Es geht schlichtweg um das Ende der Monokultur und den Anfang einer Revolution. Der klassische Weinbau steht am Scheideweg.
Pilzkrankheiten, Extremwetter, schwindende Biodiversität, Erosion und ein dramatisch wachsender Pestizideinsatz gefährden seine Grundlage. Drei Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Europas bestehen aus Reben, doch sie verbrauchen rund 65 Prozent aller Fungizide – ein Verhältnis, das den Status quo nicht nur infrage stellt, sondern unhaltbar macht.
Es braucht ein radikales Umdenken. Genau hier setzt die Delinat-Methode an – ein Schweizer Konzept, das seit 1980 beweist, dass Weinbau nicht Opfer der Krise sein muss, sondern Teil ihrer Lösung.

Die Delinat-Methode – Biowein, nur besser
Als Karl Schefer 1980 in einen kahlgespritzten Rebberg blickte, wurde ihm klar: Ein solcher Weinbau hat keine Zukunft. Kurz darauf entdeckte er in einem Pariser Reformhaus erstmals biologisch erzeugte Weine – und Delinat ward geboren. Für ihn ging es nur noch vom kahlen Rebberg zur Vision eines lebendigen Ökosystems. Schefers Ziel: Wein soll nicht auf Kosten der Natur entstehen, sondern in Symbiose mit ihr. Daraus entstand die bis heute strengste Biozertifizierung Europas – die Delinat-Methode.
Monokulturen sind die Hauptschwäche des Weinbaus. Delinat dagegen fordert:
- Hecken, Bäume, Blühstreifen, Wildnisinseln
- Wasserstellen und strukturreiche Lebensräume
- Förderung von Nützlingen statt Gift
Biodiversität ist nicht Dekoration, sondern ökologische Stabilität – und damit ein Garant für gesunde Reben.

Grundprinzip 2: Säen statt Düngen
Anstelle von Kunstdünger setzt Delinat auf Leguminosen, die:
- Stickstoff binden
- den Boden durchwurzeln
- Humus aufbauen
- Erosion verhindern
Ein gesunder Boden ist der wichtigste Schutzschild gegen Klimawandel und Ernteausfälle.

Grundprinzip 3: Die richtige Rebsorte am richtigen Ort
Die Delinat-Methode fordert etwas, das jahrhundertelang ignoriert wurde:
- Die Rebsorte muss zum Standort passen – nicht umgekehrt
- Tradition, Herkunft und Prestige sind keine Argumente, Sorten an Orte zu zwingen, an denen sie nur mit massivem Pflanzenschutz überleben
- Ökologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Delinat setzt Maßstäbe
- 92 Prozent Altglas in leichten Mehrwegflaschen
- Mehrwegversandkartons, abgeholt per Cargo-Bike
- erneuerbare Energien
- soziales Engagement und faire Partnerschaften
- einziges Label Europas, das Biodiversität bis ins Detail definiert

Forschung & Entwicklung
Herzstück: Château Duvivier in der Provence – ein Modellweingut für Permakultur, Agroforst und zukunftsfähige Anbauformen. Hier werden Lösungen entwickelt, bevor sie europaweit ausgerollt werden – ein Innovationsmotor für die gesamte Delinat-Familie.
Was sind PIWI-Rebsorten?
PIWI steht für pilzwiderstandsfähige Rebsorten. Sie entstehen durch gezielte Kreuzungen von Vitis vinifera mit resistenten Wildrebenarten – eine Methode, die es seit über 150 Jahren gibt. Das Ziel: Reben, die ohne Fungizide gesunde Trauben liefern. Und warum braucht der Weinbau PIWIs?
- Oidium und Peronospora verursachen über 85 Prozent der Spritzungen
- der Klimawandel verstärkt Pilzdruck und Extremwetter
- chemischer Pflanzenschutz zerstört Bodenleben und Biodiversität
- PIWIs reduzieren den Pflanzenschutz um 70–100 Prozent – je nach Sorte und Jahr
Der Züchtungsprozess:
Züchter wie Valentin Blattner, einer der wichtigsten Partner von Delinat, arbeiten mit:
- Bestäubung im Frühsommer
- Trauben mit neuer DNA im Herbst
- Aufzucht aus den Kernen
- Selektion über Jahre
- Am Ende Rückkehr zur Klonvermehrung für die Praxis
Von der Idee bis zur fertigen Sorte vergehen 12–20 Jahre.

Historischer Exkurs
Was wenig bekannt ist: 1958 waren zwei Drittel der Reben in Frankreich PIWI-Sorten – bis Herkunftsbezeichnungen wie AOC/AOP sie verboten, um Tradition zu schützen. Heute zeigt sich, diese Entscheidung war ein Fehler. Das belegen aus Stimmen aus der Fachwelt.
Delinat & die Pioniere des resilienten Weinbaus
Delinat und die Pioniiere des resillienten Weinbau versammeln sich um Karl Schefer, den Mann, der die Schmetterlinge in den Weinberg zurückbringen wollte. Was romantisch klingt, war ein revolutionärer Gedanke, denn Schmetterlinge in Weinbergen sind ein Indikator für ein funktionierendes Ökosystem.
Schefer machte diesen Gedanken zur Firmenphilosophie und prägte Leitsätze wie:
- „Vielfalt statt Einfalt“
- „Säen statt Düngen“
- „Rebsortenwahl vor Tradition“
Heute führen CEO Michel Fink und sein Team das Modell weiter – gemeinsam mit über 80 Winzern.
Delinat arbeitet heute mit rund 100 zertifizierten Partnerweingütern in ganz Europa zusammen – Betriebe, die nicht nur ökologisch wirtschaften, sondern sich konsequent an die strengen Delinat-Richtlinien halten. Die Zusammenarbeit ist langfristig angelegt und versteht sich als gemeinsames Entwicklungsprojekt für eine Landwirtschaft, die Klima, Boden und Biodiversität schützt.

Rebsortenvielfalt & Stilistik
Delinat setzt auf eine standortgerechte Rebsortenwahl, die Tradition und Innovation zusammenführt. Eine besondere Bedeutung haben pilzwiderstandsfähige Sorten (PIWIs), die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln drastisch reduzieren und so den Weg für einen besonders nachhaltigen Anbau ebnen. Mit regelmäßigen Beratungen, Schulungen und Austauschprojekten – unter anderem zu CO₂-Reduktion oder alternativen Rebsorten treibt Delinat den nachhaltigen Weinbau in Eurpa voran.
Weißweine:
- Sauvignon Blanc
- Grüner Veltliner
- Riesling
Rotweine:
- Pinot Noir
- Tempranillo
- Nero d’Avola
- Merlot
PIWI-Sorten:
- Cabernet Jura
- Johanniter
- Souvignier Gris
- Solaris
- Muscaris
- Regent
Weitere Stilistiken:
- Naturweine
- Schaumweine aus spontanvergorenen Cuvées
Alle Weine stammen aus kontrollierter ökologischer Produktion, sind vegan und werden mit minimalem Schwefeleinsatz vinifiziert.

Weinregionen & Länder
Die Delinat-Partnerbetriebe verteilen sich über die wichtigsten europäischen Weinregionen. Jede Region bringt ihre eigenen Traditionen, Terroirs und Innovationen in die Zusammenarbeit ein.
Spanien:
- Rioja
- Katalonien
Frankreich:
- Languedoc
- Rhône
- Bordeaux
Italien:
- Piemont
- Toskana
- Sizilien
Deutschland:
- Rheinhessen
- Pfalz
Österreich:
- Burgenland
Portugal:
- Douro-Tal
Schweiz

Sind PIWI die Apokalypse des Weinbaus?
Nein. Sie sind seine Rettung. Die Frage, ob PIWI-Sorten das Ende des klassischen Weinbaus einläuten, ist falsch gestellt. Sie sind nicht das Ende – sie sind die Weiterentwicklung.
Die Delinat-Methode zeigt eindrücklich:
- Biodiversität ist kein Luxus, sondern notwendig.
- Weinbau ohne Pestizide ist möglich.
- PIWIs sind qualitativ längst konkurrenzfähig.
- Resilienter Weinbau ist die einzige Zukunft.
Vielleicht werden eines Tages PIWIs Große Gewächse. Aber viel wichtiger: Sie werden dafür sorgen, dass es überhaupt noch Weinbau gibt, der diese Klassifikationen verdient.
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Die Redaktion von FrontRowSociety informiert, dass Alkohol verantwortungsvoll genossen werden sollte. Jeder sollte dazu verpflichtet fühlen, Alkohol von Kindern fernzuhalten.

























































