Im Chianti Classico, dort wo sich sanfte Hügel und dichte Wälder abwechseln, liegt das Castello di Fonterutoli – seit fast sechs Jahrhunderten der zentrale Ort der Familie Mazzei.
Seit 1435 pflegt sie hier in Castellina in Chianti die Kunst des Weinbaus und gehört damit zu den großen Konstanten der toskanischen Weinkultur. Das kleine mittelalterliche Dorf Fonterutoli bildet heute das lebendige Herz des Gutes: eine Vinothek, eine Bar, die hervorragende Osteria di Fonterutoli und ein elegant-charmantes Wine Resort verleihen dem historischen Ensemble eine warme, zeitgemäße Gastlichkeit.

Nur wenige Schritte außerhalb des Ortes öffnet sich der Blick auf den imposanten Weinkeller, entworfen von Architektin Agnese Mazzei. Das unterirdische Produktionszentrum verbindet moderne Funktionalität mit stiller, in die Landschaft eingebetteter Architektur – ein Symbol für die Mischung aus Tradition und Fortschritt, die das Gut prägt. „Ich liebe diesen Barriquekeller. Er ist auf der gleichzeitig beeindruckend und ruhig. Dazu kommt das leise Plätschern des Wassers“, schwärmt Francesco Mazzei.

Sangiovese im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt steht konsequent eine Rebsorte: Sangiovese, die toskanische Signaturtraube. Für die Spitzenkategorie Chianti Classico Gran Selezione vinifiziert die Familie drei charakterstarke Einzellagen, jede geprägt von ihrer eigenen geologischen und klimatischen Handschrift: Castello Fonterutoli (UGA Castellina), Vicoregio 36 (UGA Castelnuovo Berardenga) und Badiòla (UGA Radda). Der aktuelle Jahrgang 2021 zeigt diese Unterschiede mit beeindruckender Klarheit.
Komplementiert wird das Portfolio von zwei Ikonen der modernen Toskana: dem Concerto, einer Sangiovese–Cabernet-Cuvée mit Geschichte, und dem legendären Siepi. „Seit über sechshundert Jahren kümmert sich unsere Familie um dieses Land. Es ist eine tief verwurzelte Geschichte bestehend aus Leidenschaft und Hingabe“, erklären Francesco und Filippo Mazzei, “und mit diesen Gran Selezione-Weinen suchen wir das Potenzial jedes Terroirs und respektieren dabei seine spezifischen Eigenschaften“.

Terroir mit klarer Handschrift
Die Marchesi Mazzei beweisen seit Generationen ein feines Gespür für die Vielfalt ihrer Böden – und der Fonterutoli Chianti Classico 2023 ist ein Lehrstück dafür. Aus den hochgelegenen Parzellen rund um das historische Weingut entsteht ein Wein, der Tradition und modernen Anspruch mühelos verbindet. Sangiovese dominiert, begleitet von Malvasia Nera und Colorino, gewachsen auf kalk- und mergelreichen Lagen, die ihm Spannung und Mineralität verleihen.
Nach behutsamer Handlese und sorgfältiger Vinifikation reift der Wein in französischer Eiche und Beton zu jener Eleganz heran, die seinen Stil prägt: Schwarzkirsche, Waldbeeren, mediterrane Kräuter und ein Hauch Tabak prägen das Bouquet. Am Gaumen zeigt er sich saftig, harmonisch und seidig strukturiert, mit einem langen, präzisen Finale – ein Chianti Classico, der sein Terroir mit klarer Handschrift erzählt.


36 historische Sangiovese-Klone
Der Vicoregio 36 Gran Selezione 2021 ist ein Paradebeispiel dafür, wie wissenschaftliche Neugier und handwerkliche Erfahrung zusammenfinden. In Castelnuovo Berardenga, auf einem hellen, luftigen Plateau mit kalkhaltigen Tonböden, wachsen 36 historische Sangiovese-Klone, die die Familie Mazzei gemeinsam mit der Universität Florenz erforscht und selektioniert hat. Aus ihnen entsteht ein reinsortiger Chianti Classico mit markanter Persönlichkeit.
18 Monate reift der Wein in 500-Liter-Tonneaux, zur Hälfte neu, bevor er seine faszinende Tiefe zeigt: dunkle Beeren, Pflaume, Schwarzkirsche, feine Rauch- und Gewürznoten, unterlegt von Kräutern und dezenter Vanille. Am Gaumen tritt er kraftvoll und zugleich brillant strukturiert auf – saftig, frisch und getragen von griffigen, aber eleganten Tanninen. Ein junger Gran Selezione mit Charme, Druck und klar erkennbarem Potenzial.


Herzstück des Weinguts
Der Castello Fonterutoli Gran Selezione 2021 zeigt Sangiovese in seiner feinsten, noch jugendlichen Form. Die besten Trauben aus elf Parzellen rund um Fonterutoli werden einzeln vinifiziert und erst danach zur finalen Cuvée vereint – das Herzstück des Gutes. Zarte Sauerkirsche, Veilchen und florale Noten prägen die Nase, am Gaumen wirkt der Wein ruhig, präzise und straff, mit langem, klar konturiertem Nachhall. 18 Monate reift er in kleinen und mittleren Holzfässern, zur Hälfte neu, bevor eine kurze Ruhephase im Zement seine Eleganz abrundet.
Die Badiòla Gran Selezione 2021 erzählt die Geschichte eines Höhenlagen-Terroirs, das in Radda seine eindrucksvolle Klarheit entfaltet. Auf 500 bis 570 Metern wachsen hier Sangiovese-Reben, die aus einer sorgfältigen Massale-Selektion stammen – ein Ergebnis des »Toscana 2000«-Forschungsprojekts, das die Qualität im Chianti maßgeblich vorangebracht hat.
Der Wein reift 16 Monate in 500-Liter-Tonneaux, ein Teil davon neu, anschließend fünf Monate im Betontank. Im Glas zeigt er sich dicht und duftintensiv: dunkle Kirsche, Beeren, feine Gewürze und eine kühle mineralische Spur. Am Gaumen verbindet er die Präzision der Höhenlage mit eleganter Weichheit. Feine Tannine, saftige Frucht und ein Hauch Lakritz und Tabak sorgen für Tiefe und Spannung. Ein Chianti Classico von großer Finesse – leichtfüßig, klar und außergewöhnlich harmonisch.


Wein mit musikalischem Ausdruck
Der Concerto di Fonterutoli 2021 feiert seinen 40. Geburtstag – und bleibt dennoch erstaunlich zeitgemäß. Als er 1981 erstmals entstand, war es Marchesa Carla Mazzei, die seinem harmonischen, fast musikalischen Ausdruck den Namen gab. Zum ersten Mal fanden Sangiovese und Cabernet Sauvignon in Castellina in Chianti zu einer Klangfarbe zusammen, die später zu einem Fundament der Super-Tuscan-Bewegung werden sollte.
Der Concerto stammt aus vier benachbarten Parzellen auf rund 350 Metern Höhe, umgeben von kühlenden Wäldern. Drei Lagen tragen historische Sangiovese-Rebstöcke auf kalkig-steinigen Böden, die vierte bietet mit mehr Lehm perfekte Bedingungen für Cabernet. 2021 brachte ein ausgewogener Jahresverlauf Trauben von großer Reinheit hervor. Beide Sorten wurden separat vinifiziert, reiften 18 Monate in Tonneaux und Barriques und fanden anschließend im Zement ihre finale Balance. Heute steht der Concerto als moderner Klassiker für Inspiration, Ausdruckskraft und jenen Klang, der seine Geschichte seit vier Jahrzehnten prägt.

Voller leiser Kraft
Siepi 2023 zeigt einmal mehr, warum dieser Wein längst zu den großen Stimmen des modernen Italien gehört: charakterstark, tief und doch jedes Jahr neu überraschend. Siepi ist jedoch weit mehr als ein Name. Er ist ein Ort mit unverwechselbarer Aura: zehn Hektar Reben im grünen Herzen von Castellina in Chianti, geschützt von dichten Eichenwäldern, getragen von einem Mikroklima, das seit 1992 den visionären Blend aus Sangiovese und Merlot prägt. „Dieser Wein überrascht und begeistert uns auch nach dreißig Jahren Geschichte immer noch“, sagen Filippo und Francesco Mazzei – und genau das spürt man in jedem Detail.

Die Böden aus Alberese, Kalkstein und pliozänen Tonerden, dazu Höhenlagen zwischen 240 und 330 Metern, Südwestexposition und kühle Brisen formen ein Terroir, das wie geschaffen scheint, Tiefe und Eleganz hervorzubringen. 2023 brachte ein ausgeglichenes Jahr mit mildem Winter, regenreichem Frühling und einem warmen, trockenen Sommer, der perfekte Trauben reifen ließ. „Die Reben ermöglichten es uns, einen Wein zu erzeugen, der eine perfekte Verschmelzung von Kraft und Harmonie darstellt”, sagt Önologe Gionata Pulignani.
Siepi bleibt damit ein Wein voller leiser Kraft und langem Nachhall – ein Super Tuscan, der seine Geschichte jedes Jahr neu erzählt.
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