Ein stilles Juwel auf den Hügeln von Gaiole in Chianti: Das ist Bertinga. Auf rund 20 Hektar Rebfläche, eingebettet in einen kleinen Kreis ausgewählter Weinberge, entstehen einige der charaktervollsten Rotweine des Chianti Classico.
Die Parzellen tragen klangvolle Namen wie Bertinga, Vertine, Adine und seit Kurzem Poggio Pestine. Jeder Standort bringt seine eigene Besonderheit mit – von der Bodenstruktur bis zur Ausrichtung – und verleiht den Weinen einen unverwechselbaren Ausdruck ihrer Herkunft.

Die hoch gelegenen Lagen atmen den Geist der traditionellen Toskana. Die Weinberge schmiegen sich an helle, kalkhaltige Alberese-Böden, anspruchsvoll und zugleich prägend für jene Tiefe und Spannung, die die Region auszeichnen. Hier entstehen fünf charakterstarke Weine: der ikonische Bertinga, eine Cuvée aus Sangiovese und Merlot, der Zweitwein Sassi Chiusi sowie die Einzellagen Punta di Adine (Sangiovese) und Volta di Bertinga (Merlot). Den Abschluss bildet der Chianti Classico La Porta di Vertine – eine Hommage an die Herkunft, den Boden und den unverwechselbaren Charakter dieser besonderen Weinberge.

Tief und spannungsreich
Der Jahrgang 2018 des Flaggschiffs IGT Toscana Bertinga verbrachte die letzten Jahre in den tief in den Hang gebetteten Kellern und konnte dort seine beeindruckende Reife entwickeln. Vinifiziert wird er in Stahl und Zement, gefolgt von etwa 18 Monaten in französischen Barriques und österreichischen Tonneaux sowie einem weiteren Jahr Flaschenreife. Im Glas zeigt er ein leuchtendes Purpur, in der Nase dunkle Frucht, flankiert von Kräutern, Würze und einem Hauch Vegetalität. Am Gaumen wirkt er weich, kraftvoll und klar strukturiert. Seidige Tannine, salzige Mineralität und ein langanhaltender Abgang machen ihn zu einem Wein, der Tradition und Moderne auf eindrucksvolle Weise vereint.
Sein Name verweist auf die Lage, aus der die Trauben stammen. Die Böden des Weinbergs, eozänen Ursprungs, sind hell, kompakt, fast kühl. „Sie erlauben es dem Sangiovese und dem Merlot, sich am besten auszudrücken und komplexe Weine hervorzubringen, die in der Lage sind, mit den wichtigsten Etiketten ihrer Art zu konkurrieren“, sagt Verkaufsleiter Luca Vitiello. Für den Jahrgang 2018 wurden ausschließlich die besten Trauben selektioniert – ein Blend, der heute, so Vitiello, „einen unglaublich frischen und dynamischen Schluck bietet, der auf eine außergewöhnliche Langlebigkeit schließen lässt“.

2018 war ein Jahr der Kontraste. Auf die extreme Trockenheit von 2017 folgten nun wechselhafte Monate: Sonne, Regen, kühlere Phasen – ein Rhythmus, der das vegetative Gleichgewicht forderte und die Arbeit im Weinberg erschwerte. Erst im September beruhigte sich die Lage. „Zu diesem Zeitpunkt hat sich das Wetter zum Positiven gewendet“, berichtet Önologin Elisa Ascani. „Es gab sonnige Tage mit warmen Temperaturen tagsüber und ausgezeichneten Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.“ Die spätere Lese Mitte September brachte schließlich reifes, gesundes und balanciertes Traubengut ein.
Am Ende, resümiert Vitiello, sei ein Jahrgang entstanden, „der die elegante Dynamik des Sangiovese mit der Tiefe und der Struktur des Merlot aus dem Chianti verbinden konnte“. Der Rest sei Geduld gewesen. „Wir haben ihnen einfach die Zeit gegeben, die sie brauchten, um miteinander zu verschmelzen.“

Zeitgemäße Eleganz und weltoffene Stilistik
Sanfte und zugänglich zeigt sich der Sassi Chiusi 2020, der Zweitwein des Gutes. Dunkle Früchte, Veilchen, Graphit und feine Würze prägen die Nase, am Gaumen überzeugt er mit Kraft und Eleganz zugleich. Die Tannine sind gut integriert, die Mineralität sorgt für Spannung und Länge – ein Wein, der die Charakterstärke des Chianti zeigt, ohne sich aufzudrängen.
Noch fokussierter ist der Sangiovese-Cru Punta di Adine 2019, der aus einer einzigen, besonders privilegierten Parzelle stammt. Satte Rubinfarbe, intensive Brombeer- und Heidelbeernoten, dazu schwarze Oliven, Leder, Dörrpflaumen und ein Hauch Tabak und Erde. Am Gaumen dicht, engmaschig im Tannin, kraftvoll und strukturiert, dabei elegant und lang nachhallend – ein eindrucksvolles Beispiel für die Ausdruckskraft der Sangiovese-Traube in einem Spitzenjahrgang.

Der Chianti Classico La Porta di Vertine 2022 zeigt, wie frisch und lebendig ein klassischer Chianti sein kann. Nach der Vinifizierung in Glas- und Betonbottichen und rund 16 Monaten Ausbau gefolgt von einem Jahr Flaschenreife, präsentiert er sich brillant rubinrot. Veilchen, rote Früchte und mineralische Noten bestimmen die Nase, am Gaumen zeigt er sich frisch, harmonisch und zugänglich, mit gut integrierten Tanninen – ein Wein, der sofort Freude bereitet und die Essenz seines Terroirs auf den Punkt bringt.
Den Abschluss bildet der Merlot Volta di Bertinga 2015, ein Wein von beeindruckender Tiefe und Finesse. Nach Jahren der Kellerreife entfaltet er nun sein volles Potenzial: reife Pflaumen, Cassis, rote Früchte, Gewürze, Leder, Erde und feine dunkle Schokolade. Am Gaumen komplex, seidig und ausgewogen, mit präziser Säure und reifen Tanninen, die ihm Eleganz verleihen. Volta di Bertinga ist nicht nur Einstieg in die Welt von Bertinga – er ist ein großer Wein, der Kraft und Sensibilität meisterhaft vereint.

Weltbester Merlot
Bei einem exklusiven Blind Tasting im Sommer 2022 setzte sich der Volta di Bertinga 2019 gegen weltweit beste Merlots durch – darunter Legenden wie Petrus, Le Pin und Masseto. Ein hochkarätiges Panel um James Suckling kürte ihn zur Nummer 1; Suckling selbst nannte ihn ein „Masterpiece“ und vergab 99 Punkte. Nach nur drei erzeugten Jahrgängen ist der Volta bereits ein gesuchter Sammlerwein – ein eindrucksvoller Beleg für das außergewöhnliche Potenzial der kleinen Parzelle „Volta“ und für Bertingas kompromisslosen Qualitätsanspruch.

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