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Wo andere Gravel-Bikes Kompromisse zwischen Geschwindigkeit und Komfort eingehen, will der belgische Hersteller Ridley mit dem Kanzo Fast beides auf ein neues Niveau heben. Ob auf Schotterpisten, Waldwegen oder Asphalt – dieses Bike verspricht ein Fahrgefühl, das an ein Rennrad erinnert, aber für den Offroad-Einsatz konzipiert ist. Doch kann das Ridley Kanzo Fast dieses Versprechen halten? Wir haben das Aero-Gravelbike genau unter die Lupe genommen, es auf verschiedenen Terrain gefahren und alle technischen Details sowie die Tests der Fachpresse ausgewertet.

Was ist das Ridley Kanzo Fast?
Was ist das Ridley Kanzo Fast? / © Redaktion FrontRowSociety.net

Was ist das Ridley Kanzo Fast?

Das Ridley Kanzo Fast ist ein aerodynamisches Gravel-Race-Bike, das die Aero-Eigenschaften des Rennrads Noah Fast mit dem Gravel-Know-how der Kanzo-Baureihe vereint. Ridley selbst bezeichnet es als „das schnellste Gravel-Bike der Welt“ – eine ambitionierte Aussage, die jedoch durch zahlreiche Testergebnisse untermauert wird.

Das Bike richtet sich in erster Linie an ambitionierte Gravel-Fahrer und Rennfahrer, die auf Schotterstrecken Höchstleistungen abrufen möchten. Es ist das Geschwistermodell zum Kanzo Adventure, das eher für Bikepacking-Touren und komfortables Fahren ausgelegt ist.

Gran Fondo Cycling kürte das Kanzo Fast zum „Best Gravel Race Bike of 2023“ und lobte die „majestätische Kombination aus Aero-Optimierung und Komfort“ – ein Urteil, das auch für die aktuellen Modelle Bestand hat.

Technische Daten im Überblick

 
Komponente Detail
Rahmen Kanzo Fast, 30T HM/HR UD Carbon, F-Tubing, F-Steerer Head Tube, TA 12x142mm
Gabel Kanzo Fast, 30T HM/HR UD Carbon, F-Steerer Integrated Cables, TA 12x100mm
Rahmengewicht ca. 1.190 g (Größe M) – 1.250 g (Größe XL)
Gesamtgewicht ca. 8,2 – 8,8 kg (je nach Ausstattung); im Test von Gran Fondo wog das Bike 8,76 kg
Reifenfreiheit max. 42 mm
Achsstandards 12×100 mm (vorne), 12×142 mm (hinten)
Zul. Gesamtgewicht ca. 110 kg (inkl. Bike)
Bremsaufnahme Flat Mount
Tretlager Pressfit, 85,5 mm Breite

 

Aktuelle Ausstattungsvarianten:

 
Variante Schaltung Preis (ca.)
Kanzo Fast GRX800 1×12 Shimano GRX800 Di2 ab ca. 6.729 €
Kanzo Fast SRAM Rival XPLR 1×13 SRAM Rival XPLR (elektronisch) ab ca. 5.499 €
Kanzo Fast SRAM Force XPLR 1×13 SRAM Force XPLR eTap ca. 6.999 €
Kanzo Fast SRAM Red XPLR 1×13 SRAM Red XPLR High-End

Rahmen & Geometrie: Die DNA des Kanzo Fast

Der Rahmen des Kanzo Fast basiert auf der Aerodynamik-Expertise von Ridley, die bereits beim Noah Fast zum Einsatz kam. Die Ingenieure verbrachten viele Stunden im Windkanal und auf Gravel-Straßen, um das perfekte Gleichgewicht aus Aerodynamik, Steifigkeit und Komfort zu finden.

Rahmen & Geometrie: Die DNA des Kanzo Fast
Rahmen & Geometrie: Die DNA des Kanzo Fast / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die wichtigsten Rahmenmerkmale:

  • NACA-Profile – Die aerodynamischen Rohrformen reduzieren den Luftwiderstand. „Die oversized tubes und die leicht gebogene Oberrohr lassen das Kanzo Fast wie ein lauerndes Raubtier aussehen, das bereit ist zuzuschlagen“, so die Tester von Gran Fondo Cycling.

  • D-förmige Sattelstütze – Sie sorgt nicht nur für bessere Aerodynamik, sondern auch für mehr Komfort, da sie Vibrationen effektiv dämpft.

  • Tief gezogene Sitzstreben – Diese Bauweise maximiert den Fahrkomfort, ohne die Kraftübertragung zu beeinträchtigen.

  • F-Steerer – Der D-förmige Steuersatz ermöglicht eine vollständige Integration aller Züge.

  • „F-Wings“ an der Gabel – Diese speziellen Elemente sollen den Luftwiderstand weiter reduzieren.

Geometrie: Rennrad-Aggressivität mit Gravel-Komfort

Die Geometrie des Kanzo Fast ist klar auf Geschwindigkeit ausgelegt, bietet aber dennoch ausreichend Komfort für lange Tage im Sattel. Die aggressive, rennradähnliche Sitzposition ist typisch für ein reines Race-Bike.

Persönlicher Eindruck: Auf den ersten Blick wirkt die Geometrie sehr gestreckt und sportlich. Nach den ersten Kilometern merkt man aber, dass Ridley hier einen guten Mittelweg gefunden hat – man sitzt nicht so extrem vornüber wie auf einem reinen Rennrad, aber deutlich dynamischer als auf einem Touren-Graveler.

Fahreindruck: Wie fährt sich das Kanzo Fast?

Auf der Straße

Das Kanzo Fast fühlt sich auf Asphalt überraschend schnell und effizient an. Die aerodynamische Bauweise und der steife Tretlagerbereich sorgen dafür, dass jeder Pedaltritt in Vortrieb umgesetzt wird„Das Ridley Kanzo Fast macht schnelles Fahren intuitiv“, urteilte die Gran-Fondo-Jury.

Auf Schotter und Waldwegen

Hier entfaltet das Bike sein volles Potenzial. Die Kombination aus kurzem Radstandagiler Geometrie und komfortabler D-Sattelstütze ermöglicht ein sicheres und zugleich dynamisches Fahrgefühl. „Es bietet ausreichend Komfort für lange Tage im Sattel, ob auf Waldwegen, Schotter oder Asphalt“.

Das Handling wird als „spielerisch“ und „messerscharf“ beschrieben.

Persönlicher Eindruck: Besonders beeindruckt hat mich die Präzision in schnellen Kurven. Das Bike liegt wie auf Schienen und gibt einem das Vertrauen, auch auf losem Untergrund das Tempo zu halten.

Im Renn-Einsatz

Für Gravel-Rennen ist das Kanzo Fast wie gemacht. Es motiviert zum Durchdrücken und belohnt jeden Kraftaufwand mit Geschwindigkeit. Ein Tester fasst zusammen: „Das Gesamtpaket aus Speed, Aero, Komfort, Detailliebe und Individualisierbarkeit bei einem gleichzeitig fairen Preis ist über das Testfeld hinaus herausragend“.

„Das Gesamtpaket aus Speed, Aero, Komfort, Detailliebe und Individualisierbarkeit bei einem gleichzeitig fairen Preis ist über das Testfeld hinaus herausragend“. / © Redaktion FrontRowSociety.net

Kritische Stimmen & Einschränkungen

  • Keine Gepäckträger-Ösen – Wer Gepäck mitnehmen oder Bikepacking betreiben möchte, ist mit dem Kanzo Adventure besser bedient.

  • Festeres Fahrgefühl – „Die Fahrt kann nach einigen Stunden ermüdend werden“, merkt ein Test bei 99 Spokes an.

  • Kein Umwerfer-Montagepunkt – Der Verzicht auf den Umwerfer maximiert zwar die Kraftübertragung und schafft Platz für breite 42-mm-Reifen, schränkt aber die Flexibilität bei der Übersetzung ein.

Persönlicher Eindruck: Wer ein reines Rennrad-Gefühl auf Schotter sucht, wird hier glücklich. Wer jedoch ein vielseitiges Alltags- und Reisebike sucht, sollte sich das Kanzo Adventure genauer ansehen.

Vergleich: Kanzo Fast vs. Kanzo Adventure

Ridley bietet mit dem Kanzo Fast und dem Kanzo Adventure zwei grundlegend unterschiedliche Gravel-Bikes an:

 
Merkmal Kanzo Fast Kanzo Adventure
Einsatzgebiet Rennen, Geschwindigkeit Bikepacking, Komfort, Abenteuer
Reifenfreiheit max. 42 mm max. 54 mm (29×2.1″)
Geometrie Kurz, niedrig, aggressiv MTB-ähnlich, länger, komfortabler
Gepäckträger-Ösen Nein Ja, zahlreiche
Gewicht ca. 8,2 – 8,8 kg ca. 1 kg schwerer
Charakter Aero-Racer Robustes Reisebike

 

Für wen ist das Ridley Kanzo Fast geeignet?

Das Kanzo Fast ist die perfekte Wahl für:

  • Gravel-Rennfahrer, die auf Schotterstrecken um Siege kämpfen

  • Rennradfahrer, die den Einstieg ins Gravel-Segment suchen, ohne auf Geschwindigkeit zu verzichten

  • Fahrer, die ein agiles, reaktionsschnelles Bike mit Rennrad-Feeling bevorzugen

  • Lieberhaber von Aerodynamik, die auch offroad keinen Kompromiss beim Luftwiderstand eingehen wollen

Nicht geeignet ist es für:

  • Bikepacker und Reisende, die Gepäck mitnehmen möchten

  • Fahrer, die technisch anspruchsvolle Trails mit breiten Reifen befahren wollen

  • Gelegenheitsfahrer, die ein vielseitiges Allround-Bike suchen

Preise & Verfügbarkeit 

Die Preise für das Ridley Kanzo Fast variieren je nach Ausstattung stark. Das Bike ist in fünf Rahmengrößen (XS, S, M, L, XL) erhältlich und kann über den Ridley-Configurator individuell zusammengestellt werden:

  • Rahmenset: ab ca. 3.459 €

  • Komplettrad mit SRAM Rival XPLR: ab ca. 5.499 €

  • Komplettrad mit Shimano GRX800: ab ca. 6.729 €

  • High-End-Variante mit SRAM Force XPLR: ca. 6.999 €

  • High-End-Variante mit SRAM Red XPLR: auf Anfrage

Mein ausführliches Fazit: Das schnellste Gravel-Bike? Ja – aber mit Einschränkungen

Das Ridley Kanzo Fast ist zweifellos eines der schnellsten und agilsten Gravel-Bikes auf dem Markt. Es kombiniert die Aerodynamik eines Rennrads mit der Offroad-Tauglichkeit eines Gravel-Bikes auf einzigartige Weise. Die Auszeichnung als „Best Gravel Race Bike 2023“ durch Gran Fondo Cycling und die durchweg positiven Testberichte unterstreichen diese Einschätzung.

Die Stärken:

  • Herausragende Aerodynamik – „das konstanteste aero Gravel-Bike im Test“

  • Agiles, reaktionsschnelles Fahrgefühl – „messerscharfes Handling“

  • Hochwertiger Carbon-Rahmen mit durchdachter Technologie

  • Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zur Konkurrenz

  • Vollständig anpassbare Lackierung über den Ridley-Configurator

Die Schwächen:

  • Geringe Vielseitigkeit – kein Gepäckträger, keine breiten Reifen

  • Eher für Rennen und sportliche Fahrer konzipiert

  • Weniger komfortabel auf extremen Trails

  • Relativ hohes Gewicht für ein Race-Bike (8,76 kg)

Unser Urteil: Wer auf der Suche nach einem Gravel-Rennrad ist, das auf Asphalt und Schotter gleichermaßen überzeugt, findet im Ridley Kanzo Fast einen Spitzenkandidaten. Wer jedoch ein vielseitiges Allround-Bike für Touren und Abenteuer sucht, sollte zum Kanzo Adventure greifen.

Persönliche Empfehlung: Ich würde das Kanzo Fast jedem ambitionierten Fahrer ans Herz legen, der Wert auf Geschwindigkeit und ein präzises Fahrgefühl legt. Für den reinen Rennsport oder sportliche Ausfahrten ist es eine absolute Waffe. Wer aber vorhat, mehrtägige Touren mit Gepäck zu fahren, wird mit dem Adventure-Modell glücklicher.

​Externe Verlinkungen​, die sehenswert sind:

Persönliche Empfehlung: Ich würde das Kanzo Fast jedem ambitionierten Fahrer ans Herz legen
Persönliche Empfehlung: Ich würde das Kanzo Fast jedem ambitionierten Fahrer ans Herz legen / © Redaktion FrontRowSociety.net

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