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Das Fine-Dining Restaurant Radiante im Palazzo San Gottardo Lake Como, A Radisson Collection Hotel hat im Februar dieses Jahres seine Pforten geöffnet und soll das neue kulinarische Herzstück der Stadt Como sein. Es wird offiziell als „Signature Fine Dining Restaurant“ geführt und steht unter der Leitung von Chef Danilo Vella. Die Küche verbindet italienische Exzellenz mit zeitgenössischen Techniken und regionalen Einflüssen.

Die Fassade des Palazzo San Gottardo atmet noch immer die Gravitas einer anderen Zeit, als hier die feine Gesellschaft ein- und ausging. Doch hinter dem schmiedeeisernen Tor hat sich etwas getan. Seit Februar 2026 beherbergt dieser Palazzo ein Radisson Collection Hotel und mit ihm ein Restaurant, das die Kochkunst am See auf eine Art fordert, die man hier so noch nicht kannte.

Ein Raum, der sich Zeit lässt

Der erste Eindruck, wenn man das Restaurant über den Hotellift betritt, ist eine überraschende Ruhe. Im Erdgeschoss des Hotels herrscht das übliche lebhafte Treiben, aber das Radiante liegt auf der vierten Etage. Große Fensterfronten ziehen sich durch den Raum, rahmen die Dächer der Altstadt ein. Kein aufgeregtes Design, kein protziges Dekor. Stattdessen dunkle Töne, edle Stoffe und eine Bestuhlung, die dazu einlädt, sich für mehrere Gänge fallen zu lassen.

Ein Raum, der sich Zeit lässt
Das Fine-Dining-Restaurant Radiante im Palazzo San Gottardo Lake Como, A Radisson Collection Hotel / © Redaktion FrontRowSociety.net

Was mir sofort auffällt: Die Atmosphäre hier ist professionell, aber nicht steif. Der Service bewegt sich mit einer Leichtigkeit, die man von Häusern kennt, die keine laute Bestätigung brauchen. Man fühlt sich weder beobachtet noch bevormundet. Der Maître d’ macht einen kleinen Plausch über den Wein, lässt sich Zeit bei der Erklärung der Karte und hat genau dieses Gespür dafür, wann er am Tisch präsent ist und wann er seinen Gästen den Raum überlässt.

Küche mit Haltung zur Regionalität

Wer klassische italienische Küche im Sinne von „Spaghetti mit Tomaten“ erwartet, wird hier überrascht sein – im besten Sinne. Verantwortlich dafür zeichnet sich Chef Danilo Vella, ein Name, den man sich merken sollte. Er kombiniert nicht einfach Zutaten, er stellt sie in Frage. Seine Karte liest sich wie ein Versprechen, die Lombardei neu zu denken.

Franciacorta -
Franciacorta – „What else“ würde jetzt George Clooney sagen, der nur einige Kilometer weiter seeabwärts eine Villa sein eigen nennt / © Redaktion FrontRowSociety.net
Vom Gruß aus der Küche...
Angefangen mit dem Gruß aus der Küche … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... verlosten wir individuell handgemachtes Brot, ...
… verkosten wir individuell handgemachtes Brot, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
...spannende Zwischengänge, ...
… und spannende Zwischengänge / © Redaktion FrontRowSociety.net
... selbstredend sind piatti di pasta ...
Selbstredend werden auch piatti di pasta … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... Fisch...
… und natürlich Fisch … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... vor Ort angegossen...
… vor Ort genossen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Was Vella hier zeigt, ist keine willkürliche Experimentierfreude. Es ist durchdacht, präzise und trotzdem verspielt. Man spürt die Handschrift eines Kochs, der nicht nur technisch versiert ist, sondern auch eine Geschichte erzählen möchte – jenseits der ausgetretenen Pfade der Tourismus-Gastronomie.

... während in der Küche schon das Dessert vorbereitet wird, ...
In der Küche wird schon das Dessert vorbereitet, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... und den süßen Abschluss bildet
… das den süßen Abschluss bildet, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... aber ohne einen Kaffeegenuss und ein weiteren süßen Kleinigkeit darf man dann doch den Tisch nicht verlassen ;-)
… allerdings darf man ohne einen Kaffeegenuss und einer weiteren süßen Kleinigkeit dann doch den Tisch nicht verlassen 😉 / © Redaktion FrontRowSociety.net

Der Blick in die Stadt: Eine Terrasse wie gemacht für den Moment

Zwischen den Gängen kann man auch eine kleine Verschnaufpause auf die kleinen Außenterrasse verbringen, die sich direkt an den Hauptraum anschließt. Wer hier draußen sitzt, hat einen völlig anderen Blick auf Como. Nicht auf den See – der bleibt hier im Hintergrund -, sondern auf die Altstadt. Die Dächer schieben sich dicht an dicht, die Kirchtürme ragen in den Himmel, und darunter das sanfte Chaos der engen Gassen. Es ist eine Perspektive, die man sonst nur von den Hügeln kennt, aber selten aus einem Restaurant heraus.

Der Blick in die Stadt: Eine Terrasse wie gemacht für den Moment
Der Blick in die Stadt: Eine Terrasse wie gemacht für den Moment / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Terrasse ist überschaubar, nur wenige Tische, und genau das macht ihren Reiz aus. Man ist nah genug am Geschehen der Stadt, um das Flair zu spüren, und doch weit genug entfernt, um sich in einer eigenen Welt zu wähnen. Ein idealer Ort für einen Aperitif vor dem Dinner – oder für den letzten Schluck Wein, wenn die Nacht über Como hereinbricht.

Vom Tisch an die Bar: Der perfekte Abschluss

Was das Radiante und das gesamte Hotelkonzept so stimmig macht, ist die nahtlose Verbindung der verschiedenen gastronomischen Angebote. Es wäre fast schade, nach einem exzellenten Dinner einfach nach draußen zu treten und ins Auto zu steigen. Stattdessen empfiehlt sich ein kleiner Aufzug nach oben – zur Lumi Rooftop Bar.

Nach dem Dinner geht's die geschwungene Treppe hinauf, ...
Nach dem Dinner geht’s die geschwungene Treppe hinauf, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... dort werden feine Cocktails kreiert, ...
… dort werden feine Cocktails kreiert, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... inkl. einem erstklassigen Blick auf den Comer See /
… welche man dann mit einem außergewöhnlichen Blick auf den Comer See genießen kann / © Redaktion FrontRowSociety.net

Hier oben, über den Dächern von Como, verwandelt sich der Abend. Das Lumi ist das Gegenteil des gediegenen Radiante: lebhaft, offen, mit einem spektakulären Blick auf den vorderen Seeteil von Como. Vor dem Dinner trifft man sich hier auf einen Aperitif, lässt den Blick über das Wasser schweifen und spürt, wie die Hektik des Tages abfällt. Nach dem Essen hingegen ist die Bar der perfekte Ort, um den Abend ausklingen zu lassen. Ein Digestif, vielleicht ein guter Grappa oder ein klassischer Negroni, während unten die letzten Schiffe in den Hafen einlaufen und die Lichter der gegenüberliegenden Ufer zu funkeln beginnen.

Der Blick vom Hafen auf die Rooftop Bar Lumi
Der Blick vom Hafen auf die Rooftop Bar Lumi / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Mischung macht es: Das gediegene Fine-Dining-Erlebnis im Radiante und die lockere, fast schon beschwingte Atmosphäre der Rooftop-Bar ergänzen sich ideal. Man muss sich nicht entscheiden, man kann beides haben.

Ein Ort mit Anspruch und mit Zukunft

Chef Danilo Vella und sein Team sind ein Risiko eingegangen. Sie hätten sich auf dem sicheren Terrain der italienischen Klassiker bewegen können, die ohnehin jeden Gast zufriedenstellen. Stattdessen setzen sie auf ungewöhnliche Kombinationen, auf überraschende Texturen und auf eine Präsentation, die jedes Gericht zu einem kleinen Kunstwerk macht. Das wird nicht jedem gefallen. Aber es wird jene begeistern, die über den Tellerrand hinausschauen wollen und die bereit sind, sich auf eine kulinarische Reise einzulassen, die es in dieser Form am Comer See noch nicht gab.

Rund um beseelter Service ...
Rund um beseelter Service … / © Redaktion FrontRowSociety.net
Sous-Chef hat alles im Griff, im neuen Restaurant Radiante
… und der Sous-Chef hat ebenfalls alles im Griff, im neuen Restaurant Radiante … / © Redaktion FrontRowSociety.net
... gemeinsam mit seiner Küchencrew
… gemeinsam mit seiner Küchencrew / © Redaktion FrontRowSociety.net

Das Radiante ist nicht nur ein weiteres Hotelrestaurant. Es ist ein Statement. Und man äugt sicherlich mit einem Michelin-Stern. Und bis dahin? Einfach hingehen. Einen Platz auf der Terrasse reservieren, den Blick auf die Altstadt genießen, sich von Vellas Küche überraschen lassen. Nicht vergessen – anschließend mit einem Drink in der Rooftop-Bar auf das anstoßen, was guten Geschmack ausmacht: den Mut, anders zu sein.

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