Seit Ende März 2026 fliegt die staatliche Fluggesellschaft Jordaniens neu von Hamburg und München nach Amman und bedient damit die Hauptstadt Jordaniens neben Berlin, Düsseldorf und Frankfurt von insgesamt fünf deutschen Flughäfen. Ist Royal Jordanian auch eine Alternative zu den großen ME3 (Emirates, Qatar und Etihad) nach Asien? Dirk Grothe war Ende Mai auf der Strecke Hamburg – Amman – Bangkok für FrontRowSociety an Bord.
Royal Jordanian Airlines gibt es bereits seit 1963, damals noch als „Alia – The Royal Jordanian Airlines“, gegründet vom damaligen König Hussein. Die heutige Royal Jordanian (IATA Code „RJ“, ICAO Code „RJA“) startete erstmals 1986 nach dem re-branding und fliegt heute – neben den fünf Zielen in Deutschland – weitere 16 Ziele in Europa an. Ende Juni wird Wien als weiteres Ziel in Europa dazu kommen. Deutschland ist dabei der größte Markt in Europa für Royal Jordanian.
„Im Einklang mit unserer neuen Tourismusstrategie und unserem ambitionierten Wachstumsplan bin ich fest davon überzeugt, dass der deutsche Markt die Zahl der Touristen in Jordanien signifikant steigern kann. Unser Ziel ist es – ergänzend zum traditionellen Kulturtourismus in Jordanien – neue Tourismussegmente in den Bereichen Städtereisen, Strandurlaub, kulinarische Erlebnisse sowie Abenteuer- und Sporttourismus zu erschließen. Die fünf Ziele in Deutschland werden dabei die optimale Abdeckung gewährleisten – zumal Deutschland den größten Markt in Europa darstellt“, sagt CCO Karim Makhlouf, seit 2021 Chief Commercial Officer bei Royal Jordanian.

Neben fünf Zielen in den USA (New York, Washington, Detroit, Chicago und seit 10.05.2026 auch Dallas, die mit über 14 Stunden Flugzeit von Amman längste Route) und mit Montreal und Toronto in Kanada, fliegt Royal Jordanian in Südost-Asien nur Bangkok an. Zahlreiche weitere Ziele werden natürlich im gesamten Nahen und Mittleren Osten angeflogen.

Die aktuelle Flotte der Royal Jordanian
Royal Jordanian kann als kleine, aber feine Airline bezeichnet werden. Aktuell (Stand Juni 2026) sind 39 Flugzeuge in der Flotte, die aber ein durchschnittliches Alter von nur 4,5 Jahren haben. Grund ist eine Flottenmodernisierung auf aktuelle Flugzeugmuster von Airbus (14x A320neo, 2x A321neo), Boeing (2x 787-9) und Embraer (4x E190-E2, 4x E195-E2). Die A321neo und die 787-9 wurden erstmals am 01.04.2026 neu aus dem Airbus bzw. Boeing Werk übernommen. Dazu hat Royal Jordanian noch sieben ältere Boeing 787-8 Dreamliner auf der Langstrecke im Einsatz.

Royal Jordanian ist seit 2007 Mitglied in der „Oneworld“ Luftfahrtallianz, in der auch z.B. British Airways, Japan Airlines, Oman Air, Qatar und Cathay Pacific Mitglied sind. Über den „Royal Club“ können auf den Royal Jordanian Flügen Meilen gesammelt werden.
Die Crown Class im A320neo auf dem Flug RJ148 Hamburg – Amman (1550-2130)
Da Royal Jordanian am Hamburg Airport keine eigene Lounge hat, bekommen Crown Class Passagiere Zugang zur Airport Lounge. Hier darf nicht der von einer Business Class üblicherweise gebotene Luxus erwartet werden, dafür begeistert die Lounge mit einem schönen Blick auf das Fluggeschehen auf Vorfeld und Runways.

Royal Jordanian hat im A320neo eine echte Business-Class mit einer 2-2 Bestuhlung in den ersten drei Reihen. Somit stehen insgesamt 12 geräumige Business-Class Sitze zur Verfügung.

Die Sitze lassen sich manuell verstellen und bieten USB-A und -C Anschlüsse, sowie den in der Business Class üblichen Strom-Anschluss für den Laptop.

Inflight Entertainment (IFE)
Das IFE ist auf dem modernsten Stand und bietet neben zahlreihen Kinofilmen, Musik und Spielen auch die Möglichkeit, das eigene Handy oder Tablet zu verbinden. Auch die eigenen Bluetooth Kopfhörer können verbunden werden. Die Flugroute lässt sich über ein modernes flightpath3D System verfolgen und es gibt sogar Außenkameras mit einer Sicht nach vorne und unten, wie man es sonst nur aus den Widebodies wie z.B. dem Airbus A350 oder A380 kennt.

Schnelles und stabiles WLAN steht über Sky Connect den Crown Class Passagieren kostenlos während des Fluges zur Verfügung.

Bordservice
Zur Begrüßung an Bord wurde arabischer Kaffee aus einer wunderschönen Karaffe gereicht, anschließend auch eine kleine Wasserflasche und ein Welcome Drink. Nach dem Start gab es verschiedene Nuss-Sorten zu einem Getränk nach Wahl.
Für den Menü-Service reicht die Crew vorab eine Menü-Karte und eine Weinkarte, dazu ein unisex Amenity Kit von Aigner (eher selten auf einem 4,5 Stunden Tagesflug) mit den üblichen Übersocken, Schlafmaske, Zahnputzset, Handcreme und einem kleinen Kugelschreiber (nur Ohrstöpsel sind nicht enthalten). Dazu gibt es noch eine Fast-Track Karte für die Einreise am Queen Alia International Airport von Amman.

Eine Vorabwahl der gewünschten Speisen ist nicht erforderlich, da alle drei Gänge (Vorspeise, Hauptgericht und Dessert) als Buffet gereicht werden und man nach Belieben auswählen und sein Menü zusammenstellen kann. Das ist ein fantastischer Service, den man in einem single-aisle (Schmalrumpf) Flugzeug wie dem A320neo nicht erwarten würde, den Royal Jordanian aber auf den längeren Tageslichtflügen üblicherweise bietet.

Als Dessert gab es German Chocolate Cake, Kunafa Bein Narein und verschieden Käsesorten mit Crackern, Walnüssen und Weintrauben. Besonders angenhem: Nach dem Essen wurde ein heißes Handtuch zur Erfrischung gereicht.

Die Royal Jordanian Crown Lounge am Queen Alia International Airport Amman
Die ansprechend und offen gestaltete Lounge befindet sich oben auf einer Galerie im Terminal mit Blick auf die Duty Free Shops (ähnlich der Turkish Airlines Business Class Lounge in Istanbul). Dadurch ist jedoch ständig ein leichter Geräuschpegel vorhanden.


Bequeme Sitzgelegenheiten und Ladestationen gibt es ausreichend, das Angebot an warmen und kalten Speisen und Getränken ist gut und Dank der Größe ist die Lounge auch nicht überfüllt.

Während des nächtlichen Transits war die Lounge nahezu leer. Das ändert sich aber ab zirka 8.00 Uhr morgens, dann füllt sich die Lounge rapide.
Es gibt, neben einem Buffet, auch einzelne Food-Stalls, an denen frische Snacks zubereitet werden. Die Wartezeit von 5,5 Stunden bis zum Weiterflug nach Bangkok lässt sich dadurch auf angenehme Weise verbringen. Das kostenlose Airport WLAN funktioniert einwandfrei.

Die Crown Class in der Boeing 787-8 auf dem Flug RJ182 Amman – Bangkok (0310-1535)

Royal Jordanian hat in ihren älteren 787-8 noch eine nicht mehr ganz zeitgemäße Business Class mit Collins Aerospace Diamond Sitzen in einer 2-2-2 Konfiguration.

Das ist für reisende Paare zwar angenehm, für den Alleinreisenden fehlt es aber an etwas Privatsphäre, da auch keine kopfhohe Trennwand zum Sitznachbarn vorhanden ist.

Ebenso haben dadurch – anders als bei den neuesten sogenannten Herringbone Konfigurationen mit 1-2-1 Bestuhlung – die Fensterplätze auch keinen direkten Zugang zum Gang.

WLAN ist in den 787-8 teilweise noch nicht an Bord (wird aber sukzessive bis Ende 2026 nachgerüstet) und auch das Inflight-Entertainment ist von der Bedienoberfläche nicht mehr zeitgemäß, auch wenn das Filmangebot mit dem in der modernen A320neo Business Class identisch ist.

Nach und nach wird die Business Class in allen 787-8 Dreamlinern, die bereits zwischen 9 und 11 Jahre alt sind, bis Ende 2026 einer Auffrischung unterzogen. Allerdings bleibt es nun doch beim bisherigen Produkt mit der 2-2-2 Konfiguration. Der ursprüngliche Plan, die neue 1-2-1 Herringbone Business Class der 787-9 auch in die 787-8 einzubauen, ist leider nicht mehr aktuell. Allerdings erhalten die 787-8 Dreamliner dann auch WLAN (bis Mitte Juni sind bereits vier 787-8 umgerüstet).
FrontRowSociety war auch an Bord der neuen 787-9 Crown Class auf dem Flug von Amman nach London-Heathrow. Siehe dazu den eigenen Artikel in der Rubrik Reise – Über den Wolken: Royal Jordanian “Crown Class” Upgrade in der neuen Boeing 787-9
Beim Menuservice – im A320neo von Hamburg in Buffetform – wurden alle drei Gänge zeitlich auf einem Tablett gereicht. Zur Auswahl standen aber auch hier vier Hauptgerichte und das Essen war schmackhaft und wurde ansprechend serviert. Royal Jordanian serviert die Menüs in Buffet-Form auf den Tagesflügen. Auf Nachtflügen – wie den Flügen von und nach Bangkok – schlafen die Passagiere i.d.R. direkt nach dem Start bis zur Ankunft, es wird daher Wert auf einen schnelleren Service gelegt, was auch durchaus Sinn macht.
Lounge Zugang für den Rückflug RJ183 von Bangkok nach Amman (2300-0435)
Royal Jordanian hat am Bangkok Suvarnabhumi Airport keine eigene Lounge, Passagiere der Crown Class bekommen aber einen Voucher für die Miracle Lounge an den G-Gates.
Tipp: Da Royal Jordanian Mitglied der Oneworld Allianz ist, dürfen auch die eigenen Lounges der anderen Oneworld Mitglieder wie Japan Airlines, Qatar Airways und Oman Air genutzt werden. Die Oman Air Lounge ist dabei besonders hervorzuheben, sie zählt sicher zu den schönsten Lounges und der Autor war zur spätabendlichen Zeit zwischen check-in und boarding der einzige Gast in der Lounge.

Unser Fazit:
Mit einem durchschnittlichen Flottenalter von etwas über 4 Jahren hat Royal Jordanian eine der jüngsten und modernsten Flotten im Einsatz. Weitere Airbus A320neo und A321neo (für die Kurz- und Mittelstrecke) sind ebenso wie weitere Boeing 787-9 (für die Langstrecke) bestellt und werden nach und nach die Flotte von aktuell 39 Flugzeugen ergänzen.

„Wir positionieren uns als Boutique-Airline. Unsere junge und moderne Flotte bietet die wirtschaftlichen Voraussetzungen, um unseren ambitionierten Wachstumsplan zu realisieren und die Airline auf 52 Maschinen bis zum Jahr 2032 zu vergrößern“, so CCO Karim Makhlouf.
Das Business Class Produkt der älteren 787-8 wird – wenn auch nicht auf das neue und deutlich bessere Produkt der 787-9 umgestellt – aufgefrischt und mit WLAN versehen. Die Crews sind freundlich und aufmerksam, der Bordservice ist schnell und gut und mit günstigen Tarifen, einer modernen Flotte und der Oneworld-Mitgliedschaft ist Royal Jordanian durchaus eine interessante Alternative zu den großen Middle East 3 und ein Qualitäts-Carrier zwischen Europa und dem Nahen Osten.
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