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Mobile gilt als Alabamas älteste Stadt und zählt zu den geschichtsträchtigsten Destinationen an der US-Golfküste. Bereits 1703, nur ein Jahr nach der Stadtgründung, wurde hier der erste Mardi Gras auf amerikanischem Boden gefeiert.

1703 wurde in Mobile, Alabama, der erste Mardi Gras gefeiert. Damit gilt Mobile als Geburtsort des amerikanischen Mardi Gras / © Lisaleo
1703 wurde in Mobile, Alabama, der erste Mardi Gras gefeiert. Damit gilt Mobile als Geburtsort des amerikanischen Mardi Gras / © Lisaleo

City of Flags

Gegründet wurde Mobile 1702 als erste Hauptstadt der damaligen französischen Kolonie Louisiana – und damit 16 Jahre vor New Orleans. Bis heute trägt die Stadt den Beinamen „City of Six Flags“, denn im Laufe ihrer Geschichte stand Mobile unter sechs verschiedenen Herrschaften.

Französische, britische, spanische und amerikanische Spuren begegnen Besuchern bis heute überall in der Stadt. Schmiedeeiserne Balkone, historische Häuser und versteckte Innenhöfe erinnern vielerorts an das berühmte French Quarter von New Orleans.

Die Dauphin Street befindet sich gleich um die Ecke des Battle House Hotels. Hier findet man viele Cafés und kleine Läden / © Tad Denson, MyShotz.com
Die Dauphin Street befindet sich gleich um die Ecke des Battle House Hotels. Hier findet man viele Cafés und kleine Läden / © Tad Denson, MyShotz.com

Mobile ist Geburtsort des amerikanischen Mardi Gras

Lebensfreude gehört in Mobile seit Jahrhunderten zur Identität der Stadt. Französische Siedler brachten die Karnevalstradition an die Golfküste und bereits 1703 – nur ein Jahr nach der Stadtgründung – wurde hier der erste Mardi Gras gefeiert. Damit gilt Mobile als Geburtsort des amerikanischen Mardi Gras.

Alljährlich verwandelt sich die Stadt in den rund zweieinhalb Wochen vor Mardi Gras, dem amerikanischen Faschingsdienstag, in eine große Festkulisse. Paraden mit Marschkapellen und aufwendig gestalteten Festwagen ziehen durch die Straßen, während bunte Perlenketten und kleine Geschenke in die Menge geworfen werden. Wie tief diese Tradition bis heute verwurzelt ist, zeigt das Mobile Carnival Museum.

In der Mobile Bay liegt mit der USS Alabama eines der bekanntesten Wahrzeichen der Region vor Anker. Das Schlachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg kann heute ebenso besichtigt werden wie historische Flugzeuge und Militärfahrzeuge im USS Alabama Battleship Memorial Park / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
In der Mobile Bay liegt mit der USS Alabama eines der bekanntesten Wahrzeichen der Region vor Anker. Das Schlachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg kann heute ebenso besichtigt werden wie historische Flugzeuge und Militärfahrzeuge im USS Alabama Battleship Memorial Park / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Clotilda: The Exhibition

Gleichzeitig erinnert Mobile auch an die schwierigen Kapitel amerikanischer Geschichte. Das 2023 eröffnete Africatown Heritage House widmet sich mit der Ausstellung „Clotilda: The Exhibition“ dem letzten bekannten Sklavenschiff der USA. Im Mittelpunkt stehen die 110 Frauen, Männer und Kinder, die 1860 illegal nach Alabama verschleppt wurden. Überlebende der Clotilda gründeten später die unabhängige Gemeinde Africatown.

Das Mobile-Tensaw-Delta ist eine der artenreichsten Feuchtlandschaften Nordamerikas. Wegen seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt wird das Delta auch „America’s Amazon“ genannt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Das Mobile-Tensaw-Delta ist eine der artenreichsten Feuchtlandschaften Nordamerikas. Wegen seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt wird das Delta auch „America’s Amazon“ genannt / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Zur Stadt gehört auch das Wasser

In der Mobile Bay liegt mit der USS Alabama eines der bekanntesten Wahrzeichen der Region vor Anker. Das Schlachtschiff aus dem Zweiten Weltkrieg, das von 1942 bis 1949 im Einsatz war, kann heute ebenso besichtigt werden wie historische Flugzeuge und Militärfahrzeuge im USS Alabama Battleship Memorial Park.

Nur wenige Minuten außerhalb der Stadt erstreckt sich mit dem Mobile-Tensaw-Delta eine der artenreichsten Feuchtlandschaften Nordamerikas. Wegen seiner außergewöhnlichen Artenvielfalt trägt das Delta den Beinamen „America’s Amazon“. Bootstouren führen durch Sümpfe, Wasserwege und dichte Wälder und zeigen eine überraschend ursprüngliche Seite der Golfküste.

Das moderne Mobile konzentriert sich vor allem rund um die Dauphin Street. Restaurants, Bars, Cafés und kleine Geschäfte verleihen der Straße typisches Südstaatenflair.

Beeindruckend: Die historische Lobby des The Battle House Renaissance Mobile Hotel & Spa / © Art Meripol, Visit Mobile
Beeindruckend: Die historische Lobby des The Battle House Renaissance Mobile Hotel & Spa / © Art Meripol, Visit Mobile

Gleich um die Ecke der Dauphin Street, in der Royal Street, liegt das The Battle House Renaissance Mobile Hotel & Spa. Dort treffe ich Mariluz Helmbold, Area Director of Sales & Marketing.

Interview mit Mariluz Helmbold, Area Director of Sales & Marketing

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Mariluz, warum heißt das Hotel eigentlich The Battle House?

Mariluz Helmbold: Gleich vorweg: Der Hotelname hat nichts mit dem Bürgerkrieg zu tun. Namensgeber waren schlicht die Battle-Brüder, die das Battle House Renaissance Mobile Hotel & Spa erbauten. Natürlich gibt es wegen des hohen Alters des Hotels viele Geschichten aus vergangenen Zeiten, darunter auch einige aus Kriegszeiten, aber mit dem Namen selbst hat das nichts zu tun.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Das Battle House blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück. 

Mariluz Helmbold: Ganz genau. Das Battle House wurde 1852 eröffnet. Bereits zuvor standen an derselben Stelle zwei andere Hotels unter unterschiedlichen Namen, beide wurden jedoch durch Brände zerstört. Die Battle-Brüder bauten das Hotel schließlich neu auf und vieles vom historischen Charakter ist bis heute erhalten geblieben.

Von der Vorderseite des Battle House fallen sofort die markanten Säulen und Balkone ins Auge. Sie gehören zum historischen Teil des Hotels mit acht Stockwerken. Von den insgesamt 308 Gästezimmern befindet sich etwa die Hälfte im historischen Gebäudeteil, die andere im modernen Turmbereich / © Visit Mobile
Von der Vorderseite des Battle House fallen sofort die markanten Säulen und Balkone ins Auge. Sie gehören zum historischen Teil des Hotels mit acht Stockwerken. Von den insgesamt 308 Gästezimmern befindet sich etwa die Hälfte im historischen Gebäudeteil, die andere im modernen Turmbereich / © Visit Mobile

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Schon die Lobby wirkt beeindruckend historisch. Was vom ursprünglichen Hotel ist heute noch erhalten?

Mariluz Helmbold: Erstaunlich viel. Nach einem großen Brand im Jahr 1905 musste das Hotel zwar erneut aufgebaut werden, diesmal mit Stahl und Beton statt Holz, doch der historische Charakter blieb erhalten. 1974 wurde das Battle House geschlossen und stand fast 30 Jahre lang leer und vernagelt mitten in Downtown Mobile. Erst 2003 kaufte die Retirement Systems of Alabama das Gebäude und restaurierte es umfassend. Dabei entstand auch der heutige Turmbereich, der mit dem RSA Tower verbunden ist.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Von außen wirkt das Hotel deutlich kleiner, als es tatsächlich ist.

Mariluz Helmbold: Das hören wir oft. Von vorne sieht man vor allem die historische Fassade mit ihren Säulen und Balkonen. Dahinter verbirgt sich jedoch ein deutlich größeres Hotel mit insgesamt 308 Zimmern — verteilt auf den historischen Gebäudeteil und den modernen Tower.

Meine Suite befand sich im historischen Teil des Battle Houses, mit Blick auf die Royal Street, mitten im Geschehen also / © Visit Mobile
Meine Suite befand sich im historischen Teil des Battle Houses, mit Blick auf die Royal Street, mitten im Geschehen also / © Visit Mobile

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Unterscheiden sich die Zimmer im historischen Teil stark von denen im Turm?

Mariluz Helmbold: Die Ausstattung ist überall dieselbe, aber Zimmergrößen und Grundrisse unterscheiden sich deutlich. Im historischen Teil ist kaum ein Zimmer wie das andere, weil die Räume an die ursprüngliche Architektur angepasst wurden. Manche Zimmer sind größer, andere kleiner. Genau das verleiht ihnen ihren besonderen Charakter.

Im später errichteten Turmbereich sind die Zimmer dagegen einheitlicher gestaltet. Trotzdem war es uns wichtig, auch dort den historischen Charme und den typischen Südstaatenstil des Hauses beizubehalten.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Das merkt man sofort. Der historische Charme zieht sich durch das ganze Haus.

Mariluz Helmbold: Genau das war unser Ziel. Das Battle House gehört zu den „Historic Hotels of America“, deshalb wollten wir diese besondere Atmosphäre unbedingt bewahren. Vor allem die Lobby beeindruckt viele Gäste. Sie kommen herein, schauen automatisch nach oben und bewundern die Glaskuppel und die Architektur. Und bleiben erst einmal stehen.

Entlang der Dauphin Street finden sich auch kleine Parks zum Verweilen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr
Entlang der Dauphin Street finden sich auch kleine Parks zum Verweilen / © FrontRowSociety, Foto: Astrid Steinbrecher-Raitmayr

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Trotz seiner Geschichte bietet das Battle House natürlich allen modernen Komfort.

Mariluz Helmbold: Genau das war uns bei der Restaurierung wichtig. Wir wollten den historischen Charakter des Hauses bewahren und gleichzeitig den Komfort bieten, den Gäste heute erwarten: sowohl Geschäftsreisenden als auch Urlaubsgästen.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Dazu kommt die Lage mitten in Downtown Mobile.

Mariluz Helmbold: Genau. Mobile ist eine sehr kompakte Stadt und vieles lässt sich bequem zu Fuß erkunden. Restaurants, Bars und Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Minuten entfernt. Wir vergleichen Mobile oft mit New Orleans. Nur etwas kleiner und übersichtlicher.

Die Perlenketten des Mardi Gras sind eine Art
Die Perlenketten des Mardi Gras sind eine Art „Wurfgeschenk“ (Throw), das Großzügigkeit symbolisiert und die Zuschauer aktiv am Karneval teilhaben lässt. Die drei traditionellen Farben haben Bedeutungen: Lila steht für Gerechtigkeit, Grün für Glauben und Gold für Macht und Kraft / © Patrick Black Jr.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Bei einem Hotel mit so viel Geschichte fehlen wahrscheinlich auch die Geistergeschichten nicht.

Mariluz Helmbold: Natürlich gibt es diese Geschichten. Ich selbst habe zwar nie etwas erlebt, aber in Mobile werden sogar spezielle Führungen angeboten, bei denen genau solche Legenden rund um das Battle House erzählt werden. Manche Gäste berichten angeblich von unerklärlichen Geräuschen oder Begegnungen auf den Fluren des historischen Gebäudeteils. Ob alles davon tatsächlich stimmt, sei allerdings dahingestellt.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Trotz aller Legenden wirkt das Battle House heute sehr lebendig. Was macht das Hotel für Sie persönlich besonders?

Mariluz Helmbold: Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren in der Hotellerie und bin von New Orleans nach Mobile gezogen. Mir war wichtig, für ein Hotel zu arbeiten, auf das ich wirklich stolz sein kann und genau das empfinde ich hier. Gäste aus aller Welt kommen ins Battle House, besonders viele aus Europa, und viele sind überrascht, ein Hotel dieser Qualität in einer vergleichsweise kleinen Stadt wie Mobile vorzufinden.

Neben Geschichte prägen Wasser und Natur das Lebensgefühl von Mobile. Geführte Bootstouren durch Sümpfe, Wasserwege und dichte Wälder eröffnen die ursprüngliche Seite der Golfküste / © Chris Granger, Visit Mobile
Neben Geschichte prägen Wasser und Natur das Lebensgefühl von Mobile. Geführte Bootstouren durch Sümpfe, Wasserwege und dichte Wälder eröffnen die ursprüngliche Seite der Golfküste / © Chris Granger, Visit Mobile

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Was überrascht Gäste am Battle House oder an Mobile am meisten?

Mariluz Helmbold: Viele wissen gar nicht, dass Mardi Gras ursprünglich nicht aus New Orleans stammt, sondern aus Mobile. Selbst ich wusste das nicht, bevor ich hierhergezogen bin.

Die Paraden ziehen direkt vor dem Hotel über die Royal Street vorbei. Besonders an den letzten beiden Mardi-Gras-Wochenenden ist das Battle House komplett ausgebucht. Unsere Balkone gehören dann zu den besten Plätzen der Stadt, um die Umzüge und die Atmosphäre hautnah mitzuerleben.

Astrid Steinbrecher-Raitmayr: Vielen Dank für das Gespräch.

Mariluz Helmbold: Sehr gerne. Viele Besucher aus Europa genießen vor allem die milden Wintermonate hier in Mobile und vor allem während der Mardi-Gras-Saison zeigt sich die Stadt von seiner lebendigsten Seite.

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