Knirschender Schnee, klare Höhenluft und viel Platz für Bewegung: Bodenmais am Fuße des Großen Arbers im Bayerischen Wald ist ein Winterziel für Genießer und Aktive. Die Vielfalt an Freizeit- und Hotel-Angeboten ist für den kleinen Ferienort enorm.
Der gefrorene Boden knirscht leise unter den Stiefeln, die Winterluft ist klar. An der Weggabelung bleibt Resi stehen, eine schwarz-weiße Bordercollie-Hündin mit wachem Blick. Der Schwanz wedelt erwartungsvoll. Erst als Franz Weinberger nickt und mit der Hand den richtigen Pfad weist, setzt sie sich wieder in Bewegung. So läuft das hier: Resi wartet, Franz erklärt, die Gruppe folgt. Der Wanderguide führt eine gemütliche Tour oberhalb von Bodenmais, rund zehn Kilometer, Ziel ist die GutsAlm Harlachberg.

Der 65-Jährige ist ein Bodenmaiser Urgestein, ein echter „Woidler“, wie es im niederbayerischen Dialekt heißt. Fast ein Vierteljahrhundert hat er für die Gemeinde gearbeitet, Wanderwege gepflegt und Loipen gespurt. „Loipenfuchs“ nennen ihn die Einheimischen, weil er im Langlaufzentrum Bretterschachten für perfekte Spuren sorgt. Er kennt jeden Stein, jede Abzweigung – und viele Geschichten rund um den beliebtesten Ferienort im Bayerischen Wald.

Während wir durch den stillen Winterwald stapfen, erzählt er vom Wandel in Bodenmais: vom Bergbauort zum Tourismusziel. Er berichtet aber auch von den „Schachten“, den hochgelegenen Weideflächen des Bayerischen Waldes, den sagenumwobenen Seen und von der eigenen Wasserversorgung aus Quellen tief im Wald. Mit viel Humor und noch mehr Heimatliebe erklärt er die Eigenheiten der „Woidler“. Man merkt sofort: Hier führt keiner, der nur Wege kennt – sondern einer, der diese Landschaft lebt.

Natur, Ruhe und Aktivität auf der Harlachberger Spitze
Auf etwa 900 Meter Höhe öffnet sich der Blick. Die Harlachberger Spitze liegt da wie ein Balkon über dem grünen – im Winter oft weißen – Waldmeer. An klaren Tagen reicht der Rundumblick vom Großen und Kleinen Arber bis hinüber zu den Alpen, sogar der Dachstein zeichnet sich am Horizont ab. Liegt unten im Tal der Hochnebel, scheint hier oben oft die Sonne. Genau dieses Gefühl, über den Dingen zu stehen, macht den Winter in Bodenmais so besonders.

Die Einkehr auf der GutsAlm Harlachberg ist fast schon obligatorisch. Idyllisch gelegen, mit Hotel, Chalets, Trausaal, Trauwiese und einer kleinen Kapelle aus dem 17. Jahrhundert ist sie ein beliebter Ort für Hochzeiten – und für Wanderer mit Hunger. Maria und Thomas Dittrich, die Gastgeber, erzählen von Yoga-Retreats, Seminaren und Wintergästen, die genau diese Mischung suchen: Natur, Ruhe und Aktivität.

Bodenmais – eine Region für Aktive
Aktiv sein – das ist das große Stichwort in Bodenmais. Tobias Wolf, Geschäftsführer der Bodenmais Tourismus und Marketing GmbH, bringt es auf den Punkt: „Wir sind kein Ort, der sich nur auf eine Zielgruppe konzentriert. Bei uns kann man draußen unterwegs sein – und danach genauso gut entspannen.“

Rund 100 ausgeschilderte Touren und ein etwa 700 Kilometer langes Wegenetz bieten im Winter präparierte Wanderwege, Schneeschuh- und Skitourenrouten. Der Große Arber, mit 1.456 Metern der höchste Berg des Bayerischen Waldes, lockt Alpinskifahrer auf schneesichere Pisten zwischen 900 und 1.330 Metern – unterstützt durch moderne Beschneiungsanlagen.

Besonders bekannt ist Bodenmais aber für den Langlauf. Das Langlaufzentrum Bretterschachten auf 1.100 bis 1.300 Metern gilt als eines der schneesichersten und besten in Deutschland. 114 Kilometer gespurte Loipen, klassisch und Skating, von der flachen Einsteigerrunde bis zur anspruchsvollen Höhenloipe, ziehen Hobbyläufer und Spitzensportler gleichermaßen an. Skibusse bringen Gäste bequem hinauf – alles kostenlos mit der Gästekarte.

Wer es ruhiger mag, schnallt Schneeschuhe an oder genießt Winterwanderungen durch tief verschneite Wälder. Dazu kommen fast täglich geführte Touren, Gymnastik- und Yogakurse im Vitalzentrum, kostenlos für Gäste. Dort kann man auch baden, saunieren und entspannen.

Ein besonderer Ort ist der Silberberg: Schaubergwerk, Heilstollen für Menschen mit Atemwegserkrankungen – und seit 2025 der neue Silberberg-Coaster, eine schienengeführte Allwetterrodelbahn. Auf der 800 Meter langen Abfahrt sausen Mutige mit bis zu 40 Stundenkilometern durch die winterliche Bayerwaldlandschaft – freilich geht es dank Wechselstrombremse auch langsamer ins Tal.


Gemeinsam genießen in Bodenmais
Auch die Hotellerie spiegelt diese Vielfalt wider, berichtet Tobias Wolf. Neun Wellnesshotels, drei Aktivhotels, ein Fünf-Sterne-Campingplatz, dazu zahlreiche kleinere Hotels, Pensionen, Gasthöfe und Ferienwohnungen gibt es im Ort. Aktivhotels wie für Erwachsene reservierte „Das Kronberg“ oder das „Natura“ mit überschaubaren Zimmerzahlen setzen bewusst auf Bewegung und bieten zum Beispiel eine Schrauber- und Wachs-Ecke für Mountainbikes, Ski- und Snowboards an. „Die Gäste gehen tagsüber raus – und abends auch mal in die Wirtshäuser im Ort“, berichtet Tobias Wolf. „Das belebt Bodenmais.“ Mit rund 3.700 Einwohnern, 5.300 Gästebetten und bis zu 800.000 Übernachtungen im Jahr ist der Ort lebendig, authentisch und ganzjährig gefragt.

Vielleicht ist es genau das, was den Winter in Bodenmais so reizvoll macht: weniger Trubel als in den Alpen, viel Schnee, viel Natur, ein gutes Miteinander von Einheimischen und Touristen – und Menschen wie Franz Weinberger, die ihre Heimat mit jeder Geschichte, jedem Schritt und jeder gespurten Loipe spürbar machen.

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