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Wer vom Rhônetal hinauf in den Luberon fährt, bemerkt irgendwann, wie die Provence ihre Stimmung verändert. Die Straßen werden schmaler, die Dörfer kleiner, die Farben intensiver.

Irgendwann hinter Gordes und Roussillon öffnet sich eine Landschaft aus Weinreben, Pinien und trockenen Grasflächen, über der selbst das Licht ein wenig kitschig zu wirken scheint. In genau dieser scheinbar entrückten Kulisse liegt das 5-Sterne-Relais-&-Châteaux-Hotel Coquillade Provence. Und ganz ehrlich: Diesen Ort entdeckt man nicht zufällig, er ist ein sorgfältig ausgewähltes Ziel, zu dem man bewusst unterwegs ist.

Das 5-Sterne-Relais-&-Châteaux-Hotel Coquillade Provence gehört zu den außergewöhnlichen Luxuszielen in Südfrankreich / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die letzten Kilometer führen durch Weinberge und vorbei an alten Steinmauern bis zu einer Straße, die von schnurgerade gewachsenen Zypressen gesäumt ist. Das Anwesen, das sich am Ende dieser Allee auftut, erinnert an ein kleines Dorf, still eingebettet in die weite Landschaft. Tatsächlich war Coquillade ursprünglich genau das: ein provenzalischer Weiler, der bereits im 11. Jahrhundert bewohnt war. Der Schweizer Unternehmer Andreas „Andy“ Rihs, Mitgründer des Hörgeräteunternehmens Sonova und Besitzer der Fahrradmarke BMC, entdeckte den verlassenen Ort im Jahr 2000 und ließ ihn mit großer Zurückhaltung restaurieren. Nicht als spektakuläres Luxusprojekt, sondern als kleines Refugium. Dieser Ursprung prägt das Hotel bis heute.

Ankommen, tief durchatmen und … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… und die meditative Ruhe des Anwesens genießen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Kunst des stillen Luxus

Gerade auf einem Roadtrip durch die Provence ist Coquillade ein besonderer Stopp zum Innehalten. Nach Tagen zwischen Märkten, Lavendelfeldern und den oft überlaufenen Gassen der Bilderbuchdörfer verändert sich hier plötzlich das Tempo. Die Geräusche werden leiser, die Landschaft weiter, die Seele offener.

Das Hotel lebt eine Form des Luxus, die in Südfrankreich selten geworden ist: Abgeschiedenheit. Keine Straßen vor den Fenstern, keine Strandclubs, keine Musik, die bis spät in die Nacht über die Terrassen dringt. Stattdessen hören wir die Rufe der Zikaden ebenso wie das Rauschen des Windes in den Zypressen und spüren die trockene Wärme des Luberon auf der Haut.

Wer im Coquillade eincheckt, wähnt sich eher in einem kleinen provenzialischem Dorf, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… mit hübschen Natursteinhäusern, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… die zufälligerweise über wunderbare Zimmer verfügen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Trotz seiner Größe wirkt Coquillade nie wie ein klassisches Resort. Eher wie ein provenzalisches Dorf, das zufällig über außergewöhnlich schöne Zimmer, mehrere Pools und ein Spa von beinahe klösterlicher Ruhe verfügt. Zu verdanken ist das dem Umstand, dass sich die Natursteinhäuser geschickt über das Areal verteilen und durch kleine Wege, Innenhöfe und bepflanzte Terrassen miteinander verbunden sind.

Der Name Coquillade bezieht sich auf die Haubenlerche (Galerida cristata), einen Zugvogel, der auf Provenzalisch „couquihado“ genannt wird. Dieser Vogel ist für seine Treue zu denselben Plätzen bekannt, an die er Jahr für Jahr zurückkehrt
Der Name Coquillade bezieht sich auf die Haubenlerche (Galerida cristata), einen Zugvogel, der auf Provenzalisch „couquihado“ genannt wird. Dieser Vogel ist für seine Treue zu denselben Plätzen bekannt, an die er Jahr für Jahr zurückkehrt / © Redaktion FrontRowSociety.net

Dabei entsteht eine Atmosphäre, die schwer zu beschreiben ist, weil sie sich aus vielen kleinen Details zusammensetzt. Beinahe nebenbei, mit nonchalanter Selbstverständlichkeit, wird hier Luxus gezeigt, ohne sichtbare Inszenierung, ohne um Aufmerksamkeit buhlenden Glamour. Mitarbeitende bewegen sich aufmerksam, aber unaufdringlich durch die Anlage, Türen stehen offen, Vorhänge bewegen sich im warmen Wind. Selbst an Sonnentagen mit internationalem Publikum wirkt das Hotel nie laut. Auch die Gäste scheinen automatisch zur Ruhe zu kommen.

Das Pool-Restaurant wartet mit mediterranem Charme auf, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… während die Bar Coquillade etwas mondäner wirkt / © Redaktion FrontRowSociety.net

Zwischen Poolterrasse und Weinbergen

Besonders spürbar wird diese Ruhe in den zwei vollkommen unterschiedlichen Bereichen des Anwesens. Rund um den Hauptpool zeigt sich das Hotel von seiner eleganten, beinahe mondänen Seite. Gäste liegen unter hellen Sonnenschirmen, trinken gekühlten Rosé, während Kellner Teller mit mediterraner Küche zwischen den Tischen hindurchtragen. Über den Terrassen liegt der Duft von Kräutern, warmer Erde und Sonnencreme. Die Gespräche wechseln zwischen Französisch, Englisch und Deutsch, doch selbst dieses Szenario wirkt nie hektisch.

Früh morgens hat man die Pool-Landschaft für allein
Früh morgens hat man die Pool-Landschaft für sich allein / © Redaktion FrontRowSociety.net

Am Nachmittag beginnt das Licht weicher zu werden. Die Fassaden aus hellem Naturstein leuchten goldfarben, und hinter dem Pool öffnet sich der Blick über die Hügel des Luberon bis zum Mont Ventoux. Besonders in den frühen Abendstunden entsteht hier jene typische südfranzösische Sommerstimmung, die gleichzeitig leicht und beinahe melancholisch wirkt.

Selbst am Familien-Pool entsteht keine Hektik / © Redaktion FrontRowSociety.net

Auf der anderen Seite des Resorts verändert sich die Stimmung vollständig. Hier beginnen die Weinberge und der Biogarten des Hauses. Kleine Wege führen zwischen Kräuterbeeten, Feigenbäumen und alten Olivenhainen hindurch. Langsam geht man vorbei an den in Reih und Glied gepflanzten Reben und vernimmt das Knirschen von Kies unter den Schuhen. An manchen Rebzeilen sind Schilder angebracht, die über die Rebsorten und den Wein erzählen, der aus diesen Trauben entsteht.

Hinter dem Gebäude liegen die Weingärten und der Bio-Garten, … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… dessen Kräuter und Gemüsesorten Teil der Kulinarik des Hauses sind / © Redaktion FrontRowSociety.net

Gerade dieser hintere Teil des Anwesens wirkt fast meditativ. Es scheint, als zeige sich die Provence hier als Landschaft, die jeden sofort durchatmen lässt. Am frühen Abend, wenn die Sonne tief über den Reben steht und die Hitze langsam aus den Steinen weicht, entsteht eine Ruhe, die einen mit Zufriedenheit und Dankbarkeit erfüllt.

Kulinarik mit Blick in die Landschaft

Auch die Restaurants folgen dieser zurückhaltenden Eleganz. Morgens sitzt man auf der Terrasse zwischen Lavendel und Rosmarin, während der Duft von frischem Brot und Kaffee durch die warme Luft zieht. Abends verändert sich die Stimmung erneut: Kerzenlicht spiegelt sich auf den Natursteinmauern, Gläser klirren leise, und aus der offenen Küche kommen Gerichte, die von der Region erzählen. Besonders reizvoll ist dabei die Verbindung von Innen- und Außenbereich. Fast jeder Tisch scheint einen Blick in die Landschaft zu besitzen. Auch beim Dinner bleibt die Provence stets präsent, wenn sich allmählich der Abend über die Weinberge legt.

Morgens und abends treffen sich im Restaurant die Gäste des Hauses und genießen provenzialische Küche / © Redaktion FrontRowSociety.net
Der Blick in den schönen Garten ist stets präsent / © Redaktion FrontRowSociety.net

Das hauseigene Weingut und die Wege durch die Reben gehören ebenso selbstverständlich zum Charakter des Hotels wie die vielen Rennradfahrer, die wegen Andy Rihs’ Leidenschaft für den Sport bis heute nach Coquillade kommen.

Ein Ort, der das Tempo verändert

Nach einem Tag auf den Straßen der Provence wird das Spa zum stillen Gegenpol. Zwischen hohen Pinien liegen versteckt die Whirlpools, während im Inneren verschiedene Saunen zum Entschleunigen einladen. Der Ruheraum öffnet sich ins Grüne. Zwischen den Blättern der mächtigen Bäume lässt sich immer wieder ein Blick über die friedvolle Landschaft erhaschen.

Zwischen Haus und Reben verstecken sich die Whirlpools / © Redaktion FrontRowSociety.net
Hell und freundlich wirkt der Spa-Bereich des 5-Sterne-Hotels / © Redaktion FrontRowSociety.net
Auch im Ruheraum zeigt sich die unmittelbare Verbindung zur Natur / © Redaktion FrontRowSociety.net

Warum bleibt das 5-Sterne-Relais-&-Châteaux-Hotel Coquillade Provence so lange in Erinnerung? Es liegt wohl weniger an einzelnen spektakulären Momenten als an der meditativen Stimmung, die sich langsam über die Gäste legt. Das warme Licht auf den Natursteinmauern und die stillen Wege zwischen den Häusern vermitteln eine seltene Form von Ruhe, die man nicht planen kann. Auf einer Reise durch die Provence ist Coquillade eine willkommene Unterbrechung der Geschwindigkeit.

Wenn das Licht sanfter wird, dann ist man 5-Sterne-Relais-&-Châteaux-Hotel Coquillade Provence angekommen / © Redaktion FrontRowSociety.net

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