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Es gibt Hotels, die haben eine Seele. Schon beim Betreten des Hauses weiß man, hier haben Generationen von Gästen logiert. Diese Hotels sind mit der Zeit und mit den sich ändernden Ansprüchen gewachsen. Sie haben Ecken und Kanten, nichts ist aus einem Guss, doch das macht den Charme dieser extravaganten Häuser aus. Zu jenen ausdrucksstarken Luxushotels zählt das 5 Sterne Hotel Louis C. Jacob in Hamburg.

Das 5 Sterne Hotel Louis C. Jacob zählt zu Hamburgs Spitzenhotels
Das 5 Sterne Hotel Louis C. Jacob zählt zu Hamburgs Spitzenhotels / © Redaktion FrontRowSociety.net

Hotellegende Louis C. Jacob

In Hamburgs noblen Elbvorort Nienstedten entwickelte sich aus einer Zuckerbäckerei eine der besten Adressen für exklusives Wohnen – das Luxushotel Louis C. Jacob. Urkundlich wurde das Gebäudeensemble erstmals 1625 erwähnt. Ab 1765 übernahm Familie Burmester den Hof, deren Sohn Paridom zu trauriger Berühmtheit gelangte. Mit einer Kanone begrüßte der Zuckerbäcker jedes Schiff mit einem Böllerschuss. Allerdings war dies ein kurzes Vergnügen, da ein Schuss besagter Kanone 1789 zu seinem Tod führte.
 
Es geschah am 18. Juni 1789. Der Schuss ging sozusagen nach hinten los und tötete Paridom Burmester. Heute befindet sich ein Replikt der "Tatwaffe" auf der Lindenterrasse
Es geschah am 18. Juni 1789. Der Schuss ging sozusagen nach hinten los und tötete Paridom Burmester. Heute befindet sich ein Replikat der „Tatwaffe“ auf der Lindenterrasse / © Redaktion FrontRowSociety.net
Kurze Zeit später spülte es einen französischen Landschaftsgärtner an den Elbhang, der sich direkt in die verwitwete Zuckerbäckerin verliebte. Er kaufte ihr Grundstück, heiratete sie und eröffnete 1791 das Haus als Weinstube. Jener Daniel Louis Jacques – später Jacob – schuf zudem die bald berühmte Lindenterrasse. Bis 1922 blieb das Haus nun im Familienbesitz und erlebte grandiose Blütezeiten.
 
Louis C. Jacob – historisches Ambiente und zeitgemäßer Komfort / © Redaktion FrontRowSociety.net
Jeder neue Gastronom der Familie Jacob baute die Reputation des Hauses weiter aus. Als Visionär gilt Louis Carl Jacob. Er richtete die ersten Gästezimmer ein, riss Pferdeställe ab und baute stattdessen einen Ballsaal. Zudem ließ er den bekannten Eiskeller errichten, der 1992 bei den umfangreichen Bauarbeiten zu Tage kam. 1895 kam der Festsaal dazu, dessen Wandmalereien heute das Jacobs Restaurant schmücken.
 
Frühstück im Jacobs Restaurant zwischen Wandermalereien des Japonismus / © Redaktion FrontRowSociety.net
Hochrangige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wollten gern im „Jacob“ sowie auf dessen Terrasse gesehen werden und verliehen dem Haus Glanz und Glamour. Doch ein Mann machte die damals bereits beliebte Lindenterrasse über die Grenzen Hamburgs weltberühmt. Die Rede ist von Max Liebermann. Er folgte dem Ruf des damaligen Direktors der Kunsthalle, Alfred Lichtwark, und begann 1902 mit Studien für Gemälde über Hamburgs stimmungsvollste Plätze. Dabei fiel seine Wahl auf die Lindenterrasse des Jacob. Sein prominentes Werk „Restaurant Jacob in Nienstedten an der Elbe“ ist heute in der Hamburger Kunsthalle zu besichtigen.
 
Bei Dunkelheit zeigt sich die Lindenterrasse von ihrer romantischen Seite … / © Redaktion FrontRowSociety.net
… und gewährt ebenso stimmungsvolle Ausblicke auf die gegenüberliegende Elbseite / © Redaktion FrontRowSociety.net
Das Luxushotel und die Kunst
 

Nach vielen Besitzer- und Nutzungswechseln schuf der Unternehmer Horst Rahe mit dem Kauf und der Renovierung des „Jacob“ ein Luxushotel. Seither schmücken unzählige Auszeichnungen dieses einmalige Refugium. Die Verbundenheit zur Kunst zeigt sich in vielen Facetten. Neben den aufwendig im Jacobs Restaurant installierten historischen Wandmalereien sowie der Stuckdecke des ehemaligen Festsaals, verteilen sich mehr als 500 originale Arbeiten von Malern und Grafiker des 19. und 20. Jahrhunderts im Gebäudekomplex. Und natürlich ist auch ein „echter“ Liebermann dabei. Dieses Ölgemälde fand seinen Platz in der gemütlich Wohnhalle des Hamburger 5 Sterne Hotels und zeigt den Elbblick von der Lindenterrasse.

In der stilvollen Wohnhalle hat das Liebermann-Gemälde „Elbblick von der Lindenterrasse“ seinen Platz gefunden / © Redaktion FrontRowSociety.net
Im gesamten Haus verteilen sich zirka 500 Kunstwerke. Viele von ihnen wurden von Hamburger Künstlern geschaffen / © Redaktion FrontRowSociety.net
Auch die Elbsuite schmückt sich mit originalen Kunstwerken, die zur größten privaten Kunstsammlung Norddeutschlands gehören – hier im Louis C. Jacob / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ein weiteres, mit dem Haus verbundenes Kunstwerk fand eher zufällig den Weg ins Louis C. Jacob. Es handelt sich um die 1847 entstandene Lithographie Otto Speckters „Der Heidelberger Club auf der Terrasse des Jacob in Nienstedten“. Diese Lithografie übergab im Mai 2019 der Urenkel eines Protagonisten des Bildes Direktorin Judith Fuchs-Eckhoff. Jetzt befindet das Werk an dem Ort, wo es einst entstand.

Direktorin Judith Fuchs-Eckhoff (li.) studierte Kunstgeschichte. Beständig findet sie neue, bereichernde Informationen, die ein immer vollständigeres Bild des Luxushotels zeichnen. Hier im Gespräch mit FrontRowSociety-Redakteurin Annett Conrad (re.) / © Redaktion FrontRowSociety.net

So beleben viele kleine Anekdoten, vielleicht sogar Mythen das Haus und beflügeln die Fantasie der Gäste, die durch die historischen Räumlichkeiten wandeln, um sich später ein Stück der Jacob-Torte auf der Lindenterrasse zu gönnen.

Sobald man die Schwelle der Eingangstür überschritten hat, zeigt das Louis C. Jacob seine monumentale Historie / © Redaktion FrontRowSociety.net

Das Besondere entdecken

Das ehrwürdigen Luxushotel verfügt über unzählige Einmaligkeiten. Auf kulinarischem Gebiet ist die Jacob-Torte eine dieser Pretiósen. Man nimmt Platz und lässt sich auf eine süße Reise ein, die stilvoll zelebriert wird. 

Fast wie in alten Zeiten nimmt man Platz und genießt ein Stück der herrlichen Jacob-Torte / © Redaktion FrontRowSociety.net

Jedes Gericht, ob Bar-Food oder Gourmet-Speise, trägt die Handschrift von Küchenchef Thomas Martin. Im Jacobs Restaurant kann von Dienstag bis Samstag exzellente französische Küche von lokalen Produkten genossen werden. Täglich warten jedoch hochwertige Bistro-Gerichte. Hier steht das Unkomplizierte im Vordergrund. Ganz casual laden die Wohnhalle, die Jacobs Bar und natürlich die Lindenterrasse dazu ein.

Cocktails, Wein und klassisches Bistro-Food à la Thomas Martin finden Gäste in der Jacobs Bar / © Redaktion FrontRowSociety.net
Die Lindenterrasse ist bereits an lauen Frühlingstagen ein angesagter Ort, um die vorbeifahrenden Schiffe zu beobachten. Auf einen Schuss aus der Kanone wird glücklicherweise verzichtet / © Redaktion FrontRowSociety.net

Von den 85 Gästezimmern und Suiten ist die Elbsuite sicherlich das exklusivste Domizil auf Zeit. Im Jahr 2009 fand die kirchliche Trauung von Robert Redfort im 5 Sterne Hotel Louis C. Jacob statt. Er bewohnte zu dieser Zeit ebenfalls die Elbsuite und konnte neben deren Charme überdies die Aussicht genießen.

Dem Charme der Elbsuite konnte sich auch schon Robert Redfort hingeben / © Redaktion FrontRowSociety.net
Wer in der Elbsuite sein Quartier bezieht, wird den ganzen Tag von der Sonne verwöhnt / © Redaktion FrontRowSociety.net

Ein bunter Strauß an Arrangements wird täglich für die Gäste geschnürt. Ganz sicher: Jeder wird das Richtige für sich finden. Ob sportlich mit dem Rad ins Alte Land, auf den Spuren großer Künstler durch Museen und Kunsthallen oder zum Konzerterlebnis in die Elbphilharmonie, besonders ist eine Auszeit im Feinen Privathotel Louis C. Jacob auf jeden Fall.  

Dieses ist ein redaktionell erstellter Artikel, der durch externe Unterstützung möglich gemacht wurde. Die Unterstützung hat jedoch keinen Einfluss auf den hier abgebildeten Inhalt. Es gilt der Redaktionskodex.

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