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Unaufgeregt trifft es wohl am besten, wenn man mit einer Vokabel die Atmosphäre des 2-Sterne-Restaurants Ophelia beschreiben soll. Das elegante Gourmet-Restaurant ist Teil des 5-Sterne-Superior-Hotels RIVA in Konstanz, am romantischen Bodensee. Küchenchef Dirk Hoberg holt hier mit seinem Konzept Menschen ab, die unaufgeregte Haute Cuisine mit einem erstklassigen Wine-Pairing genießen möchten.

Das 2 Sterne Restaurant Ophelia – pure Eleganz am Bodensee / © Redaktion FrontRowSociety.net

Dirk Hoberg – 2 Michelinsterne und die hohe Kunst der Unaufgeregtheit

Dirk Hoberg ist ein Mann der leisen Töne. Das betrifft einerseits sein Auftreten als Küchenchef, wie auch seine Persönlichkeit selbst. Als er vor 15 Jahren im RIVA ankam, war das Gourmet-Restaurant lediglich eine Vision von Peter Kolb, Erbauer und Inhaber des 5-Sterne-Superior-Hauses. Gut zwei Jahre später – 2010 – stand Dirk Hoberg in der Verantwortung für das ambitionierte Projekt von Peter Kolb. Die an ihn gestellten Erwartungen erfüllte der ehemalige Wohlfahrt-Schüler mit Bravour, denn direkt ein Jahr nach der Eröffnung des „Ophelia“ kam der erste Michelinstern, 2012 folgte der zweite Stern des Guide Michelin.

Küchenchef des Ophelia Dirk Hoberg (li.) im Gespräch mit FrontRowSociety-Redakteurin Annett Conrad (re.) / © Redaktion FrontRowSociety.net

Sich auf den frühen Lorbeeren auszuruhen, kam für 2-Sterne-Koch Hoberg nie in Frage, obwohl er nicht mehr getrieben sein möchte, immer etwas Neues zu erschaffen. Seine Gerichte sollen ein Stück weit seine Geschichte erzählen. Das können berufliche Erfahrungen sein, die er in den verschiedenen Sterneküchen unseres Landes bzw. auf Mallorca sammelte oder auch einfache Gerichte, die er als persönlichen Hochgenuss empfand. Wie beispielsweise das Avocadobrot: einst begeisterte es ihn in London, nun ist es Teil des Fingerfoods, welches vor dem Menü gereicht wird; natürlich in einem Fine Dining Outfit.

Et Voila! – Röstbrot Avocado und Ei / © Redaktion FrontRowSociety.net
Von Anfang an unterlag das Konzept des 2-Sterne-Restaurants Ophelia dem Wandel, oder besser der Anpassung. Gästewünsche und Rahmenbedingungen änderten sich, allerdings auch der Anspruch Dirk Hobergs an sich und seine Art, Gäste auf einem hohen kulinarischen Niveau zu verwöhnen. Er folgt keinen Trends, hat jedoch das Zeitgeschehen im Blick. Mit leichter Kunstfertigkeit bespielt er die gehobene Küche auf einer klassisch französischen Basis, die er mit Frische und Eleganz ergänzt.
 
Sous Chef Fabian Obergfell ist die rechte Hand von Sternekoch Dirk Hoberg / © Redaktion FrontRowSociety.net
Ophelia – die Essenz aus Qualität und Harmonie
 
Die schmucke Jugendstilvilla, Heimat des 2-Sterne-Restaurants Ophelia, integriert sich tadellos in das Ensemble des Konstanzer Luxushotels RIVA. Hier wird der Glanz einer vergangenen Epoche geschickt in die Moderne transportiert. Zur Seite des Bodensee öffnet sich eine Terrasse, auf der im Sommer die feinen Menüs von Sternekoch Dirk Hoberg serviert werden. Dieser Umstand allein ist schon eine Einzigartigkeit für sich! Seit etwa einem Jahr gehen die Küche und der Gastraum des Ophelia fließend ineinander über. Ein Konzept, das mit der Zurückhaltung des Dirk Hoberg perfekt umgesetzt werden kann.
 
Berauschend ist der weite Blick über den Bodensee / © Redaktion FrontRowSociety.net
Nahtlos geht die offene Küche in den Restaurantbereich über / © Redaktion FrontRowSociety.net
Der mondäne Empfangsraum des Ophelia ist der perfekte Ort, sich mit einem Aperitif und Fingerfood auf die kommende kulinarische Reise einzustimmen. Produkte aus der Bodenregion werden mit weiteren qualitativen Zutaten kombiniert, die zu einem aufregenden Genuss führen. Ohne dogmatisch zu sein, schafft es Hoberg mit seinem Team, die Essenz des Besonderen auf einen Teller zu zaubern und das wieder einmal ganz unaufgeregt.
 
Auftakt: Rindertatar, Kartoffel, Trüffel / © Redaktion FrontRowSociety.net
Gefolgt von Rote Bete und Kaviar … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… Tacos mit Saibling / © Redaktion FrontRowSociety.net
Im 2-Sterne-Restaurant Ophelia gleicht die Zubereitung der einzelnen Speisen einer Choreografie: leise, konzentriert und erprobt. Während im Hintergrund einzelne Komponenten à la minute zubereitet werden, wandern die Augen des Küchenchefs zwischen zwei Griffen mit der Pinzette vom Pass zu den Gästen. In Gedanken koordiniert er den Ablauf an jedem Tisch. Und die Gäste danken ihm seine Aufmerksamkeit mit staunenden Blicken sowie mit reichlich Begeisterung.
 
Präzisionsarbeit: der Pass des Ophelia wird zur Werkstatt für kulinarische Kunstwerke / © Redaktion FrontRowSociety.net
Trotz der offenen Küche erscheint das Restaurant in einem eleganten Gewand mit blütenweißen Tischdecken und Silberbesteck. Doch für Foodies ist der beste Platz am Chef’s Table. Es ist quasi der Logenplatz oder die Front Row für jeden, der das Bühnenstück Ophelia in Gänze verfolgen möchte.
 
Am Chef’s Table direkt neben dem Pass zieht man den Hut vor der Perfektion. Stundenlange Vorbereitungen werden sichtbar, wie auch das detailverliebte Anrichten der Teller, ja die feingliedrige Arbeit wird als Bestandteil des kulinarischen Gesamterlebnisses erkannt. Und eines kann mit Fug und Recht behauptet werden: so unaufgeregt die Abläufe im Restaurant Ophelia sein mögen, die Gerichte sind es mitnichten.
 
2 Sterne Restaurant Ophelia – edler Rahmen … / © Redaktion FrontRowSociety.net 
… für kunstvoll arrangierte Kreationen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ophelia – wenn Essen alle Sinne verwöhnt

Im Ophelia kocht nicht nur der Küchenchef selbst, er kommt ebenfalls zum Tisch und serviert seine Kreationen persönlich, ohne eine ellenlange Geschichte zu erzählen. Herzlich, jedoch mit professioneller Distanz, erklärt er schlicht und einfach sein Gericht. So authentisch wie Dirk Hoberg selbst, setzen auch seine kulinarischen Kunstwerke ein Statement: Genießen Sie heute Abend einfach! Von der Ouvertüre bis zum Finale spielt auf jedem Teller ein großes Orchester. Chapeau!

Amuse bouche: Bodenseee Aal, Dinkel, Birne / © Redaktion FrontRowSociety.net
Bretonische Sardine eingelegt mit gerauchtem Crème fraîche Eis, Rettich, Reichenauer Gurke / © Redaktion FrontRowSociety.net
Gâteau von der Gänseleber, Gänselebereis, Trauben, Mandel, Bittersalate / © Redaktion FrontRowSociety.net
Geflämmtes Medaillon vom Seeteufel, Topinambur, Miso, Tintenfisch, Holzkohle / © Redaktion FrontRowSociety.net
Sanft gegarte Rote Garnele, Poverade, Porree und Schnittlauch-Sud / © Redaktion FrontRowSociety.net
Erfrischung: Zitrone und Champagner / © Redaktion FrontRowSociety.net
Tatar vom gebeizten Allgäuer Rehrücken, Kartoffel, Rosenkohl, Vogelbeere, schwarzer Trüffel und Wacholder-Reh-Essenz / © Redaktion FrontRowSociety.net
Kanadisches Bisonfilet, geschmorter und eingelegter Butternut Kürbis, Kürbiskernpesto, Kresse und Hollandaise / © Redaktion FrontRowSociety.net
Windbeutel mit Kuhrohmilchkäse vom Affineur Waltmann, Feige und Konstanzer schwarzer Walnuss statt Käsewagen / © Redaktion FrontRowSociety.net
Dessert: Zwetschge und Pflaume, Tahiti Vanille, alter Balsamico und Bodensee Joghurt / © Redaktion FrontRowSociety.net
Petit fours: Zimtschaumkuss, Salzkaramellpraline, Apfel-Tartelette … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… sowie die schmackhafteste Interpretation von „Hanuta“. All die süßen Verführungen liegen maßgeblich in der Verantwortung von Sous Chef Fabian Obergfell / © Redaktion FrontRowSociety.net

Jerom Nicke – Wein ist nicht nur ein schöner Begleiter 

Unaufgeregt ist auch der Service im Gourmet-Restaurant Ophelia. Leger, jedoch kompetent, unaufdringlich, jedoch aufmerksam. Verantwortlich dafür ist Jerom Nicke, Restaurantleiter und Sommelier. Dem jungen Mann, der eigentlich nie in in der Gastronomie tätig sein wollte, obliegt die Verantwortung für das Weinsortiment im gesamten 5-Sterne-Superior Hotel RIVA. Er vermag es, die Gäste des Ophelia mit Neuentdeckungen der Weinwelt zu überraschen. Neben den großen Klassikern stellt er vinophile Schätze vor, die garantiert nicht dem Mainstream entsprechen. 

Jerom Nicke – Sommelier und Restaurantleiter des 2-Sterne-Restaurants Ophelia / © Redaktion FrontRowSociety.net

„Ich arbeite im schönsten Haus am Bodensee und habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, die Worte von Jerom Nicke bei unserem Gespräch. Solch ein Glück muss man erst einmal finden. 

Wer im Ophelia auf eine kulinarische Reise geht, dem stehen wunderbare Begleiter zur Seite … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… es ist sehr lohnenswert, sich vertrauensvoll auf das Weinwissen und das Geschick von Jerom Nicke zu verlassen / © Redaktion FrontRowSociety.net

Unser Dank gilt Küchenchef Dirk Hoberg und Sous Chef Fabian Obergfell für die wunderbar unaufgeregte Zusammenarbeit.

Ein eingespieltes Team: Dirk Hoberg (li.) und Fabian Obergfell (re.) / © Redaktion FrontRowSociety.net

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