Der Tropen-Rocker Jimmy Buffett veröffentlichte in seinem Leben mehr als 30 Alben. Zu den größten Ohrwürmern zählt der Hit „Cheeseburger in Paradise“, der von seinen Gelüsten nach einem saftigen Burger handelt, nachdem er auf einem Segeltörn mehrere Tage lang nur Dosennahrung zu essen bekam.
Man munkelt, Buffett habe diesen Burger auf Cabbage Key in Florida gegessen. Ob der wirklich so paradiesisch mundet, wollten wir herausfinden.

Wo das ursprüngliche Lebensgefühl von Florida noch erhalten ist Cabbage Key ist eine kleine, abgeschiedene Insel an der Westküste Floridas, die ihren Namen aufgrund des dort wachsenden Staatsbaums, der Cabbage-Palme erhalten hat. Die Besitzer wechselten mehrfach: In den 1920ern wurde sie von Alan Rinehart erworben, dessen Mutter Mary so etwas wie die amerikanische Version von Agatha Christie war.

Zwei Jahrzehnte später kamen die Stults während eines Angeltrips vorbei und dachten sich: Warum im kalten Illinois bleiben, wenn man eine Insel für schlappe 25.000 Dollar erwerben kann? Das Ehepaar wandelte das ehemalige Rinehart-Familienanwesen in ein charmantes Insel-Inn mit Restaurantbetrieb um, wollte aber keinen Massentourismus, sondern lieber einen idyllischen Rückzugsort, der lediglich über Mundpropaganda bekannt wurde. Nach 25 Jahren war es Zeit für neue Abenteuer und die nachfolgenden Eigentümer führten mit der Übernahme eher ungewollt einen neuen Brauch ein, der bis heute Tradition hat.

Die Dollar-Bill-Bar – Eine gewichtige Tradition
Eines Tages betrat ein hungriger Fischer nach einem besonders dicken Fang das Cabbage Key-Restaurant. Er bestellte sich ein Bier, schüttelte das Salzwasser aus seinem Bart, zog einen Stift aus der Tasche und schrieb seinen Namen auf einem Dollarschein. Diesen pinnte er feierlich an die Wand hinter der Theke. Zur Bedienung sagte er: „Wenn ich das nächste Mal nichts an die Angel bekommen sollte, habe ich hiermit ein Guthaben für ein kühles Blondes“. Die Idee kam bei den anderen Gästen so gut an, dass sie dieses Ritual übernahmen. Bald hingen Hunderte von Dollars an den Wänden, dann Tausende.

Damals noch in Reih und Glied, heute kleben laut Manager Bill über 70.000 US-Dollar an signierten Banknoten an Decke, Balken und Türrahmen. Die bleiben jedoch nicht dauerhaft dort: Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit flattern jedes Jahr rund 20.000 Scheine von den Wänden. Da ausschließlich ehrliche Gäste bei den heutigen Besitzern einkehren, werden die losen Dollarnoten ausnahmslos an der Theke abgegeben, neu aufbereitet und anschließend an lokale Wohltätigkeitsorganisationen gespendet.

Per Boot zum Restaurant
Zu erreichen ist die Insel nur über den Wasser- oder den Luftweg. Die 90-minütige Fahrt ab der McCarthy’s Marina auf Captiva Island ist kurzweilig, was mitunter an den zahlreichen Delfinen liegt, die entlang des Bootes durch das türkisfarbene Wasser schwimmen und sich durch Zurufe und Jubelschreie motivieren lassen, autodidaktisch erlernte Kunststücke zum Besten zu geben.

Nach dem Anlegen führt ein kurzer Weg durch tropisches Grün hinauf zum alten Muschelhügel. Hier befindet man sich sage und schreibe fünf Meter über dem Meeresspiegel und ist somit am allerhöchsten Punkt in ganz Südwest-Florida. Dort thront das historische Haupthaus mit Restaurant, Bar und Veranda, von der aus man den Blick über Mangroven, Palmen und das offene Wasser schweifen lassen kann.

Wer bei dem Aufstieg ins Schwitzen kommt, bestellt am besten direkt mal einen Cabbage Creeper. Das ist der süffige Signature-Drink, bestehend aus Rum, Piña Colada und Kaffee-Likör, der einen laut dem Betreiber „schneller einholt, als einem lieb ist“. Spätestens nach dem zweiten Glas ist man zumindest innerlich so tropenfest, dass einem die hungrigen Moskitos auf dem kurzen Rundweg über die Insel nichts mehr anhaben können.
Und wie schmeckt nun der vielbesungene Cheeseburger? Wie eine bodenständige, handgemachte Spezialität, die genau das liefert, was sich Jimmy Buffett in seinem Lied gewünscht hat: salatig, tomatig, mit Heinz-Ketchup versehen und außerordentlich lecker.

Falls noch Platz ist, sollte man zum Nachtisch unbedingt den Key Lime Pie verköstigen. Dieses klassische Dessert aus Florida ist ein erfrischender Abschluss, der eine ausgewogene Balance aus Süße und Säure besitzt. Das Besondere: Auf Cabbage Key wird der Nachtisch leicht gefroren serviert.

Ob Jimmy Buffett nun wirklich über den Burger auf Cabbage Key gesungen hat, weiß niemand so genau. Aber zum Essen kam er hier tatsächlich oft vorbei. Der Beweis ist zwischen den Geldmengen versteckt: Wer ein bisschen sucht, findet nämlich auch seinen unterschriebenen Dollarschein.

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