Wer an den Comer See denkt, hat sofort ein Bild vor Augen: smaragdgrünes Wasser, von den Gipfeln der Alpen eingerahmt, und an den Ufern schmucke Dörfer, die sich wie Perlen an einer Schnur aufreihen. Doch wer genau hinschaut, entdeckt schnell, dass dieser See mehr ist als nur eine Postkartenlandschaft.
Es ist eher ein Ort der Gegensätze. Hier treffen aristokratische Eleganz und laue Sommernächte in Strandbars aufeinander. Gerade Como selbst, die Stadt am Rande des gleichnamigen Gewässers, spielt dabei eine besondere Rolle. Sie ist nicht nur das Tor zum See, sondern auch dessen kulinarische und architektonische Bühne.


Dabei wäre es ein Fehler, Como nur als Durchgangsstation zu betrachten. Viele Reisende hetzen vom Bahnhof direkt zur Schiffsanlegestelle, um ins berühmte Bellagio oder nach Varenna zu gelangen. Dabei verpassen sie das eigentliche Herzstück: eine Stadt, die wie gemacht ist für ausgedehnte Spaziergänge, für Aperitifs mit Seeblick und für Abende, an denen die Kochkunst den Takt vorgibt.

Prunkvolle Nachbarn: Die Villen rund um Como
Schon wenige Meter außerhalb der Stadtmauern beginnt jene Welt, die den Comer See weltberühmt gemacht hat. Hier, am westlichen Ufer Richtung Cernobbio und weiter bis ins schicke Laglio, reihen sich Villen an Villen, deren Gärten sanft zum Wasser hin abfallen. Manche sind von der Straße aus nur durch hohe Mauern und üppige Zypressen zu erahnen. Andere hingegen zeigen sich prächtig, mit Fresken an den Fassaden und jahrhundertealten Parkanlagen, die im Frühling in einem Meer aus Rhododendren und Azaleen erstrahlen.



Besonders imposant thront die Villa Olmo direkt am Beginn der Uferpromenade von Como. Obwohl sie heute der Öffentlichkeit für Ausstellungen und Konzerte zugänglich ist, vermittelt ihr strenger klassizistischer Bau einen Eindruck davon, wie der lokale Adel einst seinen Reichtum zur Schau stellte. Nur eine kurze Bootsfahrt entfernt, im schmucken Cernobbio, steht die berühmte Villa d’Este, die längst zum Luxushotel geworden ist – doch allein der Blick von der Seepromenade auf ihre üppigen Gärten und den malerischen Hafen versetzt einen gedanklich in eine vergangene Ära.

Weiter südlich, in Richtung der Halbinsel von Como, findet sich eine eher versteckte, aber nicht weniger prächtige Architektur. Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß den „Sentiero del Viandante“ erkundet, entdeckt immer wieder private Anwesen, deren Gärten bis ins Wasser reichen. Diese Villen sind mehr als nur Statussymbole; sie sind ein lebendiges Museum der Lebensart, die den Comer See seit der Römerzeit prägt.
Kulinarische Bühne: Wo man in Como ausgezeichnet speist
Doch all diese Pracht wäre nur Kulisse, gäbe es nicht die Möglichkeit, sie mit allen Sinnen zu erleben. In den Gassen der Altstadt von Como, versteckt hinter mittelalterlichen Arkaden und neben prächtigen Renaissance-Palästen, hat sich in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Gastronomieszene entwickelt. Hier wird der Spagat zwischen traditioneller Lombardei-Küche und moderner, internationaler Einflüsse gemeistert.

Natürlich darf das klassische „Pesce di Lago“ – der Fisch aus dem See – auf keiner Karte fehlen. Doch die Küchenchefs in Como wissen, dass sie mehr bieten müssen als nur den touristischen Standard. Es geht um frischeste Zutaten vom Markt, um den richtigen Wein aus dem nahen Veltlin und um eine Atmosphäre, die den Gast vergessen lässt, dass er sich in einer geschäftigen Stadt befindet. Einige Lokale haben sich dabei echte Auszeichnungen erarbeitet, die weit über die Grenzen der Provinz hinaus bekannt sind.
Hier sind ein paar Adressen, die man sich unbedingt vormerken sollte:
Café Lariano – Frühstück, Lunch, Kaffeezeit und Dinner
Das hoteleigene Café Lariano im Palazzo San Gottardo Lake Como, A Radisson Collection Hotel versteht sich weniger als klassisches Hotelcafé, sondern als bewusst positionierter Rückzugsort mit regionalem Bezug. Direkt am Comer See gelegen, greift das Konzept lokale Einflüsse auf und kombiniert diese mit einer klar strukturierten, internationalen Cafékultur. Im Fokus stehen qualitativ hochwertige Kaffeevariationen, ergänzt durch eine Auswahl an leichten Speisen und süßen Komponenten, die sich an der lombardischen Tradition orientieren. Die Atmosphäre ist zurückhaltend, geprägt von ruhigem Design und einem gezielten Einsatz von Materialien, die den Bezug zur Umgebung unterstreichen. Damit eignet sich das Café Lariano sowohl für kurze Pausen während eines Aufenthaltstages als auch für bewusst gesetzte Momente der Entschleunigung mit Blick auf die umliegende Seelandschaft.


Latteria San Fedele – Ristorante Centro Como
Ein echter Geheimtipp, versteckt in einer der engen Gassen nahe der Piazza San Fedele. Die Küche ist fest in der lombardischen Tradition verwurzelt, hebt diese aber mit einer leichten, fast spielerischen Hand auf ein neues Niveau. Charakteristisch ist die Kombination aus traditioneller lombardischer Basis und zeitgemäßer Präsentation, ohne dabei in Inszenierung zu verfallen. Die Atmosphäre ist kompakt, lebendig und geprägt von einer authentischen Nähe zum lokalen Alltag, was das Restaurant sowohl für Besucher als auch für ein regional verankertes Publikum attraktiv macht. Insgesamt entsteht ein präzise kuratiertes Angebot, das weniger auf Breite als auf Qualität und Konsistenz setzt.


Restaurant Lo Storico – Fischspezialitäten sind Trumpf
Das Lo Storico positioniert sich im Zentrum von Como als traditionsbewusste Adresse mit klarem Fokus auf regionale Küche. Besonders hervorzuheben sind die Fischspezialitäten, die sich an den Gegebenheiten des Comer See orientieren und handwerklich präzise umgesetzt werden. Klassiker aus Süßwasserfisch werden hier nicht überinszeniert, sondern in einer reduzierten, geschmacklich klaren Linie präsentiert. Ergänzt wird das Angebot durch ausgewählte lombardische Gerichte, die das kulinarische Profil abrunden. Die Atmosphäre ist unaufgeregt und authentisch, wodurch sich das Restaurant als verlässliche Adresse für eine strukturierte, qualitativ ausgerichtete Küche etabliert.

Fine-Dining im Radiante
Das Radiante positioniert sich im gehobenen Segment von Como als präzise geführtes Fine-Dining-Konzept mit klarem Fokus auf Technik und Produktqualität. Die Küche arbeitet mit saisonalen Zutaten, die in strukturierten Menüs verarbeitet und modern interpretiert werden. Charakteristisch ist die Balance zwischen kreativer Komposition und handwerklicher Disziplin, ohne die regionale Verankerung aus dem Blick zu verlieren. Präsentation und Aromatik folgen einer klaren Linie, die auf Reduktion und Präzision setzt. In Verbindung mit einem zurückhaltend-eleganten Ambiente ergibt sich ein Gesamterlebnis, das weniger auf Inszenierung als auf kulinarische Substanz und Kontinuität ausgerichtet ist.


Blick über den See: Die Lumi Rooftop-Bar im Radisson
Wer den Abend jedoch nicht gleich im Restaurant beenden möchte, findet in Como eine Attraktion, die sich erst seit kurzem in der Stadtsilhouette etabliert hat. Es muss nicht immer die schattige Piazza im Erdgeschoss sein. Hoch über den Dächern der Altstadt bietet sich eine Perspektive, die den See von seiner glamourösesten Seite zeigt.

Direkt im Herzen von Como, im historischen Sankt Gotthard Palazzo befindet sich die Rooftop Bar. Wer den Aufzug nach oben in die 4. Etage nimmt, fühlt sich plötzlich wie in eine andere Welt versetzt. Der Trubel der engen Gassen verhallt, stattdessen öffnet sich ein weiter Blick über den vorderen Teil des Sees. Von dieser erhöhten Terrasse aus lässt sich das Schauspiel der untergehenden Sonne besonders gut beobachten, wie sie die Fassaden der gegenüberliegenden Villen in ein warmes Licht taucht und die Wasseroberfläche in tausend Farben verwandelt.

Zwischen Altstadt und Uferpromenade
Was den Aufenthalt in Como letztlich so reizvoll macht, ist die Mischung aus allem. Am Vormittag kann man durch die engen Gassen des historischen Zentrums schlendern, den imposanten Dom bestaunen und auf dem Markt frische Feigen und Salami einkaufen. Am Nachmittag bietet sich eine Fahrt mit der Standseilbahn nach Brunate an, um von dort den gesamten See aus der Vogelperspektive zu überblicken.


Und wenn die Hitze des Tages nachlässt, verwandelt sich die Uferpromenade „Lungo Lario Trieste“. Dann flanieren Einheimische und Gäste gleichermaßen, das Licht wird weicher, und die Fassaden der Villen in der Ferne beginnen zu leuchten. In diesen Stunden zeigt sich der Comer See von seiner entspanntesten Seite. Die einen suchen das lebhafte Treiben der Bars und Restaurants, andere zieht es in die ruhigeren Winkel der Stadt, wo das Plätschern des Wassers die Geräuschkulisse dominiert.



Letztendlich ist es genau diese Gelassenheit gepaart mit der Möglichkeit zu luxuriösen Momenten – sei es ein Dinner in einem der ausgezeichneten Restaurants, ein Besuch in einer der prachtvollen Villen oder ein Drink hoch über den Dächern –, die Como zu einem so besonderen Ort macht. Wer sich die Zeit nimmt, die Stadt selbst zu entdecken, wird belohnt mit einem Bild des Sees, das weit über die üblichen Klischees hinausgeht.
Hotelempfehlung: Palazzo San Gottardo Lake Como, a Radisson Collection Hotel
Während unserer Pressereise waren wir im Palazzo San Gottardo Lake Como, A Radisson Collection Hotel untergebranct. Das Radisson Collection Hotel überzeugt durch seine ruhige, zugleich strategisch günstige Lage am Comer See. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung aus historischer Architektur und moderner Ausstattung, die einen klar strukturierten, hochwertigen Aufenthalt ermöglicht. Die Nähe zu zentralen Orten sowie der direkte Zugang zu Wasserwegen machen das Haus zu einer effizienten Basis für Erkundungen rund um den See. Eine ganz klare Empfehlung.

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