Mit dem Polestar 4 präsentiert die schwedisch-chinesische Elektromarke ein SUV-Coupé der gehobenen Mittelklasse, das sich mit mutigem Design, starker Leistung und einem klar nachhaltigen Anspruch positioniert.
Als viertes Serienmodell von Polestar markiert es nicht nur einen weiteren Schritt in der Expansion der jungen Marke, sondern setzt auch technologische und gestalterische Akzente, die im dicht besetzten Segment elektrischer Premium-SUVs auffallen. In vielerlei Hinsicht ist der Polestar 4 ein Brückenschlag: zwischen Raum und Sportlichkeit, zwischen Umweltbewusstsein und Performance, zwischen skandinavischer Designtradition und chinesischer Produktionskompetenz.

Design: Mut zur Avantgarde – ohne Heckfenster
Ein wesentliches Merkmal des Polestar 4 ist sein ungewöhnliches Exterieurdesign. Das SUV-Coupé verzichtet vollständig auf eine klassische Heckscheibe – eine Designentscheidung, die die Marke selbstbewusst als Teil ihres Innovationsstrebens kommuniziert. Stattdessen übernimmt eine hochauflösende Rückfahrkamera in Kombination mit einem digitalen Rückspiegel die Funktion der klassischen Sicht nach hinten. Diese radikale Maßnahme erlaubt nicht nur eine aerodynamisch günstigere Dachlinie und ein nahtloses Design, sondern verbessert laut Polestar auch die strukturelle Integrität und reduziert die Geräuschentwicklung im Innenraum.


Der Polestar 4 ist 4,84 Meter lang, rund 2,14 Meter breit (inkl. Spiegel) und 1,54 Meter hoch. Damit positioniert er sich zwischen dem kompakteren Polestar 2 und dem größeren SUV Polestar 3. Besonders markant ist die klare, kantige Linienführung, das flache Profil und die skulpturale Lichtsignatur – typische Merkmale des Markendesigns. Front und Heck zeigen sich mit durchgehenden Leuchtenbändern, während Türgriffe bündig in die Karosserie integriert sind. Der cw-Wert liegt bei bemerkenswert niedrigen 0,26 – ein beachtlicher Wert für ein SUV dieser Größe.


Innenraum des Polestar 4: Digitale Klarheit und vegane Materialien
Im Innenraum setzt Polestar auf Reduktion und hochwertige, nachhaltige Materialien. Der Innenraum wirkt aufgeräumt, fast minimalistisch, aber dennoch nicht kühl. Eine flache Armaturentafel mit einem zentralen, schwebend montierten 15,4-Zoll-Touchscreen dominiert das Cockpit. Ergänzt wird dieser durch ein 10,2-Zoll-Fahrerdisplay sowie ein optionales Head-up-Display mit Augmented-Reality-Funktion.

Besonders betont wird die Materialwahl: Neben klassischen Optionen wie Nappaleder – allerdings optional und mit Rückverfolgbarkeitssiegel – kommen auch vegane Materialien zum Einsatz, darunter ein Textil namens „Tailored Knit“, das aus recyceltem PET besteht. Dieses Material wird in einem 3D-Strickverfahren hergestellt, das Verschnitt minimiert. Weitere Materialien umfassen Mikrofaser-Wildleder aus recycelten Polyesterfasern sowie Aluminium-Dekore mit reduziertem CO₂-Fußabdruck. Polestar gibt an, dass der Innenraum des Polestar 4 zu großen Teilen aus recyceltem oder recycelbarem Material besteht.

Nachhaltigkeit: Transparenz und CO₂-Bilanz
Nachhaltigkeit ist ein zentrales Markenversprechen von Polestar. Das Unternehmen verfolgt eine strenge Material- und Lieferkettenpolitik, die sowohl ökologische als auch soziale Kriterien umfasst. Dazu gehören Rückverfolgbarkeit von Batteriematerialien wie Kobalt und Lithium ebenso wie eine weitgehende Verwendung recycelter Materialien. Laut interner Ökobilanz liegt der CO₂-Fußabdruck der Herstellung eines Polestar 4 bei etwa 20–24 Tonnen CO₂-Äquivalent – abhängig von der gewählten Ausstattung und dem Energiemix der Fertigung.
Ein besonderer Fokus liegt auf Transparenz: Jeder Polestar erhält einen sogenannten „Product Sustainability Declaration“, eine Art Umweltlabel, das Angaben zu CO₂-Emissionen, recyceltem Materialanteil und anderen ökologischen Kennzahlen macht. Diese Initiative ist Teil der langfristigen Strategie des Unternehmens, bis 2030 ein klimaneutrales Fahrzeug zu produzieren – ein ambitioniertes Vorhaben, das unter dem Projektnamen „Polestar 0“ läuft.
Antrieb und Fahrleistungen: Zwei Leistungsstufen, elektrischer Vorwärtsdrang
Der Polestar 4 wird in zwei Leistungsvarianten angeboten: als Single-Motor-Version mit Hinterradantrieb sowie als Dual-Motor-Variante mit Allradantrieb. Beide Versionen verwenden einen 100-kWh-Akku (Netto-Kapazität: ca. 94 kWh), basierend auf einer 400-Volt-Architektur. Die Single-Motor-Variante leistet 200 kW (272 PS) und bietet eine WLTP-Reichweite von bis zu 610 Kilometern. Die stärkere Dual-Motor-Version kommt auf 400 kW (544 PS) und beschleunigt in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h – eine Zahl, die selbst Sportwagen Konkurrenz macht. Die Reichweite liegt hier bei bis zu 560 Kilometern (WLTP).


Für besonders energieeffizientes Fahren kann der Allradantrieb in den „Single Motor“-Modus wechseln, wobei der vordere Elektromotor deaktiviert wird. Das Ansprechverhalten kann über Fahrmodi angepasst werden, darunter ein „Performance“-Modus mit direkterer Gasannahme und strafferer Fahrwerksabstimmung. Optional ist ein adaptives Dämpfersystem verfügbar, das Komfort und Dynamik in Einklang bringen soll.
Ladeleistung und Infrastrukturkompatibilität
Die Ladeleistung des Polestar 4 liegt bei bis zu 200 kW an DC-Schnellladern, womit sich unter idealen Bedingungen etwa 80 Prozent der Batteriekapazität in 30 Minuten nachladen lassen. An AC-Ladestationen lädt der Polestar 4 mit bis zu 22 kW – vorausgesetzt, die entsprechende Ladeinfrastruktur ist vorhanden.


Ein intelligentes Batteriemanagementsystem sorgt für vorausschauendes Thermomanagement, um Ladeleistung und Akkulebensdauer zu optimieren. So wird etwa bei Navigation zu einer Schnellladestation automatisch die Batterie vorgewärmt. Dank seiner Integration in Google Automotive OS kann der Polestar 4 dabei Echtzeitdaten über Ladestationen abrufen und nahtlos in die Routenplanung einbeziehen.
Software: Google-Integration und Over-the-Air-Updates
Das Infotainmentsystem basiert auf Google Automotive OS, was bedeutet, dass Google Maps, Google Assistant und der Play Store nativ im Fahrzeug integriert sind. Die Bedienung erfolgt intuitiv über Touch, Sprache und das digitale Cockpit. Neben OTA-Updates (Over-the-Air) für das Betriebssystem sollen künftig auch Funktionen wie Batteriepflege oder Fahrwerksabstimmungen softwareseitig verbessert werden können.

Das Fahrerassistenzsystem umfasst eine breite Palette an Sensorik: 12 Kameras, ein Radar und 12 Ultraschallsensoren ermöglichen Funktionen wie adaptiven Tempomaten, Spurhalteassistent, Autobahnpilot und automatisches Einparken. Für höhere Automatisierungsgrade ist die Hardware bereits vorbereitet; in Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Mobileye wird mittelfristig auch autonomes Fahren auf Level 3 angestrebt.

Produziert wird der Polestar 4 im Werk von Geelys Tochterunternehmen in Hangzhou Bay, China. Die Wahl des Standorts begründet Polestar mit hoher Fertigungsqualität und der Nähe zu den wichtigsten Komponentenlieferanten. Das Werk wird mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben, was die Emissionen der Produktion weiter senken soll.
Top Positionierung im Wettbewerbsumfeld
Mit dem Polestar 4 greift die Marke ein wachsendes Segment an, das von Fahrzeugen wie dem Audi Q8 e-tron Sportback, dem BMW iX oder dem Mercedes EQE SUV geprägt ist. Polestar setzt bewusst auf ein schlankeres, coupéhaftes Profil, um sich vom massiven Erscheinungsbild mancher Wettbewerber abzusetzen. Dabei zielt die Marke nicht nur auf Premiumkunden, sondern auch auf technikaffine Käufer, denen Umwelt- und Designaspekte wichtig sind.

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