooner, die man hier beim Entspannen auf den Wiesen am Pool häufig sieht. Auch für ein Wochenende mit der besten Freundin, dem Partner, mehreren Freunden oder als Mutter-Tochter-Auszeit eignet sich das Wellnesshotel im Rhein-Main-Gebiet sehr gut. Kurzum: Für alle, die bewusst kein Event-Wellness suchen, sondern einfach nur gemeinsam abschalten wollen.

Außenterrasse bei Abendstimmung in Jordan’s Untermühle
Außenterrasse bei Abendstimmung in Jordan’s Untermühle / © FrontRowSociety.net, Foto: Anna Engberg

Gern genutzt werde das „DaySpa“-Angebot, erklärt mir Hotelmanager Niclas Jordan: „Rund 60 bis 80 DaySpa-Gäste besuchen uns pro Monat“, führt er aus: „sie bleiben für drei Stunden oder sogar den kompletten Tag, können in dieser Zeit Wellnessbereich und Spa besuchen und dies durch Yogakurse, Anwendungen sowie Frühstück oder Abendessen in Lu’s bunter Genuss ergänzen.“

Der Mikrotourismus hält somit Einzug im Ballungsraum Frankfurt am Main und adressiert gezielt Menschen aus der Region – bei Jordan’s Untermühle mit dem Schwerpunkt Wein und Wellness. Wer sich darauf einlässt, findet in dem familiengeführten Hotel den notwendigen Raum für eine echte Pause.

Der Inhalt dieses redaktionell erstellten Artikels wurde unabhängig verfasst. Die Veröffentlichung wurde durch externe Unterstützung ermöglicht, ohne Einfluss auf die journalistische Ausarbeitung. Es gilt der Redaktionskodex.