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Wer hat die beste Kinderspeisekarte Deutschlands? In den letzten Jahren sind wir von der FrontRowSociety-Redaktion rund um den Globus gereist, hatten Einladungen von den wohl erstklassigsten Sterne-Restaurants, über welche zahlreiche Artikel erschienen sind. Wir haben über Köche, deren Gerichte und den einmaligen Service im Restaurant geschrieben. Über Kinderspeisekarten hatten wir jedoch nie wirklich nachgedacht. Und dabei sind es doch die Gäste der Zukunft bzw. auch unsere zukünftigen Leser.

Kinder verkörpern die Zukunft. Daher sollten wir ihnen eine gesunde Ernährung vorleben. Paula lernt von ihrer Oma Martina Mair in Mair’s Beerengarten ganz selbstverständlich, wie gut frische Früchte direkt vom Strauch schmecken / © Redaktion FrontRowSociety.net

Wettbewerb: Deutschlands beste Kinderspeisekarte

Den Anstoß, uns des Themas anzunehmen, hatten wir durch den ersten Wettbewerb „Deutschlands beste Kinderspeisekarte“ erhalten. Dieser Wettbewerb wurde von Julia Klöckner während ihrer Tätigkeit als Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt. Ab dem 5. Oktober 2019 konnten sich Restaurants, Cafés und Landgasthöfe anmelden und ihre Ideen für kreative und gesunde Kinderspeisen einbringen. Voraussetzung war, dass die gastronomischen Betriebe ein existierendes Speisenangebot für Kinder vorweisen konnten. Ob dieses Angebot über eine separate Kinderkarte erfolgt oder in der Speisekarte als Kindergerichte ausgewiesen sind, spielte keine Rolle.

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Kinderspeisekarten sollen mit schmackhaften Gerichten punkten und überdies das Warten aufs fertige Menü spannend gestalten. Das freut Kinder und Eltern gleichermaßen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Im Fokus stand neben einer originellen Gestaltung der Speisekarte, das kreative Anrichten der einzelnen Gerichte. Appetitlich hergerichtet solle den jüngsten Gästen ausgewogene und gesunde Kost schmackhaft gemacht werden.

Im Zusammenhang mit dem Ausruf dieses Wettbewerbs sagte Julia Klöckner: „Ich will mich nicht damit abfinden, dass Kindern in der Gastronomie vorwiegend kalorienreiche Gerichte angeboten werden. Es ist wichtig, dass wir alle Optionen nutzen, Kinder und Jugendliche für eine ausgewogene und gesunde Ernährungsweise zu begeistern – auch beim Restaurantbesuch“.

Gesunde und nachhaltige Ernährung sollte nicht nur zu Hause oder in Restaurants gelebt werden. Ganz klar müssen hier die Schulen eine Vorreiterrolle spielen. Ausgewogene, frische Kost für Schüler und Ernährungslehre als Unterrichtsfach wären ein Anfang / © Redaktion FrontRowSociety.net

Die Bewertungskriterien

Bei dem nationalen Wettbewerb um „Deutschlands beste Kinderspeisekarte“ wurden folgende Parameter bewertet:

  • Ausgewogenheit
  • Vielfältigkeit
  • Kreativität
  • Saisonalität und Regionalität 
  • Praxistauglichkeit

Die Jury

Die Jury setzte sich aus erfahrenen Experten zusammen, wie etwa dem Spitzenkoch Alexander Huber (Restaurant Huberwirt), welcher auch den Vorsitz der Jeunes Restaurateurs (JRE) in Europa inne hat. Ferner zählte Prof. Ulrike Arens-Azevedo zur Jury, die ihre Kompetenz als Ökotrophologin und ehemalige Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung einbrachte. Prof. Regina Ensenauer, Leiterin des Instituts für Kinderernährung am Max-Rubner-Institut, sowie Brigitte Berghammer-Hunger, ausgebildete Köchin und Diätassistentin und derzeit aktiv im Gasthaus Ödenturm, waren ebenfalls Mitglieder der Jury.

Ausgewogen, vielfältig, kreativ, kindgerecht, saisonal, regional und praxistauglich sollen Speisen für Kinder sein, denn auch das Kinderauge isst mit / © Redaktion FrontRowSociety.net

Neben den verwendeten Zutaten wurden die eingereichten Vorschläge auch hinsichtlich der schonenden Zubereitung benotet. Die kindgerechte und ansprechende Aufmachung der Speisekarte sowie die Präsentation der Gerichte flossen ebenfalls mit in die Bewertung ein.

Gewinner des Wettbewerbs: Die beste Kinderspeisekarte Deutschlands

And the winner is: Das Gasthaus Grosser Kiepenkerl in Münster

Als unsere Redaktion erfuhr, dass ein Restaurant unserer Heimatregion den ersten Platz mit „der besten Kinderspeisekarte Deutschlands“ belegt hatte, wurden wir noch neugieriger. Wir wollten in Erfahrung bringen, wie vielfältig und geschmackvoll Speisen für Kinder sein können. Was macht eine gute Kinderspeisekarte aus? Woraus besteht ein gutes Kindermenü? Mögen Kinder das außergewöhnliche, gesunde ‚Zeug‘, was auf den Teller kommt? Fragen über Fragen, die in Münsters Traditionsgasthaus „Grosser Kiepenkerl“ beantwortet werden.

Das Gasthaus hat eine wechselvolle Geschichte, die sich bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt / © Redaktion FrontRowSociety.net

Gasthaus Grosser Kiepenkerl in Münster

Das Traditionsgasthaus im Herzen von Münster verspricht Heimatküche und das für Groß und Klein. Seit Wilma von Westphalen und ihr Gatte, Klaus Friedrich Helmrich, das Gasthaus vor 10 Jahren übernahmen, verwirklichen sie ihr Verständnis für nachhaltigen Konsum. Mit ihrer Interpretation moderner Gasthausküche verjüngten die gelernte Hotelfachfrau und der langjährige Inhaber der münsterschen „Holstein Delicatessen“ das Publikum des kulinarischen Touristenmagnets.

Das Traditionsgasthaus „Grosser Kiepenkerl“ versprüht typisch westfälischen Charme, lockt mit neuer Heimatküche und nutzt die familiären Synergien der angestammten Holsteiner Delikatessenhandlung / © Redaktion FrontRowSociety.net

Wie eh und je kommen typisch westfälische Gerichte auf den Tisch. Aus regionalen und saisonalen Zutaten entstehen zum Beispiel klassischer Pfefferpotthas oder auch das westfälische Töttchen. Für den Rheinischen Sauerbraten wird Tafelspitz vom Sauerländer Weiderind 96 Stunden eingelegt und langsam geschmort. Das Tierwohl sowie die langsame, schonende Zubereitung der einzelnen Gerichte liegen den Inhabern besonders am Herzen.

Das kalt aufgeschnittene Roastbeef kommt von einem edlen Charolais-Rind und wird mit hausgemachten Candy-Gurken verfeinert. Dazu gibt es ein Heimatbier von der Brauerei Strate aus dem westfälischen Detmold / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ein umfangreiches und überaus schmackhaftes Angebot an vegetarischen und veganen Speisen komplettiert die abwechslungsreiche Speisekarte des klimaneutral wirtschaftenden Gasthauses. Unter den extra gekennzeichneten Gerichten findet man einen Möhrenlaks-Bagel oder knusprig gebratene vegane Dinkel-Maultaschen.

Vegan schmeckt! Davon können sich Zweifler im Gasthaus „Grosser Kiepenkerl“ mit einem Möhrenlaks-Bagel überzeugen lassen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Jedes Jahr auf’s Neue wird das Gasthaus „Grosser Kieperkerl“ von der Organisation „Green Table“ zertifiziert. So kann man sich sicher sein, man bekommt gesunde, nachhaltige Gasthausküche serviert, die mit den ausgewiesenen Klimatellern Genuss ohne Reue bietet. 

Deutschlands beste Kinderspeisekarte

Wenn man sich mit der Philosophie des Gasthauses vertraut gemacht hat, liegt die Vermutung nahe, dass sich die Ausrichtung der Kinderspeisekarte deutlich von den Karten anderer Restaurants unterscheidet. Gerichte wie Goldtaler, Seepferdchen-Futter oder das Ritter- und Prinzessinnenmahl lassen Kinderherzen höher schlagen. Für die kindgerechten Portionen werden Zutaten, welche Region und Saison hergeben, frisch zubereitet. Küchenchefin Katerina Doudis achtet wie Inhaberin Wilma von Westphalen auf beste Qualität der Ausgangsprodukte. Für jedes Kindergericht werden wenig Fett, Salz und Zucker verwendet.

Katerina Doudis bietet vegane und vegetarische Kindergerichte an. Wenn Fleisch oder Fisch auf den Teller kommen, dann von artgerecht gehaltenen Tieren, wie beispielsweise Maishähnchenbrust vom Kikok-Hähnchen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Mit dem Kindergeschirr und -besteck geht das Team des Gasthauses auf die Bedürfnisse der jungen Gäste ein und aus den bunten Bechern schmeckt das Mineralwasser sicherlich besonders gut. Für die Jüngsten hält das Service-Team kompostierbare Einweglätzchen vor. Damit im Restaurant keine Lange Weile aufkommt, erhält der Nachwuchs eine Wundertüte und Stifte, um direkt die Kinderspeisekarte auszumalen.

Das kleine Kiepenkerl-Krüstchen ist schon etwas für die Großen unter den Kleinen. Bis zum 12. Lebensjahr können Speisen von der Kinderkarte geordert werden / © Redaktion FrontRowSociety.net

Immer wieder stellen Wilma von Westphalen und ihre Tochter Regina fest, Kinder brauchen weder Frittiertes noch zuckergeschwängerte Desserts. Die Kindergerichte kommen bei den jungen Kiepenkerl-Gästen sehr gut an. Höchst selten werden Komponenten ausgetauscht oder gar eine Extraportion Pommes frites bestellt, erzählt uns Regina von Westphalen, die ebenfalls in der Geschäftsführung des Gasthauses tätig ist. Für Eltern bedeutet ein Restaurantbesuch im „Grossen Kiepenkerl“, entspannt in einer legeren Atmosphäre mit dem Nachwuchs Essen zu gehen. Zwanglos und unkompliziert genießt die ganze Familie münsterländische Küche, hergestellt aus qualitativen Produkten sowie mit Liebe und Leidenschaft. 

Für kleine Gäste mit Löwenhunger warten Dinkel-Nudeln als Zoomotiv. Dazu gibt es keinen Ketchup aus der Tube, sondern Ratatouille-Gemüse. Zudem spricht das bunte Kindergeschirr und -besteck die Kleinen an / © Redaktion FrontRowSociety.net

Könnte ich noch einmal von der Kinderkarte wählen, würde ich mich für das Mini-Pfannkuchen-Türmchen entscheiden …

Das Mini-Pfannkuchen-Türmchen begeistert nicht nur die kleinen Kiepenkerl-Besucher … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… auch die Eltern naschen gerne von dem Kinderteller / © Redaktion FrontRowSociety.net

… und auf Kiepenkerl’s Fruchtzwergi würde ich als Dessert nicht verzichten wollen.

Gesunde Fruchtzwergi aus Joghurtcreme vom Hof Kintrup mit frischen Beeren und garantiert wenig Zucker / © Redaktion FrontRowSociety.net

Tipp von Mitherausgeberin Annett Conrad

Münster kann mit großen und kleinen Kindern entdeckt werden. Das Kunstmuseum Picasso Münster bietet für Familien ein spannendes museumspädagogisches Konzept, welches auch schon die jüngsten Familienmitglieder begeistert. Und nach so viel Kunst und Kultur wartet gesunde Kost im Gasthaus „Grosser Kiepenkerl“.

Dieses ist ein redaktionell erstellter Artikel, der durch externe Unterstützung möglich gemacht wurde. Die Unterstützung hat jedoch keinen Einfluss auf den hier abgebildeten Inhalt. Es gilt der Redaktionskodex.

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